Kurse & Seminare: Warum Selbstverteidigung kein Sport ist!

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In vielen Selbstverteidigungskursen und Seminaren geht es zu wie im Sporttraining. Obwohl das Trainieren der eigenen Wehrhaftigkeit auf den ersten Blick wie Sport ausschaut, gibt es doch gravierende Unterschiede.

Doch warum wird aus einem Selbstverteidigungs-Seminar schnell eine Sportveranstaltung? Und was unterscheidet gute von schlechten Kursen? Das und noch vieles mehr verraten wir dir in diesem Beitrag.

Woran liegt das?

Der Grund für die sehr an Sport orientierten Veranstaltungen ist relativ banal. Viele Instruktor kommen nämlich aus dem Kampfsportbereich. Sie übertragen viele Dinge aus Kampfsportarten und deren Training auf ihre Kurse. Der richtige Weg ist dies aber nicht.

Aufgrund dessen liegt ein häufiger Trainingsschwerpunkt auf dem richtigen Dehnen, Fitnesstraining und ein paar schön anzusehenden Techniken, die im Extremfall wenig hilfreich sind. Woran das liegt? Viele Kampfsporttechniken sind eher Sport als reale Selbstverteidigung.

Auf der Straße wird nämlich anders gekämpft als im Karate oder Judo. Hier wird richtig hart zugeschlagen, der Gegner nicht geschont und auch gefährliche Zonen werden munter und ohne Rücksicht auf Verluste bearbeitet.

Was heißt das jetzt?

Natürlich schadet so ein Kurs nicht. Eine gute Fitness ist wichtig, erst recht nicht in Sachen Selbstverteidigung. Allerdings wollen wir uns ja auf der Straße wirklich verteidigen können und nicht einfach nur schnell die Flucht ergreifen. Mit Ausdauer und vielen Kampfsport-Techniken alleine erreichen wir im Ernstfall also keinen Blumentopf.

Wir wollen uns schließlich gegen Angreifer erfolgreich verteidigen können. Wegrennen alleine ist also keine effektive Verteidigung des eignen Lebens, sondern eine von vielen Selbstverteidigungs-Strategien. Zwar eine überaus sinnvolle Option, aber nur ein Mosaiksteinchen rund um Selbstverteidigung.

Körperliche Gegenwehr muss man können:

Am besten schützt man seine Gesundheit in der Regel mit einer aktiven, körperlichen Gegenwehr. Und das gilt es in einem Selbstverteidigungskurs zu lernen.

So sollten diese Fragen ausführlich beantwortet werden: Wie kann ich Griffe anwenden, wie funktionieren Hebel und wo sind gute Trefferzonen für Schlagtechniken?

Selbstverteidigung ist also per Definition echter Nahkampf. Dafür muss man körperlich einigermaßen fit sein. Viel wichtiger sind aber Attribute wie Koordination, Schnelligkeit oder auch Nehmerqualitäten.

Gut zu wissen:

Echte Selbstverteidigung trainiert man aber nur in sehr guten Kursen mit echten Sparrings und nicht in Fitness-Sportarten wie Tae Bo oder den sehr beliebten Selbstbehauptungskursen.

Was machen viele Seminare und Kurse falsch?

Sie arbeiten nicht unter „realen Bedingungen“. Wenn es auf der Straße zum Fall der Fälle kommt, kann man sich nicht aufwärmen. Es gibt kein „einschießen“ und keinen Angreifer, der einfach ohne Gegenwehr stehen bleibt und sich „bearbeiten“ lässt.

Die Konflikte eskalieren oft aus dem Nichts heraus und sind in wenigen Sekunden bis Minuten vorüber. Um hier erfolgreich bestehen zu können, braucht man Kraft für ein paar effektive Techniken und keine aerobe Ausdauer für einen 5 km Lauf.

Zudem sollte man seine Kräfte schnell mobilisieren können. Egal wie die äußeren Umstände sind. Ob es spät in der Nacht ist oder Bindfäden regnet. Ein schnelles Umschalten in den Verteidigungsmodus ist wichtig für den Ausgang des Kampfes. Das wird bei einem guten Kurs trainiert.

Unser Fazit – Was das für dich heißt:

Ein guter Selbstverteidigungskurs hilft dir dabei dich darauf vorzubereiten, dass du im Ernstfall eben nicht vorbereitet bist. Schließlich hat man im Fall der Fälle eben keine Sportkleidung oder zig Schützer an. Ebenso fehlen die Turnschuhe oder die MMA-Handschuhe.

Das Ziel ist daher eine praxisgerechte Ausbildung mit dem Trainieren von „echten“ Situationen. Und dabei werden keine komplizierten Techniken trainiert, sondern einfache und effektive Methoden. Diese kannst du auch unter Stress und großer Panik erfolgreich anwenden.

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 72 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.