Pfefferspraypistole: Diese 5 Dinge musst du vor dem Kauf wissen!

Pfefferspraypistole

Wer eine Alternative zu herkömmlichen Selbstverteidigungswaffen wie Sprays und Schockern sucht, ist mit einer Pfefferspraypistole bestens beraten. Die Handhabung ist simpel, die Reichweite des Wirkstoffs ist größer als bei handelsüblichen Pfeffersprays und das Ziehen schreckt viele potenzielle Angreifer ab.

Ob rechtliche Einschränkungen existieren, wie diese Waffe funktioniert und noch vieles mehr verraten wir dir in diesem Ratgeber. Und wie immer kommt auch hier die Praxis nicht zu kurz. Schließlich sollst du dich im Ernstfall auch erfolgreich vor Angriffen schützen können.

Pfeffersprühpistole – alle wichtigen Infos:
Pfefferspraypistole

Bezeichnungen: Pfefferpistole, Pfefferspraypistole, Pfeffersprühpistole

Primäre Verwendung: Selbstverteidigung sowie Tierabwehr.

Features: beigemischte Farbstoffe zur Angreiferidentifikation, Gürtelclips, Laserzielhilfen, LED´s und passende Holster.

Waffenrecht-Infos: hier klicken

Vorteile:

  • sehr abschreckende Wirkung
  • geringes Verletzungsrisiko
  • höhere Reichweite als bei Pfeffersprays

Nachteile:

  • kann mit echter Waffe verwechselt werden und so zu unangenehmen Situationen führen.

Was ist eine Pfefferpistole?

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Hierbei handelt es sich um eine Pistolen-artige Selbstverteidigungswaffe, die bei Bedarf ein bis zwei Ladungen Pfefferspray abfeuern kann. Da viel Druck auf dem System ist, können Reichweiten von 5 bis 7 Metern überbrückt werden und die Sprühgeschwindigkeit ist um ein Vielfaches höher als bei handelsüblichen Pfeffersprays. Die Windanfälligkeit ist damit Geschichte.

Zudem schreckt das Ziehen so einer Waffe viele potenzielle Angreifer ab. Außerdem ist die Handhabung intuitiv zu erlernen und die Zielgenauigkeit ist sehr gut. Des Weiteren wird kein kleiner Waffenschein benötigt. All diese Punkte zusammen, führen dazu, dass sich Pfefferpistolen bei Privatanwendern immer größerer Beliebtheit erfreuen. Die Verkaufszahlen steigen seit Jahren konstant an.

Die kleine Waffe eignet sich nicht zur zum Einsatz im Rahmen der Selbstverteidigung. Auch zur Tierabwehr ist sie überaus empfehlenswert. Gerade Hundebesitzer, Jogger und Wanderer sollten sich überlegen, ob ein Kauf Sinn ergibt.

Schließlich kann man im Ernstfall eine Wildsau oder einen angreifenden Hund schnell in die Schranken weisen. Weiterhin entstehen bei der Anwendung kaum bleibende Schäden und der hohe Wirkungsgrad des versprühten Wirkstoffs spricht für sich.

Wie funktioniert diese Waffe?

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Sobald der Auslösemechanismus (Abzug) betätigt wird, kommt eine Ladung Pfefferspray aus der Mündung. Da hier mit viel Druck gearbeitet wird, kann man bis zu 7 m weit entfernte Ziele treffen. Zudem ermöglicht die Zielvorrichtung ein schnelles anvisieren und punktgenaues Treffen des Angreifers.

Im Spray enthalten ist der Wirkstoff Oleoresin Capsicum (OC). Sobald dieser freigesetzt wird bzw. der Angreifer erfolgreich getroffen wurde, treten auch schon die ersten Symptome auf:

  • Augen: Die Schleimhäute schwellen an und die Augen schließen sich sofort. Außerdem brennen sie höllisch und es kommt zu einem sehr starken Tränenfluss.
  • Haut: Auch hier stellt sich ein brennender Schmerz mit starkem Juckreiz ein. Weiterhin kann es zu starken Rötungen und Schwellungen kommen.
  • Atmung: Sobald man die erste Ladung eingeatmet hat, bekommt man Husten und eine leichte Atemnot. Auch Atemkrämpfe können auftreten.

