Ringerohren, die wichtigsten Informationen und Fakten!

Ringerohr

Der Name Blumenkohlohr oder Boxerohr kommt von einer sichtbaren Deformation der Ohren meistens verursacht durch die Ausübung von Sport wie Boxen, Rugby, Judo oder Ringen. Andere Ursache kann die Erkrankung Polychondritis sein aber auch nicht fachmännisches Piercing, oder Unfälle können zum Blumenkohlohr führen.

So ein Ringerohr entsteht aus einem Hämatom (Bluterguss) im Außenohr, daraus kann sich eine Deformation bilden, die optisch einem „Blumenkohl“ ähnelt. Der Hauptgrund für diese Form der Verletzung ist meist starkes Reiben, Umknicken oder Schläge auf das Ohr. Diese kleinen Blutergüsse sind zwar schmerzhaft, sein können aber wie viele andere Hämatome rasch abschwellen und deshalb häufig nicht beachtet und behandelt werden.

Das Knorpelgewebe im Ohr wird dann jedoch nicht mehr genügend mit Nährstoffen versorgt und dadurch verformt sich mitunter das Ohr bleibend. Deshalb sollten Sie bereits bei sehr kleinen Hämatomen einen Arzt aufsuchen. Der Arzt kann einen Druckverband anlegen oder das Ohr punktieren. Bei schweren Läsionen ist sogar eine Operation erforderlich, um Blumenkohlohren zu verhindern.

Vorbeugend tragen die meisten Profisportler und kluge Hobbysportler einen Ohrschutz. Es können auch Blutergüsse am Ohr durch Unfälle auftreten. Neben der unästhetischen Ohr-Deformation können weitere Schäden und Erscheinungen wie ein Sausen in den Ohren (Tinnitus), Schwerhörigkeit oder sogar Hörverlust auftreten.

Gut zu wissen als Kampfsportler:
  • Die Behandlung erfolgt durch Punktion, die Flüssigkeit des Hämatoms wird mit einer Hohlnadel abgesaugt.
  • Schwere Blutergüsse im Außenohr müssen operativ behoben werden. Bei einer Deformation des Ohres, muss das Ohr durch eine kosmetische Operation wiederhergestellt werden.
  • Ein Ohrschutz beim Kampfsport beugt dem Blumenkohlohr vor. Von den Kassen der Versicherung werden die Kosten der Behandlung oft nicht übernommen.

Wie entstehen Blumenkohlohren?

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Die äußere Ohrmuschel ist aus Knorpel gebildet, die dem Ohr seine typische Form gibt und das Ohr beweglich hält. Dieser Knorpel wird nicht von Blutbahnen durchzogen und nicht mit Nährstoffen versorgt, lediglich die umliegende Haut.

Bereits durch Schlag, starkes Reiben oder ähnlichen Einwirkungen kommt es zu einem Knick am Ohr und zwischen Knorpel und Haut füllt sich Blut, welches nicht mehr abfließen kann. Ein Bluterguss wird sichtbar. Wird dann das Ohr nicht umgehend punktiert, also die Flüssigkeit mittels einer Hohlnadel abgesaugt, dann kann es zu den blumenkohlartigen Verformungen der Ohrmuschel kommen.

Wie sieht eine Behandlung der Ringerohren aus?

Diese Ringerohren entstehen, wenn die besagte Verletzung unbehandelt bleibt. Die Behandlung eines Ohrhämatoms ist nicht kompliziert, sodass die Entstehung von Blumenkohlohren leicht vermieden werden können. Auch bei einem nur kleinen „Hämatom“ sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Ist bereits ein Hämatom entstanden, so muss dieses schnell entfernt werden, damit es nicht zu einer Nährstoffunterversorgung und zur Verformung der Ohrmuscheln kommt.

Durch das Absaugen des Sekrets mit einer Spritze und einen Druckverband kann das meist vermieden werden. Manchmal ist eine kleine Operation sinnvoll, in der das angestaute Blut durch eine kleine Öffnung, abfließen kann und so der Knorpel wieder versorgt wird. Bei bestehenden Blumenkohlohren mit den Verformungen der Ohrmuschel hilft nur ein operativer chirurgischer Eingriff. Ein kosmetischer Chirurg, der den Bluterguss vom Ohr entfernt und die Ohrmuschel wieder herstellt.

Gut zu wissen:
Viele kluge Profisportler beugen Verletzungen des Ohrs vor. Um Ringerohren zu vermeiden, gibt es spezielle Ohrenschützer für Kampfsportler damit es erst gar nicht zu Verletzungen des Ohrs kommt. Angenehm zu tragen, verstellbar in der Größe und teilweise mit eingearbeitete Ohrmuscheln für hohen Tragekomfort. Damit ein Hämatom durch Schläge oder Tritte unterbunden wird, tragen Sie vorzugsweise einen Helm mit integriertem Ohrschutz.

