Tonfa & Teleskop-Tonfa: Trefferzonen, Einsatztechniken & Kaufberatung

Tonfa

Nicht nur Sicherheitskräfte, sondern auch Privatleute nutzen den aus Fernost stammenden Tonfa zur Selbstverteidigung. Allerdings kann er von Zivilisten nur im Rahmen der Heimverteidigung legal eingesetzt werden. In der Öffentlichkeit darf er von dieser Personengruppe nämlich nicht griffbereit getragen werden. Lediglich ein Transport in einem verschlossenen Behältnis ist erlaubt.

Trotzdem interessieren sich viele Menschen für den vielseitig verwendbaren Schlagstock. Dies hat uns zum Verfassen dieses Guides veranlasst. Im Folgenden stellen wir nicht nur verschiedene Techniken vor, sondern erklären die Waffe von A bis Z. Dabei gehen wir sowohl auf rechtliche Aspekte als auch wichtige Features ein. Selbstverständlich kommt aber die Praxis nicht zu kurz. So viel sei schon mal verraten.

Tonfa: alle wichtigen Informationen!
tonfa

Bezeichnungen: Tongwa, Tonkwa, Tunfa, Tuifu, Tuifa, Shuang Guai & Japanese Tonfa Stick

Primäre Verwendung: Selbstverteidigung, behördliche Einsätze & als traditionelle Waffe im Kampfsport

Sekundäre Verwendung: Kann als Hebelwerkzeug oder zum Einschlagen von Scheiben benutzt werden.

Mögliche Verletzungen: große Bandbreite – von Blutergüssen über Knochenbrüche bis hin zu schweren und tödlichen Verletzungen

Waffenrecht-Infos: hier klicken

Vorteile:

  • abschreckende Wirkung
  • Angriffe blocken
  • Gegner entwaffnen
  • effektiv gegen Messerangriffe

Nachteile:

  • komplizierte Rechtslage
  • regelmäßiges Training notwendig
  • kann weder unauffällig, noch ohne Gürtel/Koppel vernünftig geführt werden

Was ist ein Tonfa?

Bei einem Tonfa handelt es sich um einen Schlagstock, der sich durch einen charakteristischen Quergriff auszeichnet. Zudem hat der lange Schaft etwa die Länge eines Unterarms. An dem mit Rillen versehenen Griff befindet sich ein sogenannter Knauf, der gegen ein Herausreißen sowie ein Fallenlassen schützt.

Tonfas gibt es in 2 unterschiedlichen Bauarten. Da wären auf der einen Seite feststehende Modelle und auf der anderen Seite ausfahrbare Modelle. Letztere sind also eine Mischung aus Teleskopschlagstock und Tonfa in Einem. Sie bieten sich vor allem für das verdeckte Tragen an.

Allerdings machen sie auch an der Koppel eine gute Figur. Im Gegensatz zu ihren starren Kollegen behindern sie einem beim Laufen oder Sitzen kaum. Damit sind sie für Polizisten im Streifendienst ein guter Begleiter. Nicht zuletzt, da sie effizienter im Einsatz als klassische Teleskopschlagstöcke sind.

In Sachen Materialien hat sich über die letzten Jahre eine bunte Mischung entwickelt. Von Holz über Kunststoff bis hin zu Metall ist wirklich alles vertreten. Den Standard bildet aber nach wie vor Polycarbonat-Plastik. Darüber hinaus gibt es mit Schaumstoff ummantelte Modelle fürs Training.

Gut zu wissen:

Tonfas sind beliebte Waffen. Nicht nur die Polizei, das Militär und andere Behörden greifen auf den Mehrzweckeinsatzstock zurück. Auch in verschiedenen Kampfkünsten und Kampfsportarten gehört das Training mit dem Schlagstock zum festen Programm. Des Weiteren nutzen viele den abschreckenden Stab bei der Heimverteidigung.

Warum gilt der Tonfa als überaus effektiv?

Der Tonfa lässt sich über aus vielseitig einsetzen. Sowohl als Verteidigungs- und Angriffswaffe lässt er sich benutzen. Mit ihm lassen sich Messer gut abwehren und Schläge sind sehr wirkungsvoll. Das liegt hauptsächlich an folgendem Aspekt: Bei der Ausführung von Schlagtechniken erreicht man eine hohe Geschwindigkeit.

