Teleskopschlagstock: Rechtslage, Kaufberatung & Selbstverteidigung!

Teleskopschlagstock

Polizisten, Sicherheitsmitarbeiter sowie Personenschützer schwören auf die ausfahrbaren Schlagstöcke. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sie oft im Zuge mit dem Thema Selbstverteidigung für Privatleute genannt werden. Allerdings muss man einiges über den Teleskopschlagstock wissen, um sich im Ernstfall erfolgreich mit ihm verteidigen zu können. Auf die richtigen Techniken kommt es an.

Genau aus diesem Grund behandeln wir in diesem Ratgeber alle wichtigen Aspekte. Dabei fangen wir bei den absoluten Grundlagen an und arbeiten uns dann langsam weiter. Wir hören aber nicht beim effizienten Einsatz oder der Rechtslage auf. Stattdessen rundet ein FAQ den umfangreichen Artikel ab. So erhältst du noch mehr praxisrelevante Details über die Selbstverteidigungswaffe.

Da vor allem die rechtlichen Dinge viele interessieren, werden wir uns sofort auf diese stürzen. Als Volljähriger darf man einen Teleskopschlagstock erwerben und auch im Rahmen der Notwehr nutzen. Aufgrund der Einschränkungen beim Führen eignet sich die Waffe eher zur Heimverteidigung. Ein griffbereites Tragen am Körper ist für Privatleute nämlich nicht ohne Weiteres möglich.

Der Teleskopschlagstock im Check:
teleskopschlagstock

Bezeichnungen: EKA (Einsatzstock, Kurz, Ausziehbar), Teleskopabwehrstock & Teleskopschläger

Fälschliche Bezeichnungen: Stahlrute, Totschläger, Knüppel & Totenschläger

Primäre Verwendung: Selbstverteidigung & behördliche Einsätze

Mögliche Verletzungen: große Bandbreite – von Blutergüssen über Knochenbrüche bis hin zu schweren und tödlichen Verletzungen

Waffenrecht-Infos: hier klicken

Vorteile:

  • abschreckende Wirkung
  • verdecktes Führen möglich
  • sehr effektiv gegen Messer- und Stockangriffe
  • schnell einsatzbereit

Nachteile:

  • komplizierte Rechtslage
  • regelmäßiges Training notwendig
  • kann stark zur Eskalation einer Situation beitragen

Was ist ein Teleskopschlagstock?

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Wie der Name schon verrät, handelt es sich hier um einen Schlagstock, den man teleskopartig auf seine volle Länge ausziehen kann. In der Praxis führt man dies mithilfe einer Schleuderbewegung durch, wobei die einzelnen Teile im fertigen Zustand von selbst arretiert werden. In der Regel besteht diese Waffe aus 3 oder 2 Segmenten.

Das Griffstück dient dabei als Aufnahme für alle ausfahrbaren Teile. Um ein gutes Handling zu ermöglichen ist die Grifffläche oft gummiert oder geriffelt. Besonders teure Modelle verfügen meist über Griffstücke aus Holz oder Schaumstoff. Der Korpus hingegen besteht aus Carbon, Stahl oder Aluminium.

Im ausgefahrenen Zustand ist so ein Teleskopschlagstock zwischen 50 und 80 cm lang. Sobald er eingefahren wird, schrumpft er je nach Bauart auf die Hälfte oder ein Drittel seiner ursprünglichen Größe zusammen. Dies macht ihn auch für die Meisten so überaus interessant. Kann er so doch relativ unauffällig am Mann getragen werden!

Mini-Teleskopschlagstock – Klein, aber hocheffizient:

Inzwischen gibt es sogar Mini-Teleskopschlagstöcke. Diese sind so handlich, dass man sie im eingefahrenen Zustand fast mit einem Kubotan verwechseln könnte. Zudem besitzen viele einen praktischen Schlüsselring und könnten daher als Schlüsselanhänger fungieren. Leider ist dies in Deutschland keine so gute Idee.

Obwohl so ein Mini-Schlagstock im ausgefahrenen Zustand meist nicht länger als 40 cm ist, kann man sich mit ihm im Notfall sehr gut verteidigen. Das gilt im Speziellen auch gegen Angriffe mit Messern und anderen Waffen. Zudem schreckt selbst so ein kleiner Schlagstock viele Aggressoren ab. Günstiger als ihre großen Brüder sind die kleinen Stäbe auch noch. Für den Einstieg sind sie also optimal geeignet.

