Pencak Silat: 800 Stile aus Süd-Ost-Asien sind hier vereint!

Pencak Silat Techniken

In den vergangenen Jahrhunderten war Pencak Silat eine hocheffektive Kriegskunst mit langer Tradition. Inzwischen werden im modernen Silat, aber hauptsächlich Selbstverteidigungs- sowie Atemtechniken zur Mediation und Gesunderhaltung trainiert. Zudem finden regelmäßig Wettkämpfe statt.

Interessant ist dabei, dass die Duelle mit einem Tanz beginnen. Dabei starren sich die beiden Kontrahenten hypnotisch an. Mit der Zeit werden die Bewegungen immer schneller und schließlich kommt es dann zum Kampf. Dabei wird sowohl mit als auch ohne Waffen gearbeitet.

Die verschiedenen Block-, Schlag-, Stoß-, Wurf-, Hebel- und Haltetechniken sowie die Sprünge und Tritte schauen auf Außenstehende sehr kunstvoll und athletisch aus. Man erkennt bei genauerer Betrachtung aber auch die Nähe zum chinesischen Kung Fu, aber auch dem philippinischen Kali.

Was man über diese traditionelle Kampfkunst aus dem indonesisch-malaiischen Archipels wissen muss, verraten wir dir in diesem Artikel. Dabei gehen wir auf die Geschichte, die Stile und die Techniken ein. Wir behandeln aber auch die Kleidung, alle Waffen und viele weitere spannende Punkte. Das Lesen lohnt sich also.

Silat-Steckbrief:

Die traditionelle Kriegs- und Kampfkunst aus dem südöstlichen asiatischen Raum kennt man hierzulande eher weniger. Wer den folgenden Steckbrief aber gründlich liest, kennt alle wichtigen Grundlagen. So steht dem nächsten fachsimpeln nichts mehr im Wege.

Namensbedeutung:Pencak kann man mit dem Wort Geschicklichkeit übersetzen. Hinter dem Wörtchen Silat versteckt sich der Begriff Kampf.
Entstehung:Pencak Silat war zu Beginn ein vielseitiges und dabei äußerst effektives Nahkampfsystem für Soldaten. Wann genau Silat entstand, lässt sich allerdings nicht mehr nachvollziehen.
Kampftechniken:Schlagtechniken, Tritte, Würfe. Griffe und Hebel.
Waffen:Dolch, Faustmesser, Sichel, Stock, Kerambit, Speer, Kurzschwert, Machete, dreieckiges Messer, Langstock, Kurzstock, Dreizack, Eisenfächer, Lanze, Regenschirm und Spazierstock.
Wettkampfstile:Es gibt eine Vielzahl an Stilen, was sich auf die kulturellen und länderspezifischen Eigenheiten zurückführen lässt.
Kleidung:Es wird eine Uniform bestehend aus einem Hemd mit langen Ärmeln sowie einer langen, weit geschnittenen Hose getragen. Trainiert wird barfuß und in manchen Stilen wird eine Kopfbedeckung aus Stoff getragen.

Was Pencak Silat ist:

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Sinngemäß übersetzt bedeutet der Begriff Pencak Silat so viel wie „Übungen von Selbstverteidigungstechniken und deren Anwendung im Ernstfall“. Hauptsächlich wird die Kampfkunst in den Ländern Indonesien, Malaysia, Brunei sowie den südlichen Philippinen ausgeübt. Allerdings findet man noch weitere Anhänger über den kompletten Malaiischen Archipel verteilt.

Neben den bekannten Hauptstilen gibt es hunderte weitere sogenannte Dorfstile. Außerdem versteht man in manchen Bereichen unter dem Namen einen speziellen Wettkampfstil. Nämlich Olahraga, eine stark veränderte Form des traditionellen Silat. Der Stil gilt als sehr entschärft im Vergleich zur normalen Kampfkunst.

Letztendlich ist es aber egal von welchem Stil die Rede ist. Die Vielseitigkeit zeichnet alle 800 Stile aus. Gemeint sind damit aber nicht nur die effektiven Techniken, die sowohl mit als auch ohne Waffe ausgeführt werden können. Die Bandbreite geht hier so viel weiter.

Es gibt Atemtechniken zur Meditation und allgemeinen Gesunderhaltung. Außerdem können viele Formen auch getanzt werden. Je nach Stil gibt es unterschiedliche Schwerpunkte in der technischen und geistigen Ausbildung. Zudem variiert die getragene Bekleidung nach Stil und Region. Mann kann sich also nie sicher sein, wie der Gegner agiert. Diese Punkte und noch vieles mehr macht Silat so einzigartig und faszinierend.

