Kampfsport für Senioren: Tipps, Tricks & geeignete Kampfsportarten ab 50!

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Über die Jahrtausende haben sich Kampfsportarten verändert. Waren sie Anfangs noch dazu gedacht Krieger für den Kampf auszubilden, haben sie sich immer mehr in Richtung Sport gewandelt. Daher kann man heute auch als Senior problemlos mit dem Kampfsport beginnen. Außerdem lernt man so wichtige Techniken für die Selbstverteidigung.

Der Hauptfokus liegt heute aber eher im Bereich der Gesunderhaltung. So legt man viel Wert auf den Einklang von Körper, Geist, Emotionen und Spiritualität. Natürlich verbessert man auch seine Fitness und die Bewegungskoordination. Man wird nämlich flexibler, ausdauernder, kräftiger und schneller. Man tut dem ganzen Körper also etwas Gutes. Aus diesem Grund wird Kampfsport bei Senioren immer beliebter.

Viele Kampfkunstschulen haben auch schon auf die neuen Umstände reagiert. Sie bieten nun spezielle Kurse für Menschen ab 50 Jahren an. Dabei werden die Schwerpunkte individuell auf die jeweiligen Kursteilnehmer und deren Wünsche abgestimmt. Welche Kampfsportarten sich besonders für Senioren eignen und was man sonst noch so wissen muss, verraten wir dir in diesem Ratgeber.

Alles Wichtige auf einen Blick:
  • Durch das Training verbessern sich Selbstbewusstsein, Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Gleichgewicht. Körpergefühl und Beweglichkeit.
  • Dank Entspannungstechniken, Atemübungen und Meditationen wird man eins mit seinem Körper.
  • Bei Senioren-Kursen liegt der Fokus auf der Kräftigung und Stabilisierung des Haltungs- und Bewegungsapparates. Oft gibt es noch spezielle Haltungsschulungen.

Thai Chi – Bewegungslehre für Körper & Geist:

Aus dem Kaiserreich China stammt die innere Kampfkunst Taijiquan, welche hierzulande die meisten unter dem Namen Schattenboxen kennen. War es anfangs noch ein waschechtes Nahkampfsystem, hat es sich über die letzten Jahrzehnte zu einer Bewegungslehre weiterentwickelt. Heute liegt der Fokus auf der Verbesserung des Chi-Flusses und die Übungen erinnern an Gymnastik.

Damit eignet sich Thai Chi besonders für Senioren, die wenig Wert auf Selbstverteidigungs- oder Kampffähigkeiten legen. Viel mehr spricht die Kampfkunst Leute an, die Interesse an Meditation oder Persönlichkeitsentwicklung haben. Die praktizierten Bewegungsabläufe, im Fachjargon als Formen bezeichnet, lassen einem wunderbar vom stressigen Alltag abschalten.

Gut zu wissen:
Die Elemente des Kampfsports werden beim Schattenboxen von Jahr zu Jahr weniger. Inzwischen lässt sich die Kampfkunst sogar schon als Ertüchtigung für alle Altersgruppen von jung bis alt bezeichnen. Ähnlich wie beim Qigong stehen Meditation, Beweglichkeit und Konzentration ganz oben auf der Liste.

Wing Chun – Effektive Selbstverteidigung in allen Lagen:

Wing Chun

Kung Fu ist den meisten Menschen ein Begriff. Beim Wing Chun handelt es sich um einen südchinesischen Kung Fu Stil, der vermutlich im 19. Jahrhundert entstanden ist. Charakteristisch für die Kampfkunst ist die Unterteilung in weitere Stilrichtungen. In Deutschland wird vor allem Wing Tsun ausgeübt. Es handelt sich dabei um eine Kampfkunst mit starkem Fokus auf Selbstverteidigung.

Das heißt aber nicht, dass man im Training einiges einstecken muss. Viel eher bekommt man Techniken und Abläufe vermittelt, die zwar effizient aber wenig gefährlich für den Trainingspartner sind. Schließlich legt man beim Wing Tsun großen Wert darauf, dass man hier eine gesunde Selbstverteidigung mit Köpfchen erlernt.

