Selbstverteidigung – Unser Wiki

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Viele Begriffe, die im Rahmen der Selbstverteidigung genutzt werden, sagen dir nichts? Du kriegst regelrecht Schweißausbrüche bei den ganzen Fachbegriffe und verstehst oft nur Bahnhof? Dann schafft dieses ultimative Glossar Abhilfe.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z
A

Ausfallschritt:

Ausfallschritte gibt es in verschiedenen Varianten. Die meist gebräuchlichen sind der Schritt nach vorne sowie das dazugehörige Äquivalent nach hinten. Fortgeschrittene beherrschen auch den Ausfallschritt zur Seite und können so noch besser auf Angriffe reagieren. Im Folgenden erklären wir aber nur die Ausfallschritte für Einsteiger nach vorne und hinten. Das genügt für den Anfang.

So gelangt man in den Ausfallschritt (hier Stand):
Ausgangstellung
Der Bewegungsablauf veranschaulicht:
Vorwärtsschritt-Rückwärtsschritt
B

Bodenkampf (Grappling):

Bodenkampf
Wie der Name es schon sagt, wird hier der Kampf am Boden ausgetragen. Im Rahmen der Selbstverteidigung wird dies meist vermieden. Zu kompliziert sind die Techniken fürs Grappling. Wer hier tiefer einsteigen möchte, kann sich diese Kampfsportarten anschauen: Brazilian Jiu Jitsu (BJJ), deutsches Ju Jutsu, japanisches Jiu-Jitsu, Ringen (alle Stile), Luta Livre, Judo, Submission Wrestling und MMA.

Kleiner Trainings-Tipp: Möchtest du auch alleine trainieren, solltest du dich über Grappling-Dummys informieren.
C

Con-Air-Effekt:

In Action-Filmen werden oft Personen durch einen Handballenstoß zur Nase getötet. Genau solch eine Szene gibt es auch im Film Con Air. Dort wird die Nase sozusagen ins Gehirn geschoben.

So etwas funktioniert aber fast ausschließlich in Filmen. In Echt ist diese Technik nicht so gefährlich und gilt sogar als effektives Mittel zum Eigenschutz.
D

Deeskalation:

Hierunter versteht man das Lösen bzw. Klären einer angespannten Situation mithilfe von verbalen Mitteln sowie Gestik und Mimik. Das bedeutet aber nicht, dass man sich dem potenziellen Angreifer sofort unterordnet oder ihm gleich gibt, was er möchte.

Allerdings sollte das Gegenüber nicht sein Gesicht verlieren, sonst droht akute Gefahr für Leib und Leben. Bei der Deeskalation ist ein enormes Geschick und viel Fingerspitzengefühl gefragt.
E

Ellbogenstoß:

Der Ellbogen lässt sich im Rahmen der Selbstverteidigung sehr gut und auch sehr vielseitig einsetzen. Nicht zuletzt, weil es sich hier um einen der härtesten Knochen im Körper handelt.

Grundsätzlich sind diese Techniken denkbar: Nach hinten, nach unten (von vorne oben nach vorne unten), seitlich und auch gerade (von vorne unten nach vorne oben).

Elektroschocker:

Diese Waffe wird oftmals auch als Stromschocker oder E-Schocker bezeichnet. In der Regel handelt es sich hierbei um nicht-tödliche Waffen, die nach dem Prinzip eines kontrollierten elektrischen Schlages arbeiten.

In Deutschland erlaubte und damit mit PTB-Prüfzeichen versehene Modelle, funktionieren ausschließlich bei Berührung des Gegners und zielen primär darauf ab dem Angreifer Schmerzen zuzufügen, damit er kampfunfähig ist.