Aber auch das Blocken von Angriffen mit und ohne Waffe ist problemlos möglich. Zudem kann die Waffe, als verlängerter Unterarm benutzt werden, um eine größere Distanz zum Angreifer zu schaffen. Das sogenannte Stechen ist eine wirkungsvolle Methode mit deren Einsatz die meisten Angreifer nicht rechnen.

Zudem wirkt bereits das Tragen eines Tonfas sehr abschreckend. Die Schlagwaffe ist aufgrund ihrer Größe leicht zu erkennen und sorgt damit bereits auf größere Entfernung für Respekt bei aggressiven Personen. Des Weiteren sorgen die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten für den hohen Beliebtheitsgrad bei Profis als auch Kampfkünstlern.

Gemeint sind damit aber nicht nur Techniken zur Abwehr von Angreifern. So kann man mit einem Tonfa beispielsweise eine Scheibe einschlagen. Aber auch als robustes Hebelwerkzeug in Notlagen kann er eingesetzt werden. Ab und an kann man beobachten, wie er zum gewaltsamen Öffnen einer deformierten Autotür nach einem Verkehrsunfall genutzt wird.

Gut zu wissen:

Ursprünglich war der Tonfa gar keine Schlagwaffe, sondern ein einfaches Werkzeug. Es stammt aus China und wurde dort benutzt, um Mühlsteine in Bewegung zu versetzen. Im Prinzip handelte es sich um eine simple Kurbel. Erst später bemerkte man, wie effizient die Bauform beim Kämpfen ist.

Wo wird diese Waffe eingesetzt?

Der Schlagstock wird nicht nur von diversen Polizeieinheiten und Behörden genutzt. Auch im Rahmen der Selbstverteidigung findet der Einsatzstock großen Anklang. Selbst im normalen Trainingsalltag von vielen Kampfkünstlern wird die Waffe regelmäßig eingesetzt. So gehört sie im deutschen Ju-Jutsu, im russischen Systema sowie in der japanischen Kriegskunst Kobudō zum normalen Repertoire.

Des Weiteren nutzen auch viele Sicherheitsdienste die Waffe bei der Bewachung von Konsulaten und anderen stark gefährdeten Objekten. Allerdings wird der Schlagstock dort genauso wie bei der Polizei unter dem Begriff EMS (EinsatzMehrzweckStock) geführt. Sogar die Bundeswehr schwört auf diese vielseitige Nahkampf-Waffe.

Dort ist sie allerdings der Militärpolizei, den sogenannten Feldjägern vorbehalten. Diese bezeichnen den Schlagstock als RMS (RettungsMehrzweckStock). Sinn und Zweck bleibt aber auch hier der Gleiche. So spricht man im Fachjargon von einem Einsatzmittel direkt unterhalb der Schwelle des Schusswaffengebrauchs.

Gut zu wissen:

Schlagstöcke jeder Bauform gelten bei Sicherheitskräften als effiziente Nahkampfwaffe. Allerdings ist deren Einsatz oft mit größeren Verletzungen verbunden. Da das Schlagen von Menschen noch immer einen Tabubruch darstellt und Videomaterial daher schnell zum Bumerang werden kann, bleibt der Einsatzmehrzweckstock häufig ungenutzt im Holster stecken.

Welche Verletzungen können entstehen?

Viele unterschätzen Schlagstöcke ungemein. Oft hört man, dass diese ungefährlich seien und maximal ein paar Blutergüsse oder eine Prellung erzeugen würden. Dem ist aber nicht so. Das Gegenteil ist der Fall. Wer sich einmal detaillierter mit dem Tonfa und seiner Wirkung auseinandersetzt, wird schnell merken, wie leicht selbst schwerste Verletzungen entstehen können.

Bei ungeübten Anwendern kommt es oft sogar schon beim Training zu kleineren und größeren Verletzungen. Es handelt sich dabei meist um blaue Flecken, Prellungen oder Knochenbrüche. Bei einer falschen Anwendung oder einem dummen Missgeschick im Eifer des Gefechts können aber auch schwere bis tödliche Verletzungen entstehen.

