Tae Bo: Kampfsport & Fitnesstraining für Jedermann

tae bo billy blanks

Bei Tae Bo handelt es sich um nicht um eine Kampfkunst, sondern um eine Sportart mit Einflüssen aus dem Kampfsportbereich. Tae Bo enthält Kampfsportelemente aus dem Kickboxen, der Karate und auch aus dem Taekwondo. Alle Elemente werden hierbei mit Aerobic kombiniert.

Kurzcheck – Alles wichtige auf einen Blick:

Entstehung:ca. 1989 -1990 in den USA
Erfinder:Billy Blanks (Kampfsportler & Schauspieler)
Kampfsportelemente: Punches & Kicks

Wie wird Tae Bo praktiziert?

Normalerweise werden bei den mit flotter Musik untermalten Workouts diverse Übungen ausgeführt. Da alles relativ schnell geht und keine gute Ausführung der einzelnen Techniken nicht entscheidend ist, handelt es sich bei Tae Bo um eine Sportart. Das Hauptziel liegt in der Verbesserung der eigenen Fitness und nicht in der Selbstverteidigung.

So stärkt man zum Beispiel die Muskulatur des Rückens oder des Bauches. Auch die Arme und Beine werden trainiert. Zumindest unter diesem Aspekt betrachtet, kann die Sportart dir bei der Selbstverteidigung helfen. Starke Schläge sind also problemlos möglich. Die Kraft dazu hast du auf alle Fälle.

Welche Techniken werden konkret angewendet?

Hauptsächlich werden bei Tae Bo Faustschläge und Tritte ausgeführt. Bei den Schlägen sind die Beine gebeugt und die Arme angewinkelt. Die Ellbogen befinden sich ganz nahe am Körper.

Die Fäuste nimmt man hierbei vor das Gesicht und die Daumen zeigen in Richtung des Kinns. Ausgeführt werden dann entweder Aufwärts- oder Seitwärtshäken.

Bei den Kicks gibt es mehrere Varianten. So werden Halbkreis-, Seitwärts-, Knie-, Vorwärts- und auch Rückwärtskicks angewendet. Allerdings werden diese immer mit Ausweichbewegungen und Schrittfolgen kombiniert.

Insgesamt finden rund 8 verschiedene Techniken im Tae Bo Verwendung. Aufgegliedert sind diese in 4 Tritt- sowie 4 Schlagtechniken. Dabei bestehen die Techniken aus Tritt- und Schlagmethoden.

Da jede Technik ihre eigene Zahl hat, kann der Bewegungsablauf in jedem Training stark individualisiert werden. Den vielen unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten sei Dank.

Alle Techniken auf einen Blick:

Diese Grundtechniken werden beim Tae Bo in der Regel praktiziert:

Faustschläge: Jab, Cross Punch, Hook & Uppercut
Tritte: Frontkick, Roundhousekick, Sidekick & Backkick

Wie läuft ein Training ab?

Beim Tae Bo wird nicht wie bei normalen Kampfsportarten mit einem Gegner oder Trainingspartner trainiert. Hier folgt man den Anweisungen eines Instruktors und führt alle Formen, Figuren und Übungen alleine aus.

Meist trainiert man in größeren Gruppen und hat dabei einen Instruktor, der die Übungen vorgibt. Aufgrund dieser Trainingsform wird Tae Bo hauptsächlich in Fitnessstudios trainiert.

Beim Training tragen die Schüler oft Bandagen an den Händen. Das tun sie aber nicht aufgrund von Verletzungen, sondern um ihren Erfahrungsstand zu zeigen. Dem Trainer erleichtert es so leichter Einsteiger von Fortgeschrittenen unterscheiden zu können.

Eine bestimmte Kleiderordnung gibt es nicht. Prinzipiell sind alle normalen Kleidungsstücke okay, die du auch sonst zum Sport. Allerdings solltest du darauf achten, dass deine Schuhe leicht sind. Bei den sehr intensiven Kicks könnte es sonst schnell zu schweren und schmerzenden Beinen kommen.

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Für wen ist diese Sportart optimal?

Wenn dir eine reine Kampfkunst oder Kampfsportart zu anstrengend und vielleicht auch zu streng ist, solltest du dir Tae Bo genauer anschauen. Der Spaßfaktor ist groß. Trotzdem handelt es sich hier um eine körperlich anstrengende und auch nicht ganz so einfache Sportart.

Dafür hilft sie aber beim Stressabbau und sorgt dafür, dass du fit wirst oder fit bleibst. Zudem bist du durch den regelmäßigen Ausgleich im Einklang mit deinem Inneren.

Außerdem handelt es sich hier um einen vielseitigen Sport. Schnell langweilig wird dir nicht und die Lernkurve ist steil. Des Weiteren wird hier nicht gegen Gegner gekämpft. Man trainiert stets für sich selbst wie beim Schattenboxen. Das Verletzungsrisiko ist also sehr gering.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Tae Bo für jeden geeignet ist. Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene haben ihren Spaß. Dabei ist es völlig nebensächlich, ob man männlich, weiblich oder auch divers ist. Auch die körperliche Verfassung ist nicht so wichtig. Ob mit und ohne Körpergewicht Tae Bo macht Sinn.

