Real Action Marker: 10 Dinge, die du über RAM-Waffen wissen musst!

RAM-Waffen

In den USA gehören RAM-Waffen schon zu den Klassikern in puncto Heimverteidigung. Aber auch die dortigen Sicherheitsdienste und Kopfgeldjäger setzen auf die mit Pressluft betriebenen Pistolen und Gewehre. Der Grund dafür ist die breite Palette an Munition. So kann man beispielsweise Gummi- oder Pfefferpulvergeschosse einsetzen. Des Weiteren existieren noch zahlreiche andere Munitionstypen.

Leider ist der Einsatz für Privatpersonen in Deutschland stark limitiert. Innerhalb der eigenen vier Wände oder des umzäunten Grundstücks ist eine Benutzung aber durchaus möglich. Damit eignen sich Real Action Marker hauptsächlich zur Abwehr von Einbrechern. Im behördlichen Rahmen hingegen werden die RAM-Waffen zu Trainingszwecken eingesetzt.

Wie die neuartigen Gewehre und Pistolen funktionieren, welche Munition es gibt, wo der Einsatz Sinn ergibt und noch vieles mehr verraten wir dir in diesem Ratgeber. Außerdem findest du am Ende noch ein kleines FAQ, damit du noch mehr nützliche Informationen über die Waffen bekommst.

Alles Wichtige auf einen Blick:
  • Definition: CO2- oder pressluftbetriebene Kurz- sowie Langwaffen.
  • Varianten: Revolver, Pistole, Sturmgewehr, Sniper oder Schrotflinte
  • Munition: Farbkugeln, Gummigeschosse & Pfefferpulverpatronen
  • Einsatzgebiete: Realitätsnahes Training, Selbst- & Heimverteidigung
  • Rechtliches: Führen in der Öffentlichkeit unmöglich. Einsatz beschränkt sich daher auf eigene 4 Wände oder geschlossene Grundstücke.

Was sind Real Action Marker?

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Hinter dem Begriff verbergen sich mit CO2-Kartuschen oder Pressluft betriebene Pistolen, Revolver und Gewehre. Mit ihnen kann man Farb-, Gummi- oder auch Pfefferkugeln in den gängigen Kalibern 0.43, 0.50 oder 0.68 verschießen. Bei vielen Modellen handelt es sich dabei um sogenannte „frei Waffen“ für deren Erwerb man weder einen Waffenschein noch ein berechtigtes Interesse benötigt. 18 Jahre muss man aber zwingend sein.

Vom Aufbau und der Funktionsweise betrachtet, ähneln sie den Markierern aus dem Paintball. Allerdings wird hier bei vielen Modellen eine Hülse nach jedem Schuss ausgeworfen und die Waffen schauen ihren echten Vorbildern täuschend ähnlich. Ob man nur eine RAM-Pistole oder eine richtige Kurzwaffe in der Hand hat, lässt sich nur schwer sagen.

In Deutschland ist die Nachfrage nach den Waffen und der Munition als gering zu bezeichnen. Aufgrund dessen sind die Waffen, die Kugeln sowie das komplette Zubehör relativ teuer. Trotzdem ist das Angebot an solchen RAM-Waffen groß. Derzeit verkaufen hierzulande viele Online-Shops als auch klassische Waffenläden Real Action Marker. Auch das Angebot an den verschiedenen Munitionstypen ist reichhaltig.

Was für RAM-Waffen in puncto Selbstverteidigung spricht:
Kommt es zu einer unangenehmen Situation, wie einem Einbruch oder einer Bedrohung, kann man sich mit RAM-Waffen aus großer Distanz und ohne Kraftaufwand verteidigen. Konkret bedeutet dies:

  • Angreifer werden eingeschüchtert oder suchen gar das Weite.
  • Bei der Verteidigung kann man ausreichend Abstand zum Gegenüber halten. Man befindet sich daher außerhalb der akuten Gefahrenzone.
  • Man braucht keinerlei Kraft, um sich mit den Waffen zu schützen.
  • Selbstverteidigungs- sowie Kampfsporttechniken müssen regelmäßig trainiert werden. Zielen und schießen verlernt man allerdings nicht.
  • Mithilfe dieser Waffen kann man sich sehr gut gegen mehrere Angreifer verteidigen.

