Die Top 10 Kampfsportarten mit Waffen kurz & knapp vorgestellt!

Kampfsportarten mit Waffen

Waffen und Kampfsport gehören zusammen. Aber nicht in jeder Kampfkunst findet das Waffentraining große Beachtung. Manch eine Sportart verzichtet sogar vollends auf die nützlichen Helferlein. Wieder andere trainieren mit alten und fast schon vergessenen Waffen. Daher werden wir immer wieder gefragt, welche Kampfsportart wir unter diesem Gesichtspunkt am besten finden.

Gar keine! Zu unterschiedlich sind die Anforderungen und Wünsche unserer Leser. Die einem möchten sich möglichst gut auf der Straße gegen Angriffe mit Stöcken oder Messer verteidigen können und andere hingegen sind ein großer Fan von fernöstlichen Schwertern. Keine Kampfkunst verbindet all diese Wünsche. Dies hat uns auf die Idee gebracht eine übersichtliche Top 10 Liste an Kampfsportarten mit Waffe aufzustellen.

Verschiedene Kampfkünste mit Waffen:

Ju Jutsu – Kampfkunst & Selbstverteidigung in einem:

Ju-Jutsu-Ratgeber

Das aus Deutschland stammende und offene Selbstverteidigungssystem ist gleichzeitig auch eine waschechte Kampfkunst. Daher wird hierin traditionellen Anzügen gekämpft und trainiert. Sogar Wettkämpfe mit unterschiedlichen Disziplinen gibt es. Im Gegensatz zu vielen anderen Kampfkünsten und Stilen hält man sich hier nicht an bestimmte Philosophien oder Normen.

Dadurch werden die Techniken kontinuierlich an neue Gegebenheiten angepasst und verbessern sich dadurch ständig in ihrer Effizienz. War Ju Jutsu anfangs noch als Selbstverteidigungssystem für Behördenmitarbeiter gedacht, handelt es sich heute um einen echten Breitensport. Sowohl Kinder, Erwachsene als auch Senioren üben die Kampfkunst aus.

Waffentraining im Ju Jutsu:
Ein großer Fokus liegt auf der Messer- und Stockabwehr. Dabei werden viele Techniken aus dem philippinischen Escrima und Kali verwendet. Aber auch die gezielte Entwaffnung von Angreifern gehört zum normalen Trainingsalltag. Sehr interessant ist die Lehre der Nervendruckpunkttechniken, um sich mit einem Kubotan oder einem Tactical Pen zu verteidigen.

Krav Maga aus Israel – Selbstverteidigung & Fitness:

Krav Maga erlernen

In Deutschland wird die Nahkampftechnik Krav Maga des israelischen Geheimdienstes immer beliebter. Charakteristisch ist das Training unter realen Bedingungen. So werden wirklich alle Mittel, auch sehr unfaire eingesetzt. Dabei beschränkt man sich nicht nur auf Schläge oder Tritte. Auch der Umgang mit Waffen und vor allem deren Abwehr sind wichtige Trainingsinhalte.

Damit eignet sich Krav Maga vor allem für Menschen, die sich effektiv auf der Straße verteidigen möchten. Aber auch Sicherheitsmitarbeiter und Polizisten bekommen hier interessante Einblicke geboten. Ein Rambo muss man aber nicht sein. Selbst kleine und zierliche Personen werden hier zu wahren Kämpfern ausgebildet, sich gekonnt gegen Angriffe zur Wehr setzen können.

Waffentraining im Krav Maga:
Krav Maga ist komplett auf die effektive Verteidigung im Ernstfall ausgerichtet. Daher wird hier mit jeder nur erdenklichen Waffe geübt. Häufig trifft man dabei auf Trainingsmesser, gepolsterte Schlagstöcke und Gummipistolen. Aber auch mit dem Kubotan oder dem Baseballschläger wird die Verteidigung oder Entwaffnung trainiert.

Jeet Kune Do – der Kampfstil von Bruce Lee:

Jeet-Kune-do-bruce-lee

Die meisten Menschen kennen den Kampfkünstler und Martial Arts Schauspieler Bruce Lee. In den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelt er seine Kampfkunst. Dabei war ihm eine Sache besonders wichtig. Nämlich die Selbstverteidigung so effizient wie nur möglich zu gestalten. Dafür wird der Angriff beim Jeet Kune Do bereits im Ansatz gestoppt werden.

Anfangs griff Bruce Lee dafür auf Techniken aus dem Wing Chun, dem Boxen und Fechten zurück. Mit der Zeit flossen auch Elemente aus anderen Kampfsportarten mit ein. Heute ist das Repertoire sehr groß und Jeet Kune Do ist ein individueller Stil mit großem Anhängerkreis. Selbst in Deutschland existieren inzwischen viele Dojos, die Interessenten in die Kampfkünste Bruce Lees einweihen.