Wie kommt es vom Ohrhämatom zum Blumenkohlohr?

Blutergüsse können an vielen Körperstellen auftreten, sind jedoch selten ein Grund zur Sorge, denn Hämatome verschwinden in der Regel ohne weitere Behandlung. Problematischer ist da ein Hämatom das sich zwischen Haut und Knorpel der Ohrmuschel ausbildet.

Die Flüssigkeit vom Bluterguss separiert den Knorpel von der umgebenden Knorpelhaut. Dadurch kann der Knorpel nicht mehr mit allen Nährstoffen versorgt werden. Folglich kann der Knorpel der Ohrmuschel absterben und sich nicht mehr neu bilden. Das bringt eine dauerhafte, oft lebenslang bleibende Deformierung der Ohrmuschel mit sich.

Welche Symptome hat ein Ringerohr?

Außer der unschönen Verformung der Ohrmuschel verursacht für gewöhnlich ein Ohrhämatom keine weiteren Schmerzen. Es schwillt die Ohrmuschel etwas an, wenn sich auf der Muschel vorne Flüssigkeit unter der Haut ansammelt, was bei starken Hämatomen weithin sichtbar ist. Bei leichteren Hämatomen weniger auffällig, jedoch leicht fühlbar.

Die am Anfang häufig auftretenden Symptome eines Blumenkohlohrs sind:

  • Leichte bis starke Schmerzen.
  • Fühlbare Blutergüsse.
  • Leichte bis starke Schwellung im Ohrbereich.
  • Deformation des Ohres.
  • Kurze bis längere Schwerhörigkeit.
  • Dauerhaftes Klingeln im Ohr.
  • Anhaltende Kopfschmerzen.
  • Schwere Blutung am Ohr.
  • Verschwommene Sicht und Schwindel.

Wie läuft eine Untersuchung ab?

Ein Bluterguss an der Muschel vom Ohr zeigt eine Wölbung, die der Facharzt leicht ertasten kann. Die starken Schwellungen bei starken Hämatomen lassen sich mit bloßem Auge sehen, und verdecken die natürliche Form der Ohrmuschel.

Bei der Untersuchung, ob ein Ohrhämatom vorhanden ist, untersuchen die Ärzte auch, ob das Gehör ebenfalls einen Schaden genommen hat. Entweder kommt dabei ein Audiogramm zum Einsatz oder die Stimmgabel prüft die Frequenzen, welche von den Betroffenen noch wahrgenommen werden können. Mit einem Computertomograf lässt sich testen und erkennen, ob das Felsenbein eine Beschädigung erlitten hat.

Gut zu wissen:
Sorgfältige Ärzte überprüfen und untersuchen den ganzen Kopf auf weitere Verletzungen, was in Folge von Kampfsport nicht selten vorkommt. Ein nicht erkanntes Schädel-Hirn-Trauma kann zu einer Hirnblutung führen.

Wie wird ein Ringerohr behandelt?

Blumenkohlohren Behandlung

Hämatom und Blumenkohlohr werden oft verwechselt. Das Hämatom ist aber noch nicht die Deformation der Ohrmuschel, denn die Deformation ist eine Folge davon, wenn der Bluterguss nicht gut und schnell behoben wird. Eine Behandlung ist sehr einfach und verursacht keine nennenswerten Schmerzen. Selbst bei einem kleinen Hämatom an der Ohrmuschel sollten Sie einen Arzt aufsuchen, auch wenn keine starke Schwellung feststellbar ist.

Der Arzt entscheidet darüber, ob und welche Behandlung notwendig und zielführend ist. Unterschätzen Sie niemals einen solchen kleinen blauen Fleck nicht. Bereits eine geringe Ansammlung von Blut kann zum Absterben des Knorpels führen, wenn diese sich direkt zwischen Knorpelhaut und Knorpel befindet.

Um das Hämatom der Ohrmuschel zu beseitigen, wird die betreffende Stelle punktiert und die vorhandene Flüssigkeit abgesaugt. Dann legt der Arzt einen Druckverband. Wenn das Punktieren nicht ausreichend ist, dann muss ein Stück des Ohrknorpels herausgeschnitten werden, damit die angesammelte Flüssigkeit ablaufen kann.

Erst nachdem die Flüssigkeit ausgetreten ist, wird der Knorpel wieder mit Nahrung versorgt. Die Gefahr einer bleibenden Deformation ist gebannt. Das Ausschneiden erfolgt unter örtlicher Betäubung, ein Klinikaufenthalt ist nicht notwendig. Die gesamte Operation dauert etwa eine Stunde.

