Pfeffergel: Vorteile, Funktionsweise, Einsatz, Kaufberatung & FAQ

Pfefferspray mit Pfeffergel

Immer mehr Menschen möchten sich mithilfe von Pfefferspray gegen Angriffe verteidigen. Dabei hat man die Qual der Wahl zwischen den verschiedensten Sprühvarianten. Nicht nur bei Profis wird dabei das Pfeffergel immer beliebter, auch viele Privatanwender setzen auf die Sprays.

Warum dem so ist, welche Vorteile Pfeffersprays im Allgemeinen mitbringen und wie man Pfeffergel-Sprays richtig einsetzt, verraten wir dir in diesem Artikel. Und wie immer kommen dabei die Tipps vom Profi nicht zu kurz!

Pfeffergel im Check:
Pfefferspray-Grafik

Bezeichnungen: Reizstoffsprühgerät (RSG), Pfeffergel-Spray & Gel-Pfefferspray

Verwendung: Selbstverteidigung & behördlicher Einsatz.

Sprühvariante: Gelstrahl

Features: beigemischte Farbstoffe zur Angreiferidentifikation, Gürtelclips und passende Holster.

Waffenrecht-Infos: hier klicken

Vorteile:

  • nicht windanfällig
  • günstig in der Anschaffung
  • schnell einsatzbereit
  • einfach anzuwenden
  • geringes Verletzungsrisiko

Nachteile:

  • Der Angreifer muss direkt getroffen werden

Was ist Pfeffergel?

Pfeffergel ist eine neuartige Sprühvariante von handelsüblichen Pfeffersprays. Dabei wird kein Nebel oder Schaum, sondern ein Gel versprüht. Dieses ist weniger windanfällig, haftet besser auf dem Angreifer und die Reichweite ist höher. Das Gel verbindet also alle Vorteile der normalen Pfeffersprays mit einer ganzen Menge an zusätzlichen Features.

So kann man ein Pfeffergel im Notfall auch in geschlossenen Räumen einsetzen. Schließlich vernebelt das Spray nicht den ganzen Raum und kontaminiert damit alle. Zudem kann man dank des stabilen Strahls einen Angreifer gezielt treffen. Dies haut auch zum Vorteil, dass Unbeteiligte weniger gefährdet sind, Pfefferspray abzubekommen.

Da das Gel gut haften bleibt, hält die Wirkung auch länger an. Selbst ein bloßes Treffen des Oberkörpers sorgt für starke Beschwerden beim Angreifer. Die hohe Effizienz spricht also ganz klar für die neue Gel-Variante. Daher mausert sie sich gerade zur neuen Standardversion für Behörden. Diese lieben auch den häufig integrierten Farbstoff zur Tätermarkierung.

Expertentipp für Profis:
Das Gel eröffnet ganz neue Einsatzmöglichkeiten. So kann man mit ihm Einsatzhandschuhe benetzen und diese dann für gezielte Techniken einsetzen. Viele Angreifer und auch gewöhnliche Aggressoren kennen diese Variante noch nicht und können daher leicht überrumpelt werden.

Wie funktioniert so ein Spray?

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Auch im Gel wird der Wirkstoff Oleoresin Capsicum verwendet. Hierbei handelt es sich um einen Wirkstoff der, sobald er freigesetzt wird, für 3 ganz bestimmte Symptome bei Getroffenen bekannt ist:

  • Augen: Die Schleimhäute schwellen sofort an und die Augen schließen sich noch im selben Moment. Meist brennen sie sehr stark und das über mehrere Stunden.
  • Haut: Auch hier kommt es binnen weniger Sekunden zu einem brennenden Schmerz mit starkem Juckreiz.
  • Atmung: Sobald man die ersten Dämpfe eingeatmet hat, breitet sich ein starker Hustenreiz aus. Häufig kommt es auch zu einer leichten Atemnot.
Gut zu wissen:
In der Regel sorgt der Einsatz von Pfeffergel für keine langanhaltenden Schäden beim Angreifer. Es kann aber in ganz wenigen Ausnahmesituationen zur allergischen Reaktionen kommen. Asthmatiker können zudem unter starker Atemnot leiden. Daher könnte es auch zu einem Ersticken kommen.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Kaufberatung

Möchte man ein Pfeffergel kaufen, sollte man die Produktfeatures der ganzen Sprays gründlich miteinander vergleichen. Nur so kann man eine gute Kaufentscheidung treffen.

