Jeet Kune Do: Der Kampfstil von Bruce Lee unter die Lupe genommen!

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Bruce Lee kennen viele nur als Schauspieler in Martial-Arts-Filmen. Dabei ist er auch ein bedeutender Kampfkünstler und hat sogar sein eigenes Selbstverteidigungssystem entwickelt. Die Rede ist von Jeet Kune Do. Darin werden Techniken aus vielen verschiedenen Kampfsportarten vereint.

Das Besondere daran ist die hohe Effizienz und das Verzichten auf traditionellen Rituale. Das macht dieses Selbstverteidigungskonzept für viele überaus interessant. Nicht zuletzt, weil hier versucht wird den Angreifer bereits im Ansatz zu stoppen. Das ist aber noch lange nicht alles, was es über Jeet Kune Do zu sagen gibt. Mehr über diesen Stil erfährst du in diesem umfangreichen Ratgeber.

Alle wichtigen Infos auf einen Blick:

Am Anfang dieses Guides widmen wir uns den Grundlagen. Damit du dir in aller schnelle einen Überblick verschaffen kannst, haben wir diese Tabelle erstellt:

Übersetzung:Übersetzt wird der Name meist mit „Weg der abgefangenen Faust“. Dabei besteht der Begriff aus 3 Wörtern: Jeet = abfangen, aufhalten, stoppen, Kune = die Faust, Do = der Weg, die Methode.
Kampfentfernungen:Lang-, Mittel- und Nahdistanz.
Leitsätze:Hier gibt es 4 Grundsätze: Mache deine eigenen Erfahrungen, übernimm das Nützliche, verwirf das Unnütze und füge das für dich am besten Funktionierende hinzu.
Schöpfer:Bruce Lee entwickelte dieses Selbstverteidigungssystem in den 1960er Jahren. Damals hieß es noch Jun Fan Kung Fu. Dabei handelt es sich bei Lee Jun Fan um seinen chinesischen Namen.
Besonderheiten:Einfachheit, Direktheit, Effizienz, Realitätsnähe, Individualität als auch Schnelligkeit sind nur einige Hauptmerkmale dieses Stils. So wird auch mit Waffen trainiert und das Abwehren von Stöcken und Messern gehört ebenfalls zu den Grundlagen.

Was ist Jeet Kune Do?

Hierbei handelt es sich um ein Kampfsystem, das auf die größtmögliche Effizienz getrimmt wurde. Allerdings darf man Jeet Kune Do nicht mit einer klassischen Kampfkunst verwechseln.

Viel eher handelt es sich hier um einen völlig offenes System, das komplett frei von traditionellen Kampfkunstelementen ist. Bruce Lee selbst sprach sogar nur von einer Philosophie bzw. einem Namen, den man nicht überinterpretieren sollte.

Daran erkennt man auch den Unterschied zu anderen offenen Kampfsportarten wie Jiu-Jitsu oder dem deutschen Ableger Ju-Jutsu. Beide Stile sind zwar auch offen, haben aber einen ritualisierten Kern. Es gibt Schüler- und Meistergrade ebenso wie zig Verbände.

Bruce Lee entwickelte Jeet Kune, um sich gegen einen oder mehrere Angreifer verteidigen zu können. Gerade für den Kampf auf der Straße ist dieses Konzept daher mehr als geeignet. Außerdem ist es durch eine stetige Veränderung und eine kontinuierliche Weiterentwicklung geprägt.

Was zeichnet dieses Selbstverteidigungssystem aus?

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Wie es der Name System schon verrät, handelt es sich hier weder um eine Kampfkunst noch um eine Kampfsportart. Viel mehr ist Bruce Lees Stil eine Kombination von verschiedenen Kampfsporttechniken. Das Ziel ist dabei klar definiert: so effizient wie nur möglich zu kämpfen.

Damit dies auch gelingt, wird hier auf traditionelle Rituale verzichtet. Zudem kann jeder Schüler das System an seine eigenen Bedürfnisse und Vorlieben anpassen. Außerdem werden die individuellen Stärken gefördert. Das ist aber noch nicht alles, was diesen Stil auszeichnet.