Des Weiteren kann es noch zu allergischen Reaktionen kommen und Asthmatiker können unter starker Atemnot leiden. In ganz wenigen Fällen kann es auch zu schlimmeren oder gar tödlichen Verletzungen kommen. Aber keine Sorge! Es handelt sich hier um die absoluten Ausnahmen.

Die Wirkung von Oleoresin Capsicum (OC) bzw. einer Ladung Pfefferspray ist so hoch, dass sogar ein vorbeischießen noch zu einer gewissen Beeinträchtigung des Angreifers führt. Dies reicht in den meisten Fällen für eine erfolgreiche Flucht aus.

Sind Pfefferspraypistolen legal?

Rechtslage

Viele machen sich schon vor dem Kauf einer Selbstverteidigungswaffe ganz verrückt. Gerade die rechtlichen Aspekte verunsichern immer wieder viele Käufer. Dabei kann man gerade beim Thema Pfefferpistole völlig entspannt an die Thematik herangehen.

Man sollte lediglich darauf achten, dass 2 Punkte erfüllt sind. So sollte die künftige Waffe als Tierabwehrgerät gekennzeichnet sein. Außerdem sollte sie vom BKA nicht als Anscheinswaffe eingestuft werden. Beide Aspekte kann man bequem der Produktbeschreibung entnehmen. Recherchieren braucht man hier zum Glück also nicht.

Zudem verlangen viele Shops einen Nachweis darüber, dass man volljährig ist. Schließlich gehören Waffen nicht in die Hände von Kindern. Das war es im Großen und Ganzen auch schon. Natürlich gibt es in ein paar speziellen Anwendungsfällen weitere rechtliche Einschränkungen. Eine Beratung hierzu bekommt man beim Anwalt seiner Wahl.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Kaufberatung

Die Auswahl an Pfefferpistolen ist weit größer als man meinen könnte. Daher ist die Qual der Wahl groß. Zum Glück muss man nur auf ein paar wenige Produktfeatures schauen. Welche das sind, erfährst du nun.

Auf die Ausstattung kommt es an:

Zu Beginn sollte man kontrollieren, ob das Produkt der Wahl als Tierabwehrgerät gekennzeichnet ist. Hierfür reicht ein normaler Aufkleber aus. Ob dem so ist, erkennt man an den Produktfotos sowie der Produktbeschreibung. Zudem klären auch viele Rezensenten über diesem Umstand auf.

Da viele Hersteller mit diesem Siegel werben, braucht man hier nicht zu lange zu suchen. Gleiches gilt für die Nichteinstufung als Anscheinswaffe. Nur ganz wenige Modelle werden vom BKA als eine solche eingestuft. Hierüber informiert ebenfalls die Produktbeschreibung.

Danach sollte man einen Blick auf das Magazin werfen. 2 Abschussladungen reichen für die meisten Anwender dicke aus. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich auch ein Modell mit 4 Schuss-Magazin holen.

Und damit man dieses mit wenigen Handgriffen und dazu noch in Sekundenschnelle wechseln kann, sollte es ein Speedloader sein. Des Weiteren schadet eine ergonomische Form samt Soft-Touch-Oberfläche ebenfalls nichts. Schließlich geht nichts über ein gutes Handling.

Besonders günstig sind Pfefferspraypistolen, die über gar kein Wechsel-Magazin verfügen. Allerdings sind diese nach dem Abfeuern alle Ladungen reif für die Mülltonne. Da man aber nicht jeden Tag in eine Notlage gerät, können auch solche Pfefferpistolen eine sinnvolle Option darstellen. Außerdem sind solche Produkte besonders klein und handlich. Sie eignen sich optimal zum verdeckten Tragen.

Ein Holster ist Pflicht:

Die beste Selbstverteidigungswaffe nützt nichts, wenn man sie im Notfall nicht schnell genug einsetzen kann. Daher sollte man sich ernsthaft Gedanken darüber machen, ob man nicht ein Holster erwirbt. Und keine Sorge nicht jedes Holster wird am Gürtel befestigt.

