Selbstverteidigung gegen Hunde: Warnsignale, eigenes Verhalten & geeignete Waffen

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Die meisten Hunde sind des Menschen bester Freund, doch manche Exemplare machen einem Leben das Leben wirklich schwer. Gerade Sportler wie Jogger und Radfahrer berichten immer wieder davon, dass sie von aggressiven Hunden verfolgt und bedrängt werden.

So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Zahl der Bissverletzungen auf 30.000 bis 50.000 por Jahr geschätzt wird. Natürlich sind nicht alle Angriffe mit schlimmen Verletzungen verbunden, trotzdem sollen jedes Jahr Leute an den Folgen eines Hundebiss sterben.

Doch wie geht Selvstverteidigung gegen Hunde, wie sollte man sich verhalten, welche Waffen eignen sich und wie kann man so einer Situation erfolgreich aus dem Weg gehen? In diesem umfangreichen Guide erfährst du es. Versprochen!

Warum greifen Hunde eigentlich an?

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Zu Beginn wollen wir uns dieser Frage widmen, damit du ein Grundverständnis für das Verhalten von Hunden entwickelst. Dies wird dir in vielen heiklen Situationen mit Hunden helfen.

Das Angreifen von Menschen ohne Grund, ist für die meisten Hunde keine Option. Sie sind durch ihre Herrchen und Frauchen gut erzogen worden.

In Ausnahmefällen kann es aber vorkommen, dass der Jagdtrieb geweckt wird. Ein uralter Instinkt, der Hunde dazu treibt, Jogger und Radfahrer zu verfolgen und auch anzugreifen.

Auch Angststörungen, Haltungsfehler und eine zu lasche Erziehung können dazu führen, dass Hunde Menschen angreifen. Gerade Quälerei führt zu großen Aggressionen und stark verhaltensgestörten Hunden.

Und das Schlimme ist, nicht immer werden Fremde angegriffen. Oft kennen sich Hund und Opfer besser als man auf den ersten Blick denken könnte.

Kommunikation ist das Zauberwort:

Hier liegt der Hase begraben. Vielen Menschen fällt es nämlich schwer das Verhalten eines Hundes zu deuten und darauf sinnvoll zu reagieren. Wer hier ein gutes Geschick besitzt, kann die meisten Situationen erfolgeich deeskalieren. Doch wie macht man das?

Oft entstehen gefährliche Situationen durch normale und absolut menschliche Gesten. Beim begrüßen lachen viele Menschen herzlich und zeigen dabei ihre Zähne. Hunde können dies aber als Zähnefletschen interpretieren und sich dadurch bedroht fühlen.

Wer sich jetzt noch schnell bewegt, den Hund anstarrt oder ihn dazu noch ungewollt in seinem Revier bedrängt, ist auf den beste Weg angegriffen zu werden.

Gerade bei unbekannten Hunden sollte man sich daher langsam nähern und den Hund nach der erfolgreichen Annäherung an der Hand schnüffeln lassen. So signalisiert man, dass man mit guten Absichten kommt.

Gut zu wissen:

Menschliche Ohren liegen von Natur aus eng am Kopf an. Den meisten Hunden ist das auch bewusst und sie betrachten es daher als normal. Sobald sie aber von ihren Instinkten geleitet werden, können sie dies fehlinterpretieren und daraus Unmut oder Aggression lesen.

Drohsignale, die man nicht ignorieren darf:

Oft kommt es vor, dass Opfer einer Hundeattacke gar nicht bemerkt haben, dass der Hund bereits lange vor dem Angriff deutlich gezeigt hat, dass er sich bedroht fühlt.

Daher sollte man im Umgang mit Hunden auf diese Signale achten:

  • bellen und knurren
  • hochgezogene Lefzen
  • flach anliegende Ohren
  • gesträubtes Fell

Zeigt der Hund auch nur eines dieser Verhaltensmuster ist absolute Vorischt im Umgang geboten. Zu Beginn sollte man Ruhe bewahren, auch wenn das leichter gesagt, als getan ist.

Richtiges Verhalten in heiklen Situationen:

Selbstverteidigung-Fehler

Wegrennen, schreien oder gar aufregen sollte man sich auf keinen Fall. Damit bestärkt man den Hund nur noch in seinen Vermutungen, dass eine gefährliche Situation vorliergt oder ein Angriff bevorsteht.

Am besten verweilt man starr und ohne sich zu bewegen an Ort und Stelle. Die Arme sollten an den Seiten herunter hängen und den direkten Blick sollte man abwenden. Beobachte den Hund durch die Augenwinkel, dadurch fühlt er sich nicht bedroht.

Läuft alles glatt, verliert der Hund das Interesse und zieht sich zurück. Unsere Beschwichtigungen haben also funktioniert. Ist der Abstand zum Hund groß genug, gehen wir langsam ohne hektische Bewegungen weg.

Lässt der Hund aber noch immer nicht von uns an, sollten wir ihn von seinem Vorhaben und vor allem von uns ablenken. Wir leiten sein Interesse sozusagen um.

Am einfachsten geht das mit Leckerlis oder einem Spielzeug. Natürlich hat man sowas in der Regel nicht dabei. Ebenso effektiv ist ein Schirm, Stock oder eine Tasche. Im Notfall tut es auch ein Rucksack oder gar die eigene Jacke.

