Brazilian Jiu Jitsu Techniken für Einsteiger und alte Hasen!

BJJ-Techniken

Brazilian Jiu Jitsu ist eine moderne Kampfsportart und entwickelt sich kontinuierlich weiter. So entstehen auch immer mal wieder neue Techniken. Zudem lassen sich viele der beliebtesten Moves aus verschiedenen Positionen anwenden, daher sollte man sich als Sportler intensiv mit den jeweiligen Techniken auseinandersetzen.

Grundsätzlich versucht man beim BJJ den Gegner zum Aufgeben zu zwingen, erreicht wird dies meist durch das Überstrecken von Gelenken und Bändern. Aber auch Würger sind erlaubt. Allerdings kann man ein Duell auch durch Punkte oder nur durch Vorteile gewinnen. Es ist also nicht immer notwendig das Gegenüber zur Aufgabe zu bringen.

Welche Möglichkeiten Sportler im Kampf haben und was man rund um die Techniken alles wissen muss, verraten wir dir in diesem Artikel. Außerdem gehen wir noch auf diverse Postionen ein. Schließlich gilt hier ein ganz besonderer Grundsatz: Zuerst braucht man eine gute Ausgangslage und dann kann man einen Würger oder Hebel mit Erfolg anwenden.

Gut zu wissen:
BJJ wird in Europa immer beliebter. Dies liegt nicht zuletzt an der einfachen und klaren Strategie. Schließlich geht es nur um 4 Dinge. Den Clinch erreichen. Den Gegner zu Boden bringen. Dort eine dominante Position einnehmen und schließlich den Kampf beenden. Erreicht wird dies dann durch Würger oder Hebel.

Techniken im BJJ:

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Bevor wir auf die verschiedenen Techniken eingehen können, müssen wir erst mal die Grundlagen klären. Was viele Einsteiger nämlich überhaupt nicht wissen ist die Tatsache, dass es 4 Kategorien gibt. Welche das sind, kannst du unserer Auflistung entnehmen:

  • Submissions: der Gegner soll aufgeben.
  • Escapes: eine Befreiung aus einer Situation.
  • Sweeps: der Gegner wird in eine andere Position gezwungen.
  • Takedowns: das Gegenüber wird zu Boden gebracht.
Gut zu wissen:
Wie bei vielen anderen Kampfsportarten gibt es auch hier bestimmte Regeln. So dürfen manche Techniken überhaupt nicht und andere wiederum nicht bei bestimmten Gürteln oder Altersklassen verwendet werden. Außerdem ist das Greifen in Ärmel oder Hosenbeine des Gegenübers verboten. Auch Haare ziehen, Augen eindrücken, Schläge, Tritte und Angriffe in die Weichteile sind tabu.

Postionen im Brazilian Jiu Jitsu:

Der richtige Zeitpunkt gepaart mit der optimalen Postion führt bei dieser Kampfsportart zum Erfolg. Daher lernen Einsteiger zu Beginn nur ein paar grundlegende Techniken und werden dann ausführlich im Bereich Positionen geschult. Insgesamt gibt es 6 grundlegende Stellungen. Diese heißen, wie folgt:

  • Mount
  • Back Mount
  • Knee Mount
  • Side Control
  • Guard
  • Turtle

Das oberste Ziel beim Kampf ist der Versuch die eigene Position zu verbessern. Stets wird dabei versucht eine Verschlechterung zu vermeiden. Allerdings gelingt es dem Gegner oft durch starke Gegenwehr die Position zu seinen Gunsten zu verändern. Beliebt sind dabei die klassische Oberlage sowie die neutrale Stellung Guard.

Profis unterscheiden neben den Grundstellungen noch 4 weitere Stellungen. Diese beschreiben den Übergang von einer Grundposition in die Nächste. Viele fortgeschrittene Athleten arbeiten häufig an der Verbesserung dieser Brazilian Jiu Jitsu Positionen. Genannt werden diese, wie folgt:

  • Halfguard
  • Open Guard
  • Three Quater Position
  • Nord-Süd
Gut zu wissen:
Wie bereits erwähnt kann ein BJJ-Kampf nicht nur durch eine Aufgabe entschieden werden. So kann man auch Punkte bekommen. Je nach Technik und Position gibt es 2, 3 sowie 4 Punkte. Die niedrigste Punktzahl gibt es z. B. für Knee on Belly sowie Sweeps. Einen Punkt mehr bekommt man für einen Guard Pass. Die Höchstpunktzahl von 4 Punkten bekommt man für die Stellungen Mount, Back Mount oder auch Back Control.

