Brazilian Jiu Jitsu Ausrüstung: Was du unbedingt benötigst!

BJJ-Equipment

Möchte man mit dieser Kampfsportart anfangen, weiß man gerade als Einsteiger nicht, welches Equipment man überhaupt braucht. Genau hier setzt dieser Artikel an. Er soll dir dabei helfen, die zu dir und deinen speziellen Bedürfnissen passenden Artikel zu finden. Außerdem kannst du den Beitrag als Checkliste nutzen, um nicht beim ersten Training ohne etwas Elementares dazustehen.

Welche Kleidung wird für Brazilian Jiu Jitsu benötigt?

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Wer sich neu für BJJ interessiert, der wird zuerst ein Probetraining machen können, wo bequemes und sauberes Sportzeug benötigt wird. Weckt das Probetraining eine neue Leidenschaft, benötigt der Sportler ein paar spezielle Bekleidungsstücke.

Der BJJ-Anzug:

Der Anzug besteht aus einer Hose und einer Jacke, die über der Hüfte mit einem Gürtel geschlossen wird. Der BJJ-Anzug wird im Fachjargon meist als GI bezeichnet. Hier ist es wichtig, ob man auch an Wettkämpfen teilnehmen möchte.

Bei denen gibt es nämlich bestimmte Vorschriften bezüglich der Passform, der Verarbeitung, der Farbe und des Materials. Rein für das Training sind auch bunte Anzüge erlaubt. Hier gibt der Trainer Auskunft darüber, was in diesem Verein gern oder nicht gern gesehen ist.

Der BJJ-Gürtel:

Der Gürtel gibt Auskunft darüber, wie weit der Kampfsportler in seiner Ausbildung ist. Die Farbe des Gürtels ergibt sich also aus dem erreichten Rang. Es gibt den Gürtel in verschiedenen Längen, zwischen 240 und 320 Zentimeter. Hier kommt es darauf an, wie lang die Enden nach dem Knoten sind.

Die Schuhe:

Der Sportler ein Paar Sportschuhe haben, die er ausschließlich für sein Indoortraining nutzt. Diese Schuhe sind selbstverständlich sauber und ohne Beschädigungen. Es empfiehlt sich ein Schuh mit einer weißen Sohle oder einer Sohle, die auf dem Hallenboden keine Abdrücke hinterlässt.

Der Rashguard:

Es gibt Trainingseinheiten, die man „No-GI“-Einheiten nennt. Eine „No-GI“-Einheit ist eine Zeit in der man ohne den entsprechenden Anzug trainiert. Dazu empfiehlt sich ein Rashguard, was ein Funktionsshirt ist. Es liegt extrem eng an und hat damit eine leichte Kompressionswirkung.

Es ist atmungsaktiv, wodurch es Schweiß abtransportiert. Es hält den Sportler bei Trainingspausen warm und verhindert so Verletzungen. Dann benötigt man für No-GI-Einheiten bequemes Sportzeug. Hier sollte die Hose weder Taschen noch Reißverschlüsse haben, um sich und den Gegner vor Verletzungen zu schützen.

Gut zu wissen:
Wer erst mal ein Probetraining absolvieren möchte, braucht sich nicht gleich mit passender BJJ-Bekleidung eindecken. Für den Anfang genügt meist ganz normale Sportkleidung. Diese sollte aus einem T-Shirt samt kurzer oder langer Hose bestehen. Zusätzlich sollte man ausreichend Trinken dabei haben.

Die Schutzausrüstung detailliert erklärt:

Brazilian Jiu Jitsu Schutzausrüstung

Da es sich um einen Kampfsport handelt, kann es zu Verletzungen kommen. Damit diese Verletzungen möglichst selten auftreten, gibt es verschiedene Schutzausrüstungen. Welche das sind, wie man sie benutzt und welche man als Einsteiger braucht, verraten wir dir in den folgenden Zeilen. Schließlich geht Sicherheit beim Kampfsport vor.