So sind Schläge gegen die Wirbelsäule oder den Kopf oft mit lang anhaltenden Schädigungen in Form von Behinderungen verbunden. Schläge gegen den Kopf können diesen auch im wahrsten Sinne des Wortes knacken. Genügend Kraft im Hieb vorausgesetzt. Der Umgang will also gelernt sein und regelmäßiges Training ist enorm wichtig.

Ansonsten kann man sich im Nahkampf auch ordentlich selbst verletzen. Im schlimmsten Fall wird einem gar die Waffe abgenommen und gegen einen eingesetzt. Daher muss man die Selbstverteidigung mit jeglicher Form von Gadgets und Waffen regelmäßig trainieren. Ein sicherer Umgang sowie das Beherrschen zahlreicher Techniken sind bei Waffen das A & O.

Gut zu wissen:

Wem die möglichen Verletzungen beim Einsatz abschrecken, kann sich mit anderen Selbstverteidigungswaffen auseinandersetzen. In puncto Heimverteidigung sind RAM-Waffen und Pfefferpistolen eine gute Wahl. Aber auch handelsübliche Pfeffersprays sind eine günstige und effektive Methode für die Selbstverteidigung auf der Straße. Nicht zuletzt, da man hier in der Regel keine bleibenden Schäden verursacht.

Wo lässt sich der Umgang erlernen?

Da es beim Tonfa auf eine umfangreiche Ausbildung ankommt, gibt es diverse Möglichkeiten das nötige Fachwissen für den Einsatz im Rahmen der Selbstverteidigung oder gar des behördlichen Einsatzes zu erlernen. Grundsätzlich unterschieden wird zwischen dem Selbststudium mit Büchern, Videos und Webseiten sowie dem Besuchen eines meist mehrtägigen Lehrgangs.

Wer den Umgang ordentlich beherrschen möchte, sollte rund 2 bis 4 Wochen Unterrichtsdauer bei einem Vollzeitlehrgang einplanen. Natürlich können auch kürzere Crashkurse oder unsere eigene Anleitung Grundlagen vermitteln. Eine sinnvolle Ausbildung stellen sie aber nicht dar.

Gleiches gilt für die zahlreich am Markt verfügbaren Bücher, Kurse und DVDs. Sie vermitteln in der Regel Grundkenntnisse, die für den Einstieg ausreichen mögen, aber für den professionellen Einsatz nicht tief genug in die Materie eintauchen. Zudem fällt es ohne Trainer schwer eigene Fehler bei den Fußstellungen oder den aufgeführten Techniken zu erkennen.

Gut zu wissen:

Vielen ist gar nicht bewusst, dass sich die Trainingsformen in traditionelle sowie moderne Einsatztechniken aufsplitten. Erstere werden mit zwei Stöcken durchgeführt und dienen hauptsächlich zur Abwehr von Schwert und Speer. Moderne Techniken hingegen wurden zum Einsatz bei Polizei- und Militäreinheiten entwickelt. Ein großer Schwerpunkt liegt dabei auf der Durchführung von Festlege- und Abführtechniken.

Welche Tonfa-Techniken gibt es?

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Bevor wir zu den ersten Übungen und natürlich auch den noch fehlenden Grundlagen kommen, möchten wir noch ein paar Punkte klarstellen. Auf dieser Seite zeigen wir Einsatztechniken, die man als „Sportübung“ auffassen sollte.

Was davon im Rahmen der Selbstverteidigung eingesetzt werden kann und was nicht, musst du situationsbedingt und nach geltendem Recht selbst entscheiden. Diese Hürde können wir dir nicht abnehmen.

Trefferzonen am menschlichen Körper:

Vor den ersten Trainings muss man sich erst einmal mit den verschiedenen Trefferzonen und deren Wirkung am menschlichen Körper auseinandersetzen. Die beste Technik nützt nämlich nichts, wenn sie mit ineffektiven oder auch zu gefährlichen Schlägen kombiniert wird.