Da Bruce Lee weder Interesse an einer Kommerzialisierung noch an sportlichen Auseinandersetzungen hatte, gibt es hier keinerlei Wettkämpfe. Weiterhin verzichtete er aufs Formen laufen, Atemübungen oder gut aussehende Techniken. Effekthascherei wird hier also nicht betrieben. Es ging und geht einzig darum sich in Notlagen hocheffizient verteidigen zu können.

Damit die Techniken (u. a. Kicking, Punching, Trapping und Grappling) auch im Überraschungsmoment und unter größtem Stress erfolgreich eingesetzt werden könne, wird hier auf alles unnötige verzichtet. Das System Jeet Kune Do eignet sich daher bestens zur Selbstverteidigung.

Auf welche Stile wird hier zurückgegriffen?

Jeet Kune Do Kampfstile

Zu Beginn war Jeet Kune Do noch ein waffenloses System. Dies änderte sich aber mit der Zeit. So werden heute auch Techniken aus den waffenlastigen Kampfstilen wie Escrima, Arnis sowie Kali eingesetzt. Daher eigent sich JKD auch gut zur Abwehr von Angriffen mit Messern oder Stöcken.

Aber kommen wir zu den Ursprüngen zurück. Ganz am Anfang war dieses Selbstverteidigungssystem noch eine Kombination aus Wing Chun, Boxen und Fechten. Allerdings reichten diese 3 Kampfsportarten nicht aus und so wurde das Repertoire über die Jahre immer größer.

Inzwischen bedient man sich bei diesen Stilen: Tang Lang, Judo, Jiu Jitsu, Muay Thai, Savate, Kung Fu, Taekwondo, Tai Chi Chuan, Aikido, Karate, Kickboxen, Mixed Martial Arts, Brazilian Jiu Jitsu.

Wie man sieht, ist Jeet Kune Do ein sehr vielseitiges Kampfsystem. Vergessen darf man aber bei dieser Fülle an Stilen nie, dass jeder Schüler selbst entscheiden kann, welche Techniken er bevorzugt trainiert.

Die Techniken im Jeet Kune Do können in allen Kampfdistanzen angewendet werden. Außerdem beinhalten die Kampftechniken keinerlei Bewegungen, die einen Gegner vorwarnen. So kann das Ziel einen Angriff zu stoppen, bevor er richtig begonnen hat, kompromisslos verfolgt werden. Das macht die hohe Effizienz dieses Selbstverteidigungssystems aus.

Gibt es bekannte Jeet Kune Do Techniken?

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Eine sehr bekannte Methode aus dem JKD ist der sogenannte One Inch Punch. Diese kennen viele auch unter der Bezeichnung „Langen Brücke“. Hierbei handelt es sich vermutlich um die Ursprungstechnik aus dem Wing Chun.

Beim One Inch Punch führt man aus einer sehr kurzen Entfernung einen Fauststoß aus, der den Angreifer durch seine Wucht mehrere Meter nach hinten stößt. Inzwischen findet man diese Technik auch in vielen anderen Systemen und Kampfsportarten.

Für wen ist Jun Fan Gung Fu geeignet?

Prinzipiell ist Jeet Kune Do für jeden geeignet. Man braucht nämlich keinerlei besonderen Voraussetzungen erfüllen. Lediglich fit sollte man schon sein. Das Alter spielt dabei keine Rolle. Es ist egal, ob man jung oder alt ist.

Da in der Regel in gemischten Gruppen trainiert wird, können Kinder nur bedingt Bruce Lees Kampfsystem erlernen. Reine Kindergruppen gibt es nur sehr wenige. Zu gering ist die Verbreitung dieses offenen Systems in Deutschland.

