7 große Fehler bei der Selbstverteidigung

Selbstverteidigung-Fehler

Fehler sind bei der Selbstverteidigung schnell gemacht. Keine Sorge! Auch ich mache ab und an immer mal wieder welche. Doch diese kapitalen Selbstverteidigungs-Fehler sollte man auf jeden Fall vermeiden. Welche 7 das sind, erfährst du in diesem Beitrag.

Ohne regelmäßiges Training geht gar nichts!

Nur theoretisches Wissen alleine reicht nicht. Daher denke stets daran regelmäßig deine Technik zu trainieren und versuche dabei stets so nah wie möglich an den Bedingungen der „Straße“ zu bleiben.

Verfalle niemals einer Trainings-Illusion und verändere ständig das Handeln deines Trainingspartners. Denn schlecht ausgeführte Techniken bringen nichts oder verschlimmern die Lage meist noch um Einiges.

Bedenke beim Training zudem, dass Angriffe oft völlig unvorbereitet passieren. Trainiere daher auch Verteidigungen aus Alltagshandlungen heraus und arbeite an deiner Fähigkeit immer weiter im Kampf zu agieren.

Feile zudem ständig an deiner Körpersprache und Mimik und trainiere auch deine Fitness. Manchmal ist wegrennen besser als kämpfen. Und zu guter Letzt denke daran, auch Konter zu trainieren. Gerade diese sind oft Kampf entscheidend.

Nicht immer funktioniert alles wie im Training!

Was bei vielen Kursen und leider auch in vielen Büchern gar nicht erst Erwähnung findet, ist das dynamische Reagieren auf Kampfhandlungen. Nicht immer bringt die einstudierte Technik auch den gewünschten Erfolg.

Aus diesem Grund solltest du dir immer folgende Fragen beim Training oder bei der Entwicklung deines ganz eigenen Selbstverteidigungs-Konzepts stellen:

  • Was tue ich, wenn die (erste) Technik nicht funktioniert?
  • Was mache ich, wenn mein Gegner ebenfalls (gut) ausgebildet ist?
  • Welche Gegenstände habe ich immer dabei und eignen sich manche zur Selbstverteidigung?

Selbstverteidigungs-Fehler Nr. 1: Immer gleiche Abläufe

Die Realität ist leider immer anders. Nichts lässt sich vorausahnen, vor allem kein menschliches Handeln unter Extrem- und Kampfbedingungen. Aus diesem Grund sollte dein Training so facettenreich wie möglich sein.

Begehe nie diese Selbstverteidigungs-Fehler:

  • Der Trainingspartner ist zu zaghaft und möchte dir auf keinen Fall weh tun
  • Immer der gleiche Partner mit dem immer gleichen Wissen
  • Ständiges Trainieren der gleichen Methoden und nie die Komfortzone verlassen.
  • Ignorieren von gelungenen Treffern und keinerlei Hinterfragen von Vorgehensweisen.

Großer Selbstverteidigungs-Fehler: Schneckentempo beim Training

Wer ständig nur in Zeitlupe trainiert, macht sich selbst etwas vor. Langsames Trainieren ist ein Konzept um Körper, Geist und Energie aufeinander abzustimmen. Aber bei einem realen Fight passiert alles in Bruchteilen von Sekunden und man muss schnell und konsequent reagieren.

Deswegen empfiehlt sich nach dem Grundlagentraining ein umfangreiches Anwendungstraining mit vielen unterschiedlichen Partnern und schnellem Tempo. Alles sollte so realistisch wie möglich ablaufen.

Gerade Trainingsmesser oder Trainingsstöcke sind gute Mittel um echte Kämpfe nachzustellen. Im Allgemein empfehlen sich alle Arten von Kunststoffwaffen für ein realistisches Trainingserlebnis.

Zudem sollte beim Training darauf geachtet werden, dass man keine festen Abläufe einstudiert. Nur so lässt sich mit der Zeit erlernen wie man sich intuitiv bewegt. Außerdem fühlt man sich für den Ernstfall besser vorbereitet, was gerade dem Selbstbewusstsein guttut.