Um die Trefferzonen möglichst einfach erklären zu können, wird der menschliche Körper in 4 Zonen eingeteilt:

Grüne Zone (große Muskeln):

Hier können selbst bei maximaler Schlagkraft kaum schwere bis bleibende Verletzungen entstehen. In der Regel kommt es zu einfachen und mittelschweren Verletzungen. Aber auch diese sind keinesfalls zu unterschätzen!

  • Oberarmstrecker und -beuger
  • Oberschenkelbeuger und -strecker

Gelbe Zone (Gelenke & Knochen):

Wer hier mit größter Krafteinwirkung arbeitet, kann größere Verletzungen entstehen lassen, die meist keine bleibenden Schäden oder Beeinträchtigungen nach sich ziehen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass dauerhafte Probleme entstehen ist hier aber bereits gegeben und sollte nicht unterschätzt werden.

  • Handgelenk
  • Knöchel
  • Finger
  • Elle/Speiche
  • Ellenbogen
  • Schultergelenk
  • Hüftgelenk
  • Knie
  • Schien- und Wadenbein
  • Fuß

Orange Zonen (leicht verletzliche Bereiche):

Hier können größere Verletzungen mit und ohne bleibende Schäden bei voller Härte im Schlag entstehen. Die Gefahr, dass es zu dauerhaften Schäden kommt, ist in diesen Bereichen sehr groß.

  • Rippen
  • Magen
  • Genitalien
  • Brustbein

Rote Zone (lebensgefährliche Areale):

Sobald hier die maximale Kraft eingesetzt wird, ist das Spektrum an potenziellen Verletzungen groß. Hier können schwere Verletzungen oder körperliche Behinderungen oder im Extremfall sogar tödliche Verletzungen entstehen. Dies sollte man sich immer vor Augen führen!

  • Kopf
  • Hals
  • Genick
  • Wirbelsäule

Gut zu wissen:

Grüne Zonen sind grundsätzlich das erste Angriffsziel. Schließlich sollte man immer den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit beachten! Angriffe auf gelbe, orange und rote Ziele sollten immer sehr gut überlegt sein und nach Möglichkeit das letzte Mittel darstellen.

Die Praxis möge beginnen:

Wenn du dir den Inhalt gut eingeprägt hast und jetzt Lust auf mehr hast, bist du hier genau richtig. Nun beginnen wir endlich mit den ersten Praxisübungen.

Die Ausgangsstellung & der richtige Stand:

Tonfa-Ausgangsstellung-Stand

Um Offensiv- und Defensivtechniken durchführen zu können, benötigt man als absolute Grundlage eine stabile Ausgangsstellung. Von dieser arbeitet man sich dann in den Stand für spätere Schritttechniken vor.

Zu Beginn müssen wir erst einmal von der korrekten Ausgangsstellung (Punkt 1) zum Stand für Schnitttechniken (Punkt 5) kommen. Wie das genau funktioniert, haben wir nun detailliert aufgelistet:

  1. Die Beine werden schulterbreit aufgestellt.
  2. Die Zehen sollten hierbei einfach nach vorne zeigen.
  3. Das rechte Bein wird nun etwa 1,5 Fußlängen nach vorne bewegt.
  4. Das Gewicht solltest du so verteilen: 65 % auf dem rechten Bein und den Rest natürlich auf dem Linken verteilen.
  5. Der Oberkörper sowie die rechte Schulter sollte leicht nach vorne geschoben werden.

Schritttechnik – Mehr als Füße vor und zurück:

Nun stehst du im korrekten Stand und kannst dich weder richtig vor noch zurückbewegen. Wie das jetzt genau funktioniert erklären wir dir nun.

Die im Folgenden aufgeführten Schritttechniken sind enorm wichtig. So unterstützt die richtige Fußarbeit die eigene Bewegung nach vorne und nach hinten.

Der Vorwärtsschritt:

  1. Du befindest dich im sicheren Stand und hast das rechte Bein vorne.
  2. Nun wird die Balance nach vorne verlagert und mithilfe des hinteren Beins wird der Oberkörper nach vorne gedrückt.
  3. Jetzt machst du mit dem vorderen Fuß eine Vorwärtsbewegung. Denke daran das hintere Bein ebenfalls nach hinten zu ziehen.