Wer seine Waffe unauffällig führen möchte, kann sich ein Modell für den Fußknöchel zulegen. Ist schnell ziehen wichtig und man möchte potenzielle Angreifer abschrecken, kann ein Handgelenksholster sinnvoll sein. Allerdings ist dies sehr gewöhnungsbedürftig und wird vielen Leuten Angst einjagen. Daher empfehlen wir ein solches Holster ausdrücklich nicht.

Das richtige Zubehör kann den Unterschied machen:

Gerade hier ist der Markt breit aufgestellt. Wer möchte, kann sich einen Gürtelclip für seine Pfefferspraypistole zulegen. Diese sind besonders günstig und praktisch. Ebenfalls empfehlenswert ist noch eine Laserzielhilfe. Im Ernstfall kann man den Gegner so schneller und auch besser anvisieren.

Da man den Umgang zumindest einmal geübt haben sollte, lohnt sich der Kauf von Trainingskartuschen sehr. Weiterhin schadet es nicht für den Ernstfall Ersatzmunition dabei zu haben. Damit diese sicher und zugriffsbereit transportiert werden kann, gibt es für fast jedes Modell am Markt stabile Magazinhalter. In der Regel werden diese am Gürtel getragen. Es existieren aber auch Versionen für den Fußknöchel sowie das Handgelenk.

Manche Hersteller vertreiben auch eine Kombination aus Holster und Kartuschentasche. Allerdings sind solche Lösungen etwas klobig. Das verdeckte Tragen, falls gewünscht, wird so relativ schwierig. Hierfür empfehlen sich aber seit jeher spezielle auf die Waffe angepasste Bauchtaschen.

Diese gibt es sowohl von No-Name als auch Markenherstellern. Möchte man Geld sparen, tut es auch eine normale Bauchtasche. Allerdings sollte man vorab die Maße prüfen. Nicht in jede passt eine Pfeffersprühpistole. Das sollte man beachten!

Vor-Ort-Händler oder doch lieber der Onlineshop?

Obwohl es sich hier um kein alltägliches Produkt handelt, gibt es doch einige Waffenläden, die zumindest eine kleine Auswahl an Pfefferspraypistolen führen. Leider findet man solche Händler nur in größeren Städten.

Für den Kauf vor Ort spricht die gute Beratung und die Möglichkeit, dass man die Waffe in die Hand nehmen kann. Für diesen Service zahlt man aber auch ein bisschen mehr. Oft gibt es das benötigte Zusatzequipment wie ein Holster oder eine Laserzielhilfe nur auf Bestellung. Daher kann man oft nicht am selben Tag voll ausgestattet nach Hause fahren.

Wer nach dem günstigsten Schnäppchen sucht, wird beim Vor-Ort-Händler nicht glücklich werden. Hier ist der Onlinehandel klar im Vorteil. Zudem gibt es hier Rezensionen, die einem viel über die Langlebigkeit und Qualität des Wunschprodukts verraten. Außerdem ist das Angebot an Zubehörartikeln meist größer.

Wie man sieht haben beide Varianten ihre Vor- als auch Nachteile. Welche Option man vorzieht, muss man selbst entscheiden.

Wie setzt man eine Pfeffersprühpistole ein?

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Wir haben bereits behandelt, wie effektiv der Einsatz dieser Selbstverteidigungswaffe ist. Zudem machen Gadgets wie eine Laserzielhilfe die Anwendung auch für Ungeübte besonders leicht. Trotzdem sollte man wissen, wie man sich im Ernstfall mit dieser Waffe verteidigen muss.

Die oberste Priorität liegt darauf, den Angreifer im Gesicht zu treffen. Auch der Oberkörper eignet sich als Ziel. Natürlich ist die Wirkung des OC hier geringer. Sie reicht aber immer noch aus, um sich in Sicherheit bringen zu können.

Schießen will geübt sein:

Damit das Zielen unter Stress auch funktioniert, sollte man das Ganze zumindest einmal geübt haben. Hierfür bieten sich die zusätzlich erhältlichen Übungskartuschen an. Wer möchte, kann natürlich auch einen Satz echte Kartuschen verschießen. So bekommt man ein gutes Gefühl dafür, wie sich der Ernstfall anfühlt.