Der Mundschutz:

Wie man es von Kampfübertragungen kennt, ist es ein Zahnschutz, der entweder nur für den Oberkiefer gedacht ist oder Ober- und Unterkiefer gleichzeitig schützt. Damit der Mundschutz beim Kampf nicht aus dem Mund fliegt, geben die Hersteller eine Anleitung mit, wie man den Mundschutz auf sich anpassen kann. Der Mundschutz dämpft die Schläge ab und verhindert, dass es zu Verletzungen oder abgebrochenen Zähnen kommt.

Der Tiefschutz:

Dieser Schutz ist speziell für die männlichen Sportler. Der Tiefschutz hat eine Einlegeschale aus Hartplastik und einen Suspensoriumsslip. Dadurch sitzt er sicher und behütet das männliche Geschlechtsteil vor Verletzungen.

Der Schienbeinschutz:

Dieser Schutz ist gedacht, um das Schienbein zu schützen. Er verfügt in der Regel über Klettverschlüsse, um den Schutz optimal anzupassen. Eine atmungsaktive Ausstattung verbessert das Tragegefühl enorm.

Die Gelenkschützer:

Die Gelenkschoner haben einen verstärkten oder gepolsterten Teil, der die Wucht der Schläge abfängt. Diese Gelenkschoner gibt es für die Füße oder Knöchel.

Die Bandagen:

Bandagen haben zum Teil eine verstärkte Partie und sind elastisch, etwa um den Ellenbogen oder den Daumen zu Schützen. Oder sie haben den verstärkten Teil und eine Bandage, die gewickelt werden kann, etwa um die komplette Hand zu schützen.

Der Kopfschutz:

Gerade das wichtigste Körperteil sollte bei Anfängern und Heranwachsenden geschützt werden. Selbst einem erfahrenen, erwachsen Kampfsportler kann der Schutz des Kopfes nicht schaden. Hier gibt es drei Bereiche, die man Schützen kann.

Einmal die Haare, mit einer Haube. Damit kann der Gegner bei langen Haaren nicht absichtlich oder unabsichtlich in die Haare greifen und daran ziehen. Die Ohren sind ebenfalls empfindlich und können durch einen starken Zug oder Schlag darauf verletzt werden. Hier schafft ein Ohrschutz, der sogenannte Ear Guard Abhilfe.

Daneben gibt es noch einen kompletten Kopfschutz. Der verdeckt Haare und Ohren und schützt den Kopf vor starken Treffern und den möglichen, zum Teil nicht ungefährlichen Folgen.

Das Trainingsequipment unter die Lupe genommen:

Grappling-Dummy

Wer es wirklich ernst meint, muss seine Brazilian Jiu Jitsu Ausrüstung noch um passende Trainingsgegenstände erweitern. Schließlich möchte man als ambitionierter Sportler auch zu Hause an seinen Techniken feilen oder die Fitness- und Kraftwerte weiter verbessern. Was man hierfür braucht, verraten wir dir nun.

Der Grappling Dummy:

Es ist entweder ein Teil, dass den Körper darstellen soll und anstatt Arme, Beine und kopf Schlaufen hat, oder es ist eine echte Puppe, deren Arme und Beine frei beweglich sind. Ein solcher Dummy ist lebensgroß und hat zwei entscheidende Vorteile, er hat unendlich viel Geduld und hat kein Schmerzempfinden.

Um verschiedene Techniken besser üben zu können, haben einige Modelle Griffmulden. Je nach Füllung kann so ein Dummy 50 Kilogramm auf die Waage bringen. Da lassen sich Griffe und Techniken nicht nur perfekt üben, sondern der Kampfsportler trainiert ebenfalls seine Ausdauer.

Die Wurfpuppe:

Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Puppe mit Armen, Beinen und Kopf in Lebensgröße und entsprechendem Gewicht. Wurfpuppen und Grappling Dummys sind sich sehr ähnlich.