Der Rückwärtsschritt:

  1. Die Balance wird nun etwas nach hinten verlagert.
  2. Mit dem rechten vorderen Bein drückst du dich nach hinten ab.
  3. Nun setzt du das hintere linke Bein zurück, um nach hinten zu kommen. Denke daran auch das vordere Bein wieder nach hinten zu ziehen.

Gut zu wissen:

Die Ausführung von korrekten Vorwärts- und Rückwärtsschritten bildet die absolute Basis. Wir beschränken uns auch auf diese, da sie für alle kommenden Übungen ausreichen.

Wer sich in alle Himmelsrichtungen bewegen möchte, muss sich mit der Offline-Technik sowie Schritttechniken wie dem Wechselschritt auseinandersetzen. Diese sind aber eher für fortgeschrittene Anwender konzipiert und wird daher hier auch nicht erläutert.

Tonfa halten, aber richtig:

Tonfa halten

Der Tonfa wird entweder am Haltegriff oder am unteren Ende gehalten. Bei letzterer Methode sollte der Griff nach vorne gedreht werden um als Handschutz fungieren zu können. Nun können mit der Waffe auch klassische Schlagstocktechniken ausgeführt werden.

Natürlich stellt die erste Variante den gängigen und auch sinnvolleren Gebrauch dar. Schließlich möchte man mit dem Tonfa keine reinen Schlagstocktechniken verwenden. Diese sind nämlich ineffektiver und vernünftiges Blocken ist fast unmöglich.

Greift man die Waffe am Griff und möchte Drehbewegungen ausführen, gilt es hierauf zu achten: Gehalten wird der Tonfa durch den Zeigefinger sowie den Daumen. Die verbliebenen Finger kontrollieren lediglich und schließen sich kurz vor der Endposition der jeweils eingesetzten Technik.

Wer einen Polizei-Schlagstock zum Abdrängen einsetzen möchte, kann dies jederzeit tun. Hierfür wird der Stock an beiden Enden gegriffen und waagrecht vor der Brust gehalten. Nun wird mithilfe von leichtem Druck das Gegenüber abgedrängt.

Gut zu wissen:

Bei Schlägen sollte man die Kraft nicht nur aus dem Handgelenk oder dem Arm nehmen, sondern den ganzen Körper nutzen. Zudem sollte die Schulter bei der Schlagbewegung eingedreht werden. Nur so haben Schläge auch eine vernünftige Kraft.

Bereitschaftshaltungen 1 x 1:

Unter dem Wort Bereitschaftshaltung werden Positionen bezeichnet, welche man direkt vor einer möglichen Konfrontation einnimmt, um möglichst schnell auf Angriffe reagieren zu können.

Grundsätzlich gibt es 3 verschiedene Bereitschaftshaltungen. Da wäre einmal die verdeckte, die defensive sowie die offene Haltung. Worauf es bei allen 3 Varianten ankommt, erklären wir in den nun folgenden Absätzen.

Verdeckte Haltung:

Diese Methode zeichnet sich dadurch aus, dass man den Tonfas außerhalb des Sichtbereichs des Angreifers positioniert. Hierfür bieten sich sowohl das Halten hinter dem Rücken oder des Beins an.

Sobald man verdeckt agiert, sollte man sich möglichst natürlich verhalten, um den Angreifer nicht zu warnen oder unnötig zu provozieren. Ansonsten bist du deinen Vorteil der sofortigen Einsatzbereitschaft wieder los.

Achte darauf, dass der Tonfa nicht übersteht oder du die Schulter zu weit nach vorne gedreht ist. Natürlich agiert man nur dann verdeckt, wenn die Lage unklar und eine offene Bereitschaftshaltung ungünstig ist.

Defensive Bereitschaftshaltung:

Nun wird die Waffe für jeden sichtbar positioniert. Dabei wird der Tonfa körpernah vor der Brust mit dem kurzen Ende nach oben platziert.

