Elektroschocker: Funktionsweise, Anwendung & Kaufberatung

Selbstverteidigungskurs-FAQ

Der Markt an Selbstverteidigungswaffen boomt immer mehr. Daher kann man seit einiger Zeit auch Elektroschocker in Deutschland erwerben. Doch was bringen diese Geräte im Ernstfall, worauf gilt es beim Kauf zu schauen und wie setzt man sie überhaupt richtig ein?

Das sind nur einige der Fragen, die wir im Folgenden beantworten werden. Und wie immer kommt der Praxis-Anteil nicht zu kurz. Schließlich sollst du dich mit deinem Stromschocker im Notfall auch gut verteidigen können.

E-Schocker – alle wichtigen Infos:
Elektroschocker

Bezeichnungen: Schocker, Stromschocker, Elektroschocker, E-Schocker, Elektroimpulswaffe

Primäre Verwendung: Selbstverteidigung

Mögliche Verletzungen: In der Regel kommt es zu keinen schweren Verletzungen. Möglich wären aber bleibende Schäden oder sogar der Tod.

Waffenrecht-Infos: hier klicken

Vorteile:

  • abschreckende Wirkung
  • einfache Bedienung
  • Angreifer kann außer Gefecht gesetzt werden

Nachteile:

  • Anwendung nur möglich bei direktem Kontakt mit dem Angreifer

Wie funktioniert ein Elektroschocker?

Auf Knopfdruck wird hier zwischen den zwei am vorderen Ende befindlichen Kontakten eine elektrische Spannung erzeugt. Sobald man mit den beiden Pins den Körper des Angreifers berührt, fließt durch dessen Körper eine Ladung Strom. Allerdings nur auf der Strecke von einem Pin zum Nächsten.

Hier wird also nach dem Prinzip des kontrollierten, elektrischen Schlags auf einer sehr kurzen Strecke gearbeitet. Dabei ist die Wirkung davon abhängig wo die Waffe eingesetzt wird. Außerdem kommt es noch auf die Volt-Zahl und die Ampere an.

Der Einsatz eines Elektroschockers hat zur Folge, dass die Muskeln verkrampfen und man mit einem unkontrollierten Zittern beginnt. Dies führt oft zu starken Muskelschmerzen, die mehrere Tage anhalten können. Außerdem kann ein Gefühl der Orientierungslosigkeit sowie starke Schwindelgefühle auftreten. Auch starke Nervenschmerzen sind möglich.

Zudem kann es zu Rötungen und unter Umständen sogar zu Verbrennungen kommen. Des Weiteren ist auch unter gewissen Umständen die elektrolytische Zersetzung des Blutes möglich, die zu einer Vergiftung führen würde.

Um solche Sachen zu vermeiden, sind in Deutschland nur Geräte zugelassen, die relativ schwach sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass es also zu solch schweren Verletzungen kommt, ist daher als äußerst gering anzusehen.

Taser und Elektroschocker sind nicht das Gleiche:
Die Elektroschocker-Pistole, welche in der Regel als Taser (Markenname) bezeichnet wird, darf hierzulande nicht von Privatpersonen benutzt werden. Sie fällt unter das Verbot von Distanz-Elektroimpulsgeräten und wird daher lediglich von speziellen Polizeieinheiten eingesetzt.

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Macht der Einsatz eines E-Schockers Sinn?

Stromschocker werden seit jeher stark in die Mangel genommen. Das ist leider auch nicht ganz unberechtigt. Bleibt trotzdem die Frage offen, ob ein Einsatz im Rahmen der Selbstverteidigung überhaupt Sinn macht. Unserer Meinung nach gibt es bessere Selbstverteidigungswaffen. Warum dem so ist, erfährst du im Folgenden:

Das spricht gegen die Verwendung:

Ein Elektroschocker kann nur im Nahkampf eingesetzt werden. Schließlich benötigst du direkten Hautkontakt, um eine gewisse Wirkung beim Angreifer zu erzielen. Um diesen zu erreichen, musst du erfolgreich und natürlich auch unverletzt an ihn herankommen.

