Karate-Gürtel: Farben, Grade & FAQ

Karategürtel

Karate-Gürtel und das dahinter stehende System dienen bei der Kampfsportart Karate als Unterscheidungsmethode. Anhand der Farbe lässt sich der Fähigkeitenstand eines Schülers oder Meisters erkennen. Das ist besonders praktisch, da man so auf einen Blick sieht, auf welchem Level sich das Gegenüber befindet.

Gerade Lehrer wissen dies zu schätzen. Außerdem lässt sich das Karatetraining anhand der Gürtelfarbe an die Bedürfnisse des Schülers anpassen. Lehrer können so zielgerichteter unterrichten und Schüler können schneller Erfolge verbuchen.

Jede einzelne Farbe steht beim Karate für eine unterschiedliche Fertigkeitsstufe. Als Faustregel kann man sich dabei merken, dass umso dunkler die Farbe ist, umso höher ist der Grad. Mit steigendem Grad werden auch die Anforderungen an den Träger immer höher.

Wie erlangt man die nächste Stufe?

Bei jeder einzelnen Karte-Gürtel-Prüfung muss der Karateka nachweisen können, dass er alle benötigten Techniken aus dem entsprechenden Kata verstanden hat und auch umsetzen kann.

Aufgrund dessen muss der Schüler bei der Prüfung neben der Kata auch bestimmte Elemente allein oder mit einem Partner gemeinsam vorführen. Diese Form der Prüfung wird als Bunkai bezeichnet.

Schülergrade (Kyu-Stufen):

Jeder beginnt beim Karate mit dem weißen Gürtel (9. Kyu). Sobald eine Prüfung erfolgreich bestanden wurde, bekommt man den nächsten Karate-Gürtel verliehen.

Als Schüler kann man vom 9. Kyu bis zum 1. Kyu aufsteigen. Die Farbe ändert sich aber nicht bei jeder neuen Graduierungsstufe. So bleibt sie vom 3. bis zum 1. Kyu braun.

Grad9. Kyū8. Kyū7. Kyū6. Kyū5. Kyū*4. Kyū*3. Kyū2. Kyū1. Kyū
Farbeweißgelborangegrünblau oder violettblaubraunbraunbraun

* Violett als auch Blau werden in unterschiedlichen Verbänden verschieden genutzt. Einige Verbände grenzen den violetten 4. Kyu vom blauen 5. Kyu ab. Bei Anderen hingegen sind beide blau oder beide violett. Manchmal sind die Farben auch beliebig austauschbar. Je nachdem wie der Verband das Ganze handhabt.

Meistergrade (Dan-Grade):

Sobald man den 1. Kyu erfolgreich bestanden hat, bekommt man auch gleich seinen ersten schwarzen Gürtel. Damit kann man den 1. Dan erfolgreich sein Eigen nennen.

Die ersten 4 Dan-Grade werden als technisch definiert. Ab dem 5. Dan fangen dann die richtigen Meistergrade so richtig an. Beim 5. und 6. Dan geht es um den Grad des Wissens (Kokoro). Danach wird vom 7. bis zum 10. Dan der Grad der Reife (Iro Kokoro) behandelt. Denn nur dieser lässt den Karateka zum „echten“ Meister werden.

Grad1. Dan2. Dan3. Dan4. Dan5. Dan6. Dan7. Dan8. Dan9. Dan10. Dan
Farbeschwarz schwarz schwarz schwarz schwarz schwarz schwarz schwarz schwarz weiß-rot
BezeichnungDer Suchende nach dem WegDer Schüler am Anfang des WegesDer anerkannte SchülerDer technische ExperteDer WissendeDer WissendeDer ReifeDer ReifeDer ReifeDer Reife

Karte-Gürtel – was man wissen muss:

Karate-Gürtel sind ein weit umfangreicheres Thema als man auf den ersten Blick denken könnte. Nicht nur die Farben und Grade sind interessant. Denn beim Waschen kann man einige Fehler machen, das Karate Gürtel binden ist nicht einfach und die richtige Länge muss man auch bestimmen können.

Im Folgenden gehen wir auf alle diese Punkte ein und sprechen noch weitere wichtige Aspekte an. Lesen lohnt sich.

Wie wird der Gürtel richtig gebunden?

Der Karate-Gürtel wird normalerweise zweimal um den Körper gewickelt und dann an der Vorderseite mithilfe eines traditionellen Knotens fest gebunden.

Da diese Bindetechnik schwierig mit Worten zu erklären ist, haben wir ein passendes Video herausgesucht. Dort werden sogar 2 Techniken erläutert:

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2 mögliche Arten einen Karate-Gürtel zu binden.

