Chinesische Kampfkünste: Besonderheiten, Stile, Liste & Geschichte

chinesische Kampfkunst

Chinas Tradition in Sachen Kampfsport reicht viele Jahrhunderte zurück. So existieren inzwischen mehrere hundert moderne sowie traditionelle chinesische Kampfkünste. Für viele der Stile wird heute der weit verbreitete Begriff Kung-Fu (hart erarbeitete Fertigkeit) benutzt. Allerdings trägt dieser im Chinesischen eine viel umfangreichere Bedeutung.

Nichtsdestotrotz hat er sich im Westen als auch im asiatischen Raum als Fachbegriff durchgesetzt. Weiterhin kennt man als Bezeichnung für chinesische Kampfkünste noch die Wörter Wǔshù (Kriegskunst) sowie Gúoshù (Nationale Kunst). In der Vergangenheit war auch noch der Begriff Quánfǎ (Methode der Faust) im Gebrauch.

Alle Kreuzworträtsel-Lösungen für chinesische Kampfkunst:
Ab und an erreichen uns Anfragen von Rätsel begeisterten Menschen, welche Kampfkunst in ihrem Kreuzworträtsel gefragt ist. Daher haben wir die am häufigsten gefragten Stile kurz aufgeführt:

  • Wushu – 5 Buchstaben
  • KungFu – 6 Buchstaben
  • Taichi – 6 Buchstaben
  • Shaolin – 7 Buchstaben
  • QuiGong – 8 Buchstaben
  • WingChun – 8 Buchstaben
  • Taijiquan- 9 Buchstaben
  • TaichiChuan- 11 Buchstaben

Was zeichnet chinesische Kampfkünste aus?

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Denkt man an Wushu fallen einem gleich bekannte Schauspieler wie Bruce Lee, Jackie Chan, Jet Li oder Donnie Yen ein. In ihren Martial-Arts-Filmen zeigen sie immer wieder eindrucksvoll, wie effizient Kampfkünste aus China sind. Gerne wird dabei vergessen, dass chinesische Kampfsportarten eine metaphysische Ebene besitzen.

So geht es um Weit mehr als Selbstverteidigung und Körperkult. Ein wichtiger Bestandteil ist die spirituelle Entwicklung bzw. das Geistliche. Große Einflüsse hierauf haben die Religion Buddhismus sowie die Weltanschauungen des Taoismus. Außerdem gehören auch Meditation, Fitness sowie Gesundheitspflege zu den Grundsäulen.

Dabei spielt inzwischen auch die Schaustellerei eine nicht zu unterschätzenden Rolle. Viel interessanter ist aber der Aspekt, dass sowohl waffenlose als auch bewaffnete Techniken existieren. Hierfür wird auf viele unterschiedliche Waffen zurückgegriffen. Manch einer kennt bestimmt Nunchakus, den Dreistock oder gar den chinesischen Säbel.

Viele Stile haben ihren Ursprung in der Kampfkunst der buddhistischen Mönche des Shaolin-Klosters. Eine Vielzahl stammt aber auch von den Kampfkünsten der daoistischen Mönche aus den Wudang-Bergen ab.

Wie werden die Stile unterteilt?

In China gibt es inzwischen so viele unterschiedliche Kampfsportarten, dass man zur besseren Unterscheidung 2 Systeme eingeführt hat. Einerseits wird nach äußeren und inneren Stilen unterschieden, andererseits nach nördlichen und südlichen Sportarten. So lassen sich die vielen Stile einfacher zusammenfassen und grob unterscheiden.

Innere und äußere Stile:

Um eine Kategorisierung zu ermöglichen, findet anhand der Herangehensweise an das Training und die darin geschulten kämpferischen Fähigkeiten eine Einteilung statt.

Liegt der Fokus dabei hauptsächlich auf dem Kampf, handelt es sich um einen äußeren bzw. harten Stil. Hier wird im Training meist an der Geschicklichkeit, Abhärtung, Geschwindigkeit sowie an den Kampftechniken gearbeitet. Der Schwerpunkt bei diesen Stilen ist also der Angriff.