Als Ziel kann man einen Baum, ein DIN-A4-Blatt oder sogar einen Boxdummy wählen. Falls man die Möglichkeit hat, bietet sich natürlich ein echter Mensch an. Als Rücksicht auf dessen Gesundheit sollte man aber auf Trainingskartuschen zurückgreifen.

Auch, wenn dieser dem Einsatz von Pfefferpatronen zustimmt. Aus eigener Erfahrung können wir davon berichten, wie unangenehm die Symptome über mehrere Tage sind. Trainiert man trotz dieser Warnung mit echtem Pfeffer, sollte man zumindest Wasser oder noch besser eine Augenspüllösung zur Erstbehandlung des Getroffenen bereitstellen.

Jetzt geht es an das Eingemachte:

Das Zielen und Schießen ist alles andere als schwer. Um den kompletten Bewegungsablauf zu verinnerlichen, sollte man vor der ersten Schussabgabe mehrfach das Ziehen und in Anschlag gehen üben. Wichtig ist hierbei, dass man alles so realistisch wie nur möglich macht.

Hat man seine Pfefferspraypistole später im Holster, wird sie auch aus diesem gezogen. Transportiert man sie hingegen in der Handtasche, wird sie herausgenommen und dann erst gezielt. Sobald man sich sicher fühlt, kann man eine Ladung abschießen.

Hier sollte man aber zumindest auf ein paar grundlegende Dinge achten. Man sollte locker und nicht verkrampft stehen. Die Arme sollten nicht durchgestreckt, sondern leicht angewinkelt sein. Um das Ziel auch zu treffen, sollten Kimme und Korn beim Anvisieren auf der gleichen Höhe sein. Mehr braucht man nicht zu wissen.

Wer dem Ganzen jetzt noch das i-Tüpfelchen draufsetzen will, kann das Ganze noch dynamisch üben. Hierfür wird der Schuss in einer Rückwärtsbewegung weg vom Aggressor ausgeführt. Schließlich ist davon auszugehen, dass der Angreifer im Ernstfall auf einen zustürmt.

Daher hat man nicht genügend Zeit, um stehenzubleiben und in Ruhe zu anzuvisieren. Oft kann man gar nicht zielen und muss aus der Hüfte heraus schießen. Wie das alles funktioniert erklärt einem die einschlägige Fachliteratur am Markt. Uns fehlt hierzu leider der Platz.

Welche Aspekte sind noch wichtig?

FAQ

Zum Ende dieses umfangreichen Beitrags gibt es noch einen kleinen FAQ-Bereich. Uns erreichen nämlich immer wieder Fragen per E-Mail zu dieser Selbstverteidigungswaffe. Damit auch du lieber Leser von unseren gegebenen Antworten profitierst, haben wir hier die interessantesten Fragen veröffentlicht:

Braucht man für eine Pfefferspraypistole einen kleinen Waffenschein?
Nein. Dieser wird für das Führen einer legalen Pfefferpistole nicht benötigt. Du brauchst diesen lediglich dann, wenn du eine Schreckschusswaffe mit dir führen möchtest. Da man diese auch mit Pfeffer- oder CS Gaspatronen benutzen kann, kommt es hier immer wieder zu Verwechslungen.
Was macht man, wenn man selber in Kontakt mit dem Pfefferspray gekommen ist?
Die betroffenen Stellen müssen sofort mit Wasser oder Milch ausgespült werden. Zudem sollte man je nach Möglichkeit alle kontaminierten Kleidungsstücke sofort ausziehen.

Das gilt übrigens auch für eine Brille oder die Kontaktlinsen. Befindet man sich in einem geschlossenen Raum, sollten sofort alle Fenster geöffnet werden. Wer für einen solchen Fall professionell vorbereitet sein möchte, kann sich eine Augenspülflasche zulegen.

Wie lange hält die Wirkung von Pfefferspray an?
Das kommt ganz auf die versprühte Menge, die Person und andere Faktoren an. Bis alle Symptome abgeklungen sind, kann es bis zu 72 Stunden dauern. Davon sind die ersten 24 Stunden natürlich die Schmerzhaftesten, wie wir aus eigener Erfahrung wissen.
Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 80 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.