Brazilian Jiu Jitsu Training: Ablauf, Inhalte & Sparrings!

Brazilian Jiu Jitsu Training

Als Anfänger fragt man sich häufig, wie so ein Brazilian Jiu Jitsu Training aussieht und was darin genau unterrichtet wird. Daher versuchen wir dir im Folgenden einen kleinen Einblick zu bieten, wie ein Probetraining in der Regel so abläuft. Eines ab gleich vorweg, große Sorgen braucht man sich nicht zu machen. Die Trainer nehmen auf jeden Fall viel Rücksicht auf Neuankömmlinge und deren Bedürfnisse.

Trotzdem verraten wir dir in diesem Guide alles Wichtige, was du vor der ersten Trainingsstunde wissen solltest. So bist du bestens vorbereitet und kannst mit vollem Elan an die Sache herangehen. Einem lehrreichen Training steht so definitiv nichts mehr im Wege. In diesem Sinne wünschen wir schon einmal viel Spaß beim künftigen Hobby.

Gut zu wissen:
Neben dem klassischen Training im Anzug (GI) gibt es inzwischen immer mehr Schulen, die ein Training ohne GI anbieten. Das sogenannte NoGi-Grappling ist besonders interessant für MMA-Fighter. Aber auch zur Vorbereitung auf Selbstverteidigungssituationen am Boden kann sich ein Training lohnen.

Welche Inhalte werden im BJJ Training vermittelt?

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Da es sich beim BJJ um eine waffenlose Kampfsportart handelt, lernt man hier Techniken gegen verschiedene Arten der Angriffe. Wichtig ist dabei zu wissen, dass Schläge und Tritte verboten sind und man hauptsächlich am Boden kämpft. Ziel ist es den Gegner zur Aufgabe zu zwingen oder einfach mehr Punkte im Kampf zu erringen. Die gelingt durch diese Kategorien von Techniken:

  • Submissions: der Gegner soll aufgeben.
  • Escapes: eine Befreiung aus einer Situation.
  • Sweeps: der Gegner wird in eine andere Position gezwungen.
  • Takedowns: das Gegenüber wird zu Boden gebracht.

Damit man die verschiedenen Techniken effizient ausführen kann, ist die richtige Position entscheidend. Derzeit gibt es rund 6 grundlegende Stellungen und weitere 4 Übergangspositionen. Mit der Zeit und steigenden Fähigkeiten erlernt man immer mehr dieser Brazilian Jiu Jitsu Positionen. Viele von ihnen sind Teil der Gürtelprüfungen.

Gut zu wissen:
Wie es bei Kampfsportarten so üblich ist, gibt es Einschränkungen bei den Techniken. Je nach Alter oder Gürtelfarbe bestehen Verbote und Einschränkungen. Diese dienen dem Wohl der Sportler und senken das Verletzungsrisiko. Gute Beispiele hierfür sind diese Verbote: Haare ziehen, Augen eindrücken, Schläge, Tritte und gezielte Angriffe auf die Weichteile.

Wie läuft ein Training genau ab?

Die Grundlage des Brazilian Jiu Jitsu besteht in der Nachgiebigkeit. Die Angriffsenergie des Gegners soll ins Leere laufen oder für die nächste Technik verwendet werden. Dies macht es möglich auch körperlich überlegene Angreifer zu besiegen.

Mit einer guten und breiten Palette an Techniken kommt man aber nicht immer zum Ziel. Aus diesem Grund werden im BJJ Training noch viele weitere Aspekte moderner Kampfkünste behandelt. Welche das sind, erfährst du gleich.

Aufwärmphase:

Bevor das BJJ-Training so richtig startet, muss man sich erst mal aufwärmen. Erst dann kann man mit dem Fitnesstraining oder gar dem Partnertraining beginnen. Wer hier alles richtig machen möchte, sollte etwa 10 bis 15 einplanen. Solange dauert, es meist bis der Körper auf seine Betriebstemperatur gekommen ist.

Danach sollte man sich ausreichend dehnen. Langfristig sorgt dies für eine bessere Beweglichkeit und mehr Erfolg im Training oder gar im Wettkampf. Zudem haben Studien ergeben, dass sich die Maximalkraft als auch die Schnelligkeit so immens steigern lassen.

Konditionstraining:

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Beim Brazilian Jiu Jitsu startet man nach der Aufwärmphase mit dem Training von Fitness, Flexibilität und Kraft. Zwar muss man kein Leistungssportler sein oder werden, aber eine gewisse Form an Fitness ist Pflicht. Schließlich handelt es sich hier um einen Sport.

Und wer besonders ambitioniert an die Sache herangeht, muss das Fitnesstraining auch ernst nehmen. Viele erfolgreiche BJJ-Athleten gleichen Schwächen in der Technik, durch eine ganze Menge an Kraft aus. Daher trainieren viele mehrere mal in der Woche mit Gewichten im Fitnessstudio. Häufig ist dabei das Ziel eine Steigerung der Kraftausdauer.

Techniktraining:

Viel Zeit muss man für das Erlernen und Perfektionieren der Brazilian Jiu Jitsu Techniken opfern. Nicht nur Kraft und Kampferfahrungen sorgen für den maximalen Erfolg. Gerade ein breites Repertoire an Techniken und Positionen ist häufig der Schlüssel zum Erfolg.

Dabei kann sowohl paarweise als auch allein trainiert werden. In der Regel überwiegen aber die Übungen mit dem Partner. Nur so kann man Techniken vernünftig trainieren und ein Gespür für den optimalen Moment bekommen.