Waffentraining im JKD:
Anfangs war JKD eine waffenlose Kampfkunst. Damit konnte man dem Credo der effizienten Selbstverteidigung aber nicht gerecht werden. Aufgrund dessen wurden auch Waffentechniken aus dem Escrima, Arnis und Kali aufgenommen. Damit liegt der Fokus auf Stock- und Messertechniken.

Filipino Martial Arts – bekannt für den Stockkampf:

Auf den Philippinen gibt es eine Vielzahl an Kampfkünsten, die sich mit dem Waffenkampf auseinandersetzen. Hierzulande kennt man hauptsächlich die Begriffe Arnis, Escrima oder Kali für philippinische Kampfsportarten mit Waffen. Selbstverständlich wird aber auch viel ohne Bewaffnung trainiert. Dabei liegt der Fokus auf Schlag- & Tritttechniken sowie Dumog (Ringen).

Hierzulande gibt es eine Vielzahl an Vereinen und Kampfkunstschulen, die einem Arnis, Escrima oder Kali näherbringen. Sogar einige Onlinekurse wurden im deutschsprachigen Raum veröffentlicht. Dies liegt hauptsächlich daran, dass die Kampfkunst wie kaum eine andere für den effektiven Waffenkampf steht.

Waffentraining im Filipino Martial Arts:
Alle Kampfkünste der Welt unterliegen einem ständigen Wandel. So ist es auch auf den Philippinen der Fall. Wurde früher hauptsächlich mit Schwertern oder Macheten gekämpft, liegt der heute der Stockkampf im Fokus. Allerdings wird auch viel mit anderen Hieb- und Stichwaffen gearbeitet.

Systema – Nahkampfsystem der Kosaken & Slawen:

Systema-Kampfkunst

In Deutschland ist die russische Kampfkunst relativ unbekannt. Allerdings ist das Training sehr vielseitig und eignet sich damit nicht nur für Privatleute, sondern auch für Sicherheitskräfte. Außerdem wird viel Wert auf den Geist sowie den Körper gelegt. So sollte man frei von Wut, Angst, Irritation, Wahn, Ego und Stolz sein. Zudem legt man bei Systema viel Wert auf die Gesunderhaltung des Körpers.

Die auf den traditionellen Kampfstilen der Kosaken und Slawen basierende Kampfkunst setzt auf 4 Säulen. Die Rede ist von Atmung, Entspannung, Körperhaltung und Bewegung. Gerade der letzte Aspekt ist enorm wichtig. So wird der Angreifer durch die 6 Körperhebel bestehend aus Ellbogen, Hals, Knie, Taille, Knöchel und Schultern gesteuert. Im Großen und Ganzen splittet sich der Trainingsinhalt in Hand-zu-Hand-Kampf, Grappling, Messerkampf und Waffenausbildung.

Waffentraining im Systema:
In dieser Kampfkunst wird mit modernen und traditionelle Waffen gekämpft. So nutzt man im Training nicht nur Messer oder Schlagstöcke, sondern auch Schwerter oder Säbel. Letztere sind aber eher selten anzutreffen. Hauptsächlich wird die Abwehr von Ketten, Messern und Stöcken trainiert.

Hapkido – zahlreiche Hebeltechniken und Würfe:

Hapkido

Der Name bedeutet übersetzt so viel „Weg der harmonischen Energie“ oder auch „Lehre der Entwicklung der Lebensenergie zu einem Gleichgewicht“. Damit ist schon viel über die aus Korea stammende Kampfkunst gesagt. Der Schwerpunkt liegt auf Abwehrtechniken mit Hebel- und Wurftechniken. Aber auch Angriffe mit Tritt- und Schlagtechniken werden regelmäßig im Training geübt. Weiterhin gibt es eine umfangreiche Fallschule.

Darüber hinaus wird die Abwehr von Angreifern mit Waffen trainiert. Die Techniken lassen sich an das jeweilige Alter der Athleten anpassen. Damit eignet sich Hapkido für wirklich jeden. Leider ist die Kampfsportart in Deutschland nur wenig vertreten. Vielleicht liegt es an der Tatsache, dass Wettkämpfe hier nur selten ausgerichtet werden. Dabei sind gerade die Fesseltechniken mit Gürtel oder Seil so interessant.

Waffen im Hapkido:
Der Hauptfokus beim Waffentraining liegt auf Stöcken. So werden hier Kurzstöcke, mittellange Stöcke, Langstöcke und sogar Spazierstöcke eingesetzt. Wer möchte, kann auch mit traditionellen Schwertern und Fächern trainieren.

Pencak Silat – Hunderte Kampfkünste aus Indonesien:

Ist von diesem Ausdruck die Rede, handelt es sich um einen Oberbegriff für über 800 Kampfsportarten aus dem indonesisch-malaiischen Archipel. Charakteristisch für diese Kampfkünste ist der tänzerische Ansatz. Man springt bei einem Angriff nicht einfach zu Seite, sondern weicht elegant aus. Zudem wechselt man häufig die Stellung beim Pencak Silat.

