Wie hart muss effektives Selbstverteidigungstraining sein?

Selbstverteidigung-Trainingshärte

Wenn es um das Thema Selbstverteidigung und im Speziellen um den Bereich Training geht, werden die Gespräche kontrovers. Die Meinungen im Bezug auf die Härte gehen am weitesten auseinander. Dies haben wir zum Anlass genommen um einen umfangreichen Artikel zu verfassen.

Innerhalb dieses Beitrags werden wir vielen Fragen wie diese hier klären: Braucht man eine gewisse Härte im Training? Was bringt hartes Training eigentlich? Und was verbirgt sich hinter dem Begriff eigentlich?

Diese Fragen und noch eine ganze Menge mehr werden wir in diesem Artikel behandeln. Lesen lohnt sich, sowohl für Einsteiger als auch Profis. So viel sei schon einmal verraten.

Was heißt „hart“ denn nun überhaupt?

Unter dem Wörtchen „hart“ kann man verschiedene Dinge verstehen. Beim klassischen Fitnesstraining versteht man hierunter Workouts, die einen bis an die körperliche Belastungsgrenze bringen.

Solche Trainings gibt es auch im Selbstverteidigungsbereich. Auch wenn viele das nicht glauben wollen. Dazu benötigt man einen Partner, der sich wirklich widersetzt. Eben wie ein echter Angreifer. Leider kooperieren die meisten Trainingspartner viel zu sehr.

Auch Vollkontakt wird in diesem Zusammenhang viel zu häufig vermieden. Die ein oder andere Blessur schadet unserer Meinung nach nicht. Außerdem gibt es genügend Schutzausrüstung fürs Training. Damit verhindert man richtige Verletzungen effektiv.

Hartes Training ist aber nich nur rein auf den Körper ausgelegt. Gute Selbstverteidigungskurse bringen einen auch emotional an die Grenzen. Gerade hierdurch wird das Training härter gleich so viel realistischer.

Man sollte beim Training gezielt an der emotionalen Härte arbeiten. Das heißt, dass man die eigenen Grenzen überwindet oder sich zumindest mit diesen auseinandersetzt. Nur so erzielt man Fortschritte im Bereich mentale Härte.

Alle diese Dinge gemeinsam, machen für uns hartes Selbstverteidigungstraining aus. Für dich kann das schon wieder völlig anders aussehen. Jeder muss selbst entscheidend, was für ihn hart ist und wie viel Härte er im Training benötigt.

Was oft falsch gemacht wird:

Selbstverteidigung-Fehler

Für viele Kursteilnehmer als auch Trainer ist die ganze Thematik eine Freizeitbeschäftigung oder fast schon eine Art Sport. Dies ist aber leider der völlig falsche Ansatz. Doch warum ist dem so?

Es stellt sich Routine ein. Alles ist immer wieder gleich: Der Partner, die Bewegungsabläufe und auch die Bedrohungsszenarien. Dabei sollte sich im Kurs doch alles darum drehen, sich auf den Ernstfall vorzubereiten.

Also für eine Notwehrlage gewappnet zu sein. Es geht also nicht darum verschiedene Techniken auswendig zu lernen und diese dann im Kurs larifari abzuspulen. Nein, der Ernstfall und alle damit verbundenen Fähigkeiten müssen trainiert werden.

So geht es besser:

Wer sich wirklich verteidigen können möchte, sollte einen Instinkt fürs Kämpfen entwickeln. Außerdem müssen die körperliche und seelische Härte ebenso wie die Ausdauer gestärkt werden.

Daran sollten sich Übungen und auch die Härte im Training orientieren. Leider wird viel zu häufig nur das gemacht, was den Schülern und / oder dem Trainer gefällt. Also nur einfache Übungen, die in der Realität wenig bringen.

Warum braucht es Härte beim Selbstverteidigungstraining?

Eine gute Frage, die wir nun beantworten möchten: Nur wenn das Training über eine gewisse Härte verfügt, kann es einen auch wirklich auf den Ernstfall vorbereiten und ist in sich komplett.

Wenn die sinnvolle Härte aus den unterschiedlichsten Gründen nicht ermöglicht werden kann, funktioniert das Selbstverteidigungstraining in einer echten Notwehr-Situation vielleicht gar nicht oder nur bedingt. Härte muss also sein.

Damit ist aber nicht die Grenze der Komfortzone aller Beteiligten gemeint. Ein echter Angreifer geht nämlich viel weiter. Daran sollte man die Härte im Selbstverteidigungstraining bemessen.

Wie viel Härte braucht es?

Kommen wir jetzt endlich auf die Eingangs gestellte Frage zurück. Sie ist sehr schwierig zu beantworten. Mann kann hier keine aboluten Werte angeben, da jeder anders trainiert.

Auch unterscheiden sich die möglichen Bedrohungsszenarien sehr stark. Aus diesem Grund gehen wir bei der Beantwortung dieser Frage einen anderen Ansatz.

Es braucht bei einem sinnvollen Kurs egenügend Trainingshärte, damit diese Bereich vernünftig gestärkt werden:

  • Audauer und Fitness (vernünftiges Niveau)
  • Körperliche Härte (Schmerzempfinden)
  • Mentale Härte (Angst- & Stressmanagement)
  • Instinkt (positive & negative Erfahrungen)

Unser Fazit:

Dieses Thema einmal anzuschneiden, war uns ein Herzensbedürfnis. Doch was lässt sich nun festhalten? Härte muss sein! Sie macht das Training realistisch und auch viel effektiver. Zudem stärkt man so das Selbstbewusstsein und vermindert die Angst vor Übergriffen.

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 51 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.