Mit diesen Gegenständen lenken wir den Hund jetzt ab, indem wir ihm zum spielen auffordern. Sobald er sich auf das Objekt eingeschossen hat, werfen wir es so weit wie möglich von uns weg.

Dank des Jagdtriebs wird er sich nun auf die Verfolgung konzentrieren und von uns ablassen. Meist funktioniert diese Methode wunderbar. Manchmal helfen aber nur noch drastischere Mittel.

Selbstverteidigung gegen Hunde:

Konnten wir den Hund nicht beschwichtigen und auch ablenken hat nicht geholfen, kommen wir an den Punkt, dass wir uns verteidigen müssen. Nun gilt es zu verhindern, dass der Hund in den Angriffsmodus schaltet.

Bevor wir zur Waffe greifen, können wir es noch mit einem bestimmten Auftreten probieren. Oft helfen laut und deutlich ausgesprochene Befehle wie: „Aus!“ „Stop!“ oder „Geh weg!“

Gleichzeitig können wir die dadurch gewonnene Zeit für die Bewaffnung nutzen. Auch hier gilt es wieder schnelle oder hektische Bewegungen zu unterlassen und die Waffe daher langsam hervorzuholen.

Selbstverteidigung gegen Hunde – Welche Waffe ist sinnvoll?

Um sich gegen einen Hundeangriff zu wehren, kann man verschiedenste Mittel einsetzen. Als sehr erfolgreich haben sich in den letzten Jahren Pfeffersprays und auch Pfefferpistolen erwiesen.

Hunde haben nämlich ein weit aus effektivere und dadurch auch empfindlichere Nase als Menschen. Dadurch sind sie sehr anfällig gegen die in Pfefferspays enthaltenen Wirkstoffe.

Pfefferspray gegen Hunde einsetzen:

Pfefferspray-im-einsatz

Pfeffersprays glänzen durch ihre einfache Anwendung. Außerdem können sie gut transportiert werden. Sie passen in die Handtasche, die Jackentasche oder können einfach an den Gürtel geclipt werden.

Zudem sind sie sehr effektiv gegen Hundeangriffe. In der Regel lässt der Hund sofort von seinem Angriff ab. Und das Beste kommt zum Schluss:

Pfeffersparays hinterlassen meist keine bleibende Schäden. Nach ein paar Stunden ist die Wirkung verflogen und alles wieder gut. So muss das Tier auch nicht unnötig leiden.

Bei der Verwendung gegen einen angreifenden Hund ist darauf zu schauen, dass man gezielt auf die Nase, Augen und die Lefzen sprüht. Lediglich am Fell haftender Wirkstoff zeigt in der Regel keinerlei Wirkung.

Pfefferpistole gegen Hunde benutzen:

Pfefferpistole

Ebenfalls sehr gut für die Hundeabwehr sind Pfefferpistolen geeignet. Sie besitzen eine höhere Reichweite als die handelsüblichen Sprays und vielen fällt das Zielen mit ihnen leichter als mit einem Abwehrspray.

Expertenrat:

Sobald man von der Waffe Gebrauch gemacht hat, sollte man sich langsam vom Ort des Geschehen entfernen. Am besten läuft man dabei rückwärts um den Hund gut im Blick haben zu können.

Was tun nach einem Hundebiss?

Nicht immer klappt die Selbstverteidigung gegen einen Hund ohne bleibende Spuren. So kommt es nicht selten vor, dass man einen kleinen Hundebiss davon trägt. Hier hat die Wundversorgung oberste Priorität.

Bisswunde versorgen:

Sollte die Wunde stark bluten, kann man sie mithilfe eines Druckverbandes behandeln. Dafür nimmt man am besten eine sterile Mulbinde und drückt sie auf die Wunde. Nun noch festmachen und die Blutung sollte stoppen.

Da man in der Regel keine Mulbinde dabei hat, kann man alternativ ein Shirt, eine Jacke oder ein Tuch zusammenfalten und auf die Wunde drücken. So kommt man auf jeden Fall erstmal bis nach Hause.

Hier gilt es dann zu prüfen, ob eine ärztliche Versorgung notwendig ist. Grundsätzlich ist ein Besuch beim Arzt immer anzuraten, da er die Wunde professionell reinigen und desinfizieren kann.

So beugt man Infektionen und eitrigen Wunden vor. Außerdem schadet auch eine Überprüfung auf Tollwut nicht oder eine präventive Impfung hiergegen. Zwar ist diese Krankheit in Deutschland relativ selten, sicher ist aber sicher. Schließlich hat man nur eine Gesundheit.

Rechtliche Schritte:

Es ist nicht verkehrt, nach einer solchen Attacke einen Anwalt aufzusuchen und sich von diesem beraten zu lassen. Nicht selten ist das Ergreifen von rechtlichen Schritten sinnvoll.

Des Weiteren sollte man die Polizei oder andere zuständige Behörden über den Vorfall informieren, um die Gefahr eines weiteren Angriffs durch diesen Hund zu minimieren.

Unser Fazit:

Selbsverteidigung gegen einen Hund ist zum Glück nicht oft notwendig. Meist beugt eine vorhandene Leinenpflicht sowie ein Maulkorb bei Kampfhunderassen Angriffen vor.

Wer zudem auf seine Körpersprache und das Verhalten von Hunden achtet, braucht sich eigentlich keine Sorgen zu machen. Zur Steigerung des eigenen Sicherheitsempfinden und zu besseren Selbstverteidigung kann Pfefferspray mitgeführt werden.

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 51 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.