Selbstverteidigung: Diese Trainingsausrüstung brauchst du!

Selbstverteidigung-Trainingsausrüstung

Um Selbstverteidigung vernünftig trainieren zu können, bedarf es ein paar Gadgets. Wer von zu Hause aus übt oder einfach keinen Partner hat, wird die zu Beginn vorgestellten Produkte zu lieben lernen. Versprochen!

Wer mit einem Partner trainiert oder regelmäßig einen SV-Kurs besucht, kann seine Selbstverteidigungsfähigkeiten mit den hier vorgestellten Artikeln ebenfalls enorm steigern. Gilt übrigens auch für den Aspekt Trainingssicherheit und trainieren unter realen Bedingungen. Das Lesen lohnt also für jedermann!

Gut zu wissen:

Wer zum ersten Mal Selbstverteidigung trainiert, macht häufig Fehler. Achte beim Training daher bitte auf diese Dinge:

  • Übe die Techniken langsam und steigere dich erst mit der Zeit.
  • Jede Übung muss vom Anfang bis zum Ende trainiert werden.
  • Trainiere verschiedene Situation und sorge bei jedem Training für Abwechslung. Ansonsten wirst du trainingsblind werden.
  • Lerne auch die Flucht bzw. baue sie in die Übungen mit ein.
  • Beim Training zu zweit braucht es ein Safewort. Sobald dieses ausgesprochen wird, muss die Übung sofort beendet werden.

Boxdummy – Der stumme & schmerzunempfindliche Trainingspartner für Zuhause:

Boxdummy-Selbstverteidigung

Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, als ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Boxdummy gesehen habe. Da wusste ich, was ich mir sofort für mein Heimtraining holen musste. Natürlich auch so einen Dummy.

Obwohl diese Trainingspuppen alles andere als günstig sind, habe ich damals zugeschlagen. Und das bereue ich bis heute nicht. Viele Schlag- und Tritttechniken kann man mit einem Partner nämlich nur bedingt oder oft gar nicht üben.

Mein Dummy hingegen beklagt sich nicht, egal wie stark oder oft ich mit voller Härte eine Technik trainiere. Außerdem verbessere ich so nicht nur meine Bewegungsabläufe, auch mein Waffenhandling verbessert sich.

Wieso? Weil man einen Boxdummy mit einem Schlagstock, in meinem Fall mit einem Tonfa, wunderbar bearbeiten kann. Auch ein ausgeschalteter Elektroschocker eignet sich sehr gut zum Training. Wer möchte, kann auch mit einem Übungspfefferspray das Zielen trainieren. Hier gibt es also einige Möglichkeiten.

Im Großen und Ganzen kann ich nur jedem dazu raten, die Anschaffung eines Boxdummy in Erwägung zu ziehen. Obwohl sie alles andere als billig sind, lohnt sich die Anschaffung. Nicht zuletzt, weil man seine Wut super am Dummy abreagieren kann.

Vorteile:

  • realistisches Training, dank integrierter Federung.
  • Verbesserung der Konzentration, Reaktionszeit und Kraft.

Nachteile:

  • sehr teuer
  • man benötigt viel Platz

Wandboxdummy – Die Alternative bei wenig Platz:

Wand-Box-Dummy

Nicht jeder hat ausreichend Platz um einen Boxdummy aufzustellen. Manch einer möchte auch Geld sparen und trotzdem an einem Torso trainieren. Hier bietet sich ein Wand-Boxdummy an.

Er vereint fast alle Vorteile des normalen Standdummys bei einem um ein Vielfaches geringeren Platzbedarfs. Allerdings verzichtet man bei diesem Trainingsgerät auf das hin und her federn. Das Training ist also nicht ganz so realitätsnah wie mit dem großen Bruder.

Vorteile:

  • verhältnismäßig günstig.
  • realistisches Training.
  • Verbesserung der Konzentration und Kraft.

Nachteile:

  • bewegt sich überhaupt nicht.
  • Wand muss stabil sein.

Grappling-Dummy: Wenn Bodentechniken stark im Fokus liegen

Grappling-Dummy

Diese Puppen eignen sich nur bedingt für das Selbstverteidigungstraining. Warum? Weil sie für den Bodenkampf, also das echte Grappling, konzipiert wurden.

Allerdings trainieren viele fortgeschrittene Selbstverteidigungsschüler doch einige Techniken aus diesem Bereich. Daher stellen wir dir das Produkt Grappling-Dummy überhaupt in diesem Artikel vor.

Die meisten Dummys sind zum Werfen und Ausführen von Bodentechniken gedacht. Es lassen sich also Würger, Hebel und Griffe besonders effektiv trainieren. Inzwischen gibt es aber auf andere Anwendungsgebiete spezialisierte Varianten.

Mit den auch Ringerpuppen genannten Trainingsgerät übt man Techniken aus vielen verschiedenen Boden-Kampfsportarten. Wer parallel zur Selbstverteidigung noch Kampfsportarten wie z. B. MMA, BJJ oder Judo trainiert, sollte sich Gedanken über die Anschaffung machen.

Vorteile:

  • Bodentechniken können auch alleine trainiert werden.

Nachteile:

  • wird für das reine SV-Training wenig gebraucht.

