Tactical Pen: Anwendung, Trefferzonen & detaillierte Kaufberatung

Tactical-pen-nahaufnahme

Wer sich unauffällig und doch hocheffizient bewaffnen möchte, sollte sich mit dem Thema Tactical Pen genauer auseinandersetzen. Bei den kleinen Kugelschreibern handelt es sich um eine günstige Möglichkeit, um sich im Ernstfall verteidigen zu können.

Doch was ist ein taktischer Kugelschreiber überhaupt, wie wird er eingesetzt und worauf gilt es beim Kauf zu achten? Das sind nur einige der Fragen, welche wir in dieser Fibel näher beleuchten werden. Und wie es immer bei uns ist, kommt die praktische Anwendung nicht zu kurz. So viel sei schon mal verraten.

Tactical Pen im Kurzcheck:
Tactical-Pen-Grafik

Bezeichnungen: Taktischer Kugelschreiber & Kubotan-Stift

Verwendung: Selbstverteidigung & Glasbrecher.

Mögliche Verletzungen: Große Bandbreite – leichte, mittlere, schwere und tödliche Verletzungen sind möglich.

Waffenrecht-Infos: hier klicken

Vorteile:

  • günstig in der Anschaffung
  • schnell einsatzbereit
  • verdeckt tragbar

Nachteile:

  • kaum abschreckende Wirkung
  • nur im Nahkampf einsetzbar

Was ist ein Tactical Pen?

Im Grunde genommen handelt es sich hierbei um einen stabilen und aus Metall gefertigten Kugelschreiber. Der Clou an der Sache ist die Spitze an der Oberseite. Mithilfe derer kann man im Verteidigungsfall die Nerven- und Vitalpunkte des Gegners treffen. Hier wird also nach dem Prinzip eines Kubotan gearbeitet.

Solange es nicht zum Ernstfall kommt, handelt es sich bei diesem Gadget um einen guten Kugelschreiber. So werden Ersatzminen mitgeliefert und der Schreibkomfort ist als durchaus gut zu bezeichnen. Allerdings ist so ein Pen deutlich dicker als ein handelsüblicher Kugelschreiber. Nach kurzer Eingewöhnungszeit merkt man dies aber nicht mehr.

Damit man den taktischen Kugelschreiber immer griffbereit hat, verfügen fast alle Modelle über einen praktischen Clip für die Brusttasche. Als Frau kann man die kleine Waffe aber auch problemlos in der Handtasche transportieren. Sie ist zumindest groß genug, damit man sie im Handumdrehen ertasten kann.

Gut zu wissen:
Mit der Spitze kann man auch Fensterscheiben einschlagen. Das kann zum Beispiel bei einem Autounfall wichtig sein, um sich in Sicherheit zu bringen.

Worauf kommt es beim Kaufen an?

shopping

Bevor wir uns mit der Anwendung auseinandersetzen, widmen wir uns erst mal der Kaufberatung. Obwohl man es vielleicht nicht glauben mag, gibt es beim Kauf eine Menge zu beachten.

Die wichtigsten Ausstattungsmerkmale:

Der wohl wichtigste Punkt beim Kauf einer Selbstverteidigungswaffe ist der Funktionsumfang. Beim Tactical Pen hingegen sollte man auch auf die grundlegenden Features schauen.

Minen:

Schließlich handelt es sich hier auch um einen Stift. Aus diesem Grund sollten im Lieferumfang Ersatzminen enthalten sein. Und worauf viele gar nicht schauen ist deren Bauform.

Nicht alle Hersteller setzen auf genormte Minen, die man im Nachhinein erwerben kann. Oft passen nur die mitgelieferten Minen und Ersatz gibt es nicht. Sind also alle Minen restlos verbraucht, kann man mit dem Tactical Pen nicht mehr schreiben. Hierauf gilt es also besonders zu achten.

