Selbstverteidigung gegen Messer: Angriffszenarien & die traurige Realität!

Selbstverteidigung-gegen-Messer

Selbstverteidigung und Messer sind ein viel diskutiertes und auch kontroverses Thema. Gefühlt kommt jede Woche die ultimative Messerabwehr auf den Markt.

Daher gibt es dutzende Techniken wie man Messer im Rahmen der Selbsverteidigung abwehren und Gegner gezielt entwaffnen kann. Bleibt nur die Frage offen, ob solche Techniken wirklich funktionieren?

Wie wir das Thema handhaben und welche Erfahrungen wir mit Messerangriffen gemacht haben, verraten wir dir in diesem Artikel.

Warum sind Messer so beliebte Waffen?

Selbstverteidigung-weglaufen

Inzwischen häufen sich Meldungen mit Berichten über Messerangriffe. Oft liest man in diesem Zusammenhang von schwer verletzten oder gar toten Opfern. Nur selten geht eine Messerattacke mit leicht verletzten Menschen einher.

Dabei spielt es auch keine Rolle, warum ein Messer gezogen wurde. Ob Überfall, Beziehungstat oder Schlägerei ist völlig egal. Festzuhalten ist nur, dass Messerattacken gefühlt immer häufiger passieren.

Das Ganze ist auch nicht weiter verwunderlich, wenn man sich die Waffenwahl einmal genauer anschaut. Ein Messer ist nämlich optimal für den Nahkampf geeignet.

Egal ob Angriff oder Verteidigung, ein Messer ist aus taktischer Sicht eine gute Wahl. Warum dem so ist, kannst du dieser Auflistung entnehmen:

  • überall erhältlich
  • günstig in der Anschaffung
  • verdeckt tragbar
  • kein Training notwendig
  • absolut effizient
  • nach der Tat einfach zu entsorgen

Die Aufzählung zeigt dir, wieso Messer inzwischen immer beliebter werden. Daher sollte man sich mit deren Abwehr auch sehr gründlich auseinander setzen.

Wieso lassen sich Messerattacken nicht verhindern?

In der Politik und von vielen Bürgern hört man immer wieder die Forderung nach Waffenverbotszonen. In manchen Städten wurden aufgrund dessen auch schon welche eingerichtet.

Doch Abhlilfe schafft man so nicht. Einerseits weil sich die „bösen“ Buben an solche Vorschriften nicht halten und andererseits, weil man viele Messer gar nicht verbieten kann.

Das Gesetz lässt nämlich genügend Ausnahmen zu, die das Mitführen eines Messers rechtfertigen oder gar erlauben. Auch die momentan bestehenden Einschränkungen bezüglich Art und Klingenlänge entschärfen das Problem nicht wirklich.

Den selbst kurze Klingen reichen für tödliche Verletzungen aus. Man benötigt also kein spezielles Kampfmesser. Ein kleines Taschemesser oder ein handelsübliches Küchenmesser reichen schon vollkommen aus um Arterien zu durchtrennen oder Organe zu perforieren.

Zusammenfassend kann das nur eins heißen: Selbstverteidigung gegen Messerangriffe sollte man trainieren. Doch was heißt das und wie wird überhaupt angegriffen? Im Folgenden erfährst du es.

Messerangriffe und deren Durchführung:

In den Medien werden Worte wie Messerattacke oder auch Messerangriff benutzt. Doch sie lenken vom eigentlichen Problem ab. Eine Waffe kann nicht angreifen. Das muss immer noch der Täter machen.

Und da wären wir auch schon beim Problem angekommen. Jeder Mensch tickt anders. Aufgrund dessen gibt es die verschiedensten Angriffsmuster und Messerattacken. Grundsätzlich lassen sie sich aber in 2 grobe Methoden aufgliedern: Statisch und dynamisch.