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In diesem Video bekommt man einen schönen Überblick über die inneren Stile.

Innere bzw. weiche Stile kümmern sich hauptsächlich um die Entwicklung der inneren Ruhe und Unbeweglichkeit. Letztere soll durch die Angriffe eines Gegners nicht beeinträchtigt werden. Ziel ist es den Angreifer mithilfe seiner Schwachstellen und der eigenen inneren Kraft Qi zu bezwingen.

Dabei spielen Bewegung, Gleichgewicht und Ganzheit eine große Rolle. Im Vergleich zu den äußeren Stilen ist hier alles viel entspannter. Denn nur so hat man die Freiheit, um auf gegnerische Angriffe besonnen zu reagieren. Daher liegt der Fokus hier auf der Verteidigung und nicht auf dem Angriff.

Der Schöpfer der weichen/inneren Stile soll der daoistische Mönch Zhang Sanfeng vom Wudang Shan sein. Allerdings handelt es sich hier um eine Legende.

Nördliche und südliche Stile:

Nicht immer wird nach inneren und äußeren Stilen die Unterscheidung getroffen. So liest man häufig von südlichen und nördlichen Stilen. Hier findet anhand folgender Merkmale eine Abgrenzung statt:

Breite Stellungen, kraftvolle Techniken mit einer Vielzahl an Würfen und Fußstößen sind charakteristisch für nördliche Stile. Bei südlichen Stilen hingegen ist alles etwas einfacher. Hier gibt es engere Stellungen, einfachere Techniken und dazu deutlich weniger Würfe und Fußstöße.

Grund für diese Entwicklung sollen die unterschiedlichen klimatischen Verhältnisse und die körperliche Konstitution der Einwohner gewesen sein.

Welche Ausrüstung wird verwendet?

Nunchaku

Wie bei jeder Sportart gibt es auch bei den chinesischen Kampfkünsten bestimmte Kleidungsstücke und Waffen. Diese werden wir im Folgenden einmal kurz vorstellen. So kannst du dir einen besseren Überblick über die benötigte Ausstattung verschaffen.

Kleidungsstücke:

In der Regel wird eine leichte und weit geschnittene Hose sowie Jacke getragen. Für die Füße wird meist auf Segeltuchschuhe zurückgegriffen. Oft sagt die Farbe der getragenen Kleidung etwas über die Rangstellung aus.

Allerdings haben nicht alle Schulen eine spezielle Kleiderordnung. Oft trägt der Meister aber die Farbe Schwarz, wohin gegen Schüler weiße Klamotten tragen. Meisterschüler haben oft gelbe oder rote Kleidung an.

Waffen:

Sehr oft werden in den chinesischen Kampfkünsten Waffen eingesetzt. Sehr häufig trifft man dabei diese speziellen Exemplare an:

  • chinesisches Schwert
  • chinesischer Säbel
  • Dreistock
  • Langstock
  • Kurzstock
  • Guan-Glefe
  • Speer
  • Wurfpfeile / Wurfeisen
  • 9-Teile-Peitsche
  • Nunchaku

Wie erlernt man Wushu?

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Bereits die Kleinsten fangen schon im Kindergartenalter mit dem Training an. Das ist auch nicht verkehrt, da das Beherrschen der chinesischen Kampfkünste einige Jahrzehnte Übung erfordert bis man die Meistergrade erreicht.

Grundsätzlich ist der Lernprozess bei den meisten chinesischen Kampfsportarten in ein festes Muster gegliedert. Allerdings können die einzelnen Abschnitte unterschiedlich schnell aufeinander folgen.

Beherrschen der Grundlagen:

Zu Beginn erlernt ein Schüler die wichtigsten Grundtechniken der jeweiligen chinesischen Kampfkunst. Das können Stellungen, Bewegungsabläufe aber auch die Steigerung des Körpergefühls sein. Darin inbegriffen ist die Ausdauer, die Gesamtbeweglichkeit, aber auch der Kraftaufbau in puncto Muskeln, Bänder und Sehnen.