Haptik & Ergonomie:

Zudem muss auch die Ergonomie passen. Zu dick darf der taktische Kugelschreiber also nicht sein. Ansonsten tun einem beim Schreiben schnell die Fingerspitzen weh. Des Weiteren sollte ein Clip vorhanden sein.

Außerdem sollte man auf die Griffigkeit achten. Einerseits für die Verwendung als Kubotan, andererseits für den Einsatz als Stift. An der Stiftseite ist eine leichte Gummierung oder eine geriffelte Oberfläche Pflicht.

Um die Waffe im Ernstfall fest greifen zu können, sollten Griffrillen vorhanden sein. Wem dies für den Alltag zu auffällig ist, kann alternativ auch auf eine geriffelte Oberfläche zurückgreifen. Optimal ist das aber nicht.

Bewertungen & Testsiegel:

Zu guter Letzt sollte man noch einen Blick auf die Kundenbewertungen werfen. Tun sich hier Ungereimtheiten auf, lohnt oftmals ein Blick in Foren oder Vergleichsseiten. Dank dieser Möglichkeiten kann man auch schnell herausfinden, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

Die Händler im Detail-Check:

Die größte Auswahl und den besten Preis gibt es in der Regel online. Hier hat man die Auswahl zwischen diversen Shops oder den großen Plattformen Amazon und Ebay. Außerdem gibt es hier massig Kundenrezensionen .

Wer seinen Tactial Pen noch am selben Tag in der Hand halten will, mit einer kleinen Auswahl zufrieden ist und Wert auf eine Beratung legt, ist bei vielen Vor-Ort-Händlern gut aufgehoben. Allerdings gibt es diese nur in größeren Städten.

Wo kann man die Handhabung erlernen?

Der Umgang mit einem Tactical Pen sollte sitzen. Ohne den Willen zu haben, sich zumindest ein bisschen mit diesem Gadget auseinander zu setzen, lohnt der Kauf definitiv nicht. In so einem Fall raten wir zu Pfefferspray oder noch besser zu den Pfefferpistolen.

Videos, Bücher & Co:

Aber nun wieder zur Ausgangsfrage. Die erste und auch einfachste Möglichkeit ist das Selbststudium. Hierfür kann man auf DVDs, Bücher oder auf unser weiter unten veröffentlichtes Tutorial zurückgreifen.

Kurse & Kampfsportarten:

Allerdings erlernt man so nur die absoluten Grundlagen. Um sich im Bedarfsfall gut verteidigen zu können, schadet es nicht einen Kurs zu besuchen. Wer daran kein Interesse hat, kann auch eine Kampfsportart wie Arnis oder Krav Maga erlernen. Dort wird gelegentlich zu einem Tactical Pen / Kubotan gegriffen.

Lohnt sich ein Kurs oder eine Kampfsportart wirklich? Kurz und knapp: Ja. Wieso dem so ist, entnimmst du am besten unserer Aufzählung:

  • Man entwickelt ein Gespür und erlernt gezielte Angriffstechniken.
  • Durch das regelmäßige Training wird man vertrauter mit dem Umgang und eventuell vorhandene Hemmungen werden abgebaut.
  • Außerdem sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass es bei der Anwendung zu einer größeren Verletzung kommt.
  • Zudem werden auch Befreiungs-, Abführ- und Kontrolltechniken gelehrt. Diese sind nicht nur praktisch, sondern geben auch Selbstvertrauen.

Wie setzt man den Tactical Pen richtig ein?

Tactical Pen Techniken

Die Handhabung klingt relativ einfach. Mithilfe des taktischen Kugelschreibers wird die eigene Schlagkraft verstärkt bzw. auf eine kleine Trefferfläche übertragen.

Besonders effektiv ist dies beim gezielten Anschlagen von Nerven- und Vitalpunkten. Hierbei handelt es sich um Stellen, wo viele Nervenenden zusammen laufen und der Körper sehr empfindlich auf Reize wie Schmerzen reagiert.

