Kann man mit einer Jacke einen Messerangriff abwehren?

kann-man-mit-einer-jacke-ein-messer-abwehren

Selbstverteidigung gegen Messer ist ein kontrovers diskutiertes Thema. Es gibt zig unterschiedliche Techniken, Meinungen und auch Kurse um die Thematik „erfolgreiche Messerabwehr“.

Heute schauen wir uns eine Abwehrmöglichkeit genauer an. Die Frage lautet: Kann man mit einer Jacke ein Messer abwehren? Die Antwort auf diese Frage, gibt es wie immer in unserem Beitrag.

Methode 1 – Jacke um den Arm wickeln:

Manchmal wird diese Variante in Filmen gezeigt. Hierfür zieht man seine Jacke aus und wickelt sie um den eigenen Arm. Sobald der Angreifer mit dem Messer attackiert, soll die Jacke das Eindringen der Klinge in den Arm verhindern.

Das soll folgendes ermöglichen: Ein schnelles Entwaffnen des Gegners im Nahkampf. Bevorzugt durch das Anwenden von Fixier- und Hebeltechniken oder durch Tritt- und Schlagtechniken. Das Prinzip sollte also klar sein.

Unsere Meinung:

Diese Variante halten wir für absolut praxisfern. Man stelle sich nur einmal vor wie lange das Ausziehen und umwickeln des eigenen Arms dauert.

In diesem Zusammenhang sollte man sich auch fragen, warum der Angreifer die ganze Zeit über passiv bleiben sollte. Warum soll der Angriff erst dann erfolgen, wenn die Jacke erfolgreich am Arm befestigt wurde? Darauf wissen wir keine Antwort.

Und zu guter Letzt sollte man sich vor Augen führen, dass selbst eine sehr dicke Jacke das Eindringen eines Messers weder verhindern noch besonders hemmen kann. Gilt übrigens auf für das „Filetieren“, sprich schneiden.

Unser Fazit: Hollywood lässt grüßen. Besser nicht ausprobieren!

Methode 2 – Jacke als Schlagwaffe einsetzen:

Diese Technik sieht man auch relativ häufig. Die eigene Jacke wird ausgezogen und am Ärmel gepackt. Alternativ wird ein Teil des Ärmels um das Handgelenk gewickelt.

YouTube

Mit dem Laden des Videos aktzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Ab 00:50 geht es los. Angreifer ist vermutlich unter Drogen und halluziniert wahrscheinlich.

Ziel dieser Technik ist es die Jacke zur Entwaffnung einzusetzen. Man versucht hier die Hand bzw. das Messer des Angreifers zu treffen. Dadurch soll dieser die Waffe fallen lassen. Manchmal verfängt sich auch das Messer im Stoff und wird dem Angreifer aus der Hand gerissen.

Unsere Meinung:

Diese Variante kann in wenigen Fällen funktionieren. Allerdings sind die Erfolgsaussichten doch relativ gering und man spielt außerdem eher auf Zeit. Hat man keinen anderen Ausweg, kann diese Technik eingesetzt werden.

Aber auch hier gilt wieder die These, warum man genügend Zeit haben sollte, um die Jacke auszuziehen und schließlich als Waffe einsetzen zu können.

Unser Fazit: Kann man machen, sollte man aber nicht.

Gibt es alternative Abwehrmethoden?

Nicht jeder hat immer eine Selbstverteidigungswaffe dabei oder besitzt überhaupt eine. Kommt man trotzdem in eine Situation, wo man mit einem Messer angegriffen oder bedroht wird, muss man sich unter Umständen verteidigen können.

Da die Verteidigung mit Armen und Beinen schnell zu schwersten oder gar tödlichen Verletzungen führen kann, werden wir immer wieder nach passenden Waffen gefragt.

Abwehr von Messserangriffen ohne Waffen:

Gehen wir zu Beginn aber kurz auf Gegenstände ein, die man meistens dabei hat. Zur Verteidigung gegen einen Messerangriff bieten sich diese Alltagsgegenstände an: Schulranzen, Handtaschen, Schirm oder auch ein Gehstock.

Hiermit versucht man den Angreifer durch einen Schlag auf das Handgelenk zu entwaffnen oder zumindest solange zu verunsichern bis Hilfe eintrifft.

Selbstverteidigung gegen Messer mit Waffen:

Selbstverständlich kann auch auf Selbstverteidigungswaffen zurückgegriffen werden. Eine Empfehlung zur Messerabwehr abzugeben ist hier aber überaus schwierig. Grundsätzlich eignen sich Pfeffersprays mit Gelstrahl sowie Pfefferpistolen.

Warum wir ausgerechnet diese Waffen empfehlen? Ganz einfach: Da man hier nicht im Nahkampf agiert, sondern den Angreifer bereits auf Distanz ausschalten kann. Hier sind die Chancen unbeschadet zu bleiben einfach am größten.

Unser Fazit zur Messerabwehr mit einer Jacke:

Beide zu Beginn vorgestellten Abwehr-Methoden sind wenig erfolgsversprechend. Zudem hat in der Realität nur selten die Zeit, um sich seiner Jacke zu entledigen.

Hat man sie trotzdem, sollte man lieber fliehen. Das sollte bei einem Messer sowieso immer das oberste Credo sein. Alternativ kann auch auf die in diesem Beitrag vorgestellten Gegenstände und Waffen zurückgegriffen werden.

Wer sich noch weiter mit der Thematik Messer auseinandersetzen möchte, kann sich unseren Ratgeber „Selbstverteidigung gegen Messer“ durchlesen. Dort gibt es eine ganze Menge Technik-Videos und die klassischen Angriffsszenarien werden erklärt. Lesen lohnt sich!

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 51 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.