Mit den Mini-Teleskopschlagstöcken kann man im eingefahrenen Zustand, wie mit einem handelsüblichen Kubotan arbeiten. Dafür sichert man mit dem Daumen die ausfahrbaren Segmente und nutzt die Unterseite der Waffe zum Bearbeiten der Nerven- und Vitalpunkte. Mit dieser Form der Verteidigung rechnen nur die wenigsten Angreifer, wenn sie einen Telekopschläger erblicken. Daher sollte man sich intensiver mit ihr beschäftigen.

Gut zu wissen:
Ein Teleskopschlagstock ist eine sehr vielseitige Waffe. Neben dem altbekannten Zuschlagen lassen sich auch Hebeltechniken realisieren. Viele Sicherheitskräfte schwören auf diese zum Fixieren und Abführen von Tätern. Darüber hinaus sorgt bereits das Klickgeräusch beim Ausfahren für ein Erstarren vieler Aggressoren.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Kaufberatung

Möchte man sich einen Teleskopschlagstock kaufen, gibt es ein paar Dinge, die man bei der Wahl des richtigen Produkts beachten sollte. Je nach Einsatzgebiet gilt es sich zuerst zu fragen, ob man einen normalen oder lieber einen Mini-Abwehrstock benötigt.

Der Vorteil der kleineren Modelle liegt hauptsächlich beim Transport. Sie sind einfach platzsparender zu verstauen. Allerdings bringt die kleinere Größe auch einiges an Nachteilen mit sich.

So schrecken sie potenzielle Angreifer schlechter ab und viele Techniken können nur mit Einschränkungen vollzogen werden. Gerade beim Hebeln benötigt man nämlich jeden Zentimeter an Länge. Daher sind normal große Teleskopschlagstöcke in der Regel die bessere Wahl.

Welche Ausstattungsmerkmale sind wichtig?

Hat man sich nun für eine Größen-Variante entschieden, gilt es nun noch die Produktfeatures der vielen Modelle zu vergleichen. Dabei sollte das Hauptaugenmerk auf dem Griffstück liegen. Besonders empfehlenswert sind rutschfeste Materialien wie Moosgummi, thermoplastische Elastomere (TPE) oder auch Schaumstoff.

Zwar werden geriffelte Griffe oft als rutschsicher bezeichnet, hier sollte man aber stets skeptisch bleiben. Im Eifer des Gefechts ist es schnell passiert und der Teleskopschläger samt geriffelten Griff rutscht aus der schwitzigen Hand. Oft kann hier eine Handgelenkschlaufe für Abhilfe schaffen.

Welches Zubehör sollte man erwerben?

Teleskopschlagstock Holster
Gürtelholster für Teleskopschlagstock.

Vielen ist gar nicht bewusst, dass es einiges an empfehlenswerten Zubehörartikeln gibt. Da wären als Erstes die Holster. Wer seinen Teleskopschlagstock im Ernstfall schnell ziehen möchte oder den Transport am Gürtel bevorzugt, sollte sich mit der Thematik Gürtelhalterungen auseinandersetzen.

Ansonsten kann man seinen Schläger noch an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Denkbar wären hier ein Glasbrecher- sowie ein Taschenlampenaufsatz. Allerdings muss hier vorab geprüft werden, ob eine Montage möglich ist.

Damit einem der Schlagstock nicht entrissen werden kann oder einfach aus der Hand rutscht, kann man eine Handgelenkschlaufe anbringen. Weiterhin empfiehlt sich für das Training ein gepolsterter Aufsatz.

Wo kann man einen Teleskopschlagstock kaufen?

Teleskopabwehrstöcke kann man bei vielen unterschiedlichen Händlern erwerben. Dabei findet man eine große Auswahl von Modellen sowohl online als auch offline. Für beide Varianten sprechen einige Punkte.

Der Onlinehandel hat eine sehr große Auswahl bei guten Preisen. Der Vorteil beim Händler um die Ecke liegt in der Beratung von Angesicht zu Angesicht und der Möglichkeit, dass man den Schlagstock vor dem Kauf in der Hand halten kann. Zudem kann man sein Modell oft noch am selben Tag in der Hand halten.

Wie wird diese Waffe eingesetzt?