Für die meisten Anfänger ist das Treffen von solchen Punkten sehr schwierig. Selbst Profis haben im Adrenalinrausch Probleme die jeweiligen Punkte genau zu bearbeiten. Aber jeder hat einmal klein angefangen.

Angriffsflächen am Körper:

Mögliche Ziele und Trefferzonen gibt es reichlich. Wir haben uns darauf konzentriert die Hauptzonen vorzustellen. Davon gibt es ganze 4. Wo Treffer für Einsteiger Sinn ergeben und welche Verletzungen entstehen können, haben wir jeweils aufgelistet.

Kopf & Gesicht:

Hierauf sollte man sich nicht fokussieren. Viel eher handelt es sich hier um das letzte Mittel.

Zu groß ist die Wahrscheinlichkeit eine schwere oder gar bleibende Verletzung entstehen zu lassen.

Rippen:

Treffer in diesem Bereich sind sehr schmerzhaft und geben einem Zeit für die Flucht.

Allerdings kann es auch hier zu einem ähnlich schweren Verletzungsbild wie im Kopfbereich kommen.

Gelenke und Hände:

Wer hier einen Treffer landen kann, sorgt für starke Schmerzen beim Angreifer. Oft stellt dieser den Angriff dann ein.

Schwere oder gar bleibende Verletzungen sind hier in der Regel selten zu schaffen. Ausschließen kann man sie aber nicht.

Große Muskelgruppen:

Schnell gelingt es einen Hieb im Bereich der Oberschenkel- oder auch Oberarmmuskulatur zu landen. Dabei entstehen mittel-starke Schmerzen.

Die Wahrscheinlichkeit für bleibende oder größere Verletzungen sind relativ gering.

Tactical Pen benutzen – so geht es:

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Die möglichen Trefferzonen kennst du jetzt. Aber wie man korrekt mit einem Tactical Pen umgeht, weißt du noch immer nicht. Prinzipiell hast du nun 2 Möglichkeiten den Umgang zu erlernen. Du kannst dir das obige Video anschauen oder einfach hier weiter lesen.

Das Halten will gelernt sein:

Den taktischen Kugelschreiber solltest du quer in der Faust halten. Dabei ist darauf zu achten, dass die Kubotan-Spitze nach unten herausschaut. Wenn es dein Modell zulässt, legst du den Daumen auf die andere Spitze. So hast du mehr Kraft und Fingerspitzengefühl.

Ziel ist es nun die Angriffszonen oder noch besser die passenden Nervenpunkte zu treffen. Das Ganze solltest du natürlich mit der Spitze realisieren. Aber auch Schläge mit der geschlossenen Faust sind eine Möglichkeit, wenn es anders nicht geht. Das nur so als Tipp am Rande.

Die Deckung darfst du nicht vernachlässigen:

Um deinen Oberkörper bzw. Kehlkopf schützen zu können, nimmst du deinen waffenlosen Arm. Hierfür hältst du diesen angewinkelt und so, dass die flache Hand auf Höhe deines Kehlkopfes ist. Dabei kannst du den Arm ruhig ein bisschen nach vorne ausstrecken. Aber achte darauf, dass sich die flache Hand nicht weiter als 30 cm vom Kehlkopf entfernt.

Das Ganz hat den Sinn, dass du entgegenkommende Angriffe in Richtung Kopf und Oberkörper blocken kannst. Fortgeschrittene werden natürlich noch weitere Techniken mit dem Arm bei Bedarf ausführen.

Im rechten Arm befindet sich dein taktischer Kugelschreiber mit Spitze in Richtung imaginärem Angreifer. Dabei ist der Arm angewinkelt, aber stärker ausgestreckt als dein Linker. Du befindest dich so in einer Boxer-Rechtsauslage.

Die Fußstellung macht den Unterschied:

Ausgangstellung

Für den Anfang stellst du dich bitte Schulterbreit hin. Damit befindest du dich automatisch in der sogenannten Ausgangsstellung. Natürlich hältst du die Arme wie oben besprochen.