Eskalation:

Im Rahmen der Selbstverteidigung versteht man unter Eskalation einer Situation, die Verteidigung mit körperlichen Mitteln oder gar Waffen. Eine Eskalation sollte stets vermieden werden und nur den letzten Ausweg darstellen.
F

Fallschule:

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In den meisten Kampfsportarten und auch in der Selbstverteidigung gibt es die sogenannte Fallschule. Dort lernt man wie man richtig fällt: Also wie man am Boden ankommt, ohne sich dabei (allzu arg) zu verletzten. In den Einstiegskursen lernt man meist rückwärts fallen, seitlich fallen und vorwärts fallen.
G

Gerade:

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Diesen Begriff hört man sehr oft. Hierunter versteht man einen geraden Schlag oder Stoß. Um eine Gerade schlagen zu können, solltest du so vorgehen: Gehe in den Ausfallschritt nach vorne und schlage mit der hinteren Hand in einer geraden Bewegung nach vorne in Richtung Ziel.
H

Happy Slapping:

Dieses furchtbare „Spiel“ ist auch unter dem Namen „Knockout Games“ bekannt. Hier treffen sich hauptsächlich Gruppen von Jugendlichen um durch die Straßen zu ziehen und wahllos Passanten anzugreifen. Gelegentlich kommt es sogar zu Battles, wo mehrere Gruppen gegeneinander antreten. Für jeden Knockout gibt es dann jeweils einen Punkt.

Hebel:

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Einfacher, aber sehr effektiver Handgelenkshebel.
Bei der Verwendung eines Hebels konzentriert man sich auf Gliedmaßen und deren Gelenke. Hauptsächlich werden Finger, Füße und Hände als Ansatzpunkt für Hebeltechniken genutzt.

Da Gelenke nicht in alle Richtungen gleich weit belastbar sind, versucht man die Grenze ihrer Bewegungsfähigkeit als Widerlager zu nutzen. Auch bestimmte Körperhaltungen, wo sich der Gegner mit Muskelkraft nicht herauswinden kann, sind eine Form von Hebeltechniken. Meistens findet man diese Techniken beim Bodenkampf.
I

Intuition:

Diese Fähigkeit bwz. dieses Talent zeichnet besonders gute Selbstverteidigung-Schüler aus. Trainieren lässt sich die Intuition nur im kleinen Rahmen. So kann man zwar sein Fachwissen rund um den Selbstschutz stark erweitern, ohne eine gute Intuition wird eine erfolgreiche Abwehr eines Angriffs aber dennoch sehr schwierig.
J

Judo

judo
Hierbei handelt es sich um eine japanische Kampfsportart, deren Prinzip „Siegen durch Nachgeben“ beziehungsweise „maximale Wirkung bei einem Minimum an Aufwand“ ist.

Judo kann bereits ab einem Alter von 3 Jahren (Judo für Kinder ) in vielen Vereinen trainiert werden. Der spielerische Übergang zu judospezifischen Formen ist dabei fließend. Die Sportart erlaubt es durch Ihre reichhaltigen Facetten auch im hohen Alter ausgeübt zu werden.

Alle unsere Artikel über Judo, findest du hier.
K

Kniestoß:

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Eine sehr einfache und gleichzeitig sehr effektive Technik im Rahmen der Selbstverteidigung ist der Tritt in den Unterleib. Das Ganze ist sehr einfach ausführbar. Dafür hebt man das Knie auf Höhe des Ziels und bewegt dann den Unterschenkel explosiv nach vorne in den Unterleib des Angreifers.

Diese Technik lässt sich in allen Distanzen einsetzen. Befindet man sich in unmittelbarer Nähe zum Angreifer, trifft man meist schon mit dem Knie und braucht den Unterschenkel gar nicht mehr. Daher kommt auch der Name Kniestoß.

Kubotan:

Kubotan
Hierbei handelt es sich um einen Schlüsselanhänger, der etwa 12 bis 14 cm lang ist. Mithilfe dieses kleinen Stabs versucht man Nerven- und Vitalpunkte des Gegners zu treffen. Besonders effektiv ist diese Waffe auf mittlerer und naher Distanz.

