Judo für Kinder: Was Mama und Papa unbedingt wissen müssen!

Möchte man sein Kind einen Kampfsport erlernen lassen, wird man sehr schnell auf Judo stoßen. Bei der japanischen Kampfsportart geht es natürlich nicht nur darum einen Gegner zu besiegen.

So geht es beim Judo für Kinder auch um den Austausch mit den Gleichaltrigen, die Bewegung, die Fitness und den Spaß an der Sache.

Doch wie viel kostet der Unterricht, welche Ausstattung braucht man und ab wie vielen Jahren können Kinder überhaupt mit Judo beginnen? In diesem umfangreichen Ratgeber erfährst du es!

Ist Judo für Kinder geeignet?

Sehr viele Vereine und auch Kampfsportschulen nehmen Kinder bereits ab einem Alter von 5 Jahren auf. Das erscheint vielen Eltern als sehr früh und daher wenig sinnvoll.

Dem ist aber nicht so. Bei Judo handelt es sich schließlich nicht um einen reinen Kampfsport, sondern um ein facettenreiches Training für kleine Kinder. Nicht zuletzt aufgrund des großen Schwerpunkts Persönlichkeitsentwicklung.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Judo sehr gut für Kinder geeignet ist. Ab einem Alter von 5 Jahren ergibt die Anmeldung Sinn.

Gut zu wissen:

Bei der japanischen Kampfsportart werden Schüler als Judoka bezeichnet.

Warum Judo lernen?

Es gibt eine ganze Menge an Kampfsportarten, die für Kinder geeignet sind. Welche Vor- und Nachteile für und gegen Judo sprechen, haben wir einmal kurz aufgelistet:

Vorteile:

  • Großer Spaßfaktor
  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Fitnesstraining
  • nicht allzu teuer
  • geringes Verletzungsrisiko

Nachteile:

  • Teils komplizierte Gürtel-Prüfungen
  • Kann Gewaltverherrlichend wirkend

Wie hoch ist die Verletzungsgefahr?

Oft wird angenommen, dass es bei Kampfsportarten wie Judo regelmäßig zu Verletzungen kommt. Natürlich gibt es auch beim Kinder Judo blaue Flecken oder andere kleine Blessuren.

Doch die Verletzungsgefahr ist bei Weitem nicht so hoch, wie oft angenommen wird. Bei vielen Sportarten wie Rad fahren oder Fußball spielen entstehen genauso oft Verletzungen.

Gut zu wissen:

Im Judo gibt es eine Fallschule, die den Kindern das korrekte Abrollen und Fallen beibringt. Werden die dort vermittelten Inhalte umgesetzt, passieren selten Verletzungen beim Kinder Judo.

Ab wann können Kinder Judo lernen?

Mit Judo können die Knirpse schon relativ früh beginnen. So empfiehlt zum Beispiel der Deutsche Judo-Bund e.V. den Einstieg ab einem Alter von 5 Jahren. Dieser Empfehlung schließen wir uns an.

Grundsätzlich gilt, dass man im Alter zwischen 5 und 7 viele Voraussetzungen für den späteren Erfolg im Kampfsport gelegt werden. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass bereits ab 7 Jahren erste Prüfungen abgelegt werden können.

Allerdings beginnt die richtige Grundausbildung für Kinder erst zwischen 8 und 10 Jahren.

Was genau lernt man denn eigentlich?

Beim Judo für Kinder lernen die kleinen Racker eine ganze Menge an Techniken um Gegner besiegen zu können. Dabei liegt das Ziel aber nicht wie viele immer wieder annehmen auf dem Verletzen.

Allgemein wird sehr defensiv trainiert. So lernt man zu Beginn in der Fallschule wie richtiges Abrollen und Fallen funktioniert. Auch die Techniken arbeiten nach dem Motto „Siegen durch Nachgeben“.

Nicht nur kämpfen:

Des Weiteren werden den Kindern auch wichtige Werte wie Respekt, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft und Ehrlichkeit vermittelt.

Zudem werden viele weitere Bereiche in das Training eingebaut oder einfach dadurch geschult. So trainieren Kinder beim Judo ihre Stütz- und Haltemuskulatur.

Auch die allgemeine Fitness wird besser. Zu verdanken ist das Übungen wie Krabbeln, Rollen oder auch Hüpfen, die beim Kinder-Judo regelmäßig stattfinden. Außerdem wird die Koordinationsfähigkeit und der Gleichgewichtssinn ungemein verbessert.

Aber auch das Gehirn also die kognitiven Fähigkeiten werden trainiert. Nicht nur aufmerksam und konzentriert zuhören lernen die Kinder. Auch das Merken der Techniken fordert das junge Gehirn.

Prüfungen & Gürtel

Auch beim Judo für Kinder können Prüfungen abgelegt werden, um bestimmte Gürtel zu bekommen. Bereits ab einem Alter von 7 Jahren dürfen Prüfungen abgelegt werden.

Wo kann mein Kind Judo lernen?

Kurse werden in der Regel von Kampfsportschulen oder Vereinen angeboten. Inzwischen gibt es fast überall passende Anbieter.

Bevor du dein Kind fürs Judo anmeldest, ergibt es Sinn mit ihm erst mal ein Training anzuschauen. Das ist bei den meisten Vereinen und Schulen kein Problem. Schließlich sollte dein Kind auch Interesse am Kampfsport haben.

Außerdem kannst du dir so einen ersten Überblick über die Qualität des Kurses und der Motivation der Trainer machen. Sollte dir das noch nicht reichen, lohnt oft ein Blick auf die Trainerzertifikate oder die Qualitätssiegel der verschiedenen Verbände.

Gut zu wissen:

Judo-Kurse finden meist ein bis zweimal pro Woche statt und dauern zwischen 45 und 60 Minuten.

Wie viel Geld kostet Judo für Kinder?

Judo ist nicht besonders teuer. So kostet die Mitgliedschaft im Verein zwischen 50 und 150 Euro pro Jahr. Manche Kampfsportschulen verlangen aber auch höhere Gebühren. So ist es durchaus üblich 20 bis 40 Euro Monat zu verlangen.

Der Verein ist also die günstigere Wahl. Oft bieten diese sogar noch eine Beitragsreduzierung an, wenn mehrere Familienmitglieder im gleichen Verein trainieren.

Zusätzlich zu den Mitgliedsbeiträgen solltest du auch noch die anfallenden Gebühren für die Prüfungen mit einkalkulieren. Diese variieren meist zwischen 10 und 25 Euro.

Welche Ausstattung wird benötigt?

Ebenfalls in den Kostenblock fallen noch die gebrauchten Ausrüstungsgegenstände. Ganz ohne einen Judo-Anzug oder passende Hallenschuhe wird es nämlich nichts mit dem Judo für Kinder.

Normale Anzüge bestehen meist aus weißen Baumwollstoff und reichen für gewöhnlich aus. Ca. 20 Euro sollte man für den Anfang einkalkulieren.

In der Regel wird beim Judo barfuß trainiert. Daher sind Hallenschuhe keine Pflicht. Sollte dein Kleiner aber mal auf die Toilette müssen, sind passende Schuhe nicht verkehrt. Auch hier bekommt man bereits ab 30 Euro gute Exemplare.

Über Timo Meyer, Judoka (1. Dan) 31 Artikel
Er ist seit mehreren Jahren begeisterter Judoka und verfügt über ein breit gefächertes Fachwissen in Sachen Kampfkünste und Kampfsport. Als Experte schreibt er hier über alle möglichen Themen rund um Kampfsport. Sein Motto lautet: Man kann dir den Weg weisen, doch gehen musst du ihn selbst.