Karate für Kinder: Was Mama & Papa unbedingt wissen müssen

Karate für Kinder

Karate ist inzwischen eine beliebte Alternative zu Fußball oder Handball geworden. Gerade Kinder, die Spaß an Bewegung und gleichzeitig über viel überschüssige Kraft verfügen, sind beim Karate für Kinder richtig aufgehoben.

Ab wann Kinder mit Karate beginnen können, ob sich Karate zur Selbstverteidigung eignet und wie viel das Ganze kostet, sind nur ein paar der im Folgenden beantworteten Fragen.

Ist Karate für Kinder geeignet?

Selbstverständlich ist Karate eine gut geeignete Sportart für Kinder jeden Alters. Die Mischung aus Sport, Technik und sozialer Interaktion sind ausgewogen und Karate macht den Kindern dadurch eine ganze Menge Spaß.

Da hier nicht nur Wert auf Fitness und Techniken zum Kämpfen gelegt wird, sondern auch auf die Charakterbildung, erfreut sich Karate großer Beliebtheit bei Eltern und Kindern. Eine Anmeldung ergibt also durchaus Sinn.

Gut zu wissen:

Beim Karate werden die Schüler als Karateka bezeichnet

Ab welchem Alter können Kinder beginnen?

Es gibt bei vielen Kampfsportschulen oder auch Vereinen bereits Klassen, die 3-Jährige aufnehmen. Natürlich sollte stets eine Einzelfallprüfung durchgeführt werden, ob das so junge Kind schon fürs Karate geeignet ist.

Grundsätzlich lässt sich aber festhalten, dass Kinder unserer Erfahrung nach ab einem Alter von 5 Jahren für Karate geeignet sind.

Warum überhaupt Karate lernen?

Hier handelt es sich wohl um die am häufigsten gestellte Frage, wenn es um Kampfsport für Kinder geht. Während die Vorteile von bekannten Sportarten wie Basketball oder Handball hinlänglich bekannt sind, wissen viele nicht was Karate für Kinder überhaupt bringen soll.

Karate bringt wie jede andere Sportart viel in Sachen körperliche Fitness und Auspowern von hyperaktiven Rackern. Zudem wird beim Karate auch die Persönlichkeitsentwicklung forciert.

Außerdem gibt es beim Partnertraining viele soziale Interaktionen, die nicht selten zu echten Freundschaften führen. Der Umgang mit anderen Kindern ist also recht ausgeprägt.

Obwohl Karate kein Teamsport ist, lernt man hier viel in Sachen Umgangsformen und Freunde finden. Allein hieran merkt man schon, dass Karate für Kinder eine durchaus sinnvolle Option zu Ballsportarten darstellt.

Karate für Kinder – Vor- und Nachteile:

Alle Vor- und Nachteile von Karate für Kinder haben wir hier aufgelistet. So kannst du dir einen guten Überblick machen, ob Karate für dein Kind das Richtige ist.

Vorteile:

  • Großer Spaßfaktor
  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Fitnesstraining
  • nicht allzu teuer
  • geringes Verletzungsrisiko

Nachteile:

  • Teils komplizierte Gürtel-Prüfungen

Was lernt man beim Kinder-Karate?

Natürlich dreht sich beim Karate viel um Kampfsporttechniken. So lernen die Schüler eine ganze Menge an Techniken um Gegner besiegen zu können. Dabei liegt das Ziel aber nicht wie viele immer wieder annehmen auf dem Verletzen oder ausschließlich auf dem Kämpfen.

Bei den Kinder-Klassen wird nämlich ein großer Schwerpunkt auf den Geist der Karateka gelegt. So wird viel darauf eingegangen welche Konsequenzen aus der Gewaltanwendung gegen Menschen entstehen.

Auch Workouts für den Geist und das soziale Verhalten gibt es von Zeit zu Zeit. So werden hier folgende Aspekte behandelt:

  • Höflichkeit
  • Bescheidenheit
  • Geduld
  • Selbstbeherrschung
  • Hilfsbereitschaft
  • Mut

Prüfungen & Gürtel für Kinder:

Auch die kleinen Racker können beim Karate Prüfungen ablegen, um bestimmte Gürtel zu bekommen. Viele Schüler nehmen die Prüfungen als großen Spaß und als Ansporn war.