Ein Unterschied ist, dass ein Dummy in der Regel selber befüllt wird und eine Wurfpuppe gefüllt mit optimalen, teils mehrfachen Nähten, geliefert wird. Sie ist gedacht, um die Wurftechniken zu üben, kann aber auch für Bodenübungen genutzt werden.

Die Gewichte:

Hier unterscheidet man Lang- und Kurzhanteln, Gymnastikhanteln und Kettleballs. Lang- und Kurzhanteln sind in Europa vorne, Kettleballs haben die Nase in den Staaten vorne.

Kettleballs:

Hinter diesem Begriff verbergen sich im Prinzip runde Hanteln. Sie sehen also kugelförmig aus und wurden mit einem Griff versehen. Diese gewinnen immer mehr an Beliebtheit. Sie sind flexibel und können bei der Gymnastik und beim Kraftsport eingesetzt werden.

Übungen, für die sonst ein Ball genommen wird, können mit Kettleballs durchgeführt werden. Kettleballs beginnen bei 2 Kilogramm und können bis zu 40 Kilogramm, vereinzelt mehr wiegen. Hier kann das Gewicht des einzelnen Kettleballs nicht geändert werden.

Gymnastikhanteln:

Diese Hanteln sind nicht aus Metall produziert, sondern aus einem griffigen Material. Gymnastikhanteln gibt es ab 500 Gramm und sind beliebt bei Sportlern, die zwar mit Gewichten trainieren möchten, aber nicht zu viel Gewicht stemmen möchten, etwa beim Nordic Walking.

Die Kurzhantel:

Hier gibt es eine kurze Griffstange, an der verschiedene Gewichte befestigt werden können. Es gibt eine große Anzahl an Übungen, die für die Kurzhantel perfekt sind. Das Gewicht einer Kurzhantel liegt meist zwischen 500 Gramm und 5 Kilogramm.

Die Langhantel:

Hier ist es eine lange Griffstange, die mit unterschiedlichen Gewichten bestückt werden kann. Die Langhantel wird in der Regel mit viel Gewicht beladen, mehr als 100 Kilogramm sind nicht selten. Sie wird beispielsweise beim olympischen Gewichtheben eingesetzt.

Gut zu wissen:
Welche Hantel die beste ist, ist abhängig von den Übungen, die man ausführen möchte und den persönlichen Vorlieben.

Training ist nicht alles – Die Ernährung muss passen:

Brazilian Jiu Jitsu Ernährung

Neben dem richtigen Training und der passenden Ausrüstung ist die richtige Ernährung für einen erfolgreichen Kampfsportler wichtig: Viel grünes Gemüse, denn es bringt Eisen und Chlorophyll. Es verbessert die Produktion des Blutes, stärkt das Immunsystem und verringert oxidativen Stress.

Vollkornprodukte, enthalten viele satt machende Ballaststoffe und mehr Nährstoffe als vergleichbare nicht Vollkornprodukte. Fetter Fisch, wie Hering, Makrele Ode Lachs sind reich an Omega-3 und helfen beim Schmieren der Gelenke. Obst liefert viele Mineralstoffe und Vitamine, es ist lecker und füllt den Glykogenspeicher.

Samen und Nüsse in Maßen bringen ungesättigte Fettsäuren, Vitamine und Mineralien. Wenig Fleisch und wenn dann hochwertiges Fleisch, um nicht ungewollt Zusatzstoffe wie Antibiotika zu sich zu nehmen. Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, Fachleute sprechen von 30 bis 40 Millilitern pro Kilogramm Körpergewicht also 2 bis 3 Liter. Durch den Sport eher mehr.

Zucker, Alkohol und Drogen sollten vermieden werden. Kampfsportler sollten wie alle Menschen darauf achten, dass ihre Versorgung mit Vitamin B12 und D3 passt. Dazu wird die Einnahme von L-Glutamin empfohlen, da es eine schnelle Regenration unterstützt.