Die Ausgangsstellung schreckt viele potenzielle Angreifer bereits ab. Daher ist sie ein grundlegender Pfeiler in der Selbstverteidigung mit einem Tactical Pen.

Entscheidest du dich nun zum Angriff, solltest du in den Stand übergehen. Dafür nimmst du den stärkeren Fuß etwa 1,5 Fußlängen nach vorne. Achte darauf das Gewicht richtig zu verteilen. Es sollten sich ca. 65 % auf dem vorderen Bein befinden. So bist du weniger und kannst deinen Oberkörper dynamischer einsetzen.

Im Großen und Ganzen war es das schon. Du kannst jetzt üben, wie du die Oberarme oder die Rippengegend deines Angreifers triffst. Da man sich bei einem Kampf aber oft vor und zurückbewegen muss, solltest du noch einen Blick auf die nachfolgende Grafik werfen:

Vorwärtsschritt-Rückwärtsschritt

Hier lernst du, wie man sich im Fall des Falles vor- und auch zurückbewegt. Das sollte sitzen! Für die meisten Situationen solltest du dich nun, als gewappnet betrachten können. Allerdings kann man sein Wissen natürlich noch vertiefen. Dafür eignet sich ein Kurs sowie der Blick auf die folgenden Zeilen:

Anwendungstechniken für Profis:
Neben der Ausführung von Schlag- und Drucktechniken gibt es noch weitere Möglichkeiten, wie man einen taktischen Kugelschreiber einsetzen kann. So ist es möglich den Stift zum Zwicken zu benutzen. Dafür wird der sogenannte Zangengriff angewendet.

Das heißt, dass du die Haut deines Angreifers zwischen deinem Daumen und deines Kubotans einklemmst. Das klingt unspektakulär, aber das Gegenteil ist der Fall. Diese Methode ist wunderbar geeignet, um sich Zeit zur Flucht, zu verschaffen. Als Angriffsfläche bietet sich die Hand deines Gegenübers an.

Und wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, sollte sich noch mit Hebeltechniken rund um Arm und Handgelenk auseinandersetzen. Diese können mithilfe eines taktischen Kugelschreibers deutlich einfacher durchgeführt werden. Zudem rechnen die wenigsten Angreifer beim Anblick dieser Waffe mit dem Einsatz von Hebeln.

Unser FAQ zum Abschluss:

Selbstverteidigungskurs-FAQ

Immer mal wieder erreichen uns Fragen via E-Mail. Manche sind wirklich interessant und sollten dir nicht vorenthalten werden. Aus diesem Grund findest du weiter unten die wichtigsten Fragen samt Antworten:

Gibt es bessere Waffen?
Hier scheiden sich natürlich die Geister. Uns persönlich gefallen Pfefferpistolen und normale Pfeffersprays deutlich besser. Warum? Hier ist die Antwort:

Sie sind gerade für Einsteiger sehr zu empfehlen und das liegt nicht nur am günstigen Preis. Die Bedienung ist kinderleicht, man kann auf Distanz arbeiten und die abschreckende Wirkung ist hier viel größer.

Ist ein Tactical Pen legal?
Grundsätzlich betrachtet existiert kein Verbot für taktische Kugelschreiber. Zur Sicherheit solltest du aber einen Blick auf die Webseite des BKA werfen und gezielt nach deinem Modell suchen. Eventuell wird es dort als Hieb- und Stoßwaffe eingestuft.
Was ist ein Tactical Pen?
Hierbei handelt es sich um einen stabilen und aus Metall gefertigten Kugelschreiber. Zusätzlich verfügt dieser noch über eine Spitze, ähnlich wie die eines Kubotans.

Im Prinzip wurden hier beide Produkte kombiniert. So kann man sich unauffällig, aber trotzdem sehr gut bewaffnen. Außerdem ist die Schreibfunktion ganz praktisch.

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 80 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.