Welche Munitionstypen existieren derzeit?

Derzeit gibt es 5 verschiedene Munitionsvarianten. Sehr beliebt sind dabei Gummi- und Farbgeschosse zu Trainingszwecken. Im Rahmen der Heimverteidigung greifen die meisten Menschen auf Pfefferkugeln oder Hartplastikgeschosse zurück.

Wichtig ist dabei zu wissen, dass die meisten RAM-Gewehre mit Hülsen aus Plastik oder Aluminium arbeiten. Damit schauen die verwendeten Geschosse nicht nur täuschend echt aus, sondern es werden sogar Hülsen ausgeworfen. Diese können meist wieder benutzt werden. Natürlich nur, wenn sie weder defekt, verschmutzt noch verbogen sind.

Paintballs:

Diese Art der Munition kennen sicherlich viele aus der immer beliebter werdenden Sportart Paintball. Es handelt sich um Gelatine-Kugeln, die mit Lebensmittelfarbe gefüllt werden. Beim Aufprall zerplatzen die Kugeln und setzen dann knallige Farben wie Grün, Orange oder Gelb frei.

Powderballs:

Sie funktionieren genauso, wie die oben vorgestellten Paintballs. Allerdings sind sie mit einem farbigen Pulver aus Kreide gefüllt. Damit erzeugen sie beim Auftreffen keinen Farbklecks, sondern einen gut sichtbaren Kreidefleck. Zudem sind die Kugeln schwerer und fliegen damit stabiler. Allerdings führen sie so auch zu stärkeren Verletzungen.

Interessant ist diese Munitionsvariante vor allem für Hallenbetreiber, da man die Überreste einfach zusammenkehren kann und nicht lange putzen muss. Für den Einsatz als Spieler sprechen aber auch mehrere Dinge. So sind die Kugeln bei allen Temperaturen und Witterungen spielbar. Außerdem gibt es keinen Lagerschaden, die Magazine bleiben beulenfrei und man kann sich Raumbomben sparen.

Schaumstofbälle:

Die wohl ungefährlichste Munition für RAM-Waffen sind sogenannte Schaumstoffbälle. Sie kommen aus dem Paintball-Bereich und werden überwiegend von Kindern eingesetzt. Das liegt hauptsächlich am geringen Verletzungsrisiko. Zudem tut ein Treffer nicht weh und die Munition fliegt nicht allzu weit.

Aufgrund dessen eignet sie sich nicht nur optimal für Kinder, sondern auch für Einsteiger in die Welt der Real Action Marker. Im Rahmen der Selbstverteidigung oder zu Trainingszwecken gibt es aber bessere Munitionstypen. Schaumstoffbälle sind nämlich ausschließlich für die ersten Trainingseinheiten geeignet.

Rubberballs:

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Hinter dem Begriff verbergen sich Gummigeschosse. Sie werden vor allem von Behörden zu Trainingszwecken eingesetzt. Allerdings eignet sich diese Munitionsvariante auch sehr gut zur Heimverteidigung in geschlossenen Räumen. Außerdem kann man die Gummikugeln nach dem Verschießen wieder benutzen, solange sie nicht deformiert sind. Ein Aufprall ist auch mit den weichen Kugeln als schmerzhaft zu bezeichnen.

Hartplastikgeschosse:

Für sie gilt das Gleiche wie bei den Gummikugeln. Allerdings verursachen sie deutlich heftigere Schmerzen und nach einem Treffer entstehen häufig Blutergüsse sowie starke Schwellungen. Gerade Treffer im Bereich des Kopfes, der Wirbelsäule, der Brust oder auch den Genitalien können zu langwierigen Verletzungen führen.

