Taschenalarm: Varianten, Kaufberatung & Anwendung

Schrillalarm

Schnell kann man in eine Situation geraten, wo Hilfe von Passanten gut wäre oder ein Angreifer wirksam abgeschreckt werden muss. Sei es nachts auf dem Weg von der Disko nach Hause oder beim Joggen am See. Hier kann dir ein Taschenalarm, oft auch als Schrillalarm bezeichnet, weiterhelfen.

Die kleinen Gadgets, die bis zu 140 Dezibel laut werden können sorgen dafür, dass Umstehende zur Hilfe kommen oder Angreifer direkt verschreckt werden. Auch als Diebstahlsicherung der Geldbörse oder Handtasche bieten sich die Helferlein an.

Welche Varianten es gibt, worauf du beim Kauf achten solltest und wie du einen Panikalarm richtig benutzt, erklären wir in diesem Ratgeber. Und keine Sorge, der Praxis-Teil ist sehr umfangreich. Versprochen!

Taschenalarm: Alle wichtigen Infos!
Taschenalarm

Bezeichnungen: Schrillalarm, Panikalarm & Personal Alarm

Varianten: Gas- & elektrobetrieben

Primäre Verwendung: Selbstverteidigung & Diebstahlsicherung

Mögliche Verletzungen: In der Regel sollte es zu keinen Verletzungen kommen. Unter Umständen kann das Trommelfell beschädigt werden.

Waffenrecht-Infos: Fällt derzeit nicht unter das Waffen-Gesetz.

Vorteile:

  • günstig in der Anschaffung
  • kinderleichte Bedienung
  • gut geeignet für Frauen, Senioren und Kinder
  • klein & handlich

Nachteile:

  • Angreifer kann nicht außer Gefecht gesetzt werden
  • sollte mit Selbstverteidigungswaffe kombiniert werden

Was ist ein Taschenalarm?

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Bei einem Panikalarm handelt es sich um ein kleines Gadget, das bei Bedarf einen lauten und schrillen Sirenen-Ton erzeugt. Bis zu 140 Dezibel kann so ein Schrillalarm erreichen und Angreifer sowie Diebe erfolgreich in die Flucht schlagen.

Da kaum Kraft oder gar Fachwissen benötigt wird, um den Personal-Alarm zu aktivieren, eignet sich dieses Gadget hauptsächlich für Senioren, Kinder als auch Frauen.

Die Bedienung ist sozusagen kinderleicht. Zur Aktivierung muss man nur einen kleinen Sicherungsstift herausziehen oder eine Taste drücken und das war es auch schon!

Zudem bekommt man die meisten Alarme für 3 bis 15 Euro und muss sie auch nicht zwingend online kaufen. Viele Drogerie- und Elektromärkte haben Modelle auf Vorrat.

Gut zu wissen:

Natürlich sind Taschenalarme sehr effektiv um Menschen auf eure Notlage aufmerksam zu machen und den Angreifer in die Flucht zu schlagen. Mehr können sie leider nicht. Sollte niemand in der Nähe sein oder der Angreifer reißt nicht aus, hast du ein Problem.

Überlege dir daher, ob du nicht doch einen Selbstverteidigungskurs besuchen oder einen Kampfsport erlernen möchtest. Auch das Mitführen einer weiteren Waffe ergibt Sinn.

Für wen eignet sich ein Schrillalarm?

Hier könnte man sagen für Jedermann. Besonders sinnvoll ist der Einsatz im Rahmen der Selbstverteidigung für Kinder. Aber auch Senioren und Frauen im Allgemeinen sind sehr gut mit dem Gadget bedient.

Wer sich gegen aggressive Hunde oder Wildtiere verteidigen möchte, kann einen Personal-Alarm ebenfalls einsetzen. Da Tiere ein noch besseres Gehör als wir Menschen haben, ist der Einsatz sehr sinnvoll.

Hierbei ist aber darauf zu achten, ob sich zum Beispiel Pferde in der Nähe befinden. Diese rennen nämlich meist nicht weg, sondern drehen durch und können so andere in der Nähe befindliche Menschen verletzen. Zum Beispiel durch vors Auto rennen oder auch angreifen.

Gibt es verschiedene Varianten eines Schrillalarms?

Taschenalarm

Am Markt gibt es 3 unterschiedliche Varianten dieser kleinen Helferlein. Da wären einerseits Modelle mit Gasdruck und andererseits Produkte mit Batterie. Außerdem gibt es inzwischen sogar Armbanduhren mit Alarmfunktionen. Worauf es zu achten gibt, erfährst du nun.

Taschenalarm mit Gaspatrone:

Oft werden solche Modelle auf den ersten Blick mit Pfeffersprays oder kleinen Deos verwechselt. Im Grunde genommen handelt es sich hierbei um kleine Dosen (ähnlich wie Stadion-Tröten), die mit einem Druckknopf versehen wurden.