Und das ist gar nicht so einfach, wie es sich vielleicht anhören mag. Ungeübte werden es kaum bewerkstelligen können und diejenigen, die es können brauchen unserer Meinung nach keinen Stromschocker.

Das sind aber nicht die einzigen Punkte, die gegen die Verwendung von Stromschockern als Waffe sprechen. So hilft euch ein Schocker nur gegen einen einzigen Angreifer. Sobald du es mit 2 Leuten aufnehmen musst, hast du ein großes Problem.

Ebenso sollte man bedenken, dass die in Deutschland zugelassenen Modelle sehr schwach sind. Ein Schock verwirrt den Angreifer zwar und kann ihn für wenige Sekunden kampfunfähig machen, aber er bleibt nicht für Minuten K. O. Schmerzunempfindliche Menschen könnten sogar völlig unbeeindruckt ihren Angriff fortführen.

Wie bei allen anderen Selbstverteidigungswaffen gilt auch hier, dass dir der Angreifer die Waffe jederzeit abnehmen kann. Eventuell setzt er diese dann auch noch gegen dich ein. Daher sollte man sich nicht blind auf seine Waffe verlassen, sondern auch noch einen guten Selbstverteidigungskurs besuchen.

Zusammenfassend betrachtet, sprechen gegen die Verwendung eines Elektroschockers diese 3 Punkte am meisten: Schnelle Reaktion benötigt, Nähe zum Angreifer ein absolutes Muss und die Waffe hilft nur gegen eine Person.

Das spricht für den Einsatz:

Wo es Nachteile gibt, muss es auch Vorteile geben. Das gilt natürlich auch für die Stromschocker. Allerdings ist die Zahl der Pluspunkte mehr als überschaubar.

Positiv zu Buche schlägt die abschreckende Wirkung auf Angreifer. Zudem ist reine Bedienung einfach, wenn man das erfolgreiche herankommen an einen Angreifer außer Acht lässt.

Kleiner Tipp:
Viel effektiver als Elektroschocker und zudem noch günstiger sind sogenannte Pfefferspray-Pistolen. Diese haben ebenso eine stark abschreckende Wirkung und funktionieren bis zu einer Entfernung von 5 Metern.

Außerdem musst du daher nicht auf einen Nahkampf mit deinem Angreifer einlassen und auch mehrere Personen können abgewehrt werden. Daher empfehlen wir den Erwerb von Pfefferspray-Pistolen anstelle eines Elektroschockers.

Ist ein Elektroschocker legal?

Natürlich muss man auch bei dieser Waffe ein paar rechtliche Fallstricke beachten. Welche das sind, erfährst du in diesem umfangreichen Video des renommierten Anwalts Christian Solmecke. Nach dem Ansehen sollte es zu dieser Thematik keinerlei Fragen mehr geben.

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Worauf sollte man beim E-Schocker kaufen achten?

Das Hauptaugenmerk sollte darauf liegen, dass das Gerät deiner Wahl über ein PTB-Prüfuzeichen verfügt. Nur so kann es in bestimmten Situationen in der Öffentlichkeit geführt werden.

Des Weiteren sollten die Leistung mindestens 200.000 Volt betragen. Damit dir der Angreifer den Schocker nicht einfach so entreißen kann, sollte das Modell über eine Handschlaufe samt Sicherungsstift verfügen.

Dieser unscheinbare Stift ist enorm wichtig. Er sorgt dafür, dass dein Gerät bei einem gewaltsamen Entreißen nicht gegen dich eingesetzt werden kann. Sobald dieser aus dem Gehäuse entfernt wird, stellt der Schocker die Funktion ein.

Wenn du die Handschlaufe samt Sicherungsstift wieder einsetzt, geht alles wie gewohnt. Gerade für schwächere Menschen ist das wohl das wichtigste Feature beim Kauf.

Ist zudem das gelegentliche Führen am Gürtel geplant, schadet ein stabiler Gürtelclip aus Metall ebenfalls nicht. Gute Modelle kosten zwischen 30 und 100 Euro. Modelle von Markenherstellern bekommt man aber einen Preis von ca. 70 Euro.