Wichtig ist es nun eine möglichst klare Körpersprache zu besitzen. Sie sollte aufrecht und entschlossen sein. Der Angreifer sollte auf alle Fälle ihre offensive Haltung erkennen können.

Vorteil dieser Methode ist die jederzeit einsatzbereite Waffe. Man verliert keine kostbare Zeit mit einem Ziehen aus dem Holster. Zudem wird der potenzielle Angreifer abgeschreckt und überlegt sich einen Angriff genau.

Offensive Bereitschaftshaltung:

Diese Position wird auch in vielen Kampfsportarten praktiziert. Dort kennt man sie meist unter den Namen Kampf- oder Deckungsposition.

Hier wird die Schlagwaffe mit der rechten Hand und dem langen Ende nach oben gehalten. Man steht nun quasi in einer Boxer-Rechtsauslage.

Die freie Hand befindet sich dabei auf der Höhe des Kinns um überraschend durchkommende Angriffe mit der Hand/Arm blocken zu können.

Diese Variante wirkt auf mögliche Angreifer sehr abschreckend und der Tonfa lässt sich schnell einsetzen. Viele potenzielle Aggressoren werden den Angriffsversuch spätestens jetzt einstellen.

Gut zu wissen:

Achte bei der Ausführung der Bereitschaftshaltungen immer auf deine Körpersprache sowie das Gegenüber und dein näheres Umfeld.

Einfache, aber effektive Schlagtechnik:

Tonfa ABC

Die Hauptpfefferzonen bei Schlägen sind die grünen Bereiche. Schläge auf den Oberarm oder den Oberschenkel gelten als sehr effektiv und erzeugen kaum schwere oder bleibende Verletzungen.

Gut zu wissen:

Möchtest du deinen Angreifer erst einmal auf Abstand halten und Abdrängen ist nicht möglich, solltest du den Tonfa wie einen Degen halten und benutzen. Im Idealfall triffst du den Angreifer nur leicht, verletzt ihn daher auch nicht und treibst ihn aber in die Flucht. Das sogenannte Stechen ist eine sehr effektive und gleichzeitig unterbewerte Technik.

Wir beschränken uns im Folgenden auf den Oberarm als Ziel und erklären eine einfache Technik um diesen auch unter Stress sicher treffen zu können.

Dafür nehmen wir den Tonfa, gehen in die Ausgangslage und von dort arbeiten wir uns in den sicheren Stand vor. Der Stock wird dabei am Griff genommen und das lange Ende zeigt nach oben.

Die linke Hand kann dabei entweder als Kinn-/Kehlkopfschutz benutzt oder als Stoppzeichen nach vorne ausgestreckt werden. In beiden Fällen wird der linke Arm nicht durchgestreckt, sondern bleibt angewinkelt.

Nun konzentrieren wir uns auf den Angreifer und dessen äußere Fläche des Oberarms. Dann erfolgt der zielgerichtete Einsatz des Polizei-Schlagstocks. Wir benutzen dabei sowohl unseren Arm als auch die eingedrehte Schulter, um mehr Kraft generieren zu können.

Nach dem erfolgreichen Schlag gehen wir wieder in den sicheren Stand und warten ab, ob weitere Angriffe gegen uns erfolgen. Nun müssen wir nur noch individuell und zielgerichtet reagieren.

Worauf gilt es beim Kauf zu achten?

Kaufberatung

Inzwischen weißt du eine ganze Menge über die Schlagwaffe. Doch was es beim Tonfa kaufen zu beachten gibt und welche Fettnäpfchen man lieber auslässt, erfährst du gleich. Schließlich möchtest du ja keinen Fehlkauf tätigen.

Beliebte Marken:

Man mag es kaum glauben, aber die Masse an Anbietern in diesem Bereich ist nicht gerade klein. Man bekommt von Chinakrachern bis hin zu echten Profi-Modellen wirklich alles.

Beliebte Marken und Hersteller im deutschen Markt sind Bonowi, Monadnock und Cop. Aber auch günstige Produkte sind qualitativ gut genug um sie beim Kauf nicht von vornherein ausschließen zu müssen.

Teleskop oder lieber starr?