Gut zu wissen:
Silat ist in West-Java sehr beliebt. Dort genießt die Kampfkunst einen hohen gesellschaftlichen als auch sportlichen Stellenwert. Sogar im Schulsport werden die Techniken dieses Kampfsports unterrichtet. Dabei konzentriert man sich aber nicht nur auf die Formen, die auch getanzt werden können. Selbst Atemtechniken zur Mediation gehören in West-Java zum Schulsport.

Geschichte:

Pencak Silat

Einst war Silat ein vielseitiges und sehr effizientes Nahkampfsystem für Soldaten. So wurde der Kampfsport in allen nur erdenklichen Kriegen im Bereich des Archipels eingesetzt. Jede Generation gab dabei ihr Wissen weiter. Dies aber in der Regel nicht schriftlich, sondern mündlich. Aufgrund dessen kann man auch nicht genau sagen, wann Silat entstand.

Sicher ist nur, dass es bereits im 6. Jahrhundert nach Christus formalisierte Kampfsysteme auf der malaiischen Halbinsel und Sumatra gelehrt wurden. Allerdings sollten die Ursprünge noch weiter in der Vergangenheit liegen. Zumindest, wenn man den vielen Entstehungsmythen Glauben schenken mag.

Eines ist aber sicher. Pencak Silat wurde in vielen kriegerischen Auseinandersetzungen angewandt. Sogar im 2. Weltkrieg setzten die Soldaten auf die Techniken dieser Kampfkunst. Die Japaner waren geschockt von den einfachen, aber hocheffektiven Techniken. Direkt im Anschluss fand Silat im indonesischen Unabhängigkeitskrieg von 1945 bis 1949 seine Verwendung.

Gut zu wissen:
Vom 17. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war Silat bzw. dessen Ausübung strengstens untersagt. Dies betraf alle Bevölkerungsschichten. Selbst die Sultanate der malaiischen Halbinsel durften sich nicht mit dieser Kampfkunst beschäftigen. Wie es aber immer schon war, wurde das Wissen im Verborgenen weitergegeben.

Pencak Silat Techniken:

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Die Bandbreite an Techniken ist bei Silat sehr groß. So findet man relativ oft archaische Kampf- und Jagdtechniken der indigenen Bevölkerung. Diese basieren meist auf der Nachahmung von Raubtieren, wie Tiger oder Krokodile. Aber auch Pflanzen und andere Kulturen dienten als Vorbild.

Meist kam man mit diesen Menschen durch Bündnisse, Kriege, Handel, Migration oder auch religiöse Gemeinsamkeiten rund um dem Archipel in Kontakt. Daher findet man immer wieder Parallelen zu Kampfkünsten aus anderen asiatischen Ländern. Gerade Techniken aus China, Persien, Thailand, Kambodscha, Vietnam, Japan und Indien sind sehr häufig vertreten.

Erste Schritte:

Neue Schüler beginnen immer mit den Ausgangspositionen, wie kudas und pasang. Im Anschluss folgen dann die Schrittfolgen langkahs sowie Tritte und Oberkörpertechniken. Allerdings wissen die Schüler zu Beginn meist nicht, wie sie die ganzen Techniken im Ernstfall verwenden sollen. Dies ist aber auch nicht weiter schlimm.

Der Stilgeber, er wird Pendekar genannt, kombiniert die erlernten Techniken zu Formen. Diese werden als jurus bezeichnet und bestehen in der Regel aus mehreren logisch aufeinander aufbauenden Bewegungen. So soll der Kampf gegen imaginäre Gegner trainiert werden. Allerdings festigt man so nicht nur die Techniken, sondern lernt auch, wie Angreifer sich verhalten.

Diese Trainingsweise macht es den Pencak Silat Kämpfern möglich einen Kampf zu steuern. Natürlich geht dies nur bis zu einem gewissen Punkt. Allerdings gelingt es doch recht oft einen Angreifer so weit zu manipulieren, dass man ihn schnell und ohne großen Aufwand außer Gefecht setzen kann.

Die nächste Phase beginnt:

Wer möchte, kann die Bewegungsabläufe tanzen. Man spricht dann von Ibing Penca bzw. kembanga. Werden die Techniken und Abläufe als reine Kunstform betrachtet, sprechen Profis von der reinen Kunstform Seni-Silat. In weiteren Trainingseinheiten wird dann in Partnerübungen die Applikation buah geübt. Das Ziel lautet dabei, dass man die Abläufe völlig verinnerlicht und die Techniken sauber ausführt.

