Selbstverteidigung für Mädchen: Was Mama & Papa wissen müssen!

Selbstverteidigung-für-Mädchen

Auch Kinder können schnell einer gefährlichen Situation ausgesetzt sein. Diese kann sowohl körperlicher als auch seelischer Natur sein. Ob Mobbing auf dem Pausenhof oder Rangeleien auf dem Schulweg, beides ist nicht förderlich für das junge Ich.

Wie man solche Situationen erfolgreich verhindert, wie sich ein Mädchen selbst behaupten kann und auch das Thema Selbstverteidigung für Mädchen sprechen wir in diesem Artikel an.

Warum wird Selbstverteidigung immer wichtiger?

Die Gesellschaft verroht immer mehr, berichten inzwischen viele Medien. Mobbing und andere Bedrohungsszenarien sind heutzutage allgegenwärtig. Dagegen müssen sich Kinder erwehren können.

Gerade für Mädchen ist hier die Selbstbehauptung der erste und auch wichtigste Schritt in Richtung Eigenschutz. So sollte ein Kind lernen Grenzen für sich zu ziehen und diese auch in einer Notwehrlage behaupten zu können.

Dafür benötigt man nicht nur die richtige Kommunikation, auch ein paar Abwehrtechniken sollte man für den Extremfall beherrschen. Ebenso gilt es ein Gespür für brenzlige Situationen zu entwickeln, damit man diesen bereits früh aus dem Weg gehen kann.

Alle Vorteile auf einen Blick:

  • Lernen, wie man ein Nein überzeugend herüberbringt.
  • Selbstbewusstes Auftreten, um nicht Oper zu werden.
  • Abwehren von körperlichen und seelischen Angriffen.
  • Entwickeln eines Radars, um Gefahren frühzeitig aus dem Weg zu gehen.

Gut zu wissen:

Bereits ab einem Alter von 5 Jahren macht das Selbstverteidigungstraining Sinn. Hier gilt dieser Spruch: Umso früher damit begonnen wird, umso besser gehen die Techniken in Fleisch und Blut über.

Wo Selbstverteidigung für Mädchen lernen?

Selbstverteidigungskurs-frauen

Hier gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. Zu Beginn ist es sinnvoll, das in diesem Ratgeber vermittelte Wissen, mit seinem Kind zu teilen. Dazu weiter unten mehr. Hat man dann noch immer ein ungutes Gefühl, gibt es 2 mögliche Wege:

Selbstverteidigungskurs für Mädchen:

Inzwischen gibt es immer mehr gute Kurse, die sich dieser Thematik widmen. Viele Polizisten, Psychologen, Pädagogen und SV-Experten haben in den vergangenen Jahren gute SV-Kurse entwickelt.

Diese lehren in kurzer Zeit einen guten Grundstock und sind sehr empfehlenswert. Allerdings sind die Preise relativ hoch und meist beschränkt sich der Kurs auf wenige Schulungstage.

Dadurch geht viel Wissen nach kurzer Zeit wieder verloren. Also vielleicht nicht der beste Weg, wenn man auf Nummer sicher gehen möchte. Außerdem werden solche Kurse nur in größeren Städten angeboten. Für viele Eltern stellt dies ein großes Problem dar.

Zusammengefasst bedeutet dies folgendes: Für den Einstieg und die meisten Notwehrlagen, reicht so ein Kurs in der Regel vollkommen aus. Möchte man das Thema Selbstverteidigung für Mädchen günstiger und mit einem gewissen Regelmäßigkeitsfaktor behandeln, sollte man sich diese Option anschauen:

Kampfsport für Mädchen:

Hierfür sprechen gleich mehrere Punkte. So wird hier regelmäßig trainiert, es gibt Gürtelprüfungen, um die Motivation hochzuhalten und gerade im Verein lässt sich günstig trainieren. Allerdings liegt hier ein großer Schwerpunkt auf dem körperlichen Aspekt.

Natürlich werden Mädchen durch das Training auch selbstbewusster und können sich prinzipiell besser behaupten. Methoden für den Ernstfall werden hier aber nicht unterrichtet. Aus Selbstverteidigungssicht gesehen, ist die Ausbildung also lückenhaft.

SV-Kurs oder Kampfsport?

Am besten wäre eine Kombination aus Kampfsport und SV-Kurs. Dazu noch das Wissen aus unserem Ratgeber Selbstverteidigung für Kinder und dem Erfolg steht nichts mehr im Wege. Natürlich ist dies für viele nicht praktikabel. Daher müssen Schwerpunkte gesetzt werden und gewisse Abstriche in Kauf genommen werden.

Gut zu wissen:

Selbstverteidigungskurse für Mädchen sind ein toller Ausgleich zum stressigen Schulalltag. Gilt außerdem auch für Kinder-Kampfsport und Sport im Allgemeinen.

Selbstverteidigung – Unsere 5 Tipps:

Selbstverteidigung-für-Mädchen-Tipps

Selbstverteidigung ist kein einfaches Thema. Gerade im Umgang mit Mädchen gibt es einige Fallstricke zu beachten. Im Folgenden geben wir dir daher 5 erprobte Praxis-Tipps, die du noch heute mit deinem Kind in die Tat umsetzen kannst.

Tipp 1: Seine persönlichen Grenzen kennen

Bevor man sich mit Techniken und anderen Aspekten der Selbstverteidigung für Mädchen auseinandersetzen kann, muss man erst einmal mit den eigenen Grenzen näher beschäftigen.

Gerade Mädchen und Kinder im Allgemeinen tun sich sehr schwer, Grenzen zu setzen und diese auch zu behaupten. Hierum geht es aber gar nicht. Zu Beginn muss man Mädchen vermitteln, welches Verhalten sie nicht tolerieren dürfen.

