Krav Maga lernen – verteidige dich mit dem israelischen Kampfsport

Krav Maga Unterricht

Seit einiger Zeit erlebt die Kampfkunst des Mossad ein wahres Revival in Deutschland. Es gibt immer mehr Kampfsportschulen und auch Vereine, die passende Krav Maga Kurse anbieten. Zudem gibt es inzwischen einige Selbstverteidigungsbücher, die Techniken dieses Nahkampfsystems vorstellen.

Doch bleibt stets eine Frage unbeantwortet zurück. Nämlich wer sich die effektive israelische Kampfsportart näher anschauen sollte? In diesem Artikel verraten wir es dir! Außerdem gehen wir noch kurz auf das Graduierungssystem, die Techniken und die benötigte Ausstattung ein.

Alle wichtigen Infos auf einen Blick:

Am Anfang dieses Guides widmen wir uns den Grundlagen. Damit du dir in aller schnelle einen Überblick verschaffen kannst, haben wir diese Tabelle erstellt:

Namensbedeutung:Der Begriff Krav Maga steht für „Kontaktkampf“. Er setzt sich aus Krav „Kampf“ und Maga „Kontakt“ zusammen. Dabei kommt der Name aus Israel, dem Geburtsland des modernen und hocheffizienten Selbstverteidigungssystems.
Schöpfung: Imrich Lichtenfeld entwickelte sein Nahkampfsystem in den 1930er Jahren. Ab 1948 unterrichtete er es auch in der israelischen Armee.
Kampftechniken:Schlag-, Trittt-, Griff-, Hebel und Bodenkampftechniken. Dabei werden meist keine Waffen eingesetzt, aber sehr wohl abgewehrt.
Besonderheiten:Effektiv (Größe & Gewicht zweitrangig), konsequent (Auftreten & effiziente Techniken) und realitätsnah (Situations- & Stresstraining)

Wer kann Krav Maga erlernen?

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Im Prinzip natürlich jeder. Da ein großer Fokus auf Selbstverteidigung und effizienten Techniken liegt, eignet sich Krav Maga optimal als Kampfsport zur Selbstverteidigung. Dabei können sowohl Senioren als auch Kinder dieses Selbstverteidigungssystem ausüben.

Primär richtet sich das Training aber an Erwachsene, ganz egal ob Frau oder Mann. Schließlich werden hier Dinge wie Schlag- und Tritttechniken, aber auch Grifftechniken, Hebel und Bodenkampfmethoden unterrichtet. Das Training ist also sehr vielseitig. Das macht dieses Nahkampfsystem gerade für Sicherheitskräfte, das Militär und Polizisten so interessant.

Auf jeden Fall sollte man körperlich fit sein. In vielen Ländern wird dieses SV-System nämlich auch zur Fitnesssteigerung ausgeübt. Allerdings muss man kein Muskelprotz sein. Schließlich wird hier nach einem ganz bestimmten Credo gearbeitet: Mit wenig Kraftaufwand das Maximum erzielen.

Dies und die Tatsache, dass der Abwehr von Waffen viel Zeit und Raum eingeräumt werden, macht Krav Maga lernen so empfehlenswert. Darin unterscheidet sich das israelische Nahkampfsystem auch von vielen hierzulande beliebten Kampfsportarten wie Thaiboxen oder Jiu Jutsu. Wer dieses System erlernt, weiß sich auch gegen bewaffnete Angreifer durchzusetzen.

Krav Maga wird nicht nur vom israelischen Geheimdienst dem Mossad ausgeübt. Ganz im Gegenteil diese Sportart gehört zur Grundausbildung aller israelischer Soldaten. Daher gilt diese Armee als äußerst effektiv im waffenlosen Nahkampf.

Wie lange dauert das Beherrschen der Techniken?

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Wie bei jedem Selbstverteidigungssystem muss man auch hier etwas Zeit einplanen, bis man die Grundlagen erlernt hat. Allerdings ist man hier relativ schnell einsatzbereit. Nichtsdestotrotz braucht man auch bei hoher Motivation 2 bis 3 Monate, um sich im Ernstfall wirklich gegen einen Angriff schützen zu können.