Steelballs:

Nur die wenigsten wissen, dass auch richtige Stahlkugeln für RAM-Waffen vertrieben werden. Das liegt hauptsächlich daran, dass das Angebot überschaubar ist und eine Magazinladung etwa 20 Euro kostet. Zudem ist das Verletzungsrisiko extrem hoch und wir empfehlen den Erwerb und den Einsatz der Munition daher nicht.

Wer allerdings einmal die Durchschlagskraft einer RAM-Waffe selbst testen möchte, wird von den Ergebnissen der Stellballs überrascht sein. So lässt sich mit diesen problemlos durch mehrere hintereinander stehende Dosen oder gar 30 DIN-A4-Seiten schießen. Des Weiteren wird die Munition häufig mit dem Zusatz Glasbreaker beworben. Ein normales Fensterscheibenglas sollte dem Beschuss also nicht standhalten.

Pepper Dust:

Die wohl interessanteste und zur Heimverteidigung auch beliebteste Munitionsvariante sind Pepperballs beziehungsweise Pfefferkugeln. Sie erzeugen beim Aufprall ebenfalls Schmerzen und setzen dabei den bekannten Wirkstoff Capsaicin aus handelsüblichen Pfeffersprays frei. Dies führt zu immer stärker werdenden Atem- und Sichtbeschwerden.

Meist genügt bereits ein Schuss und der Angreifer ist unschädlich gemacht. Das Zeitfenster kann entweder zur Flucht oder zum Überwältigen des Täters genutzt werden. Da man den Schuss aus großem Abstand abgeben kann, wird man selbst nicht vom Wirkstoff beeinträchtigt.

Was gegen Real Action Marker zur Selbstverteidigung spricht:
Die Palette an Munition ist groß und für jeden Einsatzzweck ist etwas dabei. Zudem besitzen viele Modelle den Status als freie Waffe und der Preis liegt auch noch im bezahlbaren Rahmen. Das klingt natürlich alles bestens und verleitet viele Leute zum Kauf. Allerdings sprechen auch viele Punkte gegen diese Waffen:

  • Die Real Action Marker lassen sich kaum von echten Waffen unterscheiden. Daher können sowohl Angreifer als auch Polizisten ihre echte Waffe gegen dich einsetzen.
  • In vielen Situationen ist ein ruhiges und bestimmtes Auftreten Trumpf. Sobald man aber eine Waffe zieht, kommt es doch recht häufig zu Eskalationen.
  • Eine Waffe kann einem natürlich jederzeit abgenommen werden und dann gegen einen selbst eingesetzt werden. Das gilt aber auch für Pfeffersprays, Schlagstöcke oder Elektroschocker.

Wofür werden RAM-Waffen eingesetzt?

Der Einsatz der Real Action Marker lässt sich in 2 grundlegende Kategorien einteilen. Da gäbe es auf der einen Seite die behördlichen Einsätze und auf der anderen Seite die zivilen Verwendungsmöglichkeiten. Letztere sind auf die Selbstverteidigung- sowie Heimverteidigung ausgelegt. Erste hingegen auf dem gezielten Training von bestimmten Situationen.

Real Action Marker beim Militär und der Polizei:

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Ab Minute 03:40 sieht man den Einsatz einer RAM-Waffe mit Pfefferkugeln. (Reality-TV)

Erfunden und anfangs auch vertrieben wurden die Waffen an Behörden. Diese setzen RAM-Gewehr als auch Pistolen gerne zum Training ein. Man kann mit ihnen realistische Situationen und Szenarien nachstellen und das ohne hohe Koste zu verursachen. So lässt sich beispielsweise mit Farbpatronen ein Treffer realitätsnah darstellen.

