Pankration – Erfahre alles über das MMA der griechischen Antike!

Pankration

Mixed Martial Arts kennt so gut wie jeder Kampfsportler. Pankration ist sozusagen der Vorläufer davon. Schließlich ähneln sich die Techniken sehr stark. Allerdings hat Pankration im Gegensatz zu MMA eine sehr lange Tradition, die sich über mehr als 2000 Jahre erstreckt. Bereits 648 v. Chr. nahmen Kämpfer dieser Sportart an den olympischen Spielen teil.

Was man über Pankration auf jeden Fall wissen sollte, welche Techniken es gibt, wie es entstanden ist und noch vieles mehr verraten wir dir in diesem Ratgeber. Zu Beginn haben wir aber erstmal eine kleine Tabelle erstellt, damit du dir einen kurzen Überblick über diese Kampfkunst verschaffen kannst:

Übersetzung:Der Begriff setzt sich aus den griechischen Wörtern pan für „alles“ und kratos für „Kraft“ zusammen. Sinngemäß bedeutet Pankration also „Allkampf“ oder auch „Gesamtkampf“. Häufig liest man auch „mit aller Kraft“.
Entstehung:War 648 v. Chr. eine Disziplin bei den 33. Olympischen Spielen in Griechenland.
Techniken:Würfe, Hebel- und Würgegriffe, Bodenkampf, Schläge, Tritte, Knie- und Ellenbogenstöße
Bekannte Athleten:Theogenes aus Thassos, Marcus Aurelius Asklepiades sowie Dioxippos. Letzterer ist dafür bekannt, dass er ohne Kampf Olympia-Sieger wurde. Kein Gegner wollte gegen ihn antreten. Lieber nahmen sie eine saftige Bestrafung in Kauf.

Was ist Pankration?

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Diese Kampfkunst umfasst Elemente aus dem Ringen, Grappling und Boxen. Ziel war es in den Anfängen noch den Gegner so stark zu verletzten, dass er K.O. geht oder den Kampf abbricht. Bei einem Duell galt im Prinzip nur ein einziger Grundsatz: Erlaubt ist, was funktioniert.

Allerdings war das Beißen des Gegners sowie das Eindrücken der Augen verboten. Wer zuwider handelte, wurde vom Schiedsrichter mithilfe einer Rute zu Recht gewiesen. Aller Verwunderung zum Trotz, stellten Techniken im Bereich der Genitalien keinen Regelverstoß dar.

Fast kein anderer Sport war im antiken Griechenland so beliebt:

Die harte Gangart, die zu vielen Toten führte, sorgte von Anfang an zu reichlich Kritik. Allerdings nahmen Kämpfer, im Fachjargon Pankratiasten genannt, sehr publikumswirksam an den alten olympischen Spielen teil. So konnten sie tausende Menschen mit ihren Kämpfen unterhalten.

Den Reiz machten damals noch die extreme Brutalität und die zahlreichen schweren Verletzungen aus. Außerdem war es möglich den Kampf, zwar als Krüppel oder gar Toter zu beenden, aber trotzdem zum Sieger gekürt zu werden. Viele Schiedsrichter, die Hellanodiken, machten von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Pankration war damals so beliebt, dass der siegreiche Pankratiast eines der höchsten Preisgelder mit nach Hause nehmen konnte. Lediglich die Sieger der Pferderennen bekamen damals mehr. Allerdings hielten viele die Kämpfer für wahre Helden. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, da die Griechen in der Kampfkunst Pankration den ultimativen Test für Stärke und Technik eines Athleten sahen.

Gut zu wissen:
Bereits 648 v. Chr. gab es Rituale, an die sich beide Kämpfer halten mussten. So rieb man sich vor dem Kampf mit Sand und Öl ein. Wer zudem vor dem Kampf Angst bekam und nicht antreten wollte, wurde dafür hart bestraft.

Eine Zeit lang konnte man auch Kampfhandschuhe, die sogenannten Cestus einsetzen. Meist wurde aber ohne Bandagen und Handschuhe gekämpft. Das Tragen der Handschuhe war nämlich absolut verpönt.