Erlernen der Formen:

Sobald man alle Grundlagen beherrscht, geht es auch schon an das Eingemachte. Nun steht die sogenannte Form auf der To-do-Liste. Hier verinnerlicht man die Grundtechniken bis ins Detail, ohne im Kampf von deren Ausführung abgelenkt zu werden.

Aufgrund dessen lernt man die Formen ohne zeitlichen Druck. Meist wird hierbei ohne Waffen angefangen. Wenn man dann als Fortgeschrittener gilt, kann man auch mit dem Einsatz von Waffen beginnen.

In den Kampfkünsten Chinas existieren nicht nur Soloformen. Auch Partnerformen werden regelmäßig praktiziert. Hier werden hauptsächlich Kampfchoreografien von zwei oder mehr Kämpfern vorgeführt.

Praktischer Einsatz:

Relativ spät beginnt man bei Wushu mit der Anwendung der Techniken. Zu Beginn wird noch auf Partnerformen zurückgegriffen. Später kommen dann einstudierte Kämpfe hinzu. Erst ganz zum Schluss kommt dann der Freikampf. Er stellt die höchste Stufe dar.

Welche chinesischen Kampfkünste gibt es?

Kung Fu

Es existieren derzeit so viele chinesische Kampfsportarten, das man kaum noch den Überblick behalten kann. In Deutschland hingegen werden aber nur relativ wenige von ihnen praktiziert. Im Folgenden listen wir die hierzulande beliebtesten auf:

  • Affen-Kung-Fu
  • Baguazhang
  • Thai Chi
  • Tang Lang Quan
  • Shaolin Kempo
  • Shaolin Kung Fu
  • Weng Chun
  • Wing Chun
  • Wushu
  • Qui Gong

In China werden weit mehr Stile praktiziert. Der Vollständigkeit halber haben wir diese noch in unseren Ratgeber aufgenommen:

  • Ba Bu Tang Lang Quan
  • Baihequan
  • Bajiquan
  • Changjiaquan
  • Chen-Stil
  • Dang Lang Tai Chi Chuan
  • He-Stil
  • Hongquan
  • Hung Kuen
  • Kuntao
  • Liu He Ba Fa
  • Mizongyi
  • Nanquan
  • Nei Gong
  • Pangai-Noon
  • Qugongli
  • Qwan Ki Do
  • Sun-Stil
  • Tang Lang Quan
  • Tongbeiquan
  • Wu Qin Xi
  • Wu Xing Xi
  • Wu-Stil
  • Wuzuquan
  • Xingyiquan
  • Yang-Stil
  • Ying Zhao Quan
  • Yingzhao fanzi quan
  • Yiquan
  • Zui Quan
Chinesische Kampfkünste sind besser als ihr Ruf:
Oft wird behauptet, dass chinesische Kampfsportarten den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Damit gemeint ist zum Beispiel der Kampf gegen Gegner mit Ausbildung in modernen Kampfsportarten wie MMA oder Thaiboxen.

Chinesischen Kampfkünstlern wird häufig die Fähigkeit abgesprochen sich im Straßenkampf vor Angreifern behaupten zu können. Zum Teil stimmt dies sogar, aber das folgende Video beweist wie hocheffizient die Techniken noch immer sind:

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Wie wurden die Stile im Westen populär?

Zum ersten Mal erlangten chinesischen Kampfsportarten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die große Masse. Zu verdanken haben sie dies unter Anderem der 70er Jahre Fernsehserie Kung-Fu. Der ganz große Durchbruch gelang aber erst durch große Hollywoodfilme wie Karate Kid oder Karate Tiger.

Dabei sorgten vor allem die kämpferischen Fähigkeiten der Hauptdarsteller dafür, dass man heutzutage um die Effizient der Kampfkünste Chinas weiß. So kennen noch immer viele die Schauspieler Bruce Lee, Jackie Chan, Jet Li oder auch Chuck Norris. Ausgebildet wurden die Darsteller in traditionellen, chinesischen Operschulen oder waren bereits Meister ohne Schauspielausbildung.

