Kampfsport für Kinder: Was Mama und Papa unbedingt wissen müssen!

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Selbstverteidigung und Kampfsport sind zwei sehr umfangreiche Themenkomplexe, die vernünftig beleuchtet werden müssen. Um den Bereich Kampfsport für Kinder kümmern wir uns in diesem XXL-Ratgeber.

Wir zeigen dir als Elternteil, worauf es bei der Wahl des passenden Kampfsports ankommt und erläutern wirklich alle Fragen. Ausführlich geht nicht, ganz großes Ehrenwort.

Warum überhaupt Kampfsport für Kinder?

Fast alle Eltern haben beim Thema Kampfsport Bedenken. Oft geht es darum, ob man dort Selbstverteidigung lernt oder eher wie man sich richtig in der Schule prügelt.

Fairerweise muss man sagen, dass beide Gedankengänge an der Realität vorbeigehen. Man lernt nämlich weder das Eine noch das Andere. Man kann zwar viele Techniken auch zur Selbstverteidigung einsetzen, vieles aber auch überhaupt nicht. Zudem fehlen Schulungen zu Selbstbehauptung, Deeskalation und Prävention.

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Interessanter Beitrag rund um Kampfsport für Kinder.

Soll dein Kind also in Sachen Selbstverteidigung fit werden, solltest du hierzu unseren umfangreichen Ratgeber lesen. Dieser enthält alle Informationen über Selbstverteidigung für Kinder.

Nun aber wieder zurück zum Thema Kampfsport. Gehen wir doch im Folgenden endlich der heiß ersehnten Frage nach den Gründen für die Ausübung von Kampfsport in Kindesalter nach.

5 Gründe: Warum dein Kind mit Kampfsport beginnen sollte:

Das Betreiben dieses facettenreichen Sports hat gleich mehrere Vorteile für Kinder. So lernen sie dort diese wichtigen Sachen:

  • Miteinander statt gegeneinander: Obwohl oft der Eindruck entsteht, dass Kampfsport ein Einzelsport ist, stimmt dies überhaupt nicht. Natürlich geht es bei echten Kämpfen um das 1 gegen 1. Im Training jedoch nicht. Gerade hier ist es wichtig miteinander zu trainieren. Kinder entwickeln hier das Gefühl für Teamgeist.
  • Schulalltag & Stress: hinter sich lassen: Wer Sport betreibt, kann bei dessen Ausübung abschalten. Das stimmt natürlich auch, wenn es um Kampfsport für Kinder geht. Zudem lässt sich die überschüssige Energie und der Frust durch ordentliches auspowern reduzieren.
  • Langeweile ade: Gerade Jungs und Mädchen ist oft langweilig. Um etwas Abwechslung in den Alltag zu bringen, kann sich die Ausübung von Kinderkampfsport lohnen. Schließlich ist sportliche Betätigung hundertmal besser als vor der Videokonsole zu sitzen.
  • Beweglichkeit & Koordination: 2 Punkte, die bei Kindern zu Beginn nicht vollends entwickelt sind. Daher macht es Sinn diese im Rahmen des Kampfsporttrainings zu verbessern. Außerdem hilft auch Kinderkampfsport beim Abnehmen und Muskelaufbau.
  • Selbstbehauptung: Ist das Selbstbewusstsein im Keller, kann man sich nicht behaupten. Durch regelmäßiges Kampfsporttraining und die daraus resultierenden Erfolge, baut dein Kind eine Menge Selbstvertrauen auf. Dies hilft ungemein bei der Selbstverteidigung oder bei der Bewältigung anderer wichtiger Situationen.

Wann sollten Kinder mit Kampfsport anfangen?

Hierauf gibt es keine klare Antwort. Grundsätzlich gilt das gleiche wie für Erwachsene. Weder ist man zu alt noch zu jung. Für jedes Alter existiert eine passende Kampfsportart in Deutschland. Selbst für Kinder ab 3 Jahren gibt es Kurse in vielen Kampfkunstvereinen.

Nichtsdestotrotz sollte man die Altersangaben in diesem Artikel nicht ungefragt übernehmen. Eine Einzelfall-Prüfung macht auf jeden Fall Sinn. Nicht vergessen sollte man auch, dass die Kinder Spaß an Bewegung und Kampfsport haben sollten. Dazu zwingen sollte man sie auf keinen Fall.