Hat man alle Produktdetails ausführlich geprüft, sollte man noch einen kurzen Blick auf die Bewertungen werfen. Was sagen diese über das Preis-Leistungs-Verhältnis oder Langlebigkeit? Um diese Aspekte zu prüfen, kann sich auch ein Blick in einschlägige Foren lohnen. Ebenfalls bietet sich das Lesen von Testberichten an.

Kleiner Tipp:
Wenn du deinen Elektroschocker schnell griffbereit haben möchtest oder der Transport in der Jacken zu unbequem ist, solltest du dir einmal die passenden Holster näher anschauen.

Diese sorgen in der Regel dank einer Sicherungslasche und einem Druckknopf für einen schnellen Zugriff. Damit auch die Sicherheit für den Träger gewährleistet ist, werden die Pole des Elektroschockers im Holster versteckt. Ein wirklich praktisches Zubehör.

Wie wird ein Stromschocker eingesetzt?

Kommen wir nun zum wohl wichtigsten Punkt dieses Guides. Die beste Waffe nützt schließlich nichts, wenn man nicht mir umgehen kann. Doch bevor wir uns damit befassen können, gilt es erst einmal die Grundlagen zu klären.

Welche Angriffspunkte am menschlichen Körper gibt es?

Im Prinzip solltest du dich auf alle Stellen konzentrieren, die nicht von Kleidung bedeckt sind. Diese mindert die Wirkung, nämlich enorm ab. Daher bietet sich in der Regel der Hals als Universalziel an.

Alle möglichen Angriffsziele im Kurzcheck:

  • Leistenbereich: Im besten Fall führt ein Treffer an dieser Stelle zu einer kurzzeitigen Lähmung der Hüfte und des Oberschenkels, wodurch der Angreifer zusammen sackt. Dadurch habt ihr Zeit zur Flucht.
  • Schultergelenk: Hier soll der Arm des Angreifers kurzzeitig außer Gefecht gesetzt werden. Das Überraschungsmoment kann für weitere Techniken genutzt werden.
  • Bauchgegend: Treffer in diesem Bereich führen zu Übelkeit und unter Umständen zu erbrechen. Auch die hier eintretende Kampfunfähigkeit sollte zur Flucht genutzt werden.
  • Hals: Wie bereits angemerkt, handelt es sich hierbei um das beste Ziel, da es meist nie von Kleidung bedeckt ist. Auch hier ist der Angreifer für einen kurzen Moment kampfunfähig. Diese Zeitspanne sollte ebenso für eine Flucht genutzt werden.
Um die bestmögliche Wirkung zu erzielen, sollte der Angriffspunkt nicht von Kleidung bedeckt sein. Ist er es doch, wird die Wirkung stark vermindert oder gar zunichte gemacht.

Wie kann der E-Schocker verwendet werden?

Die Anwendung eines Stromschockers ist einfacher, als man vielleicht denken würde. Grundsätzlich genügt es, dein Ein-/Ausschalter zu drücken und den Angreifer an einer empfindlichen Stelle zu treffen. Direkt nach dem Angriff gilt es dann noch das Weite zu suchen.

Wäge bitte immer ab, ob ein Einsatz des Elektroschockers Sinn ergibt oder noch die Möglichkeit zur Flucht besteht. Ist Letzteres der Fall, dann nimm einfach die Beine in die Hand und gebe Hackengas. Präge dir am besten diesen Satz ein: Ein vermiedener Kampf ist ein gewonnener Kampf.

Natürlich kann man die Anwendung auch noch einmal detaillierter erklären. Schließlich kommt es hier auf ein paar Feinheiten an. Zu Beginn widmen wir uns daher der richtigen Fußtechnik.

Ausgangstellung

Für die Übung stellst du dich zu Beginn einmal schulterbreit hin. Damit befindest du dich in der Ausgangsstellung. Diese sorgt für einen stabilen Stand und sollte dem Angreifer signalisieren, dass du kein wehrloses Opfer bist.

