Judo-Anzug: Wie man den richtigen Judo-GI findet!

Judoanzug

Der Kauf eines passenden Judo-Anzugs bedarf ein paar Regeln, die man auf keinen Fall missachten sollte. Welche das sind, erfährst du in diesem Guide. Schließlich möchtest du den perfekten Judo-GI kaufen.

Aus welchen Komponenten besteht ein Judo-Anzug?

Der Anzug besteht aus drei verschiedenen Einzelteilen. Da wäre zu Beginn die Jacke (jap. Uwagi). Aber auch die Hose (jap. Zubon) und der passende Judo-Gürtel (jap. Obi) dürfen nicht fehlen. Alle drei Teile gemeinsam ergeben dann den Judo-Anzug (jap. Judo-Gi / Keiko-GI / Dogi).

Gut zu wissen

Beim Judo trägt man gewöhnlich keine Schuhe. Im Winter oder auf dem Weg zur Toilette werden gerne Hallen- oder leichte Mattenschuhe getragen. Wirklich brauchen tut man diese aber nicht.

Aus welchem Stoff wird ein Anzug gefertigt?

Gewöhnlich wird ein Kairo-GI aus Baumwolle hergestellt und das meist in der typischen Reiskornwebung. Manche Hersteller benutzen aber auch andere starke und schwere Stoffe.

Oft wird ein Baumwolle-Polyester-Gemisch für Judo-Anzüge benutzt. So wird die Reißfestigkeit nämlich enorm erhöht. Allerdings ist die Grundlage aller Stoffe immer Baumwolle und auch der Hauptbestandteil in der Mischung.

Stoffstärke: Gibt es Besonderheiten?

Ja, die gibt es und die Stoffstärke bleibt bei manchen Produktbeschreibungen gerne unerwähnt. So wird bei Judo-Anzügen die Stoffstärke in Unzen pro Quadrat angegeben und ist zum Beispiel ausschlaggebend für die Belastbarkeit.

Bei Einsteigeranzügen findet man meist einen Wert von 8 oz (0,3 kg) vor. Bei den Profis hingegen ist der Stoff deutlich dicker. Ganze 16 oz (0,6 kg) werden hier bei den Anzügen in der Regel verwendet.

Außerdem gilt bei den Anzügen noch folgendes: Umso dicker der Stoff ist, umso schwieriger ist es Griffe anzusetzen. Gerade Judoka, die gerne an Wettkämpfen teilnehmen sollten hierauf achten.

Des Weiteren spielt die Stoffstärke auch eine tragende Rolle beim Thema Schwitzen. Dünne Judo-GI neigen bei starkem Schwitzen dazu am Körper regelrecht fest zukleben. Das fühlt sich nicht nur blöd an, sondern behindert einem bei Kampftechniken ungemein.

Expertenrat

Es müssen nicht 16 oz (0,6 kg) wie bei den Profis sein. Allerdings sollte man mindestens 10, besser 12 oz (0,45 kg) dicke Anzüge kaufen. Sie sind ihren Preis auf alle Fälle wert. Nicht zuletzt aufgrund der guten Haltbarkeit im Vergleich zu dünnen Modellen.

Passform und Größe: Das muss man wissen!

Möchte man einen Judo-Anzug kaufen, sollte man darauf achten, dass er auch wirklich sitzt. Das bedeutet, dass die Ärmel nicht über die Handgelenke reichen und die Hosenbeine nicht über die Fußknöchel.

Und das sollte auch nicht auf die lockere Schulter genommen werden, bei zu langen Ärmeln und Hosenbeinen kann es nämlich zu schweren Finger- und Zehenverletzungen kommen. Warum? Weil sich diese schnell verfangen und dadurch meist gehörig überdehnt werden.

Aber keine Sorge! Solltest du dich hier aus Versehen verkauft haben, ist noch nicht Hopfen und Malz verloren. So kannst du deinen GI zu heiß waschen, damit er etwas einläuft. Oft funktioniert diese Methode sehr gut.

Größenangaben: Worauf kommt es an?

Zum Glück nicht viel. So bestehen die Größenangaben meist aus der Körpergröße in Zentimeter. Bist du also 1,76 m groß, solltest du einen Anzug der Größe 180 kaufen.

Eventuell auch größer je nachdem wie stark der Anzug beim Waschen für gewöhnlich einläuft. Grundsätzlich gilt hier: Lieber zu groß als zu klein. Schrumpfen lassen oder zum Schneider gehen, funktioniert nämlich immer. Größer machen leider nicht! Daher bei der Größe immer zweimal überlegen.

Gut zu wissen:

Viele bekannte Hersteller veröffentlichen auf ihren Webseiten Größentabellen. Hieran kann man sich ebenfalls orientieren, sollte man sich unsicher sein.