Rechtliche Aspekte:

Das wohl wichtigste Ausstattungsfeature stellt derzeit die Kennzeichnung zur Tierabwehr dar. Diese sollte auf dem Gehäuse klar erkennbar aufgebracht sein und auf keinen Fall darf man diese abmachen oder überkleben. Ansonsten kann man bei einer Taschenkontrolle große Probleme bekommen.

Wichtige Ausstattungsmerkmale:

Das Spray sollte mindestens 50 ml an Inhalt haben. Größer ist dabei prinzipiell besser, solange man das Pfeffergel noch problemlos in der Handtasche oder Jackentasche platzieren kann.

Abraten können wir von kleinen Sprays, die bereits nach einem oder zwei Sprühstößen leer sind. Häufig trifft man vor Aufregung nämlich nicht beim ersten Versuch. Ein gewisses Fassungsvermögen ist daher absolute Pflicht.

Eine weiterer wichtiger Ausstattungspunkt ist eine Sicherung gegen versehentliches Auslösen. Schließlich soll sich das Spray nicht in der Tasche entladen. Außerdem schütz so ein Sicherheitsverschluss auch gegen ein versehentliches Abfeuern, wenn man nur nach dem Spray greift.

Weiterhin sehr nützlich ist ein beigemischter Farbstoff zur Täteridentifizierung. So kann der Angreifer leichter aufgespürt werden. Außerdem lassen sich solche Farbmarkierung nicht im Handumdrehen abwaschen. Die Chancen stehen also mehr als gut den Angreifer zu schnappen.

Features für Profis:

Wer sein Pfeffergel als Berufswaffenträger führt, sollte sich bestens mit der Handhabung vertraut machen. Nur so ist in einem Notfall auch wirklich sichergestellt, dass man sich zu verteidigen weiß.

Aufgrund dessen sollten Profis ein Modell samt Wechselkartusche erwerben. Meist bekommt man bei solchen Sprays auch noch eine Trainingskartusche mitgeliefert. So kann man einmal den Notfall simulieren. Ein wichtiger Punkt, den Profis niemals außer Acht lassen sollten.

Gerade als Berufswaffenträger muss man sein Spray in wenigen Sekunden griff- und einsatzbereit haben. Hierfür bietet der Fachhandel seit geraumer Zeit Schnellziehholster an. Diese verfügen meist noch über ein Sicherungsbändchen gegen versehentliches verlieren oder entreißen des Pfeffergels. Der Kauf dieses Koppel-Zubehörs lohnt sich absolut.

Wo kann man Pfeffergel kaufen?
Inzwischen sind diese Sprays so weitverbreitet, dass man sie nicht zwingend online kaufen muss. Viele Waffengeschäfte haben heutzutage ein oder zwei Modelle auf Lager. Wer aber die größte Auswahl haben möchte, muss sich noch immer durch zahlreiche Online-Shops oder auch Amazon klicken.

Wie wird Pfeffergel eingesetzt?

CS-Gas-Spray-Grafik

Wenn man sich eine Selbstverteidigungswaffe zulegt, sollte man sich auch intensiv mit ihr beschäftigen. Nichts ist wichtiger als ein schneller und im Ernstfall effizienter Umgang. Daher sollte man sein Pfeffergel mindestens einer Trockenübung unterziehen. Besser ist es natürlich, wenn man eine ganze Trainingskartusche verschießt.

Wer keinen Trainingspartner findet, kann das Zielen auf ein Stück Pappe oder Papier trainieren. Dieses wird einfach an einem Baum auf Kopfhöhe angebracht. Nun kann man mehrfach das Ziehen, zielen und schließlich auch das Treffen trainieren. Wichtig ist dabei, dass man alles ganz realitätsnah durchspielt.

Man holt das Pfeffergel also jedes Mal aus der Hand- oder Jackentasche heraus, geht in Position, weist den potenziellen Angreifer auf den Einsatz hin und feuert schließlich eine kleine Ladung ab. Dabei kann man sich auch einmal ein paar Gedanken machen, wann man dabei noch flüchten könnte.

Schließlich ist ein Verteidigen mit dieser Waffe nicht immer die richtige Entscheidung. Schließlich sollte man sich dabei an der Verhältnismäßigkeit der Mittel orientieren. Ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung möchte man nämlich nicht verlieren. Daher ist eine Flucht unter gewissen Umständen manchmal die bessere Wahl.

Kommt es trotzdem zum Einsatz, sollte man auf ein paar Aspekte achten. So ist es effizienter mit Pfeffergel auf den Oberkörper zu zielen. Dieser ist größer und dadurch leichter zu treffen. Da das Gel an der Kleidung haften bleibt, funktioniert der Reizstoff auch so bestens.