Woran das liegt? Das Krav Maga Training ist sehr vielseitig. Man braucht einfach eine gewisse Zeit bis man die grundlegenden Dinge beherrscht. So wird man in folgenden Bereichen geschult:

  • Verbale Deeskalation
  • Bewegungslehre
  • 360-Grad-Abwehr
  • Innenabwehr
  • Fausttechniken
  • Handballentechniken
  • Hammerschläge
  • Ellbogentechniken
  • Tritttechniken
  • Knietechniken
  • Waffenabwehr
  • Stressdrills

Weiterhin wird viel anhand von Situationen trainiert. Um diese noch echter wirken zu lassen, sorgen die Instruktoren für eine ganze Menge an Stress. Die Kombination aus Beidem sorgt für ein effizientes Training. Besser kann man für den Ernstfall einfach nicht vorbereitet werden. Daher gilt dieses Selbstverteidigungssystem als realitätsnah, effektiv und kompromisslos.

Je nach Anwender bekommt das Training andere Schwerpunkte. Unterschieden wird hier meist nach Zivilisten, Militär und Polizisten. Sicherheitsmitarbeiter erlernen meist eine Mischung aus Techniken für Polizisten und Privatleute.

Gibt es Gürtel oder Bandagen?

Damit man sich einen Überblick über seine Fähigkeiten und der, der Mitschüler verschaffen kann, gibt es auch hier ein Graduierungssystem. Dabei wird nach einem ähnlichen Schema wie in vielen anderen Kampfsportarten vorgegangen. Allerdings werden hier meist keine Gürtel, sondern farbige Patches (Aufnäher) verliehen. Dabei unterteilt man die Graduierungen in drei unterschiedliche Klassen:

  • Practitioner Level 1 bis 5: gelbes Abzeichen mit Streifen.
  • Graduate Level 1 bis 5: blaues Abzeichen mit Streifen.
  • Expert Level 1 bis 5: goldenes Abzeichen mit roten Streifen.
  • Master Level 1 bis 3 (oft als Expert Level 5 bis 8 bezeichnet).
Damit man die unterschiedlichen Level unterscheiden kann, entsprechen die jeweiligen Streifen dem Level. Je nach Grad kann der Aufstieg zwischen mehreren Monaten und Jahren dauern. Krav Maga lernen klappt also nicht in wenigen Wochen. Man braucht Ausdauer!

Welche Ausrüstung braucht man für die israelische Kampfsportart?

Selbstverteidigung-Schutzausrüstung

Wer Krav Maga lernen möchte, muss sich keine bestimmten Gegenstände zulegen. Da hier realitätsnah unterrichtet wird, braucht man lediglich strapazierfähige und nicht zu enge Klamotten. Man sollte sich gut bewegen können. Je nach Trainingsort sollte man auf das Schuhwerk acht geben. Schließlich wird hier nicht nur in einer Turnhalle trainiert. Was man alles genau benötigt, erfährt man aber meist im Voraus vom Trainer.

Im späteren Verlauf benutzt man auch Trainingswaffen und andere Gegenstände. So lassen sich zum Beispiel Messer- oder Stockangriffe lebensecht simulieren. Diese werden in der Regel gestellt und müssen nicht selbst erworben werden.

Welche Alternativen zu Krav Maga existieren?

Nicht in jeder Stadt findet zum Krav Maga lernen bestimmte Kurse. Daher ist man leider oft auf Alternativen angewiesen. Aber keine Sorge! Es gibt mehr als genügend. So ist das Deutsche Ju Jutsu eine empfehlenswerte Kampfsportart mit Schwerpunkt auf Selbstverteidigung.

Genau zu diesem Zweck wurde es in den 1960er Jahren auf Wunsch des Bundesinnenministeriums entwickelt. Ausgeübt wird diese Kampfsportart hauptsächlich von Behördenmitarbeitern. Allerdings ist diese Sportart stark ritualisiert. So existieren Gürtel und alles ist in ein starres Konstrukt gepresst.