Alternativen zum Dummy – (Kick-)Boxen lässt grüßen:

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Man muss natürlich nicht mit einem Dummy trainieren. Zwar ist das Training gerade hier überaus realitätsnah, was in Sachen Selbstverteidigung sehr wünschenswert ist, aber es gibt auch Alternativen.

So können Produkte aus dem Bereich Boxsport eingesetzt werden. Die Rede ist hier von hängenden und stehenden Boxsäcken. Auch Punchingballs können fürs Training das Reaktionsvermögen eingesetzt werden.

Der Vorteil dieser Produkte liegt ganz klar im Preis. Sie sind günstiger als ein echter Dummy und die meisten Techniken im Bereich Selbstverteidigung lassen sich mit ihnen trainieren.

Uns persönlich fehlt hier aber das Feeling. Um im Ernstfall wirklich gut vorbereitet zu sein, sollte man Techniken wie Augenstechen oder Pressschläge lieber an einem Dummy trainieren. So lassen sie sich in einer Notwehrlage viel leichter einsetzen.

Immer noch zu teuer? – Kein Problem:

Wie immer geht es noch günstiger. Wem selbst der Punchingball noch zu kostspielig ist, sollte sich Schlagpolster und Pratzen anschauen. Diese beiden Produkte kann man aber nur benutzen, wenn man einen Trainingspartner hat.

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Ist dem nicht so, schaut man hier in die Röhre. Außerdem gibt es ein paar weitere Einschränkungen. So kann man nicht mit voller Härte Techniken ausführen, da man auf seinen Partner Rücksicht nehmen muss.

Man stelle sich nur mal vor, dass man aus Versehen bei einer Geraden das Gesicht des Gegenübers mit voller Kraft trifft. Selbst mit einer guten Schutzausrüstung kann es hier zu Verletzungen kommen. Und da du und dein Partner ja sparen möchte, habt ihr sicherlich keinen Kopf- und Mundschutz erworben.

Und es können so viele Techniken beim kleinsten Trainingsfehler zu Verletzungen führen – das kann man sich gar nicht vorstellen. Da wäre der gepolsterte Trainingstonfa, der nicht das Schlagpolster, sondern den Arm des Gegenübers trifft. Im besten Fall gibt es einen Bluterguss, im schlimmsten Fall bekommt man vom Onkel Doktor einen Gips.

Betrachtet man das Ganze also realistisch, sollten Sparfüchse sich genau überlegen, ob nicht zumindest ein günstiger Hänge-Boxsack infrage kommt. Gerade Discounter verkaufen sehr oft Einstiegsmodelle zum kleinen Preis. Aber wie immer gilt: Jeder muss selbst wissen, was er tut.

Trainingswaffen – Realitätsnah ist Trumpf:

Man sollte sich nicht nur auf Dummys oder Boxsäcke als Trainingsausrüstung zur Selbstverteidigung beschränken. So gibt es inzwischen auch viele interessante Waffenattrappen, um das komplette Training realitätsnäher zu gestalten.

Besonders zum Üben mit einem Partner empfehlen sich hier Gummi-Messer sowie Gummi-Pistolen. Auch Schlagstöcke aus Schaumstoff werden immer beliebter. Alle 3 Trainingstools werden häufig im Bereich der Einsatztechniklehre benutzt. Aber auch für normale SV-Trainings bieten sie sich an.

Wer einmal ein Pfefferspray oder auch eine Pfefferpistole zu Trainingszwecken abschießen möchte, kann dies mithilfe von Übungskartuschen problemlos tun. Es gibt in diesem Bereich also vieles zu entdecken.

Schutzausrüstung für das Selbstverteidigungstraining:

Selbstverteidigung-Schutzausrüstung

Beim Training sollte man nicht nur auf die Ausrüstung schauen, auch der Schutz muss sein. Das vergessen aber immer wieder viele. Daher sollte man sich für ein sicheres Training folgende Produkte näher anschauen:

  • Brustschützer
  • Fußschützer
  • Knieschützer
  • Kopfschutz
  • Tiefschutz
  • Zahnschutz
  • Bandagen
  • Sandsackhandschuhe
  • Kampfhandschuhe (MMA oder Muay Thai)
  • Handschutz
  • Arm- / Unterarmschutz

Natürlich braucht es nicht jedes Produkt um sicher Selbstverteidigung trainieren zu können. Wer sich einen Dummy zulegen möchte, sollte sich passende Handschuhe und Bandagen kaufen. Sind auch Tritttechniken geplant, lohnen sich Fuß- und gegebenenfalls Schienbeinschoner.

Trainiert man hingegen mit einem Partner hauptsächlich Schlagtechniken ist der Einsatz eines Tief-, Zahn- und auch Kopfschutzes tendenziell wichtiger als eine gute Handgelenkbandage. Schließlich möchte man sich nicht im Gesicht verletzen.

Bei der Produktauswahl muss man die individuellen Bedürfnisse kennen und anhand derer die Auswahl treffen. Grundlegende Empfehlungen zu geben, ist daher sehr schwierig.

Unser Fazit:

Für ein gutes SV-Training braucht es nicht nur das richtige Equipment. Auch die Trainingshärte muss stimmen und die gelehrten Techniken müssen die Richtigen sein. Aber keine Sorge, auch zu diesen Themengebieten haben wir ein paar umfangreiche Ratgeber verfasst.

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 81 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.