Grundsätzlich können wir aber eine Empfehlung für diese Gruppen aussprechen:

  • Frauen: Das System ist effizient und die Techniken können auch von Frauen problemlos trainiert werden. Man braucht nicht allzu viel Kraft.
  • Männer: Selbstverständlich eignet sich JKD auch bestens für Männer.
  • Senioren: Solange man sich in der Lage fühlt Jeet Kune Do ausüben ist man es auch. Außerdem können die Kampftechniken an das Alter und etwaige Beschränkungen angepasst werden. Zur Selbstverteidigung für Senioren eignet sich dieser Stil daher sehr gut.

Wer sich außerdem noch mit dem Waffenkampf, sprich hauptsächlich mit Stöcken, auseinandersetzen möchte, ist hier ebenfalls richtig aufgehoben. Dies gilt sowohl für deren Anwendung als auch Abwehr.

Jeet Kune Do ist zwar sehr effektiv und daher mehr als nur empfehlenswert, allerdings gibt es in Deutschland nur wenige Ausbilder und Vereine. Als Alternative empfehlen wir daher das deutsche Ju-Jutsu. Zwar ist dieses weder so offen noch entritualisiert, dafür gibt es aber viele Vereine und Ausbilder. Zudem ist der Einstieg günstig zu meistern.

Zum Abschluss gibt es unser FAQ:

FAQ

Manchmal erreichen uns Fragen rund um Bruce Lee und seinen bekannten Kampfstil. Damit jeder von unseren gegebenen Antworten einen Nutzen hat, haben wir die wichtigsten Fragen samt Antworten an dieser Stelle veröffentlicht.

Was ist Jeet Kune Do?
Hierbei handelt es sich um ein Selbstverteidigungskonzept, das vom bekannten Schauspieler Bruce Lee entwickelt wurde. Es eignet sich optimal zur Selbstverteidigung auf der Straße. Einerseits aufgrund der Verteidigungsmöglichkeiten gegen mehrere Angreifer, andererseits wegen den Abwehrtechniken gegen Stöcke und Messer.
Wie heißt die Kampfsportart von Bruce Lee?
Der Name lautet Jeet Kune Do. Zu Beginn wurde dieser Stil noch als Jun Fan Kung Fu bezeichnet. Hierbei handelt es sich um den chinesischen Namen des Gründers Lee Jun Fan. Besser bekannt ist dieser als Bruce Lee.
Eignet sich Jeet Kund Do als SV-System?
Definitiv! Allerdings gibt es nur wenig Literatur und auch nur wenige Vereine, Schulen und Ausbilder. Sollte es in deiner Nähe keinen Anbieter geben, kannst du auch einen Blick auf die Kampfsportarten Jiu Jitsu sowie Ju Jutsu werfen.
Gibt es einen Bruce Lee Film, der Jeet Kune Do Elemente enthält?
Es gibt viele Filme, in denen Bruce Lee Teile seines Kampf-Repertoires zeigt. Leider konnte der Film „Game of Death“ aufgrund seines frühen Todes nie fertiggestellt werden. Darin sollte das Grundprinzip von JKD durchscheinen.

Genauer gesagt sollte die Handlung des Streifens die Anpassungsfähigkeit von JKD vermitteln. Damit dies gelingt, sollte Bruce Lee alle Gegner mit Links besiegen. Dafür gab es eine Szene in einer fünfstöckigen Pagode, wo er in jedem Stockwerk eine andere Technik / Kampfkunst seines Systems verwenden sollte.

Allerdings sollte der Film weit mehr als die Kampffähigkeiten demonstrieren. Sogar die Philosophie dieses SV-Systems sollte integriert werden.

Wem lehrte Bruce Lee zu Lebenszeiten sein System?
Trotz großen Widerstands japanischer Großmeister, gab er seine Kampfkünste auch an westliche Schüler weiter. Neben seiner Frau unterrichtete er auch die bekannten Schauspieler James Coburn, Steve McQueen und Chuck Norris.

Des Weiteren gab er sein Wissen auch noch an Ted Wong, Larry Hartsell, Bob Bremer, Taky Kimura, Jesse R. Glover, Richard Bustillo, Jerry Poteet, Dan Inosanto und viele weitere weiter.

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 80 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.