In Deutschland steckt das Training mit den RAM-Waffen aber noch immer in den Kinderschuhen. Die Behörden und Militäreinheiten der USA haben das Training mit den RAM-Systemen aber schon lange für sich entdeckt. Dort trainieren zum Beispiel die Infanteristen der US Army sowie des US Marine Corps mit den Real Action Markern.

RAM-Waffen bei Privatleuten:

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Zu Beginn wurden die Waffen überwiegend für taktische Paintballspiele mit hoher Realitätsnähe erworben. Inzwischen ist man hier aber fast ausschließlich auf sogenannte Softair-Waffen umgestiegen. Leider wird dieses Hobby von vielen Deutschen mit großem Argwohn betrachtet.

Das Image ist eher schlecht und wird häufig mit Wehrsport und Kriegsverherrlichung in Verbindung gebracht. Allerdings wandelt sich das Bild hier etwas. Die Szene wächst. Allerdings spielen RAM-Waffen auch in Zukunft hier nur eine stark untergeordnete Rolle. Viel eher finden Real Action Marker unter dem Aspekt der Heimverteidigung großen Anklang.

Hier werden sie als frei käufliche Wunderwaffen gegen Einbrecher deklariert. Dies liegt zuletzt an ihrem gefährlichen und täuschend echten Aussehen. Gerade in Kombination mit Pfefferkugeln (Pepperballs) wandern die Waffen immer häufiger über den Verkaufstresen. Der Aufprall schmerzt enorm und setzt zusätzlich einen Atemwegs- und Schleimhautreizenden Wirkstoff frei.

Getroffene Angreifer beginnen zu husten und bekommen tränende Augen. Bereits nach wenigen Sekunden ist das Sichtfeld stark eingeschränkt und die Atmung von heftigen Hustenanfällen geprägt. Da man viel Abstand zum Angreifer halten kann, kommt man selbst nicht mit dem Wirkstoff in Kontakt.

Gut zu wissen:
Wir sind kein großer Fan von Real Action Markern zur Selbst- oder Heimverteidigung. Die Waffen führen schnell zu unnötigen Eskalationen, können nur unter diversen rechtlichen Einschränkungen benutzt werden und Pfefferkugeln bieten sich nicht zum Einsatz in geschlossenen Räumen an. Zudem können sie leicht mit echten Waffen verwechselt werden und provozieren ankommende Sicherheitskräfte zum Einsatz ihrer echten Schusswaffen.

Kurzwaffe oder Langwaffe?

RAM-Waffen werden von Privatmenschen nicht für Schießübungen, zu Trainingszwecken oder als Deko für die heimische Vitrine erworben. Der spätere Einsatzzweck ist und bleibt die Heim- oder auch Selbstverteidigung. Daher spielen Langwaffen, wie etwa Sniper, Sturmgewehre oder auch Schrotflinten eine eher untergeordnete Rolle. Die meisten Menschen interessieren sich verständlicherweise für Pistolen oder Revolver.

Sie sind platzsparender zu verstauen und bei Bedarf schneller griffbereit. Zudem wirken sie einfach realistischer. Wer hat schließlich in Deutschland ein echtes Sturmgewehr im Schrank stehen?! Niemand. Daher könnten gerade diese RAM-Waffen schnell für Attrappen oder ungefährliche Softair-Waffen gehalten werden. So wird ein Einbrecher definitiv nicht erfolgreich in die Flucht geschlagen.

Egal für welche Waffengattung man sich entscheidet, sollte man beim Erwerb auf ein paar Dinge achten. So sollte man nach Möglichkeit für Kurzwaffen ein Schnellziehholster samt Koppel erwerben. Damit kann man sich die Waffe im Verteidigungsfall einfach umschnallen und sie bei einem Angriff blitzschnell ziehen. Ansonsten hat man beide Hände frei und kann ungestört mit ihnen hantieren.