Sparring:

Diese Form des Trainings gibt es in vielen unterschiedlichen Kampfsportarten. Hierbei handelt es sich um einen Trainingskampf, der sich durch mehrere Punkte auszeichnet:

  • Geänderte Regeln
  • Spezielle Vereinbarungen

Der Sinn und Zweck dahinter ist ganz einfach: Das Verletzungsrisiko soll minimiert werden, aber gleichzeitig soll unter realen Bedingungen Erfahrung gesammelt werden. Gerade für Wettkampfsportler ist das Sparring überaus wichtig.

Aber auch für alle anderen Teilnehmer des Brazilian Jiu Jitsu Trainings sind solche Kämpfe interessant. Schließlich kann man seine Techniken an einem nicht kooperativen Partner trainieren. Des Weiteren verschafft man sich so im Handumdrehen einen Überblick über die eigenen Stärken und Schwächen. Wer besser werden möchte, sollte regelmäßig Sparrings absolvieren.

Gut zu wissen:
Das Gracie Jiu Jitsu Training bietet viele Vorteile. So trainiert man bei dieser Form des Jiu Jitsu nicht nur den Körper, sondern auch den Geist. Außerdem werden alle Muskelgruppen trainiert, die Ausdauer wird mit der Zeit immer besser und man macht allgemein viel Stretching.

Wie ist der typische Ablauf eines BJJ-Kampfs?

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Hat man die ersten Trainings erfolgreich absolviert, möchte man sich im sportlichen Duell messen. Gibt der Trainer dazu das Okay, kann man in der passenden Gewichts- und Anfänger-/Fortgeschrittenen-Klasse antreten. Auskunft über die Fähigkeiten und die dazu passende Klasse gibt der Gürtel. Die Farbe sowie die darauf befindlichen Streifen entscheiden in welche Klasse man eingeteilt wird.

Kommt es nun endlich zum Kampf, beginnt dieser im Anzug (GI) und im Stand. Sobald einem der Kontrahenten ein sogenannter Takedown gelungen ist, wird der Kampf am Boden fortgesetzt und schließlich beendet. Entweder durch eine Unterwerfung (Submission) oder durch mehr Punkte für bessere Aktionen und Positionen. Gelingt keine Submission innerhalb von 5 oder 10 Minuten gewinnt der Gegner mit den meisten Punkten.

Gut zu wissen:
Brasilianisches Jiu Jitsu bildet unter anderem die Grundlage für die Nahkampfausbildung von US-Spezialeinheiten wie etwa den Green Berets sowie der Delta Force.

Was sollte man noch wissen?

FAQ

Ab und an bekommen wir Fragen rund um das BJJ Training gestellt. Dies hat uns schließlich davon überzeugt, hier ein kleines FAQ ins Leben zu rufen. So bekommst du noch mehr Informationen über diese moderne und hocheffiziente Kampfsportart.

Ist es gefährlich BJJ zu trainieren?

Diese Frage stellen sich viele Anfänger. Im Vergleich zu anderen Kampfsportarten ist das Verletzungsrisiko sehr gering. Einerseits aufgrund der fehlenden Schläge und Tritte, andererseits da man als Anfänger langsam und sehr kontrolliert trainiert. Zudem gibt es spezielle Schulungen für Einsteiger, damit man sich keine unnötigen Verletzungen zuzieht.

Muss ich fit sein, um BJJ zu trainieren?

Nein. Weder muss man körperlich besonders fit sein, noch braucht man Vorkenntnisse. Allerdings sollte man sich darauf einstellen, dass man in Zukunft viel Trainingszeit mit Kraft-, Ausdauer- und Koordinationsübungen verbringen wird.

Viele Sportler stellen auch ihre Ernährung um und achten auf einen gesunden Lebensstil. Aber keine Sorge, die Fortschritte in puncto Fitness kommen mit der Zeit ganz von allein. Und niemand wird zu etwas gezwungen, was er nicht möchte. Schließlich handelt es sich hier um ein Hobby.

Was sollte man zum Probetraining mitnehmen?

Wer nur ein kleines Schnuppertraining besuchen möchte, muss sich keinen Anzug kaufen. Für den Beginn reicht normale Sportkleidung. Damit ist ein T-Shirt samt kurzer oder langer Hose gemeint. Außerdem sollte man genügend zu trinken dabei haben.

Von Nachteil ist es auch nicht, wenn man sich vor und nach dem Training etwas Zeit freihält. So können einen die anderen Sportler besser kennenlernen und es bleibt Zeit, um offene Fragen zu beantworten.

Muss man an Wettkämpfen teilnehmen?

Nein. Die Teilnahme an solchen Veranstaltungen ist natürlich freiwillig. Allerdings sollte man sich auch vor Augen führen, dass es sich um eine gute Gelegenheit handelt, um neue Erfahrungen zu sammeln. Außerdem kann man seine Techniken durch Kämpfe deutlich effizienter verbessern. Zudem bereiten einem die Trainer oft speziell vor und stehen einem mit Rat und Tat zur Seite.

Über Timo Meyer, Judoka (1. Dan) 38 Artikel
Er ist seit mehreren Jahren begeisterter Judoka und verfügt über ein breit gefächertes Fachwissen in Sachen Kampfkünste und Kampfsport. Als Experte schreibt er hier über alle möglichen Themen rund um Kampfsport. Sein Motto lautet: Man kann dir den Weg weisen, doch gehen musst du ihn selbst.