Und gerade das Training mit unterschiedlichen Partnern wird unterschätzt. Aber gerade hier lernt, wo man sich verbessern kann und unterschiedliche Menschen reagieren. Wichtig ist hierbei auch, dass zwischen Frauen und Männern gemischt trainiert wird. Das fördert den Realismus sowie die psychischen und emotionalen Fähigkeiten im Verteidigungsfall.

Wurf-, Hebel und Entwaffnungstechniken für Wenig-Trainierer

In vielen Kursen und Büchern werden solche Techniken als der heilige Gral gefeiert und ständig prominent beworben und erklärt. Dabei sind gerade sie der Grund warum viele Leute bei der Selbstverteidigung im Ernstfall scheitern.

Ein mehr als großer Selbstverteidigungs-Fehler ist das gelegentliche und damit nicht oft genug Trainieren von Hebel- oder Wurftechniken. Damit einher geht das fehlende Gespür für den richtigen Ansatzmoment sowie dir Kraftverhältnisse.

Alles in einem eine toxische Mischung. Selbst bei Profis endet die Anwendung von Hebel- oder Wurftechniken oft in mitunter gefährliche Rangeleien.

Wer unbedingt mit solchen Techniken arbeiten möchte, sollte diese regelmäßig und intensiv mit verschiedenen Trainingspartnern trainieren um ein Gespür für Kräfte und den richtigen Moment zu erlangen. Zudem sollte man hier unter verschiedenen Bedingungen üben.

Wer hingegen nur wenig Zeit fürs Training hat oder eher einfache Möglichkeiten sucht, ist mit Ausweich- und Vermeidungsstrategien besser bedient. Diese ergänzt mit einfachen Schlagtechniken und man verfügt über eine gute und vor allem solide Grundlage.

Messerangriffe lassen sich einfach und schnell abwehren

In vielen Kursen, Videos und Büchern wird immer wieder erklärt wie einfach sich Messerangriffe abwehren lassen. Dies ist jedoch nicht nur ein Selbstverteidigungs-Fehler, sondern eine absolute Frechheit. Dadurch fehlt vielen der Respekt vor Messern oder Stichwaffen im Generellen.

Wer ausprobieren möchte, zu was ein handelsübliches Messer fähig ist, schnappt sich ein Gummimesser oder noch besser einen roten Edding. Dann noch einen Trainingspartner mit weißem Shirt und losgeht die Sause, ich meine das Geschnetzle.

Beide Partner sollten hier wirklich alles geben. Danach betrachtet man das T-Shirt in aller Ruhe und macht sich so seine Gedanken. Schließlich sollte die Sauerei auf dem T-Shirt für sich sprechen und einem den nötigen Respekt vor Stichwaffen verschaffen.

Wer sich nun gegen eine solche Bedrohung vernünftig vorbereiten möchte, sollte regelmäßig mit Gummiwaffen trainieren um Respekt und gute Fähigkeiten aufzubauen.

Aber Gummimesser alleine wären ein weiterer Selbstverteidigungsfehler. In das Training sollte man nach Möglichkeit alle Arten von Stichwaffen einbeziehen wie Regenschirme, Stöcke, Billiard-Kös und alles andere was sich zum Zustechen eignet.

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Gleich in die Kampfpostion gehen

Grundsätzlich spricht nichts gegen Kampfpositionen. Ich benutze diese sogar selbst. Allerdings gehen die meisten Menschen zu früh in Position, schüren dadurch Aggressionen und machen sich zudem sehr berechenbar.

Daher ist es natürlich besser Selbstverteidigungstechniken aus dem Nichts zu trainieren bzw. zu beherrschen. Dies ist für Anfänger natürlich sehr schwierig umzusetzen, gibt einem bei einer sicheren Beherrschung aber die Möglichkeit gezielte, kräftige Antworten zu geben. Dadurch ist man unberechenbar und kann sich effektiver verteidigen.

Unser Fazit zu den 7 größten Selbstverteidigungs-Fehlern

Natürlich gibt es noch eine ganze Menge mehr Selbstverteidigungs-Fehler, die gemacht werden können. Wer allerdings diese 7 groben Schnitzer auslässt, ist in seinem Training ein gutes Stück weiter und hat im Ernstfall mehr Erfolg beim Selbstschutz.

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Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 80 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.