Weiterhin sinnvoll ist die Anschaffung eines Ersatzmagazins oder einer Ersatztrommel für Revolver. Zum sicheren Transport von A nach B benötigt man zudem eine Transportbox samt Schloss. Wer möchte, kann auch Zubehör kaufen, welches sich an den vorhandenen Schienen anbauen lässt.

Gerne vergessen wird der Erwerb von ausreichend CO2-Patronen. Das Gleiche gilt für die Munition im passenden Kaliber. Sinnvoll für den Einstieg sind Schaumstoffkugeln, Gummigeschosse und Pfefferpulverkugeln. Damit ist man sowohl für das Training als auch eine Verteidigungssituation bestens gerüstet.

Gut zu wissen:
Der deutsche Hersteller Umarex hat spezielle RAM-Revolver zur Heimverteidigung entworfen. Diese sind besonders einfach in der Handhabung und der Gastank wird erst durch das Drücken eines Knopfs angestochen. Damit verliert die Waffe bei einer längeren Lagerung nicht ihre Schussenergie. Außerdem gibt es sehr nützliches Zubehör, wie beispielsweise einen Launcher für Pfeffer- und Trainingskartuschen.

Wie wird überhaupt geschossen?

Zielen und schießen mit RAM-Waffen

Die Selbstverteidigung mit einer RAM-Waffe ist im Ernstfall nur dann möglich, wenn man sich auch mit ihrer Bedienung auskennt. Dazu gehört vor allem das richtige Anvisieren sowie die korrekte Körperhaltung. Ebenfalls sollte man wissen, was bei einem Klemmer zu tun ist. Aber fangen wir am besten bei den Grundlagen an.

Wer noch nie eine echte Schusswaffe in der Hand hatte, braucht sich nicht vor einem Real Action Marker zu fürchten. Aufgrund der geringen Schussenergie kann man selbst bei den schlimmsten Fehlern niemand ernsthaft gefährden. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass man sorglos mit der Waffe umgehen sollte.

Wichtige Regeln:

Der erste Grundsatz im Umgang mit Schusswaffen lautet: Die Waffe ist immer als geladen und schussbereit zu betrachten. Daher muss sie stets mit dem nötigen Respekt behandelt werden. Vor jedem Training wird der Zustand hinsichtlich der Funktionalität und des Ladestatus überprüft.

Des Weiteren wird beim Schießen nur das Ziel anvisiert. Ansonsten wird die Waffe in Richtung Boden gerichtet. Dafür lässt man beide Hände an ihr und zielt etwa einen Meter entfernt in den Untergrund. Bevor die Waffe abgelegt oder an eine andere Person übergeben wird, muss die Sicherung aktiviert werden. Sinnvoll ist auch die Herausnahme des Magazins sowie ein Entleeren der Patronenkammer.

Richtig zielen und schießen:

Beim Schießen kommt es auf viele Aspekte an. Besonders wichtig sind die Atmung und die Haltung. So sollte man beim Zielen nicht verkrampfen und die Arme schön locker lassen. Die Waffe muss vernünftig mit beiden Händen gehalten werden. Ansonsten kann sie durch den Rückstoß leicht entgleiten. Der Abzug wird mit der Fingerspitze betätigt.

Wer sich nicht daran hält, verreißt und schießt daher meist links am Ziel vorbei. Vor der Schussabgabe sollte man ein oder zweimal ausatmen und dann den Abzug betätigen. Da man sich in Selbstverteidigungslagen meist stehend schießt, sollte hierauf der Fokus beim Training gelegt werden. Als Körperhaltung empfiehlt sich ein schulterbreiter Stand mit leicht nach vorne durchgedrückten Knien.

RAM-Waffen Kimme und Korn

Damit man auch in die Mitte des Ziels trifft, müssen Kimme und Korn auf einer Linie liegen. Gemeint ist damit folgendes: Wenn man vom hinteren Teil der Waffe durch die dort befindliche Kimme schaut, muss sich das am vorderen Ende verbaute Korn genau auf derselben Höhe befinden. Außerdem muss das Korn genau ins Schwarze (hier ins Graue) der Scheibe zielen.