Außerdem sollte man darauf achten, dass das Spray zügig zur Anwendung kommt. Ansonsten kann es schnell passieren und der potenzielle Angreifer reißt einem das Gel aus der Hand. Daher sollte man nicht allzu lange zögern.

Gut zu wissen:
Kann man aufgrund eines zu geringen Abstands das Pfeffergel nicht mehr versprühen, braucht man es nicht gleich aus der Hand zu legen. Ganz im Gegenteil! Man kann so ein Spray nämlich sehr gut als Schlagverstärker in der Faust benutzen.

Die harte Kante der Unterseite kann zudem ähnlich, wie ein Kubotan eingesetzt werden. So lassen sich Vital- und Nervenpunkte bestens bearbeiten. Wer hieran Interesse hat, sollte sich näher mit der Kampfkunst Kyusho Jitsu auseinandersetzen.

Reicht ein Pfeffergel zur Selbstverteidigung?

Eine Selbstverteidigungswaffe gibt einem ein gutes Gefühl und ist in vielen Situationen absolut Gold wert. Allerdings kann man seine Waffe auch mal nicht dabei haben. Sei es aus Vergesslichkeit oder Faulheit. Manche Situationen erlauben auch den Einsatz nicht.

Dann sollte man sich auch, ohne Waffe zu verteidigen wissen. Genau hier bekommt man dann ein großes Problem, wenn man sich immer auf das Pfeffergel verlassen hat. Daher raten wir immer wieder jedem dazu sich auch mit einfachen Techniken zum Selbstschutz vertraut zu machen.

Wer möchte, kann einen Selbstverteidigungskurs oder gar eine Kampfkunst erlernen. Letzteres ist dabei ganz klar die bessere Wahl. Schnell sind die Techniken aus dem Crashkurs wieder vergessen und können im Ernstfall nicht abgerufen werden. Wem die Zeit zum Erlernen einer Kampfkunst fehlt, ist mit einem solchen Kurs aber gut beraten.

Was sollte man noch wissen?

FAQ

Immer wieder erreichen uns Fragen zu Pfeffergel. Daher haben wir hier einen kleinen Bereich mit den häufigsten Fragen und unseren Antworten erstellt. So bekommst du noch mehr Informationen über die praktischen Sprays.

Ist Pfeffergel die beste Sprühvariante?

Unserer Meinung nach handelt es sich hier um die derzeit beste Sprühvariante im Bereich der Pfeffersprays. Die Vorteile des Pfeffergels sprechen ganz klar für sich. Daher setzten wir selbst auf Sprays mit diesem Sprühstrahl. Auch Behörden greifen immer häufiger zum Pfeffergel.

Für wen eignet sich Pfeffergel als Waffe?

Jeder Mensch, ob Privatanwender oder Profi, kann zu einem Pfeffergel-Spray greifen. Es gibt keine bestimmten Voraussetzungen, die man erfüllen muss. Dank des Gelstrahls kann man das Spray sowohl in geschlossenen Räumen als auch im Freien einsetzen. Es handelt sich also um eine Universalwaffe, die sehr einfach zu bedienen ist.

Eignet sich Pfeffergel zur Hundeabwehr?

Pfeffersprays sind seit jeher die optimale Waffe um sich gegen angriffslustige Hunde zu verteidigen. Gerade Pfeffergel ist dabei eine sehr gute Wahl, da selbst ein Treffer im Bereich des Rückens, den Hund außer Gefecht setzt. Zudem kann wirklich jeder, ob Kind oder Senior die kleinen Sprays benutzen.

Wie lange hält die Wirkung von Pfeffergel an?

Aus Erfahrung heraus kann die Wirkung je nach Größe der Ladung zwischen mehreren Stunden und bis zu 2 Tagen dauern. Treten starke Schmerzen oder Symptome auf, sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Als erste Behandlungsmöglichkeit empfiehlt sich das Spülen der betroffenen Stellen mit kaltem Wasser. Dadurch wird der Reizstoff abgewaschen und durch die Kälte schließen sich die Poren. Der Reizstoff wird also nicht weiter in voller Stärke aufgenommen.

Ist Pfeffergel Waffenschein pflichtig?

Wer Pfeffergel erwerben oder führen möchte, benötigt dazu nach aktueller Rechtssprechung keinen Waffenschein. Auch der kleine Waffenschein wird hierzu nicht gebraucht.

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 102 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransportfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know-how mit dir. Sein Motto lautet: Schütze dich und deine Liebsten!