Viele vergessen bei der Produktwahl, dass es eben nicht nur den normalen feststehenden Tonfa gibt. Beide Varianten haben so ihre Vorzüge. Welche das sind, haben wir stichpunktartig aufgelistet:

Feststehender Tonfa:

  • Sehr abschreckende Wirkung aufgrund der Größe und Präsenz
  • wir empfinden das Handling als besser

Teleskop-Tonfa:

  • Lässt sich aufgrund der geringen Größe bequem an Gürtel oder Koppel tragen
  • Verdeckte Tragweise möglich
  • Das Ausfahren lassen und das dabei entstehende Geräusch ist sehr Furcht einflößend

Testberichte & Kundenrezensionen:

Natürlich nutzt der schönste Schlagstock auf der Welt nichts, wenn er von schlechter Qualität ist. Da man gerade die Qualität oder auch die Haptik schlecht durch Bilder beurteilen kann, sollte man Produktbewertungen und Testberichte lesen.

Nicht selten tun sich hier wahre Abgründe auf. Wunder erlebt man aber gefühlt auch immer wieder. Daher können wir dir nur ans Herz legen Bewertungen und Testberichte zu lesen. Es lohnt sich.

Preis-Leistungs-Verhältnis:

Zu guter Letzt sollte noch ein Blick auf den Preis und die dafür gebotene Leistung werfen. Steht beides in einem für dich guten Verhältnis zueinander oder ist der Schlagstock für das spätere Einsatzgebiet zu teuer?

Ist Letzteres der Fall, sollte man lieber weiter nach einem günstigeren und natürlich trotzdem geeigneten Modell suchen. Die Auswahl am Markt ist nämlich groß genug, dass man nicht zu viel Geld ausgibt.

Sinnvolles Zubehör:

Gerade als Berufsträger ist das Zubehör überaus wichtig. Schließlich möchte man seinen Schlagstock im Einsatz schnell ziehen können oder benötigt einfach ein bequemeres Holster. Außerdem hat man nur selten die Möglichkeit seinen eigenen Tonfa im beruflichen Alltag einzusetzen.

Meist beschränkt sich dessen Verwendung auf das Training im eigenen Keller oder im Kampfsportverein um die Ecke. Hierfür sind mit Schaumstoffmantel versehene Schlagstöcke die bessere Wahl. Man minimiert so nämlich das Verletzungsrisiko beim Training. Je nach eigenem Geschmack fällt die Polsterung dünner oder dicker aus.

Um die Trainingswaffe transportieren zu können, braucht man aber ein Behältnis. Aufgrund der ungewöhnlichen Maße sollte man am besten eine Tonfa-Tasche im Fachhandel erwerben. Diese lassen sich nämlich auch problemlos mit einem Schloss versehen.

Wo kann man einen Tonfa kaufen?

Nicht an jeder Ecke bekommt man diese Waffe. Sogar Onlineriesen wie der Versandhändler Amazon verzichten auf den Verkauf von Schlagstöcken. Das ist aber gar nicht schlimm. Schließlich gibt es im Netz mehr als genügend spezialisierte Händler. Auch Offline, sprich in größeren Städten findet man unzählige Waffengeschäfte, die Schlagstöcke jeglicher Bauform im Sortiment führen.

Doch wo lohnt der Kauf eher?

Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Meistens sind Onlinehändler eine Spur günstiger und die Auswahl ist oft auch noch größer.

Eine Beratung von Angesicht zu Angesicht bekommst du online natürlich genauso wenig, wie die Möglichkeit deine Ware noch am selben Tag in der Hand halten zu können.

Vor-Ort-Händler bieten zudem die Möglichkeit, dass man die Waffe vor dem Kauf anfassen oder mal probehalber schwingen kann. Bist du dir also noch unsicher, ob die Anschaffung für dich Sinn ergibt, lohnt ein Besuch.

Gut zu wissen:

Bei den vielen Onlinehändlern lassen sich gute Schnäppchen machen. Zudem ist das Angebot sehr groß und man bekommt den Schlagstock unauffällig bis vor die Haustür geliefert. Über einen Transport vom Verkäufer nach Hause braucht man sich daher auch keine Gedanken zu machen. Unserer Meinung sind Online-Shops daher die bessere Wahl. Allerdings nur dann, wenn man zum Kauf bereit ist.