Teleskopabwehrstock

Der Umgang mit einem Telekopabwehrstock ist nicht so einfach zu erlernen, wie oft gedacht wird. Neben dem Einsatz von reinen Schlagtechniken gibt es nämlich noch eine ganze Menge an Sachen, die man für den professionellen Einsatz sowie die Selbstverteidigung wissen sollte:

  • Schritttechniken
  • Waffen- und Bereitschaftshaltungen
  • Grundschläge & Druckpunkte
  • Schlagkombinationen
  • Trefferzonen
  • Blöcke
  • Entwaffnung und Hebel
  • Festlege- und Abführtechniken

Wie man an der Fülle der Ausbildungsinhalte sieht, lässt sich der Umgang nicht in wenigen Minuten erlernen. Außerdem sollte man von einem Instruktor in die korrekte Anwendung eingewiesen werden. Ein paar Wochen sollte man aber einplanen bis man die grundlegenden Techniken beherrscht.

Hat man zu einem Vor-Ort-Training nicht die Möglichkeit, braucht man noch nicht zu verzweifeln. So gibt es sehr gute Bücher und DVDs am Markt, die einem die wichtigsten Techniken auf leichte und verständliche Weise beibringen. Außerdem existieren auch viele kostenlose Videos im Internet, die einem die elementaren Techniken erklären:

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Was man aber bei all der Euphorie nicht vergessen sollte, ist die Tatsache, dass beim Thema EKA viele rechtliche Einschränkungen existieren. Gerade in Bezug auf die Themen Schlagstocktechniken und Selbstverteidigung sollte man sich intensiv mit der Notwehr auseinandersetzen.

Zudem besteht die Gefahr, bei zu starken oder falsch platzierten Schlägen, schwere bis tödliche Verletzungen beim Angreifer entstehen zu lassen. Gerade in puncto Notwehr handelt es sich hier um ein großes Problem. Aber auch Polizisten greifen aufgrund dieser Tatsache selten zu ihrem Schlagstock.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass der Einsatz eines Teleskopschlagstocks nur für Behörden- und Sicherheitsdienstmitarbeiter Sinn ergibt. Diese Anwender verfügen über eine gute EKA-Ausbildung gepaart mit regelmäßigem Einsatztraining und der nötigen Stressresistenz, um im Notfall nicht überzureagieren.

Gut zu wissen:
Bei der Heimverteidigung kann ein Teleskopschlagstock sehr nützlich sein. Viele Mieter haben aber nicht genügend Platz, um ausreichend auszuholen und so Techniken vernünftig umsetzen zu können. Des Weiteren ist ein Teleskopschlagstock eine Waffe und muss aufgrund dessen sicher verwahrt werden. Daher kann es ziemlich lange dauern bis man ihn im Ernstfall herausgekramt hat.

Welche Alternativen zum Teleskopschlagstock gibt es?

Solltest du aufgrund des hohen Trainingsaufwands oder wegen der rechtlichen Einschränkungen Bedenken haben, empfehlen wir dir einen Blick auf diese freien Waffen: Elektroschocker, Pfefferspray, CS Gas, Kubotan und Pfefferspistole. Wobei unser Favorit ganz klar die Pfefferspraypistole, dicht gefolgt vom altbewährten Pfefferspray ist.

Beide Waffen sind einfach einzusetzen und funktionieren auch auf Distanz. Zudem sind Pfeffersprays günstiger als Teleskopschlagstöcke und können auch effektiv gegen mehrere Angreifer angewendet werden. Außerdem entstehen beim Einsatz in der Regel keine bleibenden Schäden oder schwere Verletzungen. Die Vorteile gegenüber einem Teleskopabwehrstock überwiegen also ganz klar.

Egal für welche Selbstverteidigungswaffe man sich entscheidet, muss man sich über ein paar Aspekte im Klaren sein. So will der Umgang sorgfältig erlernt werden und regelmäßiges Training ist Pflicht. Zudem kann man jederzeit von einem Angreifer entwaffnet werden. Viele Leute vergessen ihre Waffe leider regelmäßig zu Hause. Daher sollte man auch ein paar Selbstverteidigungstechniken ohne Waffe beherrschen.

Gut zu wissen:
Waffen sorgen für ein höheres Sicherheitsempfinden und sind gerade gegen mehrere Angreifer überaus nützlich. Nichtsdestotrotz sollte man in den sauren Apfel beißen und einen Selbstverteidigungskurs besuchen. Dort lernt man nicht nur nützliche waffenlose Selbstverteidigungstechniken, sondern baut auch eventuell vorhandene Hemmung beim Zuschlagen ab.

Was sollte man noch wissen?