Statischer Messereinsatz:

Viele potenzielle Angreifer benutzen ihr Messer am Anfang zum Drohen. Sie wollen das Gegenüber einschüchtern um so ihr Ziel zu erreichen. Häufig handelt es sich dabei um Raubüberfälle, Vergewaltigungen oder auch Erpressungen.

Konkret bedeutet das, dass ein bestimmtes Verhalten erzwungen werden soll, der Täter die Waffe aber (noch) nicht einsetzen wird.

Dynamischer Messereinsatz:

Hier geht es bereits ordentlich zur Sache. Der Konflickt ist eskaliert und der Messereinsatz steht unmittelbar bevor. Ob es sich hier um eine verbale Streitigkeit oder eine körperliche Auseinandersetzung handelt ist zweitranging.

Nun tritt der Ernstfall ein. Ohne zu drohen, wird das Messer gezogen und zugestochen. Diese Variante des dynamischen Einsatzes trifft man sehr häufig an. Sie wird von Profis und ebenso von Laien angewendet.

Aber nicht immer läuft es so ab. Oft wird vor dem Zustechen noch einmal kurz gedroht. Die Waffe, unser Messer, wird also präsentiert. Der Überraschungseffekt also nicht ausgenutzt. Das Ziel aber bleibt: Das Verletzen oder Töten des Gegenübers.

Selbstverteidigung gegen Messer:

Im Folgenden zeigen wir dir effektive Methoden zur Messerabwehr und wie man Situationen unter Umständen erfolgreich deeskalieren kann.

Wir unterscheiden dabei zwischen der Art und Weise der Angriffsdurchführung und zu Beginn gibt es die einzig wahre Abwehr.

Messerabwehr – Die ultimative Technik für Jedermann:

Kommen wir nun endlich zum Herzstück unserers Beitrags. Lange genug hast du schon gewartet. Man kann viele Techniken gegen Messerattacken lernen und anwenden. Aber nur eine einzige ist wirklich empfehlenswert.

Am effektivsten und auch am einfachsten ist das Wegrennen! Sobald dir jemand mit einem Messer gegenüber steht, rennst du so schnell du kannst weg. Schaue dich dabei nicht um und bringe dich in Sicherheit.

Die bittere Realität:

Jetzt wirst du dich fragen, warum wir dir nicht unsere Super-Methode zeigen? Das hat einen ganz einfachen Grund. So etwas gibt es nicht! Sobald du bei einer Messerattacke Kontakt mit dem Angreifer hast, wirst du zu 99% Schnitt- oder Stichverletzungen bekommen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos aktzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Das kannst du nicht vermeiden. Mit ein bisschen Glück hast du nur harmlose, aber trotzdem tiefe und schmerzhafte Wunden. Das Ganze kann aber auch ganz anders laufen.

Hast du den Angreifer erfolgreich entwaffnet und unter Kontrolle gebracht, endet das nicht selten mit ein paar tiefen Wunden im Körper. Und die können noch zum Problem werden. Vielleicht sogar tödlich enden.

So schaut es aus, wenn es um die Selbstverteidigung gegen Messer geht. Die Waffe ist tödlich, sehr gefährlich und kaum abzuwehren. Daher ist die Furcht sowie der Respekt selbst in professionellen Kreisen riesig.

Selbstverteidigung gegen statische Messerangriffe:

Diese Szenarien werden in vielen Kursen exzessiv trainiert. So gibt es einige Möglichkeiten wie man den Angreifer seines Messers entledigen kann.

Nicht selten enden solche Techniken in einem wilden Gerangel mit ungewissem Ausgang. Das bedeutet nicht, dass diese Techniken überflüssig oder gar wertlos sind. Man sollte nur die Realität nicht aus den Augen verlieren.

Denn Training ist Training und Selbstverteidigung ist real. Hier gibt es keine Schutzausrüstung, kein abklopfen und erst recht kein gegenseitiges schonen. Hier möchte dich der Angreifer mindestens verletzen.