Sie eignet sich sehr gut zum Schlagen, Stechen und Hebeln. Allerdings sollte man den Umgang mit dem Kubotan regelmäßig trainieren.
L

Low-Kick:

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Diese Technik wird in vielen Kampfsportarten angewendet. Inzwischen findet man sie aber auch bei vielen Selbstverteidigungskursen. Der Anwender attackiert hier den Oberschenkel oder die Wade des Gegners mit seinem Fuß oder Schienbein. So wird der Gegner geschwächt, aus dem Gleichgewicht oder am besten zu Fall gebracht.
M

Mount-Stellung:

Sobald der Angreifer es geschafft hat, sich auf das Opfer zu setzen, befindet er sich in der Mount-Stellung. Hier heraus zu kommen ist nicht besonders einfach und gerade für Frauen und schwächere Menschen sehr schwer.

Zuerst sollte man in Bewegung bleiben und seinen Kopf mit den Händen schützen. Sobald sich die Gelegenheit ergibt, zieht man einen Arm des Angreifers links oder rechts am eigenen Kopf vorbei. So kann man den Angreifer von sich abwerfen.
N

Neutrale Stellung:

Diesen Begriff hört man sehr häufig und die neutrale Stellung sollte man beherrschen. Sie ist die Ausgangsstellung für alle späteren Ausfallschritte und sollte bei Gefahr sofort eingenommen werden. Nur so kann man im Fall der Fälle schnell reagieren.

Um in die neutrale Stellung zu kommen, stellt man die Füße etwa schulterbreit auseinander und die Arme hängen locker am Oberkörper herunter. Dabei sollte man darauf achten, dass der Körper gerade und leicht unter Spannung steht. Die Knie sind leicht angewinkelt und das Körpergewicht ist zwischen beiden Beinen etwa gleich verteilt.
O

Oleoresin Capsaicin (OC-Reizstoff):

Dieser Wirkstoff wird in sogenannten Reizstoffsprühgeräten wie Pfefferspray oder auch Pfefferpistolen eingesetzt. Nach der Freisetzung von Oleoresin Capsaicin treten folgende Wirkungen auf:

Augen: Der starke und brennende Schmerz in Kombination mit einer Schwellug der Schleimhäute führt zum sofortigen schließen der Lider.
Atmung: Sobald der Reizstoff eingeatmet ist, führt dies zu Husten und Atemnot. Unter Umständen kann man sogar ersticken.
Haut: Die besprühten Stellen „brennen“ und der Juckreiz ist sehr ausgeprägt. Oft hält dies für 1 bis 2 Tage an.
P

Pfefferspray:

Pfefferspray
Hier handelt es sich um eine Sprühdose, die mit dem Wirkstoff Oleoresin Capsaicin gefüllt ist. Eingesetzt wird so ein Spray im Rahmen der Selbstverteidigung gegen Menschen und Tiere als Abwehr- und Distanzwaffe.

Pressschlag:

Hierbei handelt es sich um eine Form der offenen Hand-Technik, die als Ziel die Ohren des Angreifers hat. Man schlägt mit einer oder mit beiden Handflächen auf die Ohren des Gegners. Dadurch kann unter Umständen das Trommelfell platzen oder das Gleichgewichtsorgan großen Schaden nehmen.

Diese Technik sollte also eine der letzten Möglichkeiten im Rahmen der Eigenwehr darstellen. Oft fällt der Angreifer auch in sich zusammen. Darauf sollte man sich einstellen, wenn er einen noch umklammert.
R

Rechtsgut:

Hierunter versteht man ein durch die Rechtsordnung geschütztes Gut oder Interesse. Im Rahmen der Selbstverteidigung sind damit meist diese Rechtsgüter gemeint: dein Leben, deine körperliche Unversehrtheit, deine Freiheit und deine sexuelle Selbstbestimmung.

