Judo FAQ: Die Antworten auf die wichtigsten Fragen!

Judo-FAQ

Ist das Ausüben von Judo zur Selbstverteidigung sinnvoll? Wer sollte Judo als passende Kampfsportart wählen? Wie brutal ist Judo und wie alt sollte man maximal sein? Diese und noch einige weitere Fragen werden wir in diesem Artikel beantworten.

Ist Judo zur Selbstverteidigung geeignet?

Judo ist zur Selbstverteidigung geeignet. Gerade Frauen kommt das Credo „Maximale Wirkung bei minimalem Kraftaufwand“ sehr entgegen. Viele der im Unterricht gezeigten Hebel und Wurftechniken funktionieren auch auf der Straße.

Die Falltechnik im Judo rundet die Fähigkeit dieser Kampfsportart zur Selbstverteidigung ab. Verletzungen werden beim Fallen also eher selten auftreten. Außerdem ist man auch schnell wieder auf den Beinen.

Wie bei vielen anderen Kampfsportarten auch können nicht alle Techniken im Rahmen der Notwehr vernünftig eingesetzt werden. Zu groß ist die Gefahr von langwierigen Schäden beim Angreifer.

Aber keine Sorge, die meisten Techniken ergeben Sinn bei der Selbstverteidigung. Gerade Frauen sollten sich Judo einmal genauer anschauen.

Expertenrat:

Wer eine Kampfsportart sucht, die sich optimal zur Selbstverteidigung eignet, sollte sich nicht nur Judo ansehen. So eignen sich auch Krav Maga, Wing Tsun oder Karate. Außerdem sind auch Selbstverteidigungskurse eine sinnvolle Option.

Wer kann Judo erlernen?

Hierauf lautet die Antwort: Egal ob kleines Kind oder Rentner, jeder der sich bereit fühlt, kann mit Judo beginnen. Es gibt viele Vereine und auch Kampfsportschulen, die Judo-Kurse für Einsteiger, fortgeschrittene und auch Profis anbieten.

Kinder können bereits im zarten Alter von 5 Jahren mit dem Training beginnen. In unserem Ratgeber Judo für Kinder haben wir alle wichtigen Aspekte rund um dieses Thema behandelt.

Auch schwächere Menschen oder Frauen sollten sich Judo einmal genauer anschauen. Einerseits weil man sein Selbstbewusstsein und seine Selbstbehauptung verbessert und, andererseits, da man auch wehrhafter wird.

Wer an Wettkämpfen interessiert ist, hat an Judo ebenfalls großen Spaß. So ist Judo sogar eine olympische Sportart. Außerdem gibt es verschiedene Wettkämpfe für Kinder und Erwachsene.

Wie lange dauert es Judo zu erlernen?

Hierauf wird gerne von den großen Meistern mit folgender Antwort reagiert: „Ewig, denn man lernt nie aus.“ Grundsätzlich ist dies natürlich richtig. Allerdings schreckt so eine Zeitangabe auch viele ab.

Eines machen wir aber gleich zu Beginn klar: Beim Judo macht Übung den Meister. Es gibt also keinen speziellen Kurs für Anfänger, der 14 Tage dauert und einem alles Wichtige beibringt. Crashkurse sucht man also vergebens.

Bis man die ersten größeren Erfolge erzielt vergehen meist rund 3 bis 6 Monate. Solange braucht man um alle Benimmregeln verinnerlicht zu haben und sich an das Niveau der Anderen angepasst zu haben.

Oft kann man innerhalb dieser Zeitspanne auch schon die erste Prüfung erfolgreich absolvieren. Oft braucht man aber auch etwas mehr Zeit. Je nach Begabung eben.

Sobald man dann den ersten Judo-Gürtel in der Hand hält, versteht man auch warum die großen Dans nicht mit dem Lernen aufhören. Denn es gibt stets eine größere Herausforderung.

Wie brutal ist Judo?

Bei dieser Kampfsportart steht alles unter diesem Credo: maximale Wirkung bei minimalem Kraftaufwand. Das heißt, dass alle im Judo angewandten Techniken darauf abzielen, die Kraft und Bewegung des Gegners für sich zu nutzen.

Und mit Nutzen ist gemeint, den Angreifer mit möglichst wenig Aufwand zu Boden zu bringen. Hierin unterscheidet sich Judo ganz klar von anderen Kampfsportarten. Oft wird nämlich viel Wert auf die starke Anwendung von Schlägen und Tritten gelegt.

Nicht so beim Judo. Hier wird die Energie des Gegners gegen ihn selbst eingesetzt. So wird zum Beispiel der Schwung des Angreifers gegen ihn benutzt, um ihn zu Fall zu bringen.

Und diesen Moment gilt es bei der Selbstverteidigung auszunutzen. Flucht ist hier die einzig wahre Devise.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen?

Grundsätzlich kann jeder mit Judo beginnen. Weder das Alter, noch die Größe oder das Gewicht spielen eine entscheidende Rolle. Allerdings sollte man körperlich fit sein oder den Willen haben, seine Defizite aufzuarbeiten.

Und keine Sorge, wenn man regelmäßig Judo trainiert, wird man auf alle Fälle fit. Wer allerdings auf einen großen Bizeps Wert legt, ist hier falsch aufgehoben. Beim Judo wird die Ausdauer und die effektive Kraft trainiert.

Welche Ausrüstung braucht man für Judo?