Um diese betätigen zu können, muss der Knopf nach unten gedrückt werden und dadurch wird ein lauter Ton erzeugt. Dieser hält so lange an, bis das Gas im Inneren aufgebraucht ist.

Leider geht das doch relativ schnell und der Knopf muss bei einem Angriff dauerhaft gedrückt werden. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen.

Außerdem hat man die kleine Dose nicht immer griffbereit und ein aggressives Gegenüber könnte das Zücken als Verteidigung mit Pfefferspray wahrnehmen und die Lage eskaliert so erst richtig.

Taschenalarm mit Batterie:

Hierbei handelt es sich wohl um die gängigsten Modelle am Markt. Meist verfügen sie über einen Schlüsselring, einen Knopf oder einen Sicherungsstab sowie eine kleine LED.

Solche Modelle können also auch als Taschenlampe oder dank des Stabs als Diebstahlsicherung eingesetzt werden. Hierfür wird der Personal-Alarm an der Kleidung zum Beispiel an einer Gürtelschlaufe befestigt.

Der Sicherungsstab verfügt meist über ein längeres Bändchen. Dieses wird dann an der Handtasche befestigt und sobald jemand diese klauen möchte, rutscht der Stift aus dem Alarm und der laute Sirenen-Ton verschreckt den Dieb.

Mit solchen Modellen macht man also etwas für die Selbstverteidigung und die Diebstahlsicherung. Daher empfehlen wir solche Schrillalarme!

Gut zu wissen:

Alle 2 Jahre sollte man die Batterie oder Gaskartusche wechseln oder gegebenenfalls den Taschenalarm gegen ein neueres Modell austauschen. Nur so ist gewährleistet, dass der Panikalarm in einer Notsituation wirklich verlässlich funktioniert.

Schrillalarm oder Armbanduhr?

Seit geraumer Zeit werden Armbanduhren mit integriertem Sirenenton angeboten. Auch diese Modelle eignen sich sehr gut zur Selbstverteidigung für Frauen.

Sie sind unauffällig und können bei Bedarf schnell aktiviert werden. Und obwohl man es kaum glauben mag, sind sie richtig laut. Ein Angreifer kann also problemlos in die Flucht geschlagen werden.

Allerdings ist das Aktivieren nicht ganz so leicht wie mit einem „normalen“ Schrillalarm. Dafür hat man die Funktion immer gut versteckt dabei und ein Angreifer oder Dieb rechnet nicht mit einem Sirenenton, der aus einer Armbanduhr kommt.

Gut zu wissen:

Getarnte Modelle gibt es auch in Form eines Autoschlüssels oder eines Kugelschreibers. Hier lohnt sich eine kleine Recherche auf jeden Fall.

Wo wird der Personal Alarm getragen?

Natürlich soll der Panikalarm stets griffbereit sein. Das heißt aber nicht, dass du ihn ständig in der Hand tragen musst. Viele Hersteller haben sich hier clevere Sachen einfallen lassen, damit der Schrillalarm nicht nervt, aber im Falle des Falles schnell griffbereit ist.

Viele Modelle kann man sich umhängen. Gerade Sportler werden dies zu schätzen wissen. Aber auch für Hundeliebhaber und Radler macht das Ganze Sinn.

Wer hingegen nur spazieren geht, kann den Alarm in eine Tasche stecken oder irgendwo befestigen, wo er ihn schnell erreicht. Hierfür bieten sich Gürtelschlaufen oder auch die Handtasche an. Der Fantasie sind hierbei keinen Grenzen gesetzt.

Können Verletzungen entstehen?

Im Regelfall verursacht der Alarmton keine Schäden. Denn noch sollte ein Einsatz aus Jux und Tollerei vermieden werden. Schließlich möchte man andere Leute nicht unnötig mit dem Sirenenton belästigen.

Ein Ertauben oder eine Verletzung am Trommelfell ist durchaus denkbar. Hierfür muss der Alarm aber sehr nahe am Ohr des Angreifers ausgelöst werden. Da dies sehr schwierig machbar ist, sollte man sich hierüber keine allzu großen Sorgen machen.

Kaufberatung: Diese Dinge musst du unbedingt wissen!

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Auch beim Kauf eines Taschenalarms kann man Fehler machen. Daher solltest du dir vor dem Kauf über die folgenden Punkte ein paar Gedanken machen, um möglichst lange Spaß an deinem Panikalarm zu haben.

Lautstärke:

Hier handelt es sich wohl um dem wichtigsten Punkt. Zwar liegen die meisten Modelle im Bereich von 120 und 150 dB, aber Ausreißer nach unten gibt es immer wieder.

Daher solltest du beim Kauf darauf achten, welche Lautstärke der Hersteller angibt. Gegebenenfalls lohnt es sich etwas mehr Geld zu bezahlen, damit man im Ernstfall auch Gehör findet.