Ein offeneres und sehr effizientes SV-System ist Jeet Kune Do. Entwickelt wurde es von keinem geringeren als Bruce Lee. Hier gibt es zwar keine Gürtel und Rituale, dafür hat man die freie Auswahl, wie und was man trainieren möchte. Man kann das System also an seine Wünsche anpassen. Leider gibt es in Deutschland nur wenige Ausbilder.

Geht es ausschließlich um die Thematik Selbstverteidigung, kann ein passender Kurs eine sinnvolle Option darstellen. Hier lernt man in kurzer Zeit die wichtigsten Techniken und kann sich so gegen die meisten Szenarien erfolgreich schützen.

Zudem werden hier Deeskalationsmaßnahmen und Selbstbehauptungstechniken unterrichtet. Es geht also um mehr als nur körperliche Selbstverteidigung.

Was sollte man noch wissen?

FAQ

Von Zeit zu Zeit erreichen uns immer mal wieder Fragen und um dieses Selbstverteidigungssystem. Alle interessanten Fragen rund ums Erlernen inklusive unserer Antworten, haben wir im Folgenden veröffentlicht:

Kann man Krav Maga online lernen?
Ja, ein paar grundlegende Dinge kann man sich selber aneignen. So gibt es online die Möglichkeit kostenlose Videos anzuschauen. Wer lieber liest, findet viele tolle Tipps und Techniken auf den einschlägigen Portalen.

Bei aller Begeisterung muss aber sagen, dass man ohne Trainer nur sehr einfache Techniken üben kann. Zudem braucht man hier zwingend einen Partner, der kein Problem damit hat, mal einen Bluterguss oder ähnliches abzubekommen. Wer es aber wirklich ernst meint, sollte einen Kurs buchen. Alles andere ist und bleibt Spielerei.

Kann man Krav Maga zu Hause lernen?
Ja, ein paar Grundlagen kann man sich selber beibringen. Dafür kann man auf Bücher, YouTube-Videos und die vielen einschlägigen Portale zurückgreifen. Allerdings ist man hier in seinen Möglichkeiten stark limitiert.

Daher sollte man lieber einen Kurs besuchen. Zudem hat nicht jeder einen Trainingspartner zur Verfügung, der über einen Bluterguss oder andere kleine Verletzungen hinwegsehen kann. Aufgrund dessen raten wir immer wieder dazu einen passenden Kurs zu besuchen. Zum Einstieg ist auch ein Fachbuch nicht verkehrt.

Was heißt Krav Maga übersetzt?
Der Name Krav Maga steht für „Kontaktkampf“. Er setzt sich aus Krav „Kampf“ und Maga „Kontakt“ zusammen. Dabei kommt der Name aus Israel, dem Geburtsland des modernen und hocheffizienten Selbstverteidigungssystems.
Was genau ist Krav Maga?
Hierbei handelt es sich um ein modernes und effizientes Selbstverteidigungssystem aus Israel. Der Schwerpunkt liegt dabei bevorzugt auf Schlag- und Tritttechniken. Aber auch Griff-, Hebel- und Bodenkampftechniken sind Bestandteile dieses SV-Systems. Trainiert wird Krav Maga von Zivilisten, Polizisten und dem israelischen Militär. Je nach Anwender unterscheiden sich die gelehrten Techniken.
Ist Krav Maga die beste Selbstverteidigung?
Es handelt sich hier um ein hocheffizientes Nahkampf- und Selbstverteidigungssystem. Da es sowohl Varianten für Privatleute, Polizisten als auch Soldaten gibt, ist man sehr gut auf den jeweiligen Ernstfall vorbereitet. Außerdem existieren spezielle Kurse für Frauen, Senioren und Kinder. Wir können dieses SV-System auf jeden Fall empfehlen. Ob es das Beste ist, sollen andere entscheiden.
Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 81 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.