Allerdings muss man, außer für den weißen Gürtel, mindestens 3 Monate an Vorbereitungszeit einplanen um die nächsthöhere Prüfung machen zu dürfen.

Den ersten Meistergrad darf man dann erst ab einem Alter von 13 Jahren und einer Vorbereitungszeit von ca. 1 Jahr absolvieren. Auch für die weiteren Dan-Grade gibt es ähnliche Vorschriften.

In unserem Beitrag über Karate-Gürtel haben wir mehr Information zu diesem umfangreichen Thema zusammen gefasst. So gibt es dort mehr Wissen über alle Schüler- und Meister-Grade sowie zig interessante Tipps & Tricks.

Welche Voraussetzungen brauchen Kinder fürs Karate-Training?

Dein Kind braucht keine besonderen Voraussetzungen erfüllen, um an einem Karate-Kurs teil zu können. Beim Karate für Kinder gilt das Motto: Jeder kann Karate!

Und das Ganze unabhängig von Geschlecht, Alter oder körperlicher Verfassung. Auch behinderte Kinder können Karate erlernen. Oft gibt es für sie sogar spezielle Kurse.

Ist Kinder-Karate zur Selbstverteidigung geeignet?

Die Antwort auf diese wichtige Frage lautet ganz klar: Ja. Natürlich kann sich ein kleines Kind auch mit Karate-Wissen nicht immer gegen einen Erwachsenen wehren.

Allerdings ist Karate für Kinder eine sehr wirksame Kampfsportart, die deinem Kind Selbstvertrauen schenkt. So wird die erste Grundlage im Rahmen der Selbstverteidigung für Kinder geschaffen. Ohne Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung geht nämlich nichts.

Aber auch die Grundtechniken zur Abwehr und die vielen Angriffstechniken werden deinem Kind in einer Notsituation helfen. So können Schläge ins Leere geleitet werden und der Wille sich auch körperlich zu wehren ist einfach da.

Geht es dir bei der Anmeldung das Kinderkarate ausschließlich um die Selbstverteidigung, dann wirf doch mal einen Blick auf unseren umfangreichen Ratgeber zu diesem Thema.

Wie hoch ist die Verletzungsgefahr?

Es gibt eine Menge Untersuchungen wie zum Beispiel die Versicherungs-Unfallstatistiken, die sich mit der Verletzungshäufigkeit bei Budo-Sportarten wie dem Karate auseinandersetzen.

Im Vergleich zu anderen Sportarten wie Fußball oder Handball gibt es keine höhere Verletzungsgefahr.

Das liegt beim Karate an der besonderen Körperbeherrschung. Durch intensives und aufeinander aufbauendes Training und schrittweises heranführen an den „freien“ Kampf wird die Körperbeherrschung enorm trainiert.

Außerdem müssen beim Karate alle Techniken beherrscht werden, bevor man sie im Kampf oder Sparring mit einem Partner ausführt. So wird die Verletzungsgefahr erneut gesenkt.

Wenn Verletzungen vorkommen, dann meist bei Wettkämpfen. In der Regel nehmen Kinder aber nicht an solchen teil. Bei Kindern dreht sich meist alles um die Kata und Kämpfe mit fest vorgegebenen Techniken.

Macht Kinder Karate aggressiv?

Viele Eltern haben Bedenken, dass ihre Kinder durch das Karate-Training zu aggressiv werden oder gar zu Schläger werden. Natürlich ist diese Sorge nachvollziehbar, aber es handelt sich nur um ein Vorurteil.

Das Gegenteil ist der Fall. Beim Karate für Kinder können diese ihren Stress und Frust abbauen oder sozusagen rauskämpfen. Aus diesem Grund wird bei vielen Gewaltpräventionsprojekten neben Judo auch Karate als Mittel gegen Gewalt verwendet.

Außerdem sind beim Karate Disziplin und Etikette oberstes Gebot. Karate wird in Schulen und Vereinen als Helfer der Gerechtigkeit, aber nicht zum Prügeln vermittelt.