Außerdem fallen noch das Hausrecht, deine Ehre, deine allgemeine Handlungsfreiheit, dein Recht am Bild, der Schutz deines Vermögens / Eigentums und andere Güter unter diesen Begriff.
S

Selbstbehauptung:

Hierbei geht es um Grenzen und Rechte, und zwar um deine. Du solltest diese kennen und auch klar kommunizieren können. Im Notfall gehört auch das Durchsetzen dazu. Mit Kommunikation ist aber nicht nur reden gemeint. Auch die Körpersprache und dein Verhalten spielen bei der Selbstbehauptung eine große Rolle. Möchtest du dich hier verbessern, solltest du damit beginnen, nein sagen zu üben.

Sicherheitsschirm:

Hierbei handelt es sich quasi um einen unzerbrechlichen Regenschirm. Er schützt einen hauptäschlich vor Niederschlägen, Sturm und Schnee. Im Notfall kann er auch zur Abwehr von vier- bzw. zweibeinigen Angreifern eingesetzt werden. Der Sicherheitsschirm steigert zudem das Selbstvertrauen und erhöht damit deine passive Sicherheit.
T

Tactical Pen:

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Hierbei handelt es sich um einen ganz speziellen Stift. Sie sind besonders verstärkt und lassen sich damit wie ein Kubotan einsetzen. Ziel ist das Treffen von Nerven- und Vitalpunkten im Nahkampf. Dafür benötigt man aber einiges an Übung. Für Anfänger eignen sich die se Selbstverteidigungsstife also nicht.

Teleskopschlagstock:

Hierbei handelt es sich um einen durch Schwung ausfahrbaren Schlagstock. Im eingefahrenen Zustand ist so ein Teleskopschlagstock sehr klein und unauffällig führbar. Allerdings muss der Umgang sitzen, die Waffe ist sehr gefährlich und es existieren einige rechtliche Fallstricke. Im Großen und Ganzen sind Schlagstöcke daher nur bedingt zur Selbstverteidigung einsetzbar.

Tonfa:

Tonfa
Hier handelt es sich um einen Schlagstock mit charakteristischem Quergriff, der sich überaus vielfältig einsetzen lässt. Der Tonfa wird in der Kampfkunst, Kampfsportarten wie dem Kobudo, Ju-Jutsu und natürlich auch der Selbstverteidigung eingesetzt. Auch verschiedene Polizeieinheiten verwenden den Tonfa als Waffe.
U

Unterlassene Hilfeleistung:

Hierbei handelt es sich um ein echtes Unterlassungsdelikt, das man im Strafgesetzbuch (StGB) unter § 323c Unterlassene Hilfeleistung; Behinderung von hilfeleistenden Personen, findet.
V

Verhältnismäßigkeit:

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Diesen speziellen Begriff hört man gefühlt ständig, wenn man sich über Selbstverteidigung unterhält. Meist bezieht sich dies auf 2 Paragraphen aus dem Strafgesetzbuch. Die Rede ist von § 32 Notwehr und § 33 Überschreitung der Notwehr.
W

Wahrnehmung:

Vor, während oder nach einem Kampf kann sich unsere Wahrnehmung stark verändern. Oft sind manche Handlungen und Details komplett verloren gegangen, während wir uns an andere bestens erinnern können. Häufig fühlen wir auch unseren Schmerz gar nicht oder nur sehr gering.

Im Kampf kann auch der sogenannte Tunnelblick auftreten. Dabei geht die periphere Sicht verloren, ohne dass man dies im Kampf bemerkt. So erkennt man seitliche Angriffe oft gar nicht oder nur sehr eingeschränkt.
Z

Zeitwahrnehmung:

Oft gerät die zeitliche Reihenfolge nach einem Kampf durcheinander. Ebenso erleiden viele bei der Selbstverteidigung eine sogenannte Schrecksekunde. In dieser Sekunde macht man gar nichts. Weder denken noch bewegen.

Oft dauert dieser Prozess deutlich länger als nur eine einzige Sekunde an. Mithilfe von gezieltem, mentalem Training kann man diesem Schockzustand etwas entgegen wirken. Verhindern lässt er sich aber meist nicht.
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Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 72 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.