Wann welche Bewegungen trainiert werden, bestimmt immer der Lehrer. Er wird als guru bezeichnet und überwacht die Ausführung und greift bei Fehlern sofort ein. Wichtig ist dabei zu wissen, dass in vielen traditionellen Stilen keine Schutzkleidung getragen wird. Daher gibt es meist auch keine Sparrings, wie man sie aus modernen Kampfsportarten kennt.

Der Einsatz der Waffen würde schnell zu ernsten Verletzungen bei den kleinsten Fehlern führen. Anstelle von Trainingskämpfen finden daher freundschaftliche Partnerduelle statt, wo man auf eine vorsichtige und respektvolle Weise die Techniken studiert. In West-Java wird diese Form des Trainings als usik bezeichnet.

Besonderheiten der jeweiligen Stile:

Es gibt rund 800 verschiedene Silat-Stile. Jeder von ihnen hat dabei andere Eigenheiten als auch technische Schwerpunkte. Manche Stile setzen fast ausschließlich auf Faust-, Unterarm oder Ellenbogenstöße, wohingegen andere mehr Wert auf Hebel oder Tritte legen.

Die Unterschiede liegen meist in der Geschichte der Stile begründet. Oft haben die Erfinder körperliche Einschränkungen, die sie mit dem Erschaffen ihres eigenen Stils ausgleichen wollten. Allerdings spielen auch taktische Erfordernisse eine große Rolle. Im Königreich Sunda wurden Krieger eher zu Einzelkämpfern ausgebildet, während die Majapahit auf Formationen und Teamgeist setzten.

Gut zu wissen:
Das geschickte Ausweichen eines Angriffsmanövers hat bei Silat oberste Priorität. Dabei spielt zum Beispiel das Gelek-Prinzip eine wichtige Rolle. Durch Aufmerksamkeit und Selbstbeherrschung kann der Angriff frühzeitig erkannt werden.

Nun wird mit einer Rotation des Oberkörpers ausgewichen und sofort ein Gegenangriff vollzogen. Ähnlich wird im Pencak Silat West Javas oder den Stilen Cimande und Sera vorgegangen. Allerdings wird hier nicht mit dem ganzen Körper ausgewichen, sondern Abwehrtechniken mit Armen und Händen durchgeführt.

Pencak Silat Waffen:

Nicht nur der unbewaffnete Kampf stellt beim Silat eine wichtige Grundsäule in der Ausbildung dar. Auf den Umgang mit Waffen wird großer Wert gelegt. Jeder Stil hat dabei sein eigenes Repertoire. Die bekanntesten von ihnen haben wir im Folgenden kurz aufgelistet und erklärt:

  • Dolch mit Wellenschliff (Kris)
  • Messer (Pisau)
  • Machete (Parang)
  • Säbel (Golok)
  • Säbel (Pedang)
  • Schwert (Klewang)
  • Langstock aus Bambus (Toaya)
  • Kurzstock aus Bambus (Petong)
  • Saigabeln (Tjabang)
  • Dreizack (Trisula)
  • Sichel (Arit)
  • Fächer aus Eisen (Kipas)
  • Lanze (Tombak)
  • Speer, beidseitig (Abir)
  • Regenschirm (Payung)
  • Spazierstock (Teken)

Es gibt aber noch ein paar weitere Waffen, die nur in wenigen Stilen Anwendung finden, aber trotzdem sehr interessant sind. Die Rede ist vom Badek. Dieser Dolch wird von der Volksgruppe Bugis in der Stadt Makassar eingesetzt. Auch das Cabang, ein Faustmesser ist eine beliebte Waffe unter Pencak Silat Kämpfern.

Viele Athleten setzen aber auch auf eine Sichel, sie wird als Celurit bezeichnet. Auch ein Kurzschwert der Sundanesen findet häufig Anwendung. Der Name lautet Kujang und das Schwert erinnert stark an eine Sichel. Eine weiterhin oft benutzte Waffe aus vergangenen Zeiten ist der Speer. Je nach Region wird er als Lembing, Seligi als auch Sibat beschrieben.

Gut zu wissen:
In Deutschland kennt man vor allem das gekrümmte Messer aus dem Pencak Silat. Bei genauerer Betrachtung erinnert es einen schon fast an eine Klaue oder Kralle. Letzteres ist auch zutreffend, wurde es doch einer Tigerkralle nachempfunden. Am Ende des Griffs befindet sich ein kreisrunder Ring.