Design: Was muss man wissen?

Das klassische Aussehen der Judo-Anzüge leitet sich von der traditionellen japanischen Unterwäsche ab, die man unter dem Kimono trug. Aufgrund dieses Umstands werden bei Turnieren noch heute keinerlei Unterwäsche unter dem GI getragen.

In Japan werden nur weiße Trainingsanzüge auf Turnieren zugelassen. Die hierzulande oft anzutreffenden blauen Modelle sind eine westliche Erfindung. Sie dienen der besseren Unterscheidbarkeit der Kämpfer.

Welche Wettkampfregeln für den Judo-Anzug gibt es?

Hier muss man ganz klar sagen, dass es eine ganze Menge an Regeln gibt. Alle können und wollen wir hier gar nicht aufzählen. Auch allzu tief in die Details möchten wir hier nicht eintauchen, aber ein paar grundlegende Regelungen erwähnen wir natürlich.

  • Material: Es darf nicht verschlissen oder beschädigt sein. Zudem auch nicht zu dick, um das Greifen des Gegners nicht unnötig zu erschweren.
  • Farbe: Bei Wettkämpfen werden weiße und blaue Judo-Anzüge getragen. Dabei darf das Blau nicht außerhalb des vorgegebenen Farbraums liegen.
  • Abzeichen: Es ist vorgeschrieben, welche Abzeichen erlaubt sind und welche nicht. Auch gibt es Größen- und Ortsangaben für die erlaubten Zeichen.
  • Länge: Auch die Länge der Jacke und der Ärmel ist festgelegt. Gleiches gilt für die Hose. Sogar beim Gürtel gibt es Vorschriften hinlänglich der Länge, der Breite und des Überstands nach dem Knoten. Hier wird wirklich nichts dem Zufall überlassen.

Gut zu wissen:

Möchte man später an Wettkämpfen teilnehmen, braucht man sowohl ein blaues als auch weißes Modell.

Was trägt man unter dem Kairo-GI?

Normalerweise wird unter einem Judo-Anzug gar nichts getragen. Nur so kann er seine kühlende Wirkung auch wirklich völlig entfalten. Allerdings tragen Frauen unter dem GI oft ein Top oder ein ärmelloses Shirt. Dies hilft gegen unerwünschte, tiefe Einblicke.

Wie reinigt und wäscht man den Judo-Anzug überhaupt?

Ein Judo-GI kann natürlich in der Waschmaschine gewaschen werden. Dann aber nur im Schongang. Besser ist es hier selbst Hand anzulegen, um das Material zu schonen. Grundsätzlich solltest du auf diese Dinge achten:

Der Anzug sollte im Schonprogramm und möglichst bei 30 Grad Celsius gewaschen werden. Auch 40 Grad Celsius überleben viele Modelle ohne Schäden. Risikofrei ist das Ganze aber nicht und nur bei starken Verschmutzungen zu empfehlen.

Wie legt man einen Judo-GI knitterfrei zusammen?

Gibt man sich beim zusammen legen keine Mühe oder weiß einfach nicht wie es richtig geht, kommt man beim Training oft mit einem Knitter-Teppich an. Dies gilt es natürlich zu vermeiden.

Das nachfolgende Video erklärt dir kurz und knackig worauf es beim Zusammenlegen ankommt und das ohne Textwüste:

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Warum trägt man eigentlich einen Anzug beim Judo?

Das hat hauptsächlich 2 bestimmte Gründe. So sorgt der Anzug dafür, dass man trotz großer körperlicher Anstrengung nicht zu sehr schwitzt. Er besitzt also eine kühlende Wirkung. Außerdem gewährleistet er eine sehr gute Bewegungsfähigkeit um vernünftig kämpfen zu können.

Des Weiteren ermöglicht ein Anzug das Werfen eines Gegners ohne unnötige Schmerzen. So kann man sich im Stoff festkrallen und Techniken ansetzen ohne die Haut und das darunter liegende Gewebe durch Greifen zu beschädigen.

Welche Hersteller gibt es überhaupt?

Zu guter Letzt wollen wir noch ein paar bekannte und beliebte Hersteller aufzählen, um dir die Kaufentscheidung so leicht wie möglich zu machen.

  • Adidas
  • Ippon
  • Moskito
  • Matsuru
  • Mizuno
  • Noris
  • Nippon
  • Yamanashi
Über Timo Meyer, Judoka (1. Dan) 38 Artikel
Er ist seit mehreren Jahren begeisterter Judoka und verfügt über ein breit gefächertes Fachwissen in Sachen Kampfkünste und Kampfsport. Als Experte schreibt er hier über alle möglichen Themen rund um Kampfsport. Sein Motto lautet: Man kann dir den Weg weisen, doch gehen musst du ihn selbst.