Bei einem Kampf gibt es immer wieder blitzschnelle Wechsel zwischen starker Anspannung und reiner Entspannung. Außerdem wird ständig zwischen hohen und tiefen Stellungen gewechselt. Bei den Kampftechniken liegt der Fokus auf Schlägen, Tritten, Würfel und Hebel. Darüber hinaus sind auch Waffen ein wichtiges Instrument, um als Sieger vom Platz zu gehen.

Waffen im Pencak Silat:
Die verschiedenen Stile und Kampfkünste greifen hauptsächlich auf traditionelle Waffen zurück. Aber auch Faustmesser, Macheten, Stöcke sowie das bekannte Karambit-Messer werden genutzt. Hier erlernt man ein breites Repertoire an Angriffen mit Waffen.

Aikido – die defensive Kampfkunst aus Japan:

Aikido

Der Name lässt anderes vermuten, aber Aikido wurde in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts erfunden. Damals wie heute liegt ein großer Fokus auf Kampf- und Schwerttechniken nach dem Vorbild der Samurai. Aber auch Fallübungen und Würfe wie man sie aus dem Judo kennt, werden hier trainiert. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Hebel- und Haltetechniken.

Bekannt ist Aikdo für ihre friedliche Haltung. So wird die Angriffsenergie lediglich umgelenkt, um einen Angriff mit Wurf- und Haltetechniken zu beenden. Zu einem brutalen Gegenangriff kommt es dann nicht. Vielmehr wird der Gegner durch eine günstige Position und eine ständige Kontrolle in Schach gehalten.

Waffentechniken im Aikido:
Die Samurai-Krieger verließen sich beim Kämpfen auf ihre Schwerter. Da deren Kriegskunst als Vorbild diente, wird beim Aikido mit einem sogenannten Bokken trainiert. Es handelt sich hierbei um ein aus Holz nachgebildetes Schwer. Des Weiteren wird auch ein hölzerner und leicht gebogener Dolch, der Tanto genutzt. Aber auch ein 50 Zoll (1,27 m) langer Stab, der Jo dient als Übungswaffe.

Shaolin Kung Fu – Eindrucksvolle Akrobatik:

Shaolin-Kung-Fu

Die Mönche des Shaolin Klosters haben eine gewaltige Kraft und ein schier unerschütterliches Durchhaltevermögen. Bekannt sind sie für ihre atemberaubenden Vorführungen. So zertrümmern sie auf dem Bauch eine Steinplatte oder verbiegen mit dem Kopf eine dicke Eisenstange. Des Weiteren können sie Speere verbiegen, die gegen ihre Kehle gedrückt werden.

Aber das Shaolin Kung Fu ist weit mehr als eine Ansammlung von außergewöhnlicher Körperbeherrschung und Akrobatik. So sind die Mönche überragende Kampfkünstler und eine wahre Touristenattraktion. Außerdem kommen viele Leute in das Kloster, um sich in Sachen Waffenkampf von den Mönchen unterrichten zu lassen. Es gibt aber auch in Europa diverse Kulturzentren, die Kurse anbieten.

Waffen im Shaolin Kung Fu:
Hunderte Stile sind unter diesem Begriff vereint. Daher wird eine große Bandbreite an traditionellen Waffen genutzt. So benutzen die Kämpfer Schwerter, Säbel, Speere, Langstöcke, Hellebarden und noch viele weitere spannende Waffen.

Kendo – moderner Schwertkampf:

Den Abschluss unserer Liste von Kampfsportarten mit Waffen bildet der japanische Schwertkampf. Beim Kendo wurde er etwas abgewandelt und modernisiert. Außerdem wird hier auch viel an der geistigen Haltung gearbeitet. So legen die Sportler viel Wert auf die Charakterfestigkeit, Entschlossenheit und moralische Stärke.

Zum Schutz wird eine Rüstung getragen. Diese besteht aus einem Kopfschutz, einem Rumpfschutz, einem Lendenschutz sowie einem Hand- und Unterarmschutz. Diese Körperbereiche müssen vernünftig geschützt werden. Schließlich sind der Kopf, die Unterarme, der Rumpf sowie Kehle die 4 festgelegten Trefferzonen.

Schwerter im Kendo:
Im Training werden meist keine echten Waffen genutzt. Die Sportler setzen heutzutage auch nicht mehr auf schwere Holzschwerter, sondern greifen zu Übungsschwertern aus Bambus-Lamellen oder sogar einem Carbon-Shinai-Gemisch. Letztere federn bei Kopftreffern aber sehr stark nach.
Über Timo Meyer, Judoka (1. Dan) 29 Artikel
Er ist seit mehreren Jahren begeisterter Judoka und verfügt über ein breit gefächertes Fachwissen in Sachen Kampfkünste und Kampfsport. Als Experte schreibt er hier über alle möglichen Themen rund um Kampfsport. Sein Motto lautet: Man kann dir den Weg weisen, doch gehen musst du ihn selbst.