Gut zu wissen:
Jede Operation birgt Risiken, diese sind zwar bei der Operation eines Ohrhämatoms eher gering, dennoch kann es in bei schweren Fällen zu Entzündungen, zu einer gestörten Wundheilung, Nachblutungen und Narbenbildungen kommen. Mögliche Risiken sind, auch eine Perichondritis. Im Zuge der Korrektur kann sich eine überschießende Narbe bilden und die Haut absterben.

Was geschieht nach der OP?

Ein Druckverband muss nach der Operation an das Ohr angelegt und mehrere Tage nach dem Eingriff getragen werden. Der Verband hilft und begünstigt das Verwachsen und Abheilen des wunden Gewebes und verhindert, dass Flüssigkeit zwischen den Knorpel und Haut gelangen kann.

Um den Heilungsprozess zu fördern, sollten zwei Wochen ein Stirnband getragen werden welches das frisch operierte Ohr fixiert. Für einen weiteren Monat mehr sollte das Stirnband auch nachts getragen werden. Sport ist bis zu sechs Wochen verboten und erst nach Absprache mit dem Arzt, nach dem Entfernen der Nähte gestattet.

Wie verhindert man eine Entzündung?

Um das Auftreten einer Entzündung der Knorpelhaut (Perichondritis) zu vermeiden, muss das behandelnde Fachpersonal unbedingt auf strickte Reinheit und Sterilität achten. Die Ärzte achten immer sorgfältig auf Sterilität, sonst kann eine Perichondritis drohen. Das ist eine Entzündung, die zu Hautrötungen, Schwellungen und Schmerzen der Ohrmuschel führen kann.

Es kann sich mitunter ein Abszess bilden. Eine Perichondritis kann auch durch Insektenstiche eine Polychondritis oder Piercings im Ohr herbeigeführt werden. Eine Perichondritis kann zu einem lokalen Gewebstod (Nekrose) der Ohrmuschel führen.

Bei einer septische Nekrose können im schlimmsten Fall, sich sehr schmerzende Schwellungen entwickeln oder Teile der Ohrmuschel sogar absterben. Dann hilft nur die sofortige Verabreichung von Antibiotika.

Gut zu wissen:
Wochen bevor ein betroffenes Ohr durch eine Operation korrigiert wird, sollten Sie auf Blutgerinnung hemmende Medikamente wie etwa Acetylsalicylsäure verzichten. Einige Wochen vor dem Eingriff sollten auch Schlafmittel und Alkohol nicht mehr eingenommen werden. Im Idealfall sollten Sie den Tabakkonsum reduzieren oder einstellen, damit die Operationswunde besser und schneller heilen kann. Um Blutungen zu verhindern, sollten Sie auch den Verzehr von Zitrusfrüchten für einen Monat vermeiden.

Zahlt die Krankenkasse die Behandlungskosten?

Blumenkohlohr-Krankenkasse

Als durchaus akute Verletzung gilt ein Hämatom an der Ohrmuschel. Die Behandlungskosten werden von den Krankenkassen übernommen. Besteht eine Deformation vom Ohr, als Folge einer unzureichenden und fehlender Behandlung, und ist bereits das Boxer- oder Blumenkohlohr voll ausgebildet, dann werden die Kosten jedoch nicht von der Krankenkasse getragen.

Ein Blumenkohlohr hat keinerlei gesundheitliche Risiken und keine negativen Folgen. Es handelt sich dabei um einen kosmetischen und ästhetischen Eingriff, der medizinisch nicht unbedingt notwendig ist und von den Krankenkassen deshalb nicht bezahlt wird. Bereits aus finanzieller Weitsicht sollte man Hämatome am Ohr schnell behandeln lassen damit der Ohrknorpel nicht abstirbt und kein Ringerkohlohr entstehen kann.

Unser Fazit:

Ein Blumenkohlohr ist auch Unbehandelt meist harmlos und haben im Allgemeinen keine negativen Auswirkungen. Kampfsportler mit Ringerkohlohren leiden jedoch häufig an Hörverlust. Ein Blumenkohl Ohr kann zu Schwierigkeiten beim Tragen von Hörhilfen, Kopfhörern und Probleme mit der Sekretentfernung aus dem Ohr verursachen.

Mit einem Blumenkohlohr können Sie mehr Ohrinfektionen als andere erfahren. Bei einer schnellen Behandlung kann ein solches Ohr meist ohne Komplikationen geheilt werden. Die komplette Prozedur dauert oft nur ein paar Tage. Je älter das Ringerohr ist, desto länger dauert eine Heilung. Zu lange belassen, führt es zu einer rekonstruktiven Operation.

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 100 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.