Gut zu wissen:
Damit Kampfsportler voll austrainiert in den Kampf gehen können, empfehlen einige die Einnahme von Proteinpulver in Verbindung mit BCAA und Kreatin. Supplemente sind immer weiter auf dem Vormarsch und werden von immer mehr BJJ-Athleten eingenommen.

Unser FAQ über BJJ Equipment zum Abschluss:

FAQ

Die Ausrüstung ist ein wichtiges Thema beim Brazilian Jiu Jitsu. Immer mal wieder erreichen uns Fragen, worauf man im speziellen Acht geben sollte und was man wirklich braucht. Da wir nicht immer umgehend antworten können, haben wir uns dazu entschlossen im Folgenden ein kleines FAQ ins Leben zu rufen. So bekommst du die Antwort auf die am häufigsten gestellten Fragen sofort.

Ist ein Rashguard beim BJJ Pflicht?

Natürlich nicht. Niemand wird gezwungen ein Kompressionshemd anzuziehen. Man sollte sich die Anschaffung aber durchaus überlegen. So sprechen diese Punkte für den Rashguard: Bessere Hygiene unter dem GI, Schweiß wird abgeleitet, die Körpertemperatur kann leichter gehalten werden und Schürf- sowie Kratzwunden entstehen seltener.

Wie teuer ist ein vernünftiger BJJ-Anzug für Einsteiger?

Wer gerade erst mit dem Brazilian Jiu Jitsu angefangen hat, möchte nicht gleich mehrere hundert Euro in die Ausrüstung investieren. Zu Beginn reicht ein Anzug samt Gürtel aus. Hierfür werden etwa 100 Euro fällig. Natürlich geht es auch günstiger, aber eine vernünftige Qualität bekommt man für weniger Geld selten.

Gewichte selber kaufen oder lieber ins Fitnessstudio?

Eine schwierige Frage, die sich nicht wirklich pauschal beantworten lässt. Beide Varianten haben ihre Vor- als auch Nachteile. Gewichte kosten erst mal eine Stange Geld. Allerdings hat man dann keine monatlichen Kosten, die beständig weiterlaufen. Irgendwann ist dann der Punkt gekommen, wo sich die Anschaffung amortisiert.

Das Fitnessstudio kostet monatlich gleich viel und man hat eine Menge Auswahl an Trainingsgeräten. Außerdem kann man neue Leute kennenlernen und wird auf Fehler beim Gewichte heben hingewiesen. Als Einsteiger sollte man gerade diesen Punkt nicht außer Acht lassen. Zudem kann man auch auf Laufbändern, in Kursen und sehr breit gefächert trainieren. Langeweile kommt also eher selten auf.

Was ist Brazilian Jiu Jitsu?

Hierbei handelt es sich um die südamerikanische Art des Kodokan Judo. Carlso Gracie erlernte das Judo von Mitsuyo Maeda, welcher bei Kano Jigoro lernte. Kano Jigoro war ein Sensei, also ein japanischer Jiu Jitsu- und Judo-Professor. Er begründete den Kampfsport Judo. Carlos wollte das Erlernte an seinen Bruder Helio weitergeben.

Da dieser körperlich eher von schmaler Statur war, konnte er einige Techniken nicht umsetzen. Deswegen entwickelten die Brüder das Judo weiter und machten es effektiver und auch für körperlich schwächere Personen anwendbar. Seinen Siegeszug begann das Brazilian Jiu Jitsu, als die Söhne von Helio in die USA gingen.

Über Timo Meyer, Judoka (1. Dan) 38 Artikel
Er ist seit mehreren Jahren begeisterter Judoka und verfügt über ein breit gefächertes Fachwissen in Sachen Kampfkünste und Kampfsport. Als Experte schreibt er hier über alle möglichen Themen rund um Kampfsport. Sein Motto lautet: Man kann dir den Weg weisen, doch gehen musst du ihn selbst.