Und dann kommt noch die Aufregung ins Spiel. Im Adrenalinrauch ist es wirklich schwierig die gelernten Techniken anzuwenden. Die Feinmotorik will nicht so recht funktionieren und viele Techniken hat man einfach vergessen.

Unser Tipp:

Wenn wegrennen nicht möglich ist, gibt es hier nur zwei mögliche Abwehrrvarianten. Einerseits die Deeskalation mit dem Ziel sich Zeit für eine Flucht zu verschaffen und andererseits der Übergang in eine Abwehrtechnik.

Oft kann man so eine Situation ganz einfach entschärfen. Man macht was der Angreifer möchte. Wenn du ausgeraubt wirst, kooperierst du einfach. Wertsachen verteidigt man nicht mit dem eigenen Leben.

YouTube

Mit dem Laden des Videos aktzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Selbstverteidigung gegen dynamische Messerattacken:

Wir wollen ehrlich zu dir sein und hier keine Illusionen erschaffen. Die Abwehr eines dynamischen Angriffs mag in der Therorie noch machbar klingen, ist in der Praxis aber so gut wie unmöglich.

Wer ein Messer zückt, braucht oft nur einen Treffer um dich schwer zu verletzen oder gar zu töten. Außerdem kann man in wenigen Sekunden so viele Stiche setzen, das es einem fast die Vorstellungskraft sprengt.

Selbstverständlich heißt das nicht, dass du dich nicht wehren sollst. Du musst natürlich trotzdem versuchen die Klinge aufzhalten bzw. den Angriff zu beenden.

Und hier funktionieren die meisten Techniken nicht. Hier ist Intuition in Kombination mit Waffen und Gadgets gefragt. Aber auch mit diesen lässt sich maximal der Schaden begrenzen. Verletzungen wird man fast immer davon tragen.

Unser Tipp:

Sobald du in die Klinge schaust und der Genger angreift, musst du ihn entwaffnen und versuchen dich dabei nicht selbst (schwer) zu verletzen. Das folgende Video gibt hier eine ganze Menge wertvolle Tipps:

YouTube

Mit dem Laden des Videos aktzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Im professionellen Bereich werden zur Messerabwehr Pfeffersprays, Schnittschutzhandschuhe und Teleskopschlagstöcke mitgeführt und eingesetzt. Oft auch noch eine Stichschutzweste sowie Schnittschutzkleidung getragen.

Und ja, all das haben wir verwendet und unsere Ausbildung war gut. Trotzdem wurden auch wir oft verletzt. Nicht zuletzt deshalb, weil wir nicht die Flucht ergreifen konnten, sondern das Leib und Leben anderer schützen mussten.

Was wir eigentlich sagen wollen ist das hier: Es gibt kein Patentrezept zur Abwehr von dynamischen, aber auch statischen Messerangriffen. Daher stellen wir selbt hier keine einzelnen Techniken vor. Wir möchten nicht für eine trügerische Sicherheit sorgen.

Viel eher möchten wir uns auf das Zeigen von Videos beschränken, die dir ein Gefühl für mögliche Abwehrmethoden und deren Funktionalität vermitteln können:

YouTube

Mit dem Laden des Videos aktzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

YouTube

Mit dem Laden des Videos aktzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Unser Fazit über Selbstverteidigung gegen Messer:

Die meisten haben jetzt sicher einen Ratgeber mit zig Techniken erwartet. Das Ganze wollten wir hier aber nicht bieten. Nicht zuletzt deshalb, weil es hierzu mehr als genügend Material in Form von Artikeln und Videos gibt.

Viel eher wollten wir daran appellieren, dass vieles nicht funktioniert und Weglaufen die beste Option ist. Dies wird unserer Meinung nach, nämlich viel zu wenig thematisiert. Stattdessen werden immer wieder neue Techniken kreiert und für viel Geld gelehrt.

Außerdem wollten wir auch mal die Hintergründe beleuchten und zum Nachdenken anregen. Wir hoffen, dass uns das mit diesem Beitrag gelungen ist.

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 51 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.