Allerdings verfügen nicht alle RAM-Gewehre über Kimme und Korn. Hier muss man dann gegebenenfalls den Umgang mit einem Rotpunktvisier oder einem Zielfernrohr erlernen. Auch das Liegendschießen ist hier durchaus von Bedeutung und sollte geübt werden. Zudem befinden sich an den RAM-Gewehren oft Griffe oder Zweibeine zur besseren Stabilisation.

Gut zu wissen:
Wer den sicheren Umgang mit einer RAM-Waffe erlernen möchte, sollte den örtlichen Schützenverein aufzusuchen. Die Mitglieder weisen einem beim Training auf Fehler hinsichtlich des Zielens, der Haltung oder der Atmung hin. Als Alternative kann man auch zuhause die ersten Versuche wagen. Als potenzielle Trainingsziele eignen sich Kugelfänge mit Ringscheiben, Dosen oder auch kleine Zielkästen.

Was gilt es rechtlich zu beachten?

Rechtslage

Vor dem Kauf sollte man sich mit der deutschen Rechtslage auseinandergesetzt haben. Es gibt nämlich sowohl beim Erwerb als auch bei der Benutzung diverse Fallstricke. Wir sind allerdings keine Rechtsanwälte und können daher auch keine Rechtsberatung liefern. Wer daran Interesse hat, sucht bitte den Anwalt seines Vertrauens auf. Wir möchten aber auf ein paar grundlegende Aspekte hinweisen.

Hierzulande dürfen RAM-Waffen nur dann frei verkauft werden, wenn deren Mündungsenergie weniger als 7,5 Joule beträgt. Außerdem muss sich ein eingeprägtes F im Fünfeck auf der Waffe befinden. Damit wird der Status als „freie Waffe“ gekennzeichnet. Selbstredend muss man zum Erwerb mindestens 18 Jahre alt sein. Eine spezielle Erlaubnis oder einen Waffenschein braucht es zum Kauf solcher Real Action Marker nicht.

Gerne werden die Originalwaffen umgebaut. Allerdings sind solche Maßnahmen nicht erlaubt. Auch ein Führen der Waffe, sprich ein schuss- und griffbereites am Mann tragen, ist nicht möglich. Für den rechtlich sicheren Transport muss sich die entladene Waffe in einem verschlossenen Behältnis befinden. Aufgrund dieser Umstände ist ein Einsatz nur in geschlossenen Wohnungen oder vollständig umzäunten Grundstücken denkbar.

Gut zu wissen:
Wer eine Schusswaffe zur Selbstverteidigung in der Öffentlichkeit führen möchte, sollte sich eine Schreckschusswaffe oder eine Pfefferspraypistole kaufen. Für Erste braucht man zwingend einen sogenannten Kleinen Waffenschein und für letztere genügt die Kennzeichnung als Tierabwehrgerät sowie die Nichteinstufung als Anscheinswaffe.

Was sollte man noch über RAM-Waffen wissen?

FAQ

RAM-Waffen werden immer populär in Deutschland und dementsprechend häufig erhalten wir Fragen. Dies hat uns schließlich dazu veranlasst ein kleines FAQ zu erstellen. So bekommst du noch mehr hilfreiche Informationen rund um die Real Action Marker und deren Einsatzgebiete.

Welche Varianten von RAM-Waffen gibt es in Deutschland?

Hierzulande kann man Real Action Marker in Form von Kurz- als auch Langwaffen kaufen. Es gibt also Pistolen, Revolver, Sturmgewehre als auch Schrotflinten. Alle verkauften Modelle sind dabei echten Waffen nachempfunden.

Allerdings ist ein vollautomatischer Betrieb, also ein umgangssprachlicher Dauerfeuermodus in Deutschland per Gesetz verboten. Daher muss man hier für jeden Schuss den Abzug einmal drücken. Im Fachjargon spricht man dann von einem Semi-Modus.