Daher gilt hier folgende Regel: Umso lauter und schriller der Ton, umso eher kauft man das Produkt.

Austattung:

Unter diesen Punkt fallen einige Sachen. Empfehlenswert sind zum Beispiel Schrillalarme mit LED und Schlüsselring. Aber auch verschiedene Farben sind inzwischen kein Problem mehr. Selbst pinke Modelle gibt es seit ein paar Jahren.

Wir empfehlen dunkle Farben, da ein Angreifer das Modell so am Boden schwerer lokalisieren kann. Nichts ist schlimmer als ein kaputt getretener Taschenalarm. Gehört wird man dann nämlich nicht mehr!

Auch die Größe und das Gewicht spielen eine Rolle beim Kauf und vor allem bei der Bedienung. Um das Gerät vernünftig einsetzen zu können, sollte es nicht zu klein sein. Ansonsten tut man sich schwer mit dem herausziehen des Stiftes oder drücken des Knopfs.

Wo kaufen?

Ein Schrillalarm muss nicht zwingend online gekauft werden. Zwar ist hier die Auswahl sehr groß und man kann Produktrezessionen miteinander vergleichen, aber auch offline ist die Auswahl groß.

So verkaufen verschiedene Drogeriemärkte, Waffenläden aber auch die größeren Elektroketten Taschenalarme. Allerdings sind manchmal keine Modelle auf Lager oder die Auswahl ist sehr klein.

Daher ist es nicht verkehrt online Produkte und deren Bewertungen zu vergleichen und danach einen Blick bei den Händlern zu riskieren. Wer noch offene Fragen hat, wird vor Ort gerne und oft sehr detailliert beraten.

Taschenalarm benutzen – So macht es der Profi!

Viele sind der Meinung, dass ein Panikalarm selbsterklärend ist. Dem ist aber nicht so! Mann kann einige Fehler bei der Benutzung machen und manch ein Einsatzgebiet fällt einem auf den ersten Blick gar nicht ein.

Angreifer mit Schrillalarm in die Flucht schlagen:

Spätestens wenn dein Gegenüber zum Angriff ansetzt, solltest du dir deinen Taschenalarm schnappen und ihn aktivieren. Doch worauf kommt es an?

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Ab Minute 2:08 wird es ernst…

Zu aller erst muss der Alarm schnell griffbereit sein. Hierfür sollte man ihn entweder an der Kleidung oder an einer Tasche befestigen. In der Hosentasche oder in der Handtasche ist er nicht so gut aufgehoben.

Hier kommt man nur schwer an ihn heran. Um deinen Angreifer erfolgreich abschrecken zu können, musst du den Alarm immer griffbereit haben! Schnelligkeit ist hier Trumpf!

Bei der Aktivierung können auch ein paar Fehler gemacht werden. So solltest du den Sicherungsstift einige Meter entfernt wegschmeißen. Das Gleiche gilt auch für den Schrillalarm.

Nur so ist gewährleistet, dass der Angreifer ihn nicht gleich deaktivieren oder zerstören kann. Außerdem hast du so deine Hände zur Selbstverteidigung frei.

Sollte der Alarm den Angreifer nicht verschrecken oder Umstehende möchten dir nicht helfen, musst du dich nun wehren oder die Flucht ergreifen. Letzteres ist meist die bessere Wahl.

Solltest du dich hingegen fürs Kämpfen entscheiden (müssen), dann ist es immer gut, wenn man eine Selbstverteidigungswaffe dabei hat. In Kombination mit einem Personal Alarm bieten sich Pfeffersprays, ein Kubotan oder ein Elektroschocker an.

Wo die Vor- und Nachteile dieser Waffen liegen und welche es sonst noch gibt, erfährst du hier. Außerdem gehen wir dort auf die Anwendung und mögliche Verletzungen ein. Lesen lohnt sich!

Schrillalarm als Diebstahlsicherung:

Auch im Rahmen der Diebesabwehr kann ein Schrillalarm wertvolle Hilfe leisten. So kann man die Geldbörse oder die Handtasche mit manchen Modellen verbinden, um beim Diebstahl ein akustisches Warnsignal ausgeben zu lassen.

Hierfür bieten sich Modelle mit Sicherungsstift an. Sobald einem die Handtasche entrissen wird, löst sich der Stift und ein ohrenbetäubender Sirenenton verwirrt den Dieb und macht umstehende auf die Situation aufmerksam.

Gerade bei der Abwehr von Taschendieben machen die kleinen Helferlein einen sehr guten Job. Ein Panikalarm ist also sehr vielseitig einsetzbar und muss nicht nur zur Selbstverteidigung mitgenommen werden.

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 58 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransporterfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know How mit dir. Sein Motto lautet: Schütze Dich und Deine Liebsten.