Was sollte man noch wissen?

FAQ

Der Einsatzmehrzweckstock ist eine Waffe, die viele Leute in ihren Bann zieht. Zwar ist das Einsatzgebiet für Privatleute eher gering, aber das hält unsere Leser nicht davon ab, uns mit Fragen zu bombardieren. Diesem Umstand wollen wir Rechnung tragen, indem wir hier ein kleines FAQ eingerichtet haben. Es soll dich mit weiteren Informationen versorgen:

Ist ein Tonfa in Deutschland erlaubt?

Ja und Nein. So kann man ihn legal erwerben, aber als Privatmann darf man ihn zum Beispiel nicht in der Öffentlichkeit führen. Man ist hier also stark eingeschränkt. Für befugte Sicherheitsmitarbeiter, Polizisten, Soldaten und andere Behördenangehörige schaut die Welt aber schon wieder anders aus. Sie dürfen die Schlagwaffe legal führen.

Laut § 42a des Waffengesetzes gibt es aber auch für Privatleute einige Ausnahmen. Beim Sport und im Rahmen der Brauchtumspflege kann ein Führen legal sein. In den eigenen 4 Wänden darf der Tonfa sogar zur Abwehr von Angreifern genutzt werden. Daher bieten sich die fernöstlichen Schlagstöcke durchaus zur Selbstverteidigung an. Man sollte bei dieser Waffe aber ganz besonders auf die Verhältnismäßigkeit im Rahmen der Notwehr achten.

Tonfa oder Teleskopschlagstock? Welche Schlagwaffe ist die Bessere?

Beide Produkte haben ihre Vor- als auch Nachteile. Bei den Profis überwiegt inzwischen der Einsatz des handlicheren Teleskopschlagstocks. Allerdings nicht deswegen, weil er grundsätzlich besser wäre, sondern weil er sich bequemer an der Koppel führen lässt.

Vielseitiger einsetzbar ist der Tonfa. Daher greifen Polizeihundertschaften fast ausschließlich auf ihn zurück. Bei Großveranstaltungen kann man den im polizeilichen Jargon genannten Mehrzweckeinsatzstock an so gut wie jeder Koppel erkennen. Das hat auch seine Gründe. Der Schlagstock gilt als abschreckender und lässt sich außerdem vielseitiger einsetzen.

Als Weiterentwicklung hat sich inzwischen der neuartige Teleskop-Tonfa etabliert. Er ist handlicher, kann auch im normalen Streifendienst ohne Einschränkungen getragen werden und bietet eine ebenso hohe Effizienz. Immer mehr Bundesländer rüsten ihre Polizisten mit den Teleskop-Schlagwaffen aus.

Tonfa Training: Wer bietet solche Lehrgänge an?

Viele Polizisten, Soldaten oder auch Sicherheitsmitarbeiter wollen ihre Fähigkeiten im Umgang mit dem Schlagstock verbessern. Allerdings bietet der Arbeitgeber oft keine weiterführenden Kurse an oder bildet seine Mitarbeiter selten entsprechend fort. Daher ist die Nachfrage nach Kursen groß.

Viele Kampfkunstschulen und SV-Trainer bieten passende Trainings an. Dort wird in realitätsnahen Szenarien das Wichtigste vermittelt. Je nach Art der Schüler variieren die Techniken und deren Einsatzgebiete. So legen Sicherheitsmitarbeiter meist mehr Wert auf Selbstverteidigung, wohin gegen Polizisten großes Interesse an Festlege- und gezielten Abführtechniken mit dem Tonfa haben.

Über Fabian Wüst, Coach & Berufswaffenträger 104 Artikel
Er ist erfolgreicher Trainer in Sachen Selbstverteidigung und sammelte wichtige Erfahrungen als Geldtransportfahrer, Bahnschutzmitarbeiter und Objektschützer für das Militär. Auf dieser Webseite teilt er sein erlangtes Know-how mit dir. Sein Motto lautet: Schütze dich und deine Liebsten!