Während du dich in der Ausgangsstellung befindest, ziehst du bereits deinen Schocker und hältst ihn mit einem leicht angewinkelten Arm in Richtung des Angreifers. Dein Ellenbogen sollte dabei nach unten zeigen und sich auf mittlerer Höhe des Oberkörpers befinden.

Zum Schutz deines Oberkörpers und deines Kehlkopfes benutzt du nun den anderen Arm. Achte hier darauf, dass dieser so positioniert ist, dass die flache Hand sich auf Höhe des Kehlkopfes befindet. Damit befindet sich dieser Arm ebenfalls in der perfekt angewinkelten Stellung.

Solltest du Schwierigkeiten damit haben, den Waffen-führenden Arm richtig zu platzieren, orientiere dich einfach an der Stellung deines Schutzarmes. Am Ende sollte man eine sogenannte Boxer-Rechtsauslage erkennen können.

Jetzt wird es ernst:

Ziel der Übung besteht darin, sich dem Angreifer zu nähern und einen der weiter oben vorgestellten Angriffspunkte zu treffen. Am besten übst du das Ganze mit einem Partner und natürlich einem ausgeschalteten Schocker.

Vorwärtsschritt-Rückwärtsschritt

Die Vorwärts- und Rückwärtsbewegung führst du dabei genauso aus, wie du der oberen Infografik entnehmen kannst. Achte bei der Übung darauf, dass du stets deinen freien Arm zum Schutz deines Oberkörpers benutzt. Nach Möglichkeit befindet sich die flache Hand immer auf Höhe des Kehlkopfes.

Solltest du die Bewegungsabläufe verinnerlicht haben, kannst du deinen Elektroschocker in einer Notsituation erfolgreich einsetzen. Von Nachteil ist es aber trotzdem nicht, wenn man sich intensiver mit dem Thema Selbstverteidigung auseinandersetzt.

Schließlich kann es immer mal passieren, dass man den Schocker nicht dabei hat, die Batterien leer sind oder der Angreifer trotz Schockens nicht von einem ablässt.

Unser großes FAQ zum Abschluss:

Warum-Selbstverteidigung-lernen

Zu dem Thema Elektroschocker erreichen uns immer wieder Fragen via Mail. Damit auch du von unseren Antworten profitieren kannst, haben wir uns dazu entschlossen die besten Fragen samt Antworten hier zu veröffentlichen.

Sind in Deutschland zugelassene Elektroschocker tödlich?
Normalerweise ist ein Stromschocker eine nicht-tödliche Waffe, da der elektrische Strom, den kürzesten Weg zwischen den beiden Elektroden nutzt und damit nur wenige Zentimeter durch den Körper fließt. Trotzdem kann es in Ausnahmefällen zu schweren oder gar tödlichen Verletzungen kommen. Ebenso sind bleibende Schäden möglich.
Wo können Stromschocker erworben werden?
Es gibt sowohl Fachhändler, die vor Ort Modelle anbieten als auch Online-Shops und den Versandriesen Amazon, die Schocker im Sortiment haben. Auch bei Ebay gibt es seriöse Händler, die Produkte mit PTB-Prüfzeichen verkaufen.
Worin unterscheiden sich Taser und Elektroschocker?

Ein Taser ist ein Distanz-Elektroimpulsgerät und wird daher oft als Elektroschocker-Pistole bezeichnet. Dieser wird mit Abstand zum Angreifer eingesetzt. Ein Elektroschocker hingegen ist ein einfaches Elektroimpulsgerät und benötigt dadurch den direkten Kontakt zum Angreifer.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff PTB?

PTB ist die Abkürzung für den Begriff „Physikalisch technische Bundesanstalt“. Hierbei handelt es sich um eine Prüfungs- und Zulassungsbehörde für bestimmte Waffen. Unter anderem auch für Elektroschocker. Das PTB-Prüfzeichen ist eine Voraussetzung für das Führen von Stromschockern.

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 51 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.