Was auch für die nächste Möglichkeit galt. Sie wurde von den Kämpfern zwar enorm verachtet, manch einer macht aber von ihr Gebrauch. Die Rede ist vom Abbruch des Kampfes, indem man dem Gegner den Sieg zusprach.

Wie wird Pankration heutzutage praktiziert?

Viele Verbände aus aller Welt möchten, dass Pankration wieder eine olympische Sportart wird. Um dies möglich zu machen, wird heute nicht mehr bis zum Tode des Kontrahenten gekämpft. Trotz zahlreicher Versuche diese Sportart wieder olympisch zu machen, scheiterte man bis heute daran.

Außerdem konnten sich inzwischen Alternativen wie Vale Tudo und MMA etablieren, die in den letzten Jahren große Massen an Zuschauern anziehen konnten. Ob und wann Pankration wieder bei Olympia zu sehen sein wird, kann man heute noch nicht genau abschätzen. Die Community ist aber zuversichtlich, dass dies wieder gelingt. Nicht zuletzt, weil Pankration heute eine vernünftig reglementierte Kampfsportart ist.

Zudem haben sich griechischstämmige Kanadier und US-Amerikaner zusammen gesetzt, um mithilfe von alten Unterlagen die Kampfkunst wieder vollkommen zu rekonstruieren. Aber auch viele Griechen setzen alles daran, der Kampfkunst wieder zu altem Glanz zurück zu verhelfen. So konnte sich inzwischen die Form Pangration Athlima als moderne Variante durchsetzen.

Gut zu wissen:
Sogar bei uns in Deutschland gibt es inzwischen eine kleine Fangemeinde, die sich in verschiedenen Vereinen und Kampfkunstschulen organisiert hat. Wer möchte, kann Teile dieser Kampfkunst auch ganz bequem von zu Hause aus lernen. Schließlich gibt es mehrere Onlinekurse, Bücher und Lehr- DVDs.

Wie entstand diese Kampfkunst?

Gleich mehrere Mythen ranken sich um die Entstehung von Pankration. So soll Hercules diese Sportart erfunden haben. Sein Ziel soll es damit gewesen sein, den Vater Zeus zu ehren und ihn gleichzeitig auch zu beeindrucken. Oft hört man aber auch, dass Theseus Pankration erfand, um den Minotaurus wieder in die Unterwelt sperren zu können.

Was man mit aller Sicherheit sagen kann ist, dass griechische Soldaten gut in Pankration ausgebildet wurden. Dies stellten sie in zahlreichen bekannten Schlachten unter Kontrolle. Eine davon wurde sogar verfilmt. Die Rede ist vom Kampf um Troja. Im bekannten Film 300 kann man sich selbst davon überzeugen, wie 300 Spartaner der persischen Armee das Fürchten lehren.

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Der englischsprachige Film zeigt eindrucksvoll, wie damals gekämpft wurde.

Aber nicht nur die Griechen wussten von der hohen Effizienz Bescheid. Selbst die Armee von Alexander dem Großen setze auf Pankration zur Ausbildung ihrer Männer. Dies ist nicht zuletzt ein Grund für die erfolgreichen Feldzüge gegen den Osten.

Plötzlich war diese Kampfsportart verboten:

Als Griechenland unter den Einfluss der orthodoxen Kirche geriet, wurde Pankration verboten. Nicht einmal mehr die Soldaten durften mithilfe dieser Kampfkunst ausgebildet werden. Schuld daran war die Nähe zu den griechischen Göttern und der Mythologie.

Aber viele Griechen gaben die geliebte Kampfsportart Pankration nicht auf und lehrten deren Techniken weiter hinter verschlossenen Türen. Aufgrund dessen ist das Wissen auch noch heute zu großen Teilen vorhanden. Selbst mehrere Verbände und eine moderne Version gibt es heutzutage. Die Kampfkunst ist also wieder auf dem Weg dabei populär zu werden.