Sollte ihr nach dem Schauen noch immer Schwierigkeiten beim Binden haben, könnt ihr auch euren Dojo oder eure Mitschüler fragen. Sicher hilft man euch gerne beim Binden.

Neuere Karate-Gürtel sind oft etwas steif. Die vielen Lagen an Material und die Breite von rund 4 cm machen das Binden auch nicht einfacher. Meist ist der Gürtel erst nach vielen versuchen geschmeidig genug um fortan ohne Schweißperlen auf der Stirn vernünftig gebunden werden zu können.

Welche Gürtellänge braucht man?

Gerade als Anfänger ist es schwierig die korrekte Gürtellänge bestimmen zu können. Als grober Anhaltspunkt kann die Körpergröße dienen. Viele Hersteller von Karate-Gürteln haben anhand dieses Schemas eigene Tabellen entwickelt.

Bist du dir trotzdem unsicher, welche Größe die Richtige ist, kannst du auch verschiedene Längen in der Kampfsportschule ausprobieren. Die anderen Schüler oder dein Dojo sind dir hier gerne behilflich.

Diese Richtwerte solltest du als grobe Orientierungspunkte sehen:

  • 1,10 bis 1.30 m: ca. 200 cm
  • 1,30 bis 1,40 m: ca. 220 cm
  • 1,40 bis 1,50 m: ca. 240 cm
  • 1,50 bis 1,70 m: ca. 260 cm
  • 1,70 bis 1,80 m: ca. 280 cm
  • 1,80 bis 1,90 m: ca. 300 cm
  • 1,90 bis 2,10 m: ca. 320 cm

Aus welchem Stoff sind Karate-Gürtel hergestellt?

Die meisten Karate-Gürtel bestehen aus reiner Baumwolle. Teurere Exemplare können aber auch aus Seide bestehen. Das Material macht bei der Haltbarkeit keinen Unterschied. Nicht zuletzt darum, weil der Gürtel beim Training keinen allzu großen Belastungen ausgesetzt ist.

Gibt es Vorschriften, wie der Gürtel gefertigt sein muss?

In der Regel wird dir niemand vorschreiben, wie dein Gürtel auszusehen hat. Natürlich muss die Farbe und Breite stimmen. Individualisieren kannst du ihn aber ruhig.

Lediglich für die Teilnahme an Wettkämpfen muss man ein paar Sachen wissen. So kommt es häufig vor, dass der Veranstalter bestimmte Vorschriften macht. Diese sollte man kennen. Meist werden zum Beispiel bestickte Karate-Gürtel nicht zugelassen.

Wie werden Karate-Gürtel richtig gewaschen?

Natürlich muss ein Gürtel nicht regelmäßig in die Wäsche. Am besten wäre es sogar ihn ausschließlich mit der Hand und bei maximal lauwarmen Wasser zu waschen.

Zum Glück bleibt einem diese nervige Prozedur eigentlich sogar erspart. Traditionell werden Karate-Gürtel nämlich nicht gewaschen, da sie gemeinsam mit ihrem Träger an Erfahrung zu legen.

Und keine Sorge ein regelmäßiges Waschen benötigt der Gürtel wirklich nicht. Schließlich wird er auf der Jacke getragen und bekommt so kaum Schweiß ab.

Kann man auch individuelle Karate-Gürtel kaufen?

Ja und das Ganze ist sogar relativ unkompliziert möglich. Natürlich muss man einen kleinen Aufpreis zahlen um seinen Karate-Gürtel mit individuellen Schriften, Zeichen oder Bilder versehen zu lassen.

Meist bestimmt die Menge der Schrift oder die Komplexität des gewünschten Bildes eine zentrale Rolle beim Preis. Das ganze lohnt sich aber.

Natürlich kann man auch selbst einfache Designs aufsticken. Dies ist, aber nicht so leicht wie es sich anhört.

Gerne werden Zeichen wie der eigene Name oder der des Lehrers benutzt. Entweder bedient man sich der deutschen oder der japanischen Sprache je nachdem was einem besser gefällt.

Gut zu wissen:

Bestickte Gürtel dürfen in der Regel bei Wettkämpfen nicht benutzt werden. Daher braucht man für solche Veranstaltungen einen anderen Karate-Gürtel.
Über Timo Meyer, Judoka (1. Dan) 34 Artikel
Er ist seit mehreren Jahren begeisterter Judoka und verfügt über ein breit gefächertes Fachwissen in Sachen Kampfkünste und Kampfsport. Als Experte schreibt er hier über alle möglichen Themen rund um Kampfsport. Sein Motto lautet: Man kann dir den Weg weisen, doch gehen musst du ihn selbst.