Submissions – Aufgabegriffe:

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Die meisten Menschen kennen in Bezug auf Grappling, Ringen und BJJ genau diese Techniken. Ziel ist es hier den Gegner zur Aufgabe zu bringen. Dafür wird die Blutzufuhr am Hals abgeschnürt oder starker Druck auf Vitalpunkte, Knochen und Gelenke ausgeübt. Begeisterte Kampfsportzuschauer kennen diese Techniken auch aus dem Judo, dem Jiu Jitsu oder dem Aikido.

Im sportlichen Wettkampf werden diese Griffe nur solange angewendet bis der Gegner abklopft und damit seine Niederlage eingesteht. Werden die Submissions zu lange durchgeführt, kann es bei Hebeln zu Knochenbrüchen oder bei Würgern zur Bewusstlosigkeit kommen. Kenner sprechen in solch einem Fall von einem technischen K.O.

Armlock:

Viele Menschen kennen diesen Hebel. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, handelt es sich doch um eine gängige Aufgabetechnik im BJJ. Viele Matches sind nach dem schmerzhaften Überdehnen der Gelenke beendet. Allerdings funktioniert der Hebel nur dann mit vollem Erfolg, wenn der Gegner im Adrenalinrausch noch über ausreichend Schmerzempfinden verfügt.

Die Technik ist für Anfänger besonders empfehlenswert, da sie in vielen unterschiedlichen Stellungen eingesetzt werden. So kann sie z. B. beim Mount oder auch im Guard eingesetzt werden. Zudem ist das Verletzungsrisiko relativ gering. Zu Beginn lernt man beim Armlock, wie man den Arm des Gegners in der Mount sichert. Zusätzlich wird der Gegner mit den Knien gesperrt.

Damit es schließlich zur Aufgabe kommt, kreuzt man mit einem Bein den Brustkorb des Gegners. Das zweite Wadenbein wird über dem Gesicht positioniert, damit der Andere sich nicht aufrichten oder gar herausshrimpen kann.

Triangle Choke:

Viele Menschen kennen diesen Würger aus dem Judo. Aber auch beim BJJ wird diese Technik häufig eingesetzt. Hierbei wird der Nacken des Gegners mit den Beinen gequetscht. Damit der Gegner sich währenddessen nicht aus dem Triangle Choke befreien kann, wird einer seiner Arme quer über den eigenen Hals zur anderen Seite blockiert.

Dies führt bei langer Anwendung zu einem verminderten Blutfluss durch die Halsschlager. Da nun auch weniger Blut zum Gehirn fließt, kommt es nach einer geringen Zeitspanne zur Bewusstlosigkeit. Zumindest, wenn der Gegner nicht vorzeitig abklopft.

Fortgeschrittene BJJ-Kämpfer setzen bei diesem Würger noch auf diverse Varianten. So kann die Technik von der Seite oder von oben sitzend angewendet werden. Auch von hinten oder gar als Sprung kann man hier angreifen.

Hammerlock:

Diese Hebeltechnik aus dem Brazilian Jiu Jitsu haben wir ausgewählt, da man hier noch relativ wenige Informationen im deutschsprachigen Raum findet. Grundsätzlich gesprochen handelt es sich hier um einen Schulterhebel, der dem Kimura sehr ähnlich ist.

Allerdings wird der Arm hier gegen Rücken des Gegners gedrückt. Viele kennen den Hammerlock hierzulande als Polizeigriff. Besonders effektiv ist dieser Hebel im BJJ aber nicht. Nur wenige Athleten klopfen hierbei ab.

Gut zu wissen:
Die im BJJ verwendeten Techniken folgen 3 Prinzipien: Straßenanwendbarkeit, Energieeffizienz & natürliche Körperbewegungen. Zusammenfassend lässt sich daher sagen, dass BJJ-Athleten auch in puncto Selbstverteidigung passabel ausgebildet sind. Allerdings mangelt es hierbei doch an Schlag- und Tritttechniken. BJJ ist daher nicht die erste Wahl, wenn es um reine Selbstverteidigung geht.