Grundsätzlich reicht ein Judo-Anzug samt passendem Judo-Gürtel. Allerdings gibt es noch ein paar mehr Ausrüstungsgegenstände. So besitzen viele Judokas eine passende Trainingstasche und spezielle Mattenschuhe fürs Judo.

Wer regelmäßig an Wettkämpfen teilnimmt, benötigt zudem noch passende Ohrschützer. Ein Zahnschutz sowie ein Tiefschutz sind auch nicht verkehrt. Allerdings bei Wettkämpfen seit geraumer Zeit nicht mehr erlaubt.

Wer bestimmte Gelenke oder Muskeln schonen möchte, sollte sich Gedanken über den Kauf von speziellen Bandagen machen.

Wie viel Geld kostet Judo?

Im Vergleich zu anderen Sportarten ist Judo nicht besonders teuer. Neben einem kleinen Vereins- oder Kampfsportschülerbeitrag, muss man allerdings noch mit diesen Kosten rechnen:

  • Wettkämpfe: Startgelder bewegen sich hier meist in einem Rahmen von 5 bis 12 Euro.
  • Kyu-Prüfungen: Die meisten Vereine übernehmen die Kosten für die einzelnen Prüfungen. Falls nicht ist mit ungefähr 5 Euro an Ausgaben zu rechnen. Zudem muss der neue Gürtel selber gekauft werden. Hierfür werden ca. 10 Euro fällig.
  • Ausrüstung: Als Anfänger benötigt man mindestens einen Judo-Anzug. Kinder-Judogi kosten ca. 25 Euro. Anzüge für Erwachsene liegen bei ca. 35 Euro.

Welche Judo-Wettkämpfe gibt es?

Judo ist ein richtiger Wettkampfsport. Was viele nicht wissen ist, dass Judo sogar eine olympische Disziplin ist. Neben der Judo-Olympiade gibt es noch eine Welt- sowie Europameisterschaft. Außerdem existiert in Deutschland noch eine richtige Judo-Bundesliga.

Ab welchem Kyu (Gurt) darf man kämpfen?

Generell darf erst ab dem gelben Gürtel gekämpft werden. Allerdings gibt es ein paar Ausnahmen. So gilt dies nicht für Mannschaftsspiele, Judo-Safaris und Freundschaftsturniere.

Wie viele Gürtelfarben gibt es?

Zuallererst muss man zwischen Schüler- und Meistergraden unterscheiden. So gibt es für Judoka 8 verschiedene Kyu’s. Bei den Meistern sind bis zu 10 unterschiedliche Graduierungsstufen möglich.

Alle Schülergrade in der Kurzübersicht:

Grad9. Kyū8. Kyū7. Kyū6. Kyū5. Kyū4. Kyū3. Kyū2. Kyū1. Kyū
NameKukyūHachikyūNanakyūRokkyūGokyūYonkyū SankyūNikyūIkkyū
Farbeweißweiß-gelbgelbgelb-orangeorange orange-grün grünblaubraun
empfohlenes Alter8 Jahre8 Jahre9 Jahre10 Jahre 11 Jahre 12 Jahre 13 Jahre14 Jahre
Mindestalter9 Jahre 11 Jahre12 Jahre

Alle verschiedenen Meistergrade sind hier aufgelistet:

Grad1. Dan2. Dan3. Dan4. Dan5. Dan6. Dan7. Dan8. Dan9. Dan 10. Dan
Name Shodan Nidan Sandan Yondan GodanRokudanNanadanHachidanKudanJudan
Farbe schwarz schwarz schwarz schwarz schwarzrot-weißrot-weißrot-weißrotrot
Mindestalter16 Jahre
Normale Vorbereitungszeit 2 Jahre 3 Jahre4 Jahre5 Jahre6 Jahre
Verkürzte Vorbereitungszeit1 Jahr2 Jahre3 Jahre 4 Jahre5 Jahre
Verleiher DJB DJB DJB DJBDJBDJBDJBDJBDJBIJF

Gibt es ein Höchstalter beim Judo?

Wie wir bereits bei den Voraussetzungen kurz erläutert haben, gibt es kein maximales Alter für Judoka. Egal ob frische 18 Jahre jung oder gerade 65 Jahre alt geworden, Judo eignet sich für Jedermann.

Man sollte sich auf jeden Fall nicht von den Jüngeren oder bereits länger Trainierenden abschrecken lassen. Jeder fängt einmal klein an und Hauptsache ist doch, dass man Spaß an der Sache hat.

So wurde sogar schon der 9. Meister-Grad (Dan) im zarten Alter von 64 Jahren vom Deutschen-Dan-Kollegium (DDK) vergeben. Man ist also niemals zu Alt für Judo, solange man sich noch fit fühlt.

Gibt es bekannte Judo-Schauspieler?

Ja, solche gibt es. Allerdings ist die Auswahl alles andere als groß. Der wohl bekannteste Schauspieler, der wirklich Judo ausübt, ist Steven Seagal. Viele kennen ihn auch aus seinen Filmen im Martial-Arts-Bereich.

Über Timo Meyer, Judoka (1. Dan) 38 Artikel
Er ist seit mehreren Jahren begeisterter Judoka und verfügt über ein breit gefächertes Fachwissen in Sachen Kampfkünste und Kampfsport. Als Experte schreibt er hier über alle möglichen Themen rund um Kampfsport. Sein Motto lautet: Man kann dir den Weg weisen, doch gehen musst du ihn selbst.