Top 6 Kampfsportarten für Kinder:

Kampfsport für Kinder

Die Qual der Wahl in Sachen Kinderkampfsport ist groß. Viele verschiedene Kampfkünste sind bei den Kiddies und Eltern beliebt. Da wären zum Beispiel Wing Tsun, Judo, Aikido, Ju Jutsu oder Karate.

Doch was verbirgt sich hinter den Namen? Geht es um reine Selbstverteidigung oder gar nur um Angriff? Hat man Vollkontakt oder geht es eher ruhiger zu? Die Antworten auf dieses Fragen findest du im Folgenden:

Judo: Selbstverteidigung & Selbstbehauptung

Hierbei handelt es sich wohl um den Klassiker schlecht hin. Die aus Japan stammende Kampfsportart verfolgt 2 Prinzipien „Siegen durch Nachgeben“ und „maximale Wirkung bei einem Minimum an Aufwand“.

Der Fokus bei Judo für Kindern liegt auf Hebel-, Halte-, Würfe- und Würgetechniken. Hier wird also ein breites Repertoire abgedeckt, das auch im Bereich Selbstverteidigung für Kinder praktiziert. Judo dient aber nicht nur zum Verteidigen der eigenen Unversehrtheit oder als reiner Fitness-Sport.

Eine wichtige Philosophie hinter Judo ist die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Das wird erreicht durch eine ganze Menge Disziplin und den großen gegenseitigen Respekt. Natürlich kann man sich bei diesem Kampfsport für Kinder auch wunderbar austoben und Spaß haben.

Gut zu wissen:

Der Einstieg ist schon ab dem fünften Lebensjahr möglich. Und teuer ist das Ganze auch nicht. So ist die Vereinsmitgliedschaft bezahlbar und ein Judo-Gewand schon für 20 € zu haben.

Karate: Fitness & Kampfsport in Einem

Auch diese Kampfsportart für Kinder erfreut sich großer Beliebtheit. Bei Karate wird ein großer Schwerpunkt auf die Schnelligkeit, Beweglichkeit und körperliche Ausdauer gelegt.

Das hat auch seinen Grund. Bei der waffenlosen Technik werden hauptsächlich Block-, Fußfege-, Stoß-, Tritt- und Schlagtechniken eingesetzt. Allesamt Selbstverteidigungstechniken für die man körperlich fit sein sollte. Karate für Kinder ist also in Sachen Selbstverteidigung eine gute Wahl.

Gut zu wissen:

Ab dem Alter von 6 Jahren lohnt ein Einstieg bei den meisten Vereinen. Wird in den speziellen Gruppen anfangs noch spielerisch trainiert, steigert sich das Niveau mit der Zeit enorm. Die Ausrüstung ist günstig zu erstehen. Karateanzüge gibt es bereits ab ca. 20 €

Aikido: Defensive Kampfkunst & Persönlichkeitsbildung

Diese Kampfkunst ist besonders beliebt bei vielen Eltern. So handelt es sich hier um eine sehr defensive Kampfkunst aus Japan. Das Ziel ist es die Kraft eines Angreifers abzuleiten und diese dann so zu nutzen, dass der Gegner vorübergehend Angriffs-unfähig ist.

Dabei wird stets so trainiert, dass keine schweren Verletzungen entstehen können. Den Hauptanteil bei den Techniken machen Halte- und Wurftechniken aus.

Neben dem Aspekt der Selbstverteidigung wird viel Wert auf Disziplin und Gehorsam gelegt. Der Aspekt Selbstbehauptung wird also umfangreich abgedeckt und ist ein weiter Grund für die hohe Beliebtheit als Kampfsport für Kinder.

Gut zu wissen:

Begonnen werden kann auch hier ab 6 Jahren. Die korrekte Ausführung der Techniken ist allerdings schwerer zu erlernen als bei Judo oder Karate. Daher könnten manche Kinder schnell die Lust am Training verlieren. Auch hier ist der Einstieg wieder günstig. Anzüge gibt es ab ca. 20 € und die Mitgliedsbeiträge sind überschaubar.

Jiu Jitsu: Selbstverteidigung & Charakterbildung

Auch diese Kampfkunst aus Japan dreht sich rund um die waffenlose Selbstverteidigung. Dabei liegt der Schwerpunkt darauf, einen Angreifer schnell und effizient unschädlich zu machen.

Erreicht wird dies durch Würge-, Stoß-, Schlag-, Wurf- und Tritttechniken. Auch hier wird wieder nach dem Prinzip vieler Kampfsportarten verfahren. Die Kraft des Angriffs nutzen und eigene Kräfte sparen und gezielt einsetzen.