FAQ

Zum Ende dieses Artikels gibt es noch ein kleines FAQ mit den wichtigsten Fragen unserer Leser. Da uns immer wieder E-Mails über den Teleskopschlagstock erreichen, haben wir im Folgenden die besten Fragen samt unseren Antworten veröffentlicht. So profitierst auch du von unseren Antworten.

Ist ein Teleskopschlagstock legal?

Sicherheitskräfte dürfen in aller Öffentlichkeit mit der praktischen Schlagwaffe am Dienstgürtel herumlaufen. Privatleute hingegen brauchen ein verschlossenes Behältnis für den Transport von A nach B. Ein griffbereites Tragen am Körper ist für sie nur unter bestimmten Ausnahmen realisierbar.

Allerdings bietet sich die Schlagwaffe sehr gut zur Heimverteidigung an. Dort gibt es keine solchen Einschränkungen und man kann die Waffe zur Abwehr von mehreren Gegnern einsetzen. Wir sind in solchen Fällen aber ein großer Fan von RAM-Waffen. Man kann mehr Abstand halten, die abschreckende Wirkung ist viel größer und die Pfefferkugeln hinterlassen keine bleibenden Schäden.

Wie wird ein Teleskopabwehrstock eingefahren?

Das hängt ganz vom gewählten Modell ab. Oft sorgt ein Blick in die Bedienungsanleitung für Klarheit. Tut er dies nicht, sollte man am unteren Ende nach einem Druckmechanismus suchen. Dieser muss nun betätigt werden. In der Regel lässt sich die Waffe nun einfahren.

Gelingt dies nicht, hilft ein Tippen mit der Spitzen auf den Boden. Nun sollte es klappen. Gibt es nun noch immer Schwierigkeiten, hilft nur noch das Auseinanderbauen samt Fetten der Einzelteile. Gerade günstige Modelle lassen sich häufig nur unter viel Kraftaufwand wieder einfahren.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff EKA?

Hierbei handelt es sich um die im Polizeialltag häufig gebrauchte Abkürzung für Einsatzstock, kurz, ausziehbar. So wird der heutzutage von der Polizei genutzte Teleskopschlagstock der Firma Bonowi bezeichnet. Sein Vorgänger der Gummiknüppel hat nämlich bereits seit dem Jahre 2008 ausgedient.

Von welchen Personengruppen werden Teleskopschlagstöcke eingesetzt?

Im Prinzip kann natürlich jeder mit einem solchen Schläger herumlaufen. Die Frage bezieht sich daher auf den professionellen Bereich. Hier sieht man Teleskopabwehrstöcke bei diversen Behörden.

Meist wird die Waffe hier als EKA (Einsatzstock, Kurz, Ausziehbar) bezeichnet. Weiterhin greifen auch Sicherheitsdienste wie zum Beispiel die DB-Sicherheit auf diese Waffe zurück. Sie tragen sogar den baugleichen EKA wie die Bundespolizei.

Sind ein Teleskopschlagstock und ein Totschläger nicht das Gleiche?

Nein! Ein Totschläger wird in der Fischerei eingesetzt, um Fische vor dem Schlachten zu betäuben. Zwar wird auch mit einem Totschläger zugeschlagen, aber das war es auch schon mit der Ähnlichkeit.

Welche Möglichkeiten existieren, um den Umgang zu erlernen?

Eine ganze Menge. Wer sich kostenlos einarbeiten will, dem sei YouTube mit seinen zahlreichen Videos ans Herz gelegt. Allerdings geht es doch deutlich besser. Für ein paar Euro bekommt man sehr gute DVDs und sogar Original-Lehrbücher der Polizei.
Und wem das noch immer zu wenig ist, der sollte einen Kurs besuchen. Danach sollten keine Fragen mehr offen sein.

Welche Hersteller sind empfehlenswert?

Es gibt eine ordentliche Menge an Produzenten, die sehr hochwertige Teleskopschläger auf den Markt bringen. Empfehlenswert sind hierbei diese Marken: Enforcer, ASP, ESP HT Holsters und BONOWI. Allerdings sind auch viele No-Name-Produkte von brauchbarer Qualität. Leider hakt es oft beim Aus- und Einfahren. Zudem verbiegen sie sich leichter. Beides ist aber für Gelegenheitsnutzer verschmerzbar.

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 104 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransportfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know-how mit dir. Sein Motto lautet: Schütze dich und deine Liebsten!