Gut zu wissen:

Tae Bo ist nicht etwa ein asiatischer Kampfsportname, sondern ein Akronym für den Slogan des Erfinders Billy Blank.

  • Total commitment to whatever you do (Gib Vollgas bei dem, was du machst!)
  • Awareness of yourself and the world (Werde dir und deiner Umwelt bewusst!)
  • Excellence, the truest goal in anything you do (Perfektion ist das, was du erreichen möchtest!)
  • Body as a force for total change (Für die totale Veränderung braucht es die Macht deines Körpers)
  • Obedience to your will and your true desire for change (Glaube an deinen Willen und wahren Wunsch nach Veränderung)

Gibt es Trainingslevel für Schüler?

Bei den meisten Kampfsportarten gibt es Gürtelfarben, anhand derer man den Trainingsstand der Sportler und Trainer erkennen kann. Beim Tae Bo gibt es an dieses Prinzip angelegt verschieden farbige Bandagen. Diese tragen sowohl die Teilnehmer als auch die Trainer.

Zum Beginn wird mit einer weißen Bandage begonnen. Hierfür muss weder ein Training noch eine Prüfung abgelegt werden. Es reicht also die Anmeldung zum Kurs.

First Studen Degreee – Gelbe Bandage:

Nach der weißen Bandage erhält man als nächsten Graduierungsgrad eine gelbe Bandage. Um diese erhalten zu können, muss man ein Techniktraining absolvieren.

Dieses wird von einem Instruktor mit blauer Bandage durchgeführt. Um den Workshop bestehen zu können, musst du die Techniken 1 bis 8 beherrschen.

Second Student Degree – Orange Bandage:

Das nächste Level wird durch orange Bandagen gekennzeichnet. Um diese zu erhalten, muss erneut ein Techniktraining absolviert werden. Grundvoraussetzung für dieses ist natürlich der erste Graduierungsgrad die gelbe Bandage.

Auch dieser Workshop wird von einem Instruktor mit blauer Bandage durch geführt. Außerdem wird hier wieder die Technik geprüft.

Third Student Degree – Grüne Bandage:

Hierbei handelt es sich um die letzte Graduierungsstufe für Schüler. Direkt nach der grünen Bandage kommt schon die Einstiegsqualifikation für künftige Tae Bo Instruktor.

Nun muss ein Technikworkshop bei einem Instruktor mit roten Bandagen bestanden werden. Neben dem Avancen-Instruktor darf auch ein Master Instruktor mit schwarzen Bandagen die Prüfung abnehmen. Auch hier ist wieder die vorherige Bandage Pflicht. Ohne die orange Bandage läuft also nichts.

Bandagen für Trainer – Was man wissen sollte:

Tae Bo

Es gibt beim Tae Bo unterschiedliche Graduierungsstufen für Trainer. Welche das sind, erfährst du nun.

Basic Instructor Degree – Blaue Bandage:

Um den ersten Trainingslevel für Trainer erreichen zu können, benötigt man die Prüfung für die blaue Bandage. Dafür muss man eine rund 8 Tage lang dauernde Ausbildung durchlaufen, welche von IFAA-Referenten durch geführt wird.

Auch bei der blauen Bandage müssen Prüfungen bestanden werden. So gibt es über 2 Tage verteilt Praxis- und Theorieprüfung. Sobald man beide bestanden hat, darf man eigenständig Tae Bo Kurse halten.

Allerdings nur für die gelben und orangen Bandagen. Für alle anderen Lehrgänge wird der nächste Trainer-Graduierungsgrad benötigt.

Advanced Instructor Degree – Rote Bandage

Hat man die blaue Bandage und damit den Einstieg in die Instruktor-Lehrgänge geschafft, sollte man sich nun um die rote Bandage für den Advanced Instruktor kümmern.

Auch für diese Trainerprüfung muss man ganze 8 Tage Schulung samt 2 Tagen Prüfungen absolvieren. Hat man auch hier erfolgreich bestanden, darf man im Anschluss Workshops für gelb, orange und grüne Bandagen halten.

Tae Bo – Die Vor- und Nachteile im Detail beleuchtet

Als Fazit und damit du dir einen möglichst genauen Überblick über diese Sportart machen kannst, haben wir an dieser Stelle die Pros und Cons zusammen gefasst:

Vorteile:

  • Ellbogen und Kniegelenke werden weniger als bei normalen Kampfsportarten belastet
  • das Verletzungsrisiko ist sehr gering
  • der Stress- und Aggressionsabbau wird gefördert
  • relativ geringes Verletzungsrisiko

Nachteile:

  • kann im Bereich der Selbstverteidigung kaum angewendet werden
Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 72 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.