Auch bei Jiu Jitsu steht die zusätzliche Stärkung des Selbstbewusstseins und Charakter in einem sinnvollen Verhältnis zum Kämpfen. Gut gefällt uns dabei, dass während des Trainings auch friedliche Lösungen von Konflikten eine Rolle spielen.

Gut zu wissen:

Diese Kampfsportart für Kinder kann von Mädchen und Jungs gleichermaßen betrieben werden. Ein Einstieg ist ab 6 Jahren sinnvoll und der Geldbeutel wird auch nicht überstrapaziert. Einen Anzug gibt es schon ab ca. 20 €.

Wing Tsun: Facettenreiche Technik, aber nur für Ehrgeizige

Diese Kampfkunst kommt nicht aus Japan, sondern aus China. Bekannt ist sie meist unter ihrem anderen Namen. Die Rede ist von Kung-Fu. Hier steht die reine Selbstverteidigung in Kombination mit speziellen Prinzipien im Vordergrund.

Ausgeübt wird bei Wing Tsun eine facettenreiche Technik, die sich nur durch komplexes Training und einem langen Atem erlernen lässt. Die plötzliche Schnelligkeit aus den fließenden Bewegungen ist hier ein charakterisierendes Element.

Zudem werden die geistige und körperliche Flexibilität sowie die Wahrnehmungsfähigkeit gesteigert. Erreicht wird dies durch den gezielten Einsatz von Konzentrations- und Entspannungstechniken. Dazu gehören auch Atemübungen die den Körper wieder „auftanken.“

Gut zu wissen:

Inzwischen gibt es speziell für Kinder erstellte Trainingskonzepte. Diese findet man im Internet unter dem Begriff „Kids Wing Tsun“. Schwerpunkt liegt hier hauptsächlich auf der waffenlosen Selbstverteidigung. Bei dieser Kampfsportart für Kinder muss man etwas tiefer in den Geldbeutel greifen. Rund 40 € für eine Hose sowie 20 € für ein T-Shirt werden hier fällig.

Taekwondo: Verteidigung & Angriff kombiniert

Diese Kampfsportart für Kinder kommt aus Korea und ist dort quasi ein Volkssport. Auch bei Taekwondo liegt der Schwerpunkt bei der waffenlosen Selbstverteidigung. Diese Kampfsportart ähnelt Karate sehr.

Gebraucht werden dazu nicht nur Füße und Hände, sondern der gesamte Körper von den Knien über die Ellenbogen bis hin zu den Fingern. Was sich im Laufe der Zeit entwickelt ist eine enorm starke Schlagkraft.

Des Weiteren wird auch die Körperbeherrschung enorm geschult. Bei der Ausübung von Taekwondo kommt es nämlich auf Flexibilität und Beweglichkeit an.

Wenn man Kampfsportarten nach dem Selbstverteidigungsaspekt auswählt, ist man hier gut dabei. Die Techniken funktionieren gut beim Selbstschutz und sind sehr vielseitig gegen Angreifer einsetzbar.

Gut zu wissen:

Taekwondo ist eine olympische Disziplin. Daher werden regelmäßig Kinder-Wettkämpfe ausgetragen, die natürlich in Schutzkleidung durch geführt werden. Der Geldbeutel wird bei dieser Kampfsportart für Kinder geschont. Einen vernünftigen Taekwondo-Anzug gibt es bereits ab ca. 20 €

Was ist mit Boxen und Kickboxen?

Beide Sportarten haben wir absichtlich nicht vorgestellt. Bei ihnen handelt es sich nämlich weder, um Kampfsport noch gibt es bei ihnen empfehlenswerte Techniken für die Selbstverteidigung.

Zu groß ist bei Beiden der Fokus auf klassische Schläge und bei Kickboxen auf Tritte. In der Regel kann sich ein Angreifer schnell auf diese Muster einstellen.

Des Weiteren fehlt uns hier die gute Philosophie. Niemand arbeitet ausreichend mit den Kindern an der Disziplin oder der Charakterbildung. Viel wichtiger sind hier Wettkämpfe und die maximale sportliche Betätigung.

Es handelt sich hier zwar um 2 spannende Sportarten, die ihre Daseinsberechtigung wirklich verdient haben, aber den hier geforderten Sinn und Zweck erfordern sie leider nicht.

Wie hoch ist die Verletzungsgefahr?