Die Rede ist natürlich vom Karambit. Es wurde ursprünglich als Arbeitsmesser von Bauern genutzt. Gerade zur Reisernte war es das Nr. 1 Werkzeug. Es eignet sich aber auch gut zum Kämpfen. Schließlich sorgt der Ring am Griff für einen besseren Halt. Das Handling ist ebenfalls sehr gut, dank der priffigen Grifführung.

Stile:

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Die Auswahl an Stilen ist enorm groß. Man könnte sagen, dass Silat in jeglicher Hinsicht die kulturelle Vielfalt seines Herkunftsgebiets wiedergibt. Die Namen der verschiedenen Stile basieren häufig auf ihrer Entstehungsregion, bestimmten Orten, Personen sowie Tieren und Pflanzen.

Wichtig zu wissen ist hierbei, dass es ein Gefälle zwischen West und Ost gibt. Die betrifft sowohl die Qualität als auch die Quantität. Die meisten Stile findet man in West-Sumatra sowie West-Java. Dabei sind die Stile die ältesten, am stärksten entwickelten und damit auch die mit dem größten Repertoire an Waffen und Techniken.

Bewegt man sich im weiter in Richtung Osten spürt man bereits die Veränderung. Die Bandbreite an Stilen und deren Anzahl an Techniken nimmt rapide ab. Bereits in Zentral-Java kann man diese Veränderung deutlich erkennen. Hier endete nämlich der Einflussbereich der Srivijaya und Minangkabau.

Dies führt unweigerlich dazu, dass man auf der Nachbarinsel Bali nur noch 2 Silat-Stile findet. Nämlich den um 1955 entstandenen Stil Bakthi Negara sowie das Sandhi Murti. Ersterer ist historisch betrachtet durch Sunda-Silat gepärgt worden. In Lombok gibt es sogar gar keinen eigenständigen Stil mehr. Dort wird nur ein einfacher Stockkampf als Volkssport ausgeübt. Der Name lautet Peresean.

Gut zu wissen:
Im Stil Olahraga können Wettkämpfe auch im Vollkontakt und das mit Schutzkleidung ausgetragen werden. Dabei dauert ein Kampf bis zu 3 Runden von je 2 Minuten. Allerdings sind hier nur Schläge und Tritte oberhalb der Gürtellinie erlaubt. Kopfangriffe sind allerdings tabu. Dafür kann man Wurf- und Grifftechniken einsetzen. Punkte gibt es für Treffer, erfolgreiches Verteidigen und Würfe.

Kleidung:

Beim Pencak Silat trägt man eine Uniform, die aus einem Hemd mit langen Ärmeln und einer langen, weit geschnittenen Hose besteht. In der Regel sind die Klamotten schwarz, aber grün, rot und weiß sieht man auch von Zeit zu Zeit. Oft erkennt man den jeweiligen Silat-Stil an der Farbe der getragenen Kleidung.

Weiterhin trägt man noch eine Kopfbedeckung aus Stoff. Bezeichnet wird diese als Ikat. Je nach Region gibt es unterschiedliche Methoden, wie diese gebunden wird. Bei besonderen Anlässen und manchen Stilen wird noch ein Sarong getragen. Hierbei handelt es sich um einen traditionellen Wickelrock.

Auch ein Ihram / Makka Gürtel und diverse weitere Kopfbedeckungen findet man in den jeweiligen Stilen und Regionen. Sehr bekannt ist dabei die Kopiah eine Mütze in Form eines Kegelstumpfes. Getragen wird diese in Indonesien. Gefertigt ist die Kopiah meist aus Filz oder Wolle. Es gibt aber auch teure Exemplare aus Samt.

Gut zu wissen:
Auf den Uniformen befinden sich häufig Aufnäher mit dem Logo der jeweiligen Schule. Meist befindet es sich an den Ärmeln, der Brust oder dem Rücken. Trainiert wird beim Pencak Silat immer barfuß.

Für wen sich Pencak Silat lernen lohnt:

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Gleich zum Anfang sei gesagt, dass jeder Mensch Silat lernen kann. Weder das Alter, noch das Geschlecht oder gar der Fitnesszustand spielen eine große Rolle. Je nach Stil gibt es unterschiedliche Schwerpunkte, daher ist hier für jeden Interessenten etwas dabei.

In vielen Kursen werden auch Selbstverteidigungstechniken mit Alltagsgegenständen gelehrt. Wer sich aber lieber im sportlichen Wettkampf mit einem Gegner messen möchte, ist hier auch nicht verkehrt. Geht es um den Umgang oder die Abwehr von Angriffen mit Waffen, wird man hier ebenso fündig.