Dazu gehört das Bedrängt werden von Männern, das angefasst werden an ungewöhnlichen Körperstellen, das Mitfahren in fremden Autos, das Annehmen von Süßigkeiten von Fremden und vieles mehr.

Hier gilt es sich am besten selbst hinzusetzen und zu überlegen, welche Bedrohungsszenarien realistisch sind. Diese sollte man dann detailliert mit seinem Mädchen durchsprechen.

Tipp 2: Grenzen mit Worten behaupten

Sobald eine Grenze überschritten wurde, muss dies unmissverständlich mitgeteilt werden. Zu Beginn geschieht dies in der Regel verbal. Dabei kann man aber so einige Fehler machen.

Meist ist man zu leise und die Körpersprache signalisiert keinerlei Gegenwehr. Daher sollte man mit seinem Kind beide Dinge trainieren. Am besten stellt man sich mitsamt seinem Kind vor den Spiegel und übt das Wort Nein.

Selbstbehauptung-Körperhaltung für Mädchen
Nicht nur Worte zählen. Auf die Körpersprache kommt es auch an.

Es wird immer wieder aufgesagt und dabei darauf geachtet, dass man entschlossen wirkt. Das heißt Schultern nach Hinten und Brust raus. Gerne kann dazu auch noch Stopp mit der Hand signalisiert werden.

Sobald dies gut klappt, muss an der Lautstärke gefeilt werden. Und das ist schwerer als gedacht. Am besten sorgt man für eine Lärmquelle und versucht diese zu übertrumpfen. So lernt man, wie man sein Organ im Notfall mit voller Lautstärke benutzt.

Gut zu wissen:

Das Siezen eines Angreifers ist überaus effektiv. So wird Umstehenden unmissverständlich signalisiert, dass es sich um eine Notlage handelt. Mithilfe ist so eher zu rechnen.

Tipp 3: Um Hilfe schreien

Sollte man sich einer kritischen Situation nicht mehr durch Flucht entziehen können, gilt es gerade bei der Selbstverteidigung für Mädchen, sich Hilfe zu holen.

Das ist leichter gesagt als getan. In unserer lauten Welt werden Hilfeschreie viel zu oft überhört. Daher sollte man Begriffe wie „Feuer“ oder „Es brennt“ rufen. Diese sind deutlich effektiver als einfach Hilfe zu schreien.

Lässt es die Situation zu, lohnt sich das direkte Ansprechen von Leuten. Am besten geschieht dies nach diesem Schema: Sie mit EIGENSCHAFT / AUSSEHEN helfen Sie mir, sofort! Umso direkter die Ansprache, umso besser läuft der Versuch.

Tipp 4: Körperliche Gegenwehr

In diesem Beitrag müssen wir uns auf das Wichtigste beschränken und das sind Tritt und Schlagtechniken. Bevor diese zum Einsatz kommen, gilt es aber zu prüfen, ob eine Flucht noch möglich ist.

Gehen wir nun davon aus, das dem nicht so ist. Dann müssen sich Mädchen mit körperlichen Techniken wehren. Grundsätzlich bieten sich hier Faustschläge in den Genitalbereich eines Angreifers an.

Andere mögliche Angriffsziele für Schläge und Tritte sind noch Beine, Arme, Oberkörper sowie das Gesicht. Gerade bei Letzterem gibt es eine sehr effektive Technik.

Kommt dein Mädchen an die Augen des Angreifers heranmuss es so fest wie möglich in diese stechen. Kombiniert man das noch mit einem flachen Schlag auf eine Ohrmuschel, ist der optimale Zeitpunkt für die Flucht gekommen.

Kleiner Tipp für den Schulweg:

Hat man eine Tasche dabei, sollte diese eingesetzt werden. Da Mädchen relativ Schwach sind, können sie dieses Manko durch einen Schlag mit einem Gegenstand kompensieren. Gerade der Schulranzen bietet sich für diese Technik an. Außerdem kann er auch zum Blocken von Schlägen benutzt werden.

Tipp 5: Gadgets für den Ernstfall

Taschenalarm

Gerade für Mädchen lohnt sich der Kauf eines kleinen Taschenalarms. Sie sind einfach einzusetzen, sorgen für eine größtmögliche Aufmerksamkeit und schrecken die meisten Angreifer ab. Zudem ist ein Schrillalarm sehr günstig in der Anschaffung.

Bei der Benutzung muss man nicht auf viel achten. Prinzipiell reicht das Ziehen des Sicherungsstiftes, um den lauten Schrillton zu aktivieren. Von Nachteil ist es dabei nicht, wenn man den Stift und den Alarm in zwei unterschiedliche Richtungen wirft. So kann ein Angreifer diesen nicht innerhalb weniger Sekunden deaktivieren.

Unser Fazit:

Was wir in diesem Ratgeber an Wissen vermitteln konnten, musst du jetzt nur noch mit deinem Kind durchgehen. Setzt euch am besten gemeinsam hin und sprecht alle Punkte in Ruhe durch.

Wichtig ist auch die Praxis. Bei der Selbstverteidigung für Mädchen kommt es nicht nur auf die graue Theorie an. Stellt euch vor den Spiegel, übt Tritte und Schläge.

Wenn du dann immer noch das Gefühl hast, dass das Ganze nicht reicht, dann setze dich mit Selbstverteidigungskursen für Mädchen oder alternativ auch Kampfsport auseinander. Dieses sensible Thema hat deine volle Aufmerksamkeit verdient. Dein Kind wird es dir danken.

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 80 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.