Hartnäckig hält sich in vielen Köpfen der Mythos, dass man sich bei Kampfsportarten oder Kampfkünsten ganz schnell verletzen kann. Dabei ist die Zahl von Verletzungen bei Ballsportarten um ein Vielfaches höher.

Beim Fußball oder Handball wird man oft überraschend und dazu noch ziemlich brutal gefoult. Dann kommt meist noch der harte Sturz auf den Rasen oder Hallenboden dazu und schon hat man einen Bluterguss oder eine Prellung. In schlimmeren Fällen auch einen Bänderriss oder Knochenbruch.

Natürlich landet man auch beim Kampfsport für Kinder auch mal unsanft auf der gepolsterten Matte oder wird anderweitig hart ran genommen. Der Unterschied ist aber folgender: Man lernt im Fallsturztraining ganz genau, wie man stürzt, und zwar ohne sich dabei zu verletzten. Und das Gute daran ist, das klappt auch fast immer.

Wenn es doch mal zu einer Verletzung kommt, sind es ein paar blaue Flecken und das war es meistens schon. Schwere Verletzungen wie sie beim Jugendfußball, Handball oder Eishockey regelmäßig vorkommen, gibt es beim Kinderkampfsport nach wie vor selten.

Wo findet man passende Anbieter?

Die Auswahl an Kampfsportschulen und Vereinen ist in den letzten Jahren größer geworden. Selbst in relativ kleinen Städten findet man inzwischen diverse Anbieter.

Allerdings sind diese nicht immer so leicht zu finden. Die Suchmaschinen spucken hier oft wenig bis gar keine Informationen aus. Daher muss man auf altbewährte Dinge zurückgreifen.

Ein Blick ins Telefonbuch, das Branchenverzeichnis der Stadt oder ein Blick aufs schwarze Brett der Gemeinde können oft weiterhelfen. Findet man auch hier kein passendes Angebot, kann man noch ein paar andere Dinge ausprobieren.

So bietet sich das Abtelefonieren von Kindergärten und Schulen an. Oft gibt es hier passende Empfehlungen und vor allem auch Erfahrungen zu den vielen Anbietern. Spätestens jetzt sollte man die Auswahl eingrenzt haben oder gar schon einen Favoriten besitzen.

Verein oder private Schule: Was ist besser?

Oft kann man sich zwischen Verein und privater Kampfsportschule schwer entscheiden. Wer nicht nur nach dem günstigsten Preis schielt, kann hier sehr ausführlich abwägen. Wenn nur der Preis zählt, sollte man sein Kind direkt in einem passenden Verein anmelden. Günstiger gibt es keinen Einstieg in die Welt des Kampfsports für Kinder.

Für alle anderen Eltern, die sich einen vernünftigen Überblick über die Vor- und Nachteile von Vereinen und Kampfsportschulen machen möchten, gibt es nun 2 Vergleiche.

Kampfsportverein – Alle Fakten im Kurzcheck:

Vorteile:

  • Günstige Mitgliedschaft
  • intensiver und starker Zusammenhalt
  • es werden Wettkämpfe durchgeführt

Nachteile:

  • Größere Gruppen und damit weniger Zeit für jeden einzelnen Schüler
  • Trainer oft schlechter ausgebildet
  • oft lästiges Pflichtprogramm

Private Kampfsportschule – Die Kurzübersicht:

Vorteile:

  • Kleine Gruppen und damit mehr Zeit für jeden Schüler und dessen Bedürfnisse
  • gut ausgebildete Trainer

Nachteile:

  • Relativ teuer
  • gibt es oft nur in größeren Städten

Worauf noch bei der Auswahl achten?

Hat man sich nun für einen Anbieter entschieden, sollte man noch folgende wichtige Fragen abarbeiten:

  • Welche Qualifikationen haben die Trainer?
  • Wie wird man als Elternteil eingebunden?
  • Werden die persönlichen Grenzen und Wünsche der Kinder vernünftig beachtet?

Sind alle Aspekte des künftigen Anbieters beleuchtet und für gut befunden worden, kann man jetzt den finalen Schritt wagen. Sein Kind anmelden und Spaß am Hobby Kampfsport haben lassen. Wer noch mehr Informationen benötigt, findet in unseren Shownotes interessante Artikel aus dem World Wide Web.

Weiterführende Infos zum Thema:

Zu guter Letzt haben wir noch eine Linkliste mit weiterführenden Informationen zusammengestellt. Besonders geeignet für jeden, der sich noch tief greifender in die Materie einarbeiten möchte:

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 81 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.