Außerdem tut man seiner Fitness etwas Gutes, entwickelt ein Gespür für Waffen, baut diverse Ängste ab und stärkt gleichzeitig sein Selbstbewusstsein. Weiterhin bringen einem die Atemtechniken und Meditationsübungen viel beim Stressabbau.

Grundsätzlich gesprochen, eignet sich Pencak Silat für diese Gruppen:

  • Frauen: Es gibt Stile als auch Techniken, die sich besonders für Frauen eignen. Schließlich wird dort weniger Kraft benötigt und viele Trainer gehen auf die verschiedenen Bedürfnisse ihrer weiblichen Schüler ein.
  • Männer: Egal ob junger Erwachsener oder Senior, die Techniken sind so konzipiert worden, dass man sie bewältigen kann.
  • Kinder: Etwa ab dem 6. Lebensjahr können die kleinen Racker mit dem Training beginnen. Hauptsächlich werden hier noch Übungen für die Charakterbildung trainiert. Erst später beginnen die Trainingseinheiten mit Selbstverteidigungs- & Waffentechniken.
Gut zu wissen:
Sollte es keine Silat-Kampfkunstschule oder einen passenden Verein oder zumindest Trainer in der Nähe geben, kann man sich die Grundlagen mithilfe von Büchern und DVDs beibringen. Es gibt auch viele kostenlose Videos und Berichte im Netz. Wer aber mehr als ein paar einfache Techniken beherrschen möchte, braucht aber ein Vor-Ort-Training.

Unser FAQ zum Abschluss:

FAQ

Pencak Silat aus dem indonesisch-malaiischen Archipel ist eine alte, aber noch immer hocheffektive Kampfkunst. Einst war sie als Nahkampfsystem für Krieger gedacht. Heutzutage handelt es sich um eine Kampfsportart, die neben dem Aspekt der Selbstverteidigung auch Atemtechniken zur Meditation und Gesunderhaltung bietet.

Die enorme Bandbreite ist auch der Grund, wieso uns immer wieder Menschen mit sehr interessanten Fragen kontaktieren. Dies hat uns schließlich auf die Idee gebracht im Folgenden einen kleinen Frage-Antwort-Bereich ins Leben zu rufen. So bekommst du noch mehr Informationen zu dieser Kampfkunst.

Auf welchen Aspekten basiert die Kampfkunst?

Es gibt 4 Grundlagen, die diese Kampfsportart aber auch ihre Athleten auszeichnet. Die Rede ist hierbei unter anderem von der Stärkung der Energie und Kraft des eigenen Körpers. Aber auch der sportliche Aspekt wird immer größer. So gibt es inzwischen viele Silat-Wettkämpfe.

Weiterhin liegt die oberste Priorität auf der Selbstverteidigung mit dem Ziel Angreifer schnell unter Kontrolle zu bringen oder gegebenenfalls auszuschalten. Aber auch die kunstvoll gestalteten Sprünge, Tritte und tanzähnlichen Bewegungen unterscheiden Silat von vielen anderen Kampfsportarten.

Was außer Selbstverteidigung lernt man bei Silat noch?

Kämpfen mit starkem Fokus auf dem Eigenschutz ist nur eine Sache, die einem das regelmäßige Training bringt. Auch Mediation ist ein interessanter Trainingsaspekt. Gerne wird aber vergessen, dass man bei dieser Kampfkunst etwas für die Stärkung seines Selbstbewusstseins tut.

Außerdem erhöht man die innere und äußere Kraft. Man wird gelenkiger und tut auch etwas für den Geist. Viele sind der Meinung, dass Silat die persönliche Charakterbildung vorantreibt. Zudem lernt man hier den Umgang sowie die Abwehr von verschiedenen Waffen. Ein wichtiger Punkt, den viele Kampfkünste sträflich vernachlässigen.

Welche Waffen finden im Silat Anwendung?

Eine Vielzahl von Waffen wird in der Kriegs- und Kampfkunst aus Süd-Ost Asien eingesetzt. So werden dort unter anderem ein Dolch mit Wellenschliff (Kris), ein spezielles Messer (Pisau) sowie 2 Macheten (Parang & Golok) benutzt. Aber auch andere Waffen mit Klinge, wie ein Säbel (Pedang), Sichel (Arit) sowie ein Schwert (Klewang) finden Verwendung.

Darüber hinaus gibt es auch noch diese Silat-Waffen: Langstock aus Bambus (Toaya), Kurzstock aus Bambus (Petong), Saigabeln (Tjabang), Dreizack (Trisula), Fächer aus Eisen (Kipas), Lanze (Tombak), Speer (Abir), Regenschirm (Payung) und Spazierstock (Teken).

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 85 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.