Hilft Karate bei ADHS?

Ja, Karate hilft bei ADHS. Kinder mit ADHS sind Menschen mit einem ganz besonderen Bewegungsdrang, die sich oft schlecht konzentrieren können.

Da Karate ein Bewegungssport ist, kommt das den Kindern mit ADHS sehr entgegen. Nach der Bewegung lernen die Kinder aber auch sich zu konzentrieren. Schließlich muss man die vorgegebenen Bewegungsmuster richtig und zielgerichtet durchführen.

Da Karate kein Teamsport ist, fällt es Kindern mit ADHS leichter sich zu integrieren. Der Leistungsdruck wie beim Fußball, wo man etwas fürs Team erbringen muss, ist hier nicht vorhanden. Zudem gibt es oft Trainingserfolge, wie zum Beispiel beim Erlangen eines Gürtels.

Bevor man sein Kind mit ADHS fürs Karate-Training anmeldet, sollte man aber mit dem Verein oder der Kampfsportschule Rücksprache halten, ob und inwieweit diese Erfahrung mit ADHS haben.

Wo gibt es denn jetzt Karate-Kurse für Kinder?

Neben Google lohnt ein Blick auf das Schwarze Brett der Gemeinde oder ein Blick ins Telefonbuch. Meist ist die Auswahl so alles andere als gering. Doch auf ein paar Sachen sollte man achten.

Die Trainer sollten lizenziert sein und der Verein oder die Kampfsportschule sollte Mitglied in diversen Verbänden sein.

Zudem schadet ein Anruf bei verschiedenen Kindergärten oder der Grundschule nicht um sich einen zuverlässigen Anbieter empfehlen zu lassen. Auch das Lesen von Bewertungen auf verschiedenen Portalen ist oft sehr aufschlussreich.

Gut zu wissen:

Karate-Kurse für Kinder finden meist ein bis zweimal pro Woche statt und dauern zwischen 45 und 60 Minuten.

Was kostet Karate für Kinder denn überhaupt?

Hier handelt es sich um wohl um eine der wichtigsten Fragen. Keine Sorge, Karate für Kinder sprengt keinesfalls den Geldbeutel. Allerdings sollte man schon mit ein paar Ausgaben für Ausstattung und Mitgliedsbeitrag rechnen.

Meist verlangen Vereine einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von rund 150 Euro. Sollten mehrere Familienmitglieder im selben Verein trainieren wollen, sind oft Staffelungen und individuelle Rabatte möglich.

Teurer als der Verein ist die private Kampfsportschule. Hier werden oft 40 bis 50 Euro pro Monat für die Mitgliedschaft fällig. Diese Option ist also nur geeignet, wenn der finanzielle Spielraum dies auch zulässt.

Natürlich wird beim Karate auch eine passende Ausstattung benötigt. So sollte man für einen Anzug rund 25 Euro einplanen. Mehr wird für den Anfang in der Regel nicht gebraucht.

Welche Ausstattung wird denn überhaupt benötigt?

Für das erste Training reicht eine lockere Sportbekleidung, sprich Sporthose und T-Shirt vollkommen aus. Schuhe werden für den Anfang auch nicht benötigt, da das Training meist barfuß stattfindet.

Mit der Zeit sollte man seinem Kind aber einen Karate-Anzug und gegebenenfalls auch Karate-Schuhe kaufen. Diese werden zum Beispiel benötigt beim Weg zur Toilette oder um innerhalb der Halle Laufübungen absolvieren zu können.

Es müssen auch nicht immer spezielle Schuhe für das Kinderkarate sein. Normale Turnschuhe für die Halle reichen meist aus und sind deutlich günstiger zu haben.

Über Timo Meyer, Judoka (1. Dan) 34 Artikel
Er ist seit mehreren Jahren begeisterter Judoka und verfügt über ein breit gefächertes Fachwissen in Sachen Kampfkünste und Kampfsport. Als Experte schreibt er hier über alle möglichen Themen rund um Kampfsport. Sein Motto lautet: Man kann dir den Weg weisen, doch gehen musst du ihn selbst.