Gut zu wissen:
Bei den Olympischen Spielen 1896 in Athen, wurden alle Sportarten der antiken Spiele zugelassen. Zumindest bis auf eine Ausnahme: Pankration. Papst Leo XIII verbot den Kämpfern die Teilnahme an den Spielen.

Einerseits wegen der großen Brutalität, andererseits wegen der Nähe zur griechischen Mythologie. Man fürchtete, dass der Glaube an die Mythologie und die griechischen Götter wieder auflodern könnte.

Was sollte man sonst noch wissen?

FAQ

Unserer Leser kontaktieren uns immer wieder mit Fragen rund um den griechischen Allkampf. Damit nicht nur der Fragesteller zusätzliche Informationen über Pankration bekommt, haben wir zum Abschluss dieses Ratgebers noch ein kleines FAQ ins Leben gerufen. So profitierst auch du von unseren Antworten und bekommst jetzt noch zusätzliches Fachwissen geliefert:

Wo kann man Pankration trainieren?

Hier gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. Viele Kampfkunstschulen, Vereine als auch Schulen bieten passende Kurse an. Wer „echtes“ Pankration trainieren möchte, kann dies jederzeit in Griechenland tun.

Hier gibt es nämlich viele Gyms, in denen sich regelmäßig Gruppen aus der ganzen Welt zum gemeinsamen Training treffen. Als Kampfsportler sollte man beim nächsten Griechenlandurlaub den Besuch eines solchen Gyms in den Veranstaltungskalender eintragen.

Die Betreiber freuen sich über deinen Besuch. Zudem sind sie nicht an deinem Geld interessiert. Viel mehr macht es ihnen Spaß ihr Wissen und die Geschichte ihres Landes mit dir zu teilen.

Wird Pankration wieder olympisch werden?

Mit genauer Sicherheit lässt sich solch eine Frage natürlich nicht beantworten. Allerdings versuchen weltweit gleich mehrere Verbände Pankration wieder, als olympische Disziplin zu etablieren. Man kann also gespannt bleiben, was sich in Zukunft ergibt.

Eines ist aber natürlich schon sicher. Heutzutage wird nicht mehr bis zum Tode gekämpft. Und da das Interesse an modernen Ablegern wie MMA stetig größer wird, sollte es wohl bald zu einer Wiederaufnahme kommen.

Sind die Kampfszenen aus dem Film 300 durch Pankration inspiriert worden?

Ja. Genau genommen handelt es sich hier sogar um Pankration. Dieser sehr erfolgreiche Kinofilm sorgte für ordentliche Aufmerksamkeit und verhalf dazu, dass man heutzutage wieder öfter über diese Kampfkunst spricht.

Im Film gibt es Szenen mit Armak-Pankration und natürlich dem spartanischen Waffenkampf. Ein lohnenswerter Film und das nicht nur für Kampfkunstbegeisterte. Das Ansehen lohnt auf alle Fälle.

Wie wurden die Kämpfer und Schiedsrichter bezeichnet?

Man bezeichnete sie als Pankratiasten. Die Schiedsrichter heißen Hellanodiken. Sie kümmerten sich darum, ob die Regeln befolgt wurden und bestimmten am Ende des Kampfes den Sieger.

Gibt es moderne Alternativen zu Pankration?

Ja. Sehr bekannt sind hierbei MMA (Mixed Martial Arts) sowie Vale Tudo aus Brasilien. Ein bekannter griechischer Mythos besagt, dass Hercules bis nach Brasilien reiste, um die dortigen Menschen im Nahkampf zu schulen. Leider kennen die Kampfkunst Vale Tudo in Deutschland nur wenige Menschen.

MMA hingegen kann man in fast jeder größeren Stadt trainieren. Zudem gibt es viele Fernsehübertragungen und Live-Veranstaltungen, die mehrere Tausend Menschen in ihren Bann ziehen. Diese Kampfsportart wird also immer beliebter.

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 85 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.