Im Zuge der steigenden Bekanntheit entstanden im Westen immer mehr Kampfkunstschulen. Zu Beginn war es aber noch ungern gesehen Fremde oder gar Ausländer in die traditionellen chinesischen Kampfkünste einzuweisen. Aufgebrochen wurde dies erst mit der Xinhai-Revolution.

Sehr häufig werben Anbieter mit sehr traditionellen oder authentischen Stilen. Allerdings haben viele von ihnen gar keine Jahrtausende alte Geschichte. Die Vielzahl der gelehrten chinesischen Kampfkünste ist nur wenige hundert Jahre alt. Das tut deren Effektivität aber keinen Abbruch.

In Deutschland werden hauptsächlich Stile der Shaolin Mönche unterrichtet. Außerdem trifft man hierzulande häufig Wing Chun, Wushu, Thai Chi und viele weitere Kampfkünste an.

Was sollte man noch wissen?

FAQ

Ab und an bekommen wir per Mail noch Fragen rund um die Kampfkünste Chinas gestellt. Damit auch du von unseren Antworten profitieren kannst, haben wir diese im Folgenden veröffentlicht. So bekommst du noch mehr Informationen rund um dieses Thema.

Welche chinesische Kampfkunst ist die Beste?
Die Zahl an Kampfkünsten aus dem fernen China ist riesig. Da wollen, viele immer wieder wissen, welche die Beste ist. Allerdings kann man das so nicht sagen.

Wer sich für einen inneren Stil interessiert, dem sei Thai Chi ans Herz gelegt. Diese Kampfkunst ist in Deutschland besonders beliebt. Möchte man hingegen einen äußeren Stil ausüben, dann ist Wushu nicht verkehrt.

Kann man Wushu zu Hause erlernen?
Ja und Nein. Ein paar Grundlagen kann man sich mithilfe von Videos, Büchern und Kursen im Alleingang beibringen. Wer aber wirklich gut werden will, kommt nicht um einen echten Kurs herum.

Für das hineinschnuppern sind die vielen Bücher und YouTube-Videos sicherlich nicht verkehrt. Das Gleiche gilt für die zahlreichen Onlinekurse.

Wie sind die Kampfkünste in China entstanden?
Die Anfänge reichen bis in die Zhou-Dynastie zur Zeit der „Streitenden Reiche“ (475–221 v. Chr.) zurück. Damals ging es noch ausschließlich um das Kämpfen. Mit der Zeit kam auch das Geistliche hinzu. Allerdings schwand das Interesse an den Kampfkünsten im Laufe der Jahrhunderte immer mehr.

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts stiegen sie wie Phoenix aus der Asche. So wurden die traditionellen chinesischen Kampfkünste in China als Volksschatz, Kulturerbe und Selbstverteidigungsmethode wiederentdeckt.

Seitdem hat sich die Thematik ständig weiterentwickelt. Wushu wurde von der chinesischen Regierung entwickelt und eine Zeit lang durften traditionelle Kampfkünste nicht mehr unterrichtet werden. Und erst seit ein paar Jahrzehnten werden die Stile wieder und das sogar weltweit unterrichtet.

Was ist modernes Wushu?
Hierbei handelt es sich um eine in den 1950er Jahren von der chinesischen Regierung entwickelte Zusammenstellung von einigen Formen der chinesischen Kampfkünste. Außerdem wurden noch neue Formen eines Experten-Komitees hinzugefügt. Herausgekommen ist Wushu (Übersetzung: Kriegskunst).
Was ist Kung Fu?
Es handelt sich hier um einen im Westen genutzten Begriff für verschiedene aus China stammende Kampfkunststile. Übersetzt bedeutet er „harte Arbeit“. Wobei es sich um eine treffende Beschreibung handelt, wie anstrengend das erlernen chinesischer Kampfstile sein kann.

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 81 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.