Gut zu wissen:
Beim Wing Tsun lernt man beispielsweise, wie man sich gegen Waffen verteidigt. Ein großer Fokus liegt dabei auf Effektivität. Die Techniken sind frei von Schnörkeln und können daher auch leicht von Senioren erlernt werden. Wer möchte, kann aber auch seine Enkel mit zum Training nehmen. Wing Tsun eignet sich für alle Altersgruppen.

Aikido – defensive Kampfkunst mit viel Tradition:

Aikido

Uns ist natürlich klar, dass nicht jeder Senior eine Kampfsportart mit Fokus auf Bewegungslehre oder Selbstverteidigung sucht. Daher schließen wir die Kampfsportarten-Liste für Senioren mit einer weltweit bekannten Kampfkunst aus Japan ab. Die Rede ist von Aikido. Bekannt ist die Sportart für ihre traditionelle und defensive Haltung. Damit eignet sie sich sehr gut für ältere Athleten.

So lernt man beim Aikido beispielsweise, wie man verletzungsfrei fällt oder einem Angreifer schnell ausweicht. Außerdem sind die zahlreichen Hebel- und Wurftechniken auch für Senioren geeignet. Zudem handelt es sich hier um einen guten Ausgleichssport für Frauen und Männer. Wer Interesse an traditionellen Waffen hat, kann hier mit einem aus Holz nachgebildeten Samurai-Schwert oder einem hölzernen Dolch trainieren.

Gut zu wissen:
Aikido ist vermutlich genau das, was sich die meisten Leute unter einer fernöstlichen Kampfkunst vorstellen. Es werden traditionelle Anzüge getragen und die Psyche spielt eine elementare Rolle. Zudem gibt es traditionelle Waffen und Wettkämpfe finden nur selten statt. Im Großen und Ganzen ist Aikido daher für Senioren absolut empfehlenswert.

Was es noch zu wissen gibt:

FAQ

Möchte man als Erwachsener mit einer Kampfsportart beginnen, schießen einem tausende Fragen durch den Kopf. Daher haben wir den Artikel auf Wunsch unserer Leser mit einem FAQ versehen. Darin beantworten wir die am häufigsten gestellten Fragen unserer Leser. So bekommst du noch mehr Informationen rund ums Thema Kampfsport für Senioren.

Gibt es auch Kampfsportkurse für Einsteiger im fortgeschrittenen Alter?

Fast jeder Verein und so gut wie jede Kampfkunstschule bieten Einsteigerkurse für ältere Menschen an. Man kann also auch noch mit 50 oder 60 Jahren mit der Ausübung eines Kampfsports beginnen. Die Trainer achten sehr darauf, dass keiner überfordert wird. Die Intensität ist niedrig und man steigert sich stufenweise. Vor Verletzungen oder einer Überforderung braucht sich keiner Sorgen zu machen.

Was sollte man vor dem ersten Training beachten?

Wer im Alter ab 50 Jahren mit Kampfsport beginnen möchte, muss sich vor der ersten Trainingsstunde gründlich vom Arzt durchchecken lassen. Dies gilt außerdem auch für ältere Wiedereinsteiger. Außerdem sollte man nicht zu ehrgeizig sein. Selbstkritik ist natürlich erlaubt, aber man sollte seinen Körper nicht gleich zu intensiv belasten. Gerade bei Herzerkrankungen ist Vorsicht geboten.

Wie hoch ist das Verletzungsrisiko als Senior beim Kampfsport?

In den Kursen für ältere Teilnehmer gibt es in der Regel keinen Vollkontakt mehr. Hier werden die Techniken zwar mit viel Inbrunst trainiert, man verzichtet aber auf Treffer. Daher wird auch nicht mit einem Gegner, sondern mit einem Partner geübt. Viel Wert wird bei den Kampfsportarten auf gegenseitigem Respekt und die Gesunderhaltung des Körpers gelegt.

Über Timo Meyer, Judoka (1. Dan) 29 Artikel
Er ist seit mehreren Jahren begeisterter Judoka und verfügt über ein breit gefächertes Fachwissen in Sachen Kampfkünste und Kampfsport. Als Experte schreibt er hier über alle möglichen Themen rund um Kampfsport. Sein Motto lautet: Man kann dir den Weg weisen, doch gehen musst du ihn selbst.