Eignet sich ein Real Action Marker zur Selbstverteidigung?

Ja, man kann sich mithilfe so einer Waffe gegen einen oder auch mehrere Angreifer zur Wehr setzen. Dafür sind gerade Rubberballs (Gummikugeln) als auch Pepperballs (Pfefferpulvergeschosse) eine gute Wahl. Allerdings kann man die Waffen aufgrund vieler rechtlicher Einschränkungen nur zur Heimverteidigung einsetzen. Daher sind wir nicht restlos überzeugt.

Wie weit schießen RAM-Waffen?

Zur Heimverteidigung werden überwiegend Kurzwaffen eingesetzt. Diese verfügen etwa über 4 bis 5 Joule an Geschossenergie. Damit fliegen die unterschiedlichen Munitionsarten bis zu 30 Meter weit. Allerdings nimmt die Energie beim Aufprall bereits ab einer Entfernung von 10 Meter stark ab. Daher sollte man mit Gummi- oder Hartplastikkugeln nicht aus einer Entfernung von mehr als 10 Metern gegen einen Angreifer vorgehen.

Zudem platzen Pfefferkugeln bei dieser Distanz nicht immer auf. Anders schaut dies hingegen bei den verfügbaren Gewehren aus. Hier liegt die Geschossenergie ganz dicht dran an der gesetzlichen Höchstgrenze. Daher fliegt die Munition weiter und Pfefferkugeln platzen auch bei größeren Entfernungen zuverlässiger auf. Ob man allerdings jemals in die Lage kommt, auf solche große Distanzen zu schießen, wagen wir zu bezweifeln.

Braucht man einen Waffenschein für RAM-Waffen?

Alle Modelle mit einer maximalen Mündungsenergie von weniger als 7,5 Joule sowie einem auf der Waffe befindlichen F im Fünfeck können ab 18 Jahren erworben werden. Hierzu benötigt man weder einen Waffenschein noch einen triftigen Erwerbsgrund.

Da man einen Waffenschein zum Führen einer Waffe in der Öffentlichkeit benötigt, wollen wir an dieser Stelle noch auf eine Sache hinweisen. Nämlich, dass RAM-Waffen aus rechtlicher Sicht betrachtet, nicht in der Öffentlichkeit geführt werden können. Daher werden sie auch immer im Zusammenhang mit der Heimverteidigung beworben.

Wer ist der Erfinder der Real Action Marker?

Die Waffen wurden von der Firma APS Paintball Ltd. mit Firmensitz in Hongkong, China, entwickelt und produziert. Damals handelt es sich noch weitestgehend um Markierer für den Paintballsport. Erst 1998 begann man mit dem Bau von RAM-Waffen, wie man sie heute kennt. Der Schwerpunkt der Entwicklerfirma APS Paintball Ltd. liegt auf der Produktion und dem weltweiten Vertrieb von Kaliber .43 Real Action Markern.

Welche Alternativen zu Real Action Markern gibt es?

Unserer Meinung sollte man anstelle einer RAM-Waffe entweder eine Schreckschusswaffe erwerben oder eine Pfefferspraypistole kaufen. Erstere dürfen mit einem Kleinen Waffenschein unter Einschränkungen in der Öffentlichkeit geführt werden. Außerdem eignen sie sich gut zur Abwehr von Angriffen.

Pfefferspraypistolen müssen als Tierabwehrgerät gekennzeichnet und dürfen seitens des BKA nicht als Anscheinswaffe eingestuft werden. Unserer Meinung nach sind sie die bessere Wahl. Für die Pfeffersprühpistolen spricht die größere Ladung Pfeffer, die höhere Reichweite sowie das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Günstige Modelle bekommt man bereits für unter 40 Euro.

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 102 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransportfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know-how mit dir. Sein Motto lautet: Schütze dich und deine Liebsten!