Escapes – Befreiungsmöglichkeiten:

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Wer mit BJJ beginnt, lernt am Anfang neben den kampfentscheidenden Aufgabegriffen noch Escapes kennen. Als Athlet sollte man mit der Zeit in der Lage sein, sich aus jeder Position mit einer Technik zu befreien. Echte Könner beherrschen sogar mehrere Varianten für jeden Fall. So kommen sie aus so gut wie jeder brenzligen Lage heraus.

Im Folgenden zeigen wir ein paar einfache Methoden, wie man aus ein paar verschiedenen Positionen herauskommt. Wir beschränken uns an dieser Stelle aber auf ein paar grundlegende Beispiele, um sich einen ersten Eindruck verschaffen zu können.

Headlock Escape:

Einsteiger lernen anfangs, wie man aus dem Scarf Hold on the Ground entkommt. Hierbei handelt es sich um eine BJJ-Technik, wo der Angreifer einen am Boden festhält und dabei den Kopf nach unten drückt. Viele kennen den Headlock auch als Kesa Ggatame aus dem Judo.

Korrekt ausgeführt ist es nicht ganz einfach aus dieser Position zu entkommen. Allerdings gelingt es Anfängern doch schon nach kurzer Trainingszeit, indem der gehaltene Arm herausgezogen wird und man den Anderen in die Side Control zwingt. Mehr dazu gibt es im nächsten Absatz.

Side Control Escape:

Der dominierende Kämpfer kontrolliert den anderen am Boden und dies seitlich versetzt. Im Gegensatz zur Mount-Stellung sitzt oder liegt der Kämpfer hier nicht auf seinem Kontrahenten. Diese BJJ Position ist nicht nur sehr stabil, sondern auch sehr flexibel.

Das Gewicht kann nämlich jederzeit verlagert werden oder dem Gegner entgegengesetzt werden, wenn dieser entkommen möchte. Gelingt dies trotzdem, dann meist mit einem Half Guard oder auch Guard. Eingeleitet wird der Wechsel häufig mit einem Sweep.

Back Mount Escape:

Der Kämpfer befindet sich bei dieser Grundposition auf dem Rücken des Gegners. Dabei legt er seine Beine vor dessen Körper. Diese Stellung im Brazilian Jiu Jitsu kann daher als sehr dominant angesehen werden. Schließlich ist man außerhalb des Bereichs der gegnerischen Arme.

Empfehlenswert ist es hierbei sich in die Mount-Stellung zu rollen. Dies gelingt aber nur, wenn der Kämpfer seine Beine nicht erfolgreich eingehakt hat. In diesem Fall muss man Beine entfernen, indem man sie mit den Armen herauszieht.

BJJ-Techniken verbessern, aber richtig:

Wer wirklich erfolgreich werden möchte, muss ständig an sich und seinen Moves arbeiten. Wichtig ist dabei, dass man offen für andere Erfahrungen und Meinungen ist. Nicht selten sind andere Sportler gute Lehrer und vermitteln interessantes Wissen. Die Erkenntnisse und Ideen anderer sollte man sich zu Gemüte führen.

Aber nicht nur andere können eine wertvolle Inspiration sein. Man selbst sollte auch an seine Technik und die Bewegungsabläufe glauben. Empfehlenswert ist dabei das regelmäßige Trainieren jeder Technik und Position. Wer diese Abläufe noch mit dem Gedanken kombiniert, wie er seinen Gegner besiegen kann, wird großen Erfolg haben.

Vergessen sollte man dabei aber den eigenen Ehrgeiz nicht. Nur wer sich auch (erreichbare) Ziele setzt, wird sich verbessern. Schließlich so sagen viele, kann man alles erreichen, was man sich in den Kopf setzt. Wer Motivationsschwierigkeiten hat, kann seine Ziele und Wünsche auch schriftlich festhalten.

Gut zu wissen:
Erfolgreiche Brazilian Jiu Jitsu Athleten können sich auch Fehler eingestehen und lernen aus Niederlagen. Sie sind damit ihr eigener Lehrer und wissen, wer sie sind. Sie kennen ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen. Selbstreflexion lautet das Zauberwort. Eine wichtige Fähigkeit, die zum gewünschten Erfolg führen kann.
Über Timo Meyer, Judoka (1. Dan) 38 Artikel
Er ist seit mehreren Jahren begeisterter Judoka und verfügt über ein breit gefächertes Fachwissen in Sachen Kampfkünste und Kampfsport. Als Experte schreibt er hier über alle möglichen Themen rund um Kampfsport. Sein Motto lautet